Christen als Kinder Gottes

 

 

Überlegungen, warum sich nicht durch einen christologisierten Reformprediger, sondern nur durch die unmittelbare Wahrnehmung von Weltvernunft/Wort/Logos als Gottessohn in menschlicher Gestalt und somit wirk-licher Messias die Reformjuden der Antike als Kinder Gottes verstanden. Gleichzeit ein erneuter Aufruf, heute durch eine Reform unseres historischen Jesusverständnisses unmittelbar das sinngebend und wegweisende Wort Gottes in allem natürlichen Werden, wie in der Bibel als dessen überlieferter Urkunde zu verstehen: So hell wach in heutiger Weltsprache einer schöpferischen Vernunft „hörig“ zu werden, auf menschliche Weise ent-sprechend einer höheren Vernunft vernünftig zu handeln.

 

(Das zu werden, was Urchristen sein waren:

 Statt Kinder des vorgesetzten Kirchen bzw. Traditionsglaubens, Kinder des Schöpfergottes.)

 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Sasse,

stellvertretend für die moderne christliche Theologie,

 

Ihre Ausführungen beim Themenabend des Pfälzischen Bibelvereines über „Christen als Kinder Gottes“ haben mir erneut vor Augen geführt, wie dringend notwendig unser heutiges Jesus Christus- und somit unser gesamtes christliches Selbstverständnis einer Revision bedarf.

 

Mir ist bewusst, wie mutterseelenallein ich mit der Sichtweise des Gottessohnes in menschlicher Gestalt als dem eigentlich geschichtlichen Wesen Jesus stehe und wie absurd dieses Denken auf jemand wirken muss, der von Kind auf bis ins hohe Studium den historischen Jesus als einen später verherrlichte jungen Juden gelernt hat. Alles was ich vom Logos/Gotteswort in Menschengestalt ausgehend versuche als logisch nachzuweisen, muss daher nicht nur für Sie, sondern noch mehr für alle Christen, die vom gleichen Christus- und Weltbild wie sie tief geprägt sind, völlig absurd erscheinen. Doch wie immer, lässt sich das, was Sie und Ihre Kollegen über den christlichen Glauben aussagen nicht anders erklären, als in einem antiken Bewusstsein, das vom unmittelbaren Verständnis des Schöpferwortes getragen wird und nicht von einem durch theologische Titel hochgeadelten Heilsprediger oder einer davon völlig losgelösten christologischen Lehre. Alle Bedeutungsinhalten des christlichen Glaubens lassen nur einen Schluss zu: Es ging um den schöpferischen Logos, der hier auf Erden wirk-sam war, erst als fleischgewordenes Wort (in menschlicher Gestalt und gesetzter, kanonisierter Form, wie wir sie kennen) messianische Wirkung hatte.

 

Kein jenseitiges Gottesdasein, das sich aus alten Gesetzen, Traditionen, Mythen ableitet, sondern die Gegenwart sinnvollen göttlichen Handelns in einer als Gotteswort wahrgenommenen Weltvernunft, in der der Sohn Gottes und somit der Messias des jüdische Glaubens gesehen wurde, hat zu dem geführt, was wir als heute historischen Jesus bezeichnen und gleichzeitig bis zur völligen Bedeutungslosigkeit herabwürdigen. Nur von dieser Perspektive aus lässt sich die damalige Reform wie die heutige Heilswirkung des christlichen Glaubens nachvollziehen, logisch belegen. Nur so kann nachgewiesen werden, welche Bedeutung der christliche Glaube im Kontext des antiken Denkens hatte, welche Problemlösung sich gegenüber den jüdischen, wie den hellenistisch mystischen Gottesvorstellungen oder den römischen Kaiserverherrlichungen bot und wie dadurch der althebräische Glaube bestätigt und erneuert werden konnte.

 

Doch noch weniger als zur Begründung der damaligen Problemlösung dient die heute an Hochschulen gelehrte Christusvorstellung als Antwort auf unsere gegenwärtigen gesellschaftlichen Fragen. Während ich nachweisen will, warum wir die Probleme der westlichen Welt nur durch ein neues christliches Bewusstsein, einen vernünftigen Glauben durch die Wahrnehmung einer schöpferischen Vernunft als Gotteswort/Sohn lösen können, sind die Theologen damit beschäftigt, die christliche Begründung aus alte Texten abzuleiten.

 

(Während wissenschaftlich nachzuweisen wäre, welche geistige Wende bzw.  Reform sich zur Zeitenwende durch das Wiederverständnis des Gotteswortes/Logos als einzig wahrer Gottessohn im antiken Denken vollzog oder welche echt messianische Wirkung von der menschlichen Gestalt des Gotteswortes ausging, geht die heutige Lehre einem Archäologiehändler auf den Leim, der ihnen die Fälschung eines Steinsarges von Jakobus als historischen Beweis für die Wahrheit des Neuen Testamentes unterjubelt. Statt zu belegen, warum das Schöpfungswort in Menschengestalt damals als der echte Christus gesehen wurde und nicht  Augustus & Co., muss eine Lehre, die einen jungen Juden, statt wie die Evangelisten das Schöpfungswort/den Christus zum Gegenstand hat, lautstark jubeln, wenn ein Steinkasten gefunden wird, auf dem auf Christus als Bruder des Jakobus verwiesen wird. Nachdem man die biblischen Aussagen zur  Christologie selbst nicht mehr ernst nimmt, hofft man, sich an alte Steine zu halten zu können. Wenn die sich dann als Fälschung erweisen, steht man wieder mit völlig leeren Händen da. So bastelt sich jeder weiterhin seinen ganz persönlichen Christus wie eine Miniaturausgabe Gottes zurecht oder denkt selbst als bekennender Christ, dass die Christologie ein aufgesetztes Kirchenkonstrukt sei. Und genau die Vergötzung eigener Christusvorstellungen, die angeblich biblisch wären, jedoch dem biblisch verkündeten christlichen Glauben genau wiedersprechen, ist es, die dem ursprünglich verlangten unmittelbaren Verständnis des Schöpferwortes im Wege steht.)

 

Während die Wahrheit des Neuen Testamentes und seine Bedeutung für den monotheistischen Glauben als logische Folge eines neuen Gottesbewusstseins gesehen werden könnte, das in einem höchst lebendigen, alles Werden bewirkenden Wort/einer Weltvernunft den Gottessohnes in Menschengestalt erkannte, wird bei der Suche nach dem historischen Jesus wie beim Nachblättern der christologischen Aussagen des Neuen Testamentes nur nach einem jungen Juden oder alten Texten gefragt. In allen noch so hochwissenschaftlichen Ausarbeitungen wird so nur die Vergötterung eines sich gegen die Obrigkeit auflehnenden Rebellen durch seine Anhänger oder eine aus alten Mythen und Hoffnungen abgeschriebene Lehre vorgelegt. Doch ist dies nicht genau die Sicht, weswegen die Juden damals Jesus verurteilten und kreuzigten?

 

Hätten dann nicht genau die aufgeklärten Denker recht, die im Christentum nur eine Kirchenlehre ohne realen Grund sehen? Beschränkt sich unsere gesamte Suche nicht nur auf ein altes Gesetz, einen Mythos, den heute keiner mehr ernst nimmt und dessen Logik bei bisheriger Leseweise nicht nachgewiesen werden kann? Was hätte uns eine antike Kirchenchristologie oder die Lehre eines Religionsrebellen mit angeblich besonderen Bewusstseinszuständen heute zu sagen? Könnte damit etwas zu einem Bewusstsein beigetragen werden, das mündige Menschen sich aufgeklärt als Kinder des einen Gottes verstehen lässt und zu einem gemeinsamen vernünftigen Gesellschaftsgefüge macht? Wollen wir uns damit zufrieden geben, wenn der christliche Glaube zur persönlichen Erbauung einiger Weniger dient oder auf beliebige Weise zur Manipulation der Masse missbraucht wird, wie dies heute in Amerika geschieht?

 

Es gelingt nicht, mit Rudolf Bultmann die historische Person Jesus für theologisch irrelevant zu erklären, weil sonst alles zur reinen Kirchenle(h)ere wird, so der eigentliche Grund des christlichen Glaubens, des davon ausgehenden neuen Geistes und somit einer veränderten Verhaltensweise fehlt. Gleichzeitig steht die Vorstellung von einem historischen Menschen dem heute dringend notwendigen Verständnis des schöpferischen Wortes im natürlichen Werden im Wege. Wer nur einen Wanderprediger als historisches Wesen vor Augen hat, der wird das heute in allem natürlichen Werden lebendige Wort nicht verstehen können. Aber nur vom Leben und Verstehen dieses Wortes kann die Logik ausgehen, die uns zu Kindern Gottes macht.

 

Wie Sie wissen, will ich in der Realität der modernen Naturlehre eine Vernunft wahrnehmen, die m.E. auch von jüdischen Bewegungen zur Zeit Jesus gesehen und von den Christen als Gottessohn und menschliches Wesen zur Sprache gebracht wurde, was messianische Wirkung entfaltete. Wie mir Ihre Aussagen erneut zeigen, kann weder ein historischer junger Jude, noch dessen Christologisierung oder ein völlig daneben gesetzter Christusmythos der Grund gewesen sein, warum sich die Christen der Antike ernsthaft als unmittelbare Kinder Gottes verstanden. Und auch heute kann eine „brüderliche“ Lebensweise nicht durch Menschen, politische Forderungen und fromme Predigten bewegt werden, sondern muss vom mündigen Verständnis des lebendigen, den Vater aufgeklärt offenbarenden Gotteswort ausgehen.

 

Sie halten meine Perspektive für eine reine Vergeisterung des historischen Geschehen. Doch ist es nicht so, dass ich versuche – wenn auch recht laienhaft - aus neuer Perspektive die wirklich messianische Bedeutung des antiken Geschichtsgeschehens zu begründen, während heutige Theologie sich allenfalls auf Mythen beruft? Führt daher nicht vielmehr die heutige christologische Lehre zu einer Vergeisterung, die dem historischen Geschehen den theologischen Grund nimmt? Wird nicht heute durch die Reduktion auf einen einfachen historischen Menschen das christliche Offenbarungsgeschehen und unsere gesamte Religion jenseits der weltlichen Realität und Vernunft gestellt, während die von mir geforderte neue Perspektive von Jesus Christus den Urgrund des christlichen Glaubens in der weltlichen Realität allen Werdens wahrnimmt und die Logik der religiösen Riten sowie die Notwendigkeit einer vernünftigen Gotteswahrnehmung für das weltliche Verhalten nachweisen will? (Somit auch die Notwendigkeit des christlichen Kanon und aller Aussagen des Neuen Testamentes auf neue Weise bestätigt.) Was konkreteres und weltlich realeres gibt es, als die allem natürlichen kosmischen Werden, Wachsen und Zusammenwirken nachweislich zugrunde liegende Software? Könnte der Grund, warum sich z.B. die Urchristen anders als die Juden als unmittelbare Kinder des einen Gottes verstanden, nicht auf logische Weise nachvollzogen, die heutige christologische Vergeisterung damit zum vernünftigen Denken und Glauben werden? Doch solange sie einzig von einem verherrlichten Wanderprediger ausgehen, denken wir aneinander vorbei, bleiben meine Überlegungen völlig weltfremd.

 

Doch wie immer laufen all Ihre Aussagen aufgrund der aktuellen theologischen Erkenntnis genau darauf hinaus, dass wir heute nicht nur dringend eine neue Vorstellung vom Wesen des christlichen Glaubens brauchen, sondern diese kurz bevorsteht. Durch Sie bzw. das Wissen der heutigen Theologie bräuchte das Wesen und Wirken des Wanderpredigers nicht weiter reduziert zu werden, sondern wäre in neuer Weise als historische Realität begründbar.

 

Warum das christliche Verständnis des Wort Gottes, Jesus Christus und gleichzeitig auch unser gesamtes naturwissenschaftliches Weltbild auf den Kopf gestellt werden soll, habe ich bereits in vielen Beiträgen zum Ausdruck gebracht. Doch können wir uns nicht oft genug die messianische Wirkung ausmalen, die gerade heute von einer neuen Wahrnehmung dessen ausgehen würde, was in der Antike als Weltvernunft ein reales Wesen und für Christen der Gottessohn in Menschengestalt war. Um die im natürlichen Werden lebendige Weltvernunft als Wort Gottes zu hören und mit dem Gesetzwort auf einen Nenner zu bringen, Gott neu als den einen Schöpfer zu verstehen, von dem alles vernünftige Werden wie auch die menschliche Vernunft  ausgeht, müssen wir unser bisherigen Vorstellungen von den biblischen Gestalten und Geschichten hinterfragen bzw. bereits sein, sie auf-zugeben. Dabei wird letztlich weder das menschlich-historische Wesen Jesus, noch seine schöpferische Funktion bzw. sein präexistentes Wesen verneint, sondern beide mit neuen Augen gesehen.

 

In Umkehr des heutigen theologischen Nachweises, der den Bedeutungsinhalt von Jesus Christus nur aus alttestamentlichen Gestalten und Lehren ableiten will, könnte so in Jesus als dem im sichtbaren Prozess allen Werdens lebendigen Wort in Menschengestalt die Bedeutung von Moses, Elisas, David & Co. als frühe jüdisch-hebräische Sprachrohre des Schöpfungswortes bewusst werden.

 

Ich denke, dass aufgrund des von Ihnen vorgetragenen Wissens um die Bedeutung der biblischen Texte die Zeit hierzu reif wäre. Die historischen Tatsachen der biblischen Texte könnten im Kontext des antiken Denkens neu belegt werden, statt sie nur in der Weiterführung alter Traditionen und als literarisch-religiöse Fiktion begründen zu wollen, als unwahr abzubauen oder allenfalls als Gemeindebildung und christliche Wirkungsgeschichte anzusehen.

 

Wenn wir hierzu bereit sind, werden wir auch erkennen können, welche Dimension sich durch das neue Verständnis für den christlich-monotheistischen Glaubens ergibt, wie die Verhältnisbestimmungen der Religionen untereinander neu durchdacht und die Vernunft aller religiöser Riten und Bilder bewusst gemacht werden kann. Nicht nur die Trennung zwischen Wissenschaft und Glaube ist durch ein neues Verständnis des christlichen Wesens aufgehoben. Durch ein aufgeklärtes Verständnis des Vaters und die vernünftige Begründung seines natürlich-logischen schöpferischen Willens wird eine vernünftige und wahrhaft „brüderliche“ Lebenspraxis erwartet. Durch rituelle Einübung und religiöse Praxis in einer kollektiven Geistesgemeinschaft könnte sich so letztlich gar das menschliche Lustempfinden an der natürlichen schöpferischen Ordnung als göttlichem Weg ausrichten. gott- bzw. schöpfungsgerechtes Lebens wird so nicht als mehr als Last empfunden, sondern zum Lustgewinn. Über die Grenzen von einschränkenden Glaubensdogmen hinaus lässt sich so gemeinsam und begeistert der Sinn/Logos des Vaters aller natürlichen Schöpfung verwirklichen, nachhaltig ökologisch und wahrhaft ökonomisch leben. Die Vision eines von der Weltvernunft in menschlicher Gestalt als Gottessohn ausgehenden monotheistischen Glaubens vor Augen werden wir auch den Paradigmenwechsel begreifen, der dazu führte, dass sich die christlichen Denker der Antike bzw. die Verfasser des Neuen Testamentes als unmittelbare Kinder Gottes verstanden und die frohe Botschaft von Jesu Christus in die Welt setzten.

 

Es geht nicht um theologische Besserwisserei oder weltabgewandte Spinnerei aufgrund persönlicher Visionen, sondern ein neues christliches Welt- und Gottesbild, das im Kontext des antiken Denkens auf aufgeklärte Weise den Sohn Gottes sehen will. Die Zeit scheint reif, mündig das unmittelbare Wort des Vaters zu verstehen und damit ge-hörsam gegenüber dem Schöpfer, statt seinen ihr eigenes Wort interpretierenden Stellvertretern zu werden, um damit statt im m.E. falsch verstandenen „Fundament-alismus“ religiöser Ideologien zu verharren, in freier Erkenntnis zu einer völlig neuen vernünftigen Lebensweise zu finden. Nicht der Abriss der alten Vorstellungen, sondern deren neue inhaltliche Füllung, zu der Sie weit, weit mehr als ich beitragen könnten, wäre dabei der dringend notwendige Weg.

 

  1. Warum wir heute nicht christlich, sondern an den Gott der Väter glauben

 

Die alten Juden verstanden sich im biologischen Sinne als Kinder bzw. Nachfahren der von Gott erwählten Erzväter. Nicht Gott selbst, sondern, insbesondere Jakob (Israel) aber ebenso Isaak, Abraham oder Noah wurden lt. Ihren Aussagen im jüdischen Sinne als „Väter“ betrachtet. Die Christen dagegen würden sich durch den Gottessohn als Kinder des einen Schöpfervaters verstehen.

 

Während die Juden Kinder der Stämme des erwählten Volkes waren, scheint im Christentum der gemeinsame Verstand im Vordergrund gestanden zu sein.

 

Doch besitzen wir heute diesen gemeinsamen Verstand, der uns als Kinder des tatsächlichen Schöpfers des Himmels und der Erde verstehen lässt oder bauen wir nicht vielmehr auf den vor-gesetzten Gott der Väter? Erkennen wir den Gottessohn, der uns zu Kindern macht oder führen wir ihn trotz Pfingsten nur im Munde, reden von einem Geheimnis des Glaubens und Mythos, lesen die christologischen Aussagen des Neuen Testamentes nur als eine Art Aufwärmen alter Vorstellungen oder überlasse sie der persönlich-innerlicher Beliebigkeit? 

 

Sie wissen besser als ich, wie heute ständig hinterfragt wird, ob Jesus überhaupt ein Gottessohn sein wollte, warum dieser geistbesessene junge Jude aufgrund alter Aussagen (egal, ob hierbei an jüdische oder griechische Gottessöhne gedacht wird) mit Hoheitstiteln ausgezeichnet wurde. Wenn zutreffen würde, was alle Theologie heute nachweisen will, würde ein Kritiker zurecht von religiöser Hochstabelei eines Sektengründers reden. Und wegen diesem besessen Reformprediger, der anschließend als Gottessohn verherrlicht worden sei, sollen sich die Menschen heute allen Ernstes als Kinder Gottes verstehen? Das kann heute doch kein vernünftiger Theologe mehr glauben. Warum aber verlangen wir das von den Menschen, denen wir den Glaube vermitteln wollen? Wie sollen sich aufgeklärte Zeitgenossen aufgrund eines antiken Religionsrebellen oder eines anschließenden Christusmythos als Kinder des einen Schöpfers verstehen?

 

Keiner von uns wird heute die streng biologischen Grenzen ziehen, die im Judentum galten, das in anderen Völkern zwar Menschen sah, (was interessanterweise nach ihren Aussagen z.B. für das Selbstverständnis der Ägypter nicht zutraf) sich jedoch streng abgrenzte und somit Andersstämmige nicht als Kinder Gottes des eigenen Gottes verstehen konnte. Doch ist nicht auch bei uns selbst innerhalb der Kirche aufgrund dogmatischer Gesetze eine Grenze gezogen, die das mangelnde Verständnis des gemeinsamen Vaters belegt? Ist an Stellte der biologischen Abstammung bei uns nicht eine Art von Vereinszugehörigkeit getreten und eine Ritual- und Dogmengemeinschaft,  die z.B. in Berlin das gemeinsame Abendmahl verhindert hat? Wäre es nun aber nicht zu wenig, nur fröhlich zu feiern, weil am Rande des angeblich ökumenischen Kirchentages trotz päpstlicher Vorschriften ein gemeinsames Abendmahl veranstaltet wurde? Bleibt nicht alle gemeinsame Feier nur ein gut gemeintes rituelles Ringelpitz, solange die zugrunde liegende theologische Trennung nicht überwunden wird? Wenn aber der gemeinsame Grund nicht gesehen wird, streiten wir dann nicht nur um das Verständnis der jeweiligen Konfesionsväter, die auf verschiedene Weise die Texte interpretierten?

 

Wenn der Grund des evangelischen wie katholischen Glaubens nur ein papiernes Dogma bleibt, fehlt uns das Verständnis des lebendigen Wortes, das m.E. der eigentliche Grund des christlichen Glaubens ist. Gerade der Streit um die Rechtfertigungslehre, die nach wie vor die beiden christlichen Kirchen des Westens trennt, zeigt das Problem unserer nur auf Buchstaben bauenden Religion. Solange die Vergebung von Sünden, die Richterfunktion Jesus, Überwindung der Trennung vom Schöpfergott durch das Christusgeschehen nicht auf logische Weise im lebendigen Wort/Logos begründet werden kann, streiten wir um Lee(h)rformeln. Buchstaben bleiben der Beliebigkeit ihrer Lehrer überlassen, bis heute. Verzweifelt und vergeblich wird versucht, die Lehren der Väter vor weiterer Beliebigkeit und Verfall zu bewahren. Und so ist dem Papst nachzufühlen, wenn er auf angeblich katholische Dogmen beharrt, das gemeinsame Mahl verbietet und der arme Priester, der sich dem päpstlichen Verbot wiedersetzte jetzt auch noch subspendiert wird, um ihn „auf den richtigen Weg“ zurückzubringen. (Allein sich darüber zu empören oder lächerlich zu machen  wäre zu wenig. Was wir brauchen ist ein neues Verständnis der schöpferischen Vernunft. Die Logik der Rechtfertigungslehre gilt es  nachzuweisen. Dies wäre im Logos/der Weltvernunft als Gottessohn in Menschengestalt möglich, während es bei einem messianisierten Wanderprediger nur bei einer frühkirchlichen Behauptung bleibt, die auf unterschiedliche Weise interpretierbar ist.)

 

Wenn zutrifft, dass wir uns zwar auf Jesus berufen, in Wirklichkeit aber auf den Gott der Väter und nicht auf das in Jesus lebendige Wort gründen, dann sind wir weder evangelisch, noch können wir den katholischen Anspruch rechtfertigen. Ist es wirklich der Gottessohn der Evangelisten, der uns zu Christen macht? Nur weil wir jetzt einen jungen Juden in die Reihe der Glaubensväter oder Propheten und Psalmdichter einreihen,  hat unser Glaube doch keine neue Dimension. Selbst die Bedeutung der alttestamentlichen Gestalten kann m.E. nur im lebendigen Wort begründet werden, das in der Antike verstanden wurde und selbstverständlich war. Gleichwohl gehen wir den umgekehrten Weg. Wir begründen Christus in den Texten der Väter, statt diese durch Christus zu bewahrheiten. Wie sollen wir so unmittelbare Kinder Gottes sein? Wir reden von  „Christus“ und denken dabei an einen historischen Menschen der aufgrund alter hoheitlicher Bezeichnungen und altettestamentlicher Gestalten zum Gottessohn erklärt oder als eine Miniatur des Gottesmythos neben den rebellischen Menschen gesetzt wurde. Von einer neuen Begründung des monotheistischen Gottes in Christus fehlt in der theologischen Wirklichkeit von heute jede Spur.

 

Alle Wesensaussagen unseres christlichen Glaubens gründen auf Christus. Aber wenn über die Hintergründe der christlichen Grundlagen gesprochen wird, dann werden die Christologie wie auch alle sonstigen Wesensaussagen nur aus alten Lehren abgeleitet, die auf einen jungen Lehrer übertragen wurden. „Schon Josef sei als Gottessohn bezeichnet worden.“ Bitte entschuldigen Sie, wenn ich im Unterton Ihrer Aussage ein rein jüdisches Gottesbewusstsein höre. So gründen wir nur auf alten Titeln, die übertragen wurden. Statt in dem zur Zeit Jesus lebendigen Logos den Bedeutungsinhalt der Gottessohnschaft einer Josef bezeichneten Wesensgestalt nachzuweisen, wird nur durch alte Titel des Väterglaubens die Christusfunktion Jesus begründet. Wo bleibt das Neue Testament, das über den Glaube an den Vätergott hinausgeht, uns zu unmittelbaren Gotteskindern machen soll? Statt im hebräischen Verstand das Hören eines schöpferischen Wortes/Vernunft nachzuweisen, das z.B. den Monotheismus des Jesaja bestimmte und das alttestamentlich auch in der Gestalt des Josefs zum Ausdruck gebracht wurde, reden wir nur von durch Menschen verliehenen „Hoheitstiteln“.

 

Solange wir nicht von einem am Anfang stehenden Schöpfungswort ausgehen, sondern nur alte Buchstaben lesen, übersehen wir nicht nur das in der Antike in Jesus lebendige Verständnis des Gotteswortes, sondern wir versäumen es, neu hinhören zu wollen.  (Wir verleugnen den nach wie vor lebendigen Jesus, statt ihn als präexistentes Wort zu verstehen und zeitgemäß zu vermitteln, was m.E. die eigentliche Aufgabe der heutigen christlichen Theologie wäre.)

 

Wo soll da ein neues Gottesbewusstsein sein? In der gesamten neutestamentlichen Exegese kommt das eigentlich Neue in Wirklichkeit nicht vor. Solange der historische Jesus nur als halluzinierender Guru gesehen wird, dem andere Geistbesessene vergeistert nachlaufen sind bleiben wir blind für die historische Wahrheit. (Wenn auch etwas krass gesagt, ist nichts anderes als ein besessener Sektenführer bei all Ihren angeblich aufgeklärt aber m.E. rein jüdisch forschend und fragenden Kollegen zu lesen, die einen angeblich dritten Weg in der Jesusfrage gehen wollen.) Und wenn alle über die Hypothese vom einfachen historischen Menschen hinausgehenden Aussagen nur aus alttestamentlichen oder griechischen Denkweisen und Texten abgeleitet werden, verstehen wir somit nur den Gott dieser Väter, nicht das lebendige Wort. Wenn dann als neutestamentlicher Geschichtsgrund nur Geistbesessene nachgewiesen werden, deren Vergeisterung pathologisch oder z.B. als eine Art „Nahtodeserfahrung“ erklärt wird und die sich auf angeblich populistische Weise gegenseitig Titel verliehen haben, soll das die neue Theologie sein, die uns zu Kindern Gottes macht?

 

Ist es zu verdenken, wenn andere angeblich moderne Theologen gar den „Christustitel“ abstreiten wollen, um die Trennung zwischen Juden und Christen aufzuheben? Haben Sie nicht Recht, wenn wir weiterhin nur eine historischen Che Guevara als eigentliches Wesen nachweisen? Wir glauben nur noch jüdisch und gebrauchen dafür christliche Begriffe. Wir grenzen uns gegenüber einer Glaubensform ab, deren Schema wir längst übernommen haben. Selbst wenn wir aller modernen Titelvergabetheologie für einen jungen Juden und anschließender Vergeisterung zum Trotz fest davon überzeugt blieben, dass sich Gott den Vätern unseres christlichen Glaubens in Jesus Christus offenbart habe und es sich in Jesus um den wirklichen Messias gehandelt hätte, dann haben wir nur die menschlichen Väter getauscht, nicht das Schema. Nicht das damals in Jesus verkörperte lebendige Schöpfungswort lässt uns christlich als Kinder Gottes verstehen. Wir glauben an einen von unseren christlichen Vätern vorgesetzten Gott, der sich laut den Glaubensväter bzw. frühkirchlicher Verfasser im Menschen Jesus offenbart habe. Nicht Jesus selbst bzw. das in ihm lebendige Wort ist Glaubensgrund, sondern das von christlichen Verfassern abgefasste Gesetz, das notwendig war, um den neuen Gottesgeist der Antike vor Verflüchtigung und Verfall zu bewahren.

 

Solange uns wir uns nur auf einen von den Glaubensvätern verfassten Text berufen, kann es nach meiner Sicht nicht der Sohn sein, auf den unser Glaube gründet. Nicht das in Jesus menschgewordene Wort Gottes, sondern allenfalls was unsere Väter verstanden und auf sinnvolle Weise im Kanon verfasst haben, ist Grundlage unseres Glaubens. Wenn wir dabei gar von „Hoheitstitel“ für einen historischen Menschen reden, zeigt sich deutlich die Geisteshaltung. Wir bauen auf einen uns von den Glaubensvätern im Buch vorgesetzten Gott, der irgendwie angeblich auch der Schöpfer sein sollte. Doch galt damals dem Gesetzgott das Gehör oder dem in Jesus Christus lebendigen präexistenten Wort, somit dem einen tat-sächlichen Vater aller schöpferischen Kreation?

 

Selbst wenn Sie die Geschichte von „Josepf und Arseneth“ heranziehen, höre ich dabei den Unterton des heutigen theologischen – m.E. jüdischen - Denkens. Statt auch hierin eine Metapher zu sehen, die zeigen kann, wie sich das jüdische Gottesverständnis vom alten biologischen Familienbund zum gemeinsamen Gottvater weiterentwickelt hat – was nicht mir, sondern nur Ihnen aufgrund Ihres Wissens möglich wäre -  versuchen wir heute nur die neutestamentlichen Aussagen in alten Mythen, nicht vom Logos her zu begründen. Wir versäumen es so, in den jüdischen Geschichten und den griechischen Mythen von Göttersöhnen den lebendigen Logos wahrzunehmen und somit auch deren Logik zu begründen und gründen daher nur auf den Gott der Väter, statt auf den Verstand des lebendigen Wortes. (Ich vergesse immer wieder: Es war ja nur ein besessener Wanderprediger mit besonderen Bewusstseinszuständen  und Vergeisterungen, wie sie im Mittelmeerraum der Antike zuhauf anzutreffen gewesen wären, den man nach seinem Tod ......)

 

Statt bereits in „Joseph und Arseneth“ die theologische Bedeutung zu begründen, warum Jesus mehr ist als ein Mensch oder eine menschliche Vorstellung, keine menschlichen Väter hat, sondern von Gott selbst gezeugt ist, lesen wir nur eine schöne alte Liebesgeschichte. Vollkommen absurd wird es aber, wenn (wie in der Sammlung Ihrer Kollegen „Jesus in neuen Kontexten“  geschehen) über „Jesus als vaterloses Kind“ nachgedacht wird, man aber dann davon ausgeht, dass einfach Inhalte aus einem jüdischen Roman auf den historischen Jesus übertragen wurden, für den rebellischen Bastard mit zufälligem Namen Jesus dort angeblich eine literarische Anleihe aufgenommen worden wäre.

 

Mit Sicherheit haben weder die Verfasser der alten Josefsgeschichte, noch die Evangelisten nur umhergeisternde Josefstraditionen abgeschrieben und so die Zeugung durch eine unvoreingenommene Frau konstruiert. Es hat mit Sicherheit seinen Grund, warum die Heidin Arseneth oder die jüdische Maria als unschuldige Wesen Gottessöhne zum Ausdruck brachten, die Gott selbst zum Vater hatten. (Mit der schwachsinnigen Vorstellung vom historischen Menschen der messianisiert wurde, kommen wir allerdings auch hier nicht weiter, betreiben allenfalls Vergeisterung.)

 

Wenn Gott auch im jüdisch-hellenistischen Liebesroman in das Leben eines Josepf eingreift, parallel zum Josef der Evangelisten, und ihn eine heidnische aber „unberührte/unvoreingenommene“ Frau in sein Haus aufnehmen lässt, warum werden wir dann nicht hellhörig? Wieso können wir nicht darüber nachdenken, warum nur die jüdische Miriam die Mutter des Messias sein konnte? Sind wir durch die Hypothese vom historischen Jesus, auf den seine Anhänger die alte Geschichte übertragen haben sollen so blind, dass wir die Bedeutung der „Heiligen Hochzeit“ nicht begreifen können? Soll somit die Sündenvergebung als in Jesus ewige Überwindung der Trennung vom einen Schöpfergott des Alles nur eine Leere Ikone bleiben, die die Anhänger eines jungen Bastard mit Namen Jesus diesem angeheftet haben?

 

Wenn es stimmt, dass Joseph von den Pharisäern als symbolischer Gegner „Judas“ gesehen wurde, er der Urvater jener Menschen war, die aus der heidnischen Welt stammen oder die mit den Heiden Umgang pflegten, wird uns dann nicht der ganze geistesgeschichtliche Vorgang klar vor Augen geführt? Wer seit Jahren davon besessen ist, das neue monotheistisches Bewusstsein durch die Synthese von hebräisch und hellenistischem Weltbild nachweisen zu wollen, der sieht dies in diesen Geschichten bestätigt. Und auch heute könnte, durch die Verbindung von bisher für heidnisch gehaltenem wissenschaftlichen Weltbild und einem unvoreingenommenen christlich-theologischen Denken, dem Wort Gottes zu neuem Ausdruck verholfen werden. Allein: Es fehlt ein unvoreingenommenes Denken, das aus dem christlichen Lager kommen  muss. (Ein schwere Job: einen jungen Dr. der Theologie zur unbefleckte Maria machen zu wollen. Es scheint keine unbefleckte Empfängnis geben zu können. Alles Denken ist vor-bestimmt von eigenen Vorstellungen, bleibt vorbelastet. Und je länger wir dieses Bild vom anschließend verherrlichten jungen Juden gelernt haben, desto schwerer wiegt die Last, muss alle Rede vom natürlichen Logos als Stimme bzw. be-stimmendes Wort Gottes als unrealistisch, jedenfalls unchristlich gesehen werden.)

 

Wenn der Josephsgeist bei den Judäern als Bastard galt, weil er aus einer Verbindung von Juden und Heiden stammt, die man als Menschen ohne Herkunft ansah, kommt uns das nicht alles bekannt vor? Können wir so nicht auch neu über die Herkunft Jesus nachdenken, der nicht von Joseph, sondern von Gott selbst mit der unvoreingenommenen Jüdin gezeugt wurde? Wie sieht Judas aus, der auch heute die Hand im Spiel hat, Josef abstreitet? 

 

(Ich vergesse immer wieder, die Historie handelt ja nur von einem jungen Juden, der als Kind Halluzinationen hatte und später hochgelobt und nach dem Verrat seines  Anhängers Judas hingerichtet wurde. Im Dokumentationsfilm an Weihnachten wurde von Ihren Kollegen gar nachgewiesen, wie man  durch den Trick mit dem heiligen Geist die Steinigungsstrafe der fremd gegangenen jungen Jüdin  verhindert habe. Wer wie ich trotz aller theologischer Erklärungen, die nur immer aufs Neue nachweisen, warum ein literarisches Konstrukt komponiert wurde, allen Ernstes die Logik beweisen will, die hinter der historisch wahren Geschichte steht, warum nur ein unvoreingenommenes Denken der Mutter Kirche das Wort Gottes neu zum Ausdruck bringen kann und welche Rolle dabei Joseph und Judas zukommen, der muss besoffen sein.)

 

  1. Christen lösen sich von vorgegebenen Vorstellungen und verstehen den Vater

 

Bei all Ihren Ausführungen geht es mir durch den Kopf. So kann es nicht weitergehen. Die Zwiespältigkeit unseres biblischen Verständnisses ist himmelschreiend. Wenn Sie z.B. von der Dramaturgie der Wundererzählungen bei Markus reden, dann ist doch damit ganz klar gezeigt, dass es hier nicht um Heilshandlungen eines selbsternannten Heil-landes geht. Markus kann doch weder nur von einem jungen Juden, noch einem alten Mythos gesprochen haben. Vielmehr ist Israel/Jakob (bzw. das gelobte Land, um das im Nahen Osten nach wie vor sinnlos blutig gekämpft wird) in Jesus Christus lebendig. Die Wunder beschreiben eine theologische Tatsache, die in der Antike nachzuweisen wäre. Sie sind das Wirken des historischen Jesus als menschgewordenes Gotteswort/lebendiger Logos.

 

Bitte ersparen Sie mir weitere lange Ausführungen. Es kann doch nicht die Aufgabe eines nichtwissenden Laien sein, einem Theologen wie Ihnen nachzuweisen, wie damals durch die Wahrnehmung des präexistenten Wortes Blinde geheilt und ein lähmendes Welt- und Gottesbild überwunden wurde. Sie beschreiben bestens die Bedeutung der biblischen Aussagen, in denen Sie viel besser bewandert sind, als ich.

 

Auch wenn es darum geht, wie erst durch die Herauslösung aus den bisherigen Familienbanden die Heilshandlungen an Lahmen und Blinden Wirklichkeit werden konnte, lässt sich dies in der Wirk-lichkeit einer neuen Gotteswahrnehmung aufgrund des in Jesus lebendigen Wortes nachweisen. Doch lahmen und leiden nicht auch wir an diesem Problem? Wie schwer fällt es, uns vom Gott der Väter und dem von Mutter Kirche Vorgesetzten zu lösen, die Logik der alten Lehren und das ewige Wort des himmlischen Vaters in allem Werden wahrzunehmen?

 

Die Familie ist in diesem Sinne mit Sicherheit nicht nur eine beliebige Metapher, die dem kulturellen Kontext entsprach, wie man mir beizubringen versucht, sondern bringt eine geistesgeschichtliche Realität zu Ausdruck. Wenn stimmt, was heute über die Inhalte des neuen Glaubens gesagt wird, dann kann die „Brüderlichkeit“ der Urchristen nur vom Vater selbst in aller Schöpfung gesprochenen lebendigen Wort aus gelesen und verstanden werden. Auch heute gilt es, sich von den Vorstellungen der Väter teilweise zu lösen, um sie neu zu verstehen. Als Christen können wir nicht nur Schüler einer Lehre von Mutter Kirche sein oder eines Lehrers, der von Mutter Kirche zum Messias erhoben wurde und der heute an die Spitze eines Kirchen- und Ritualvereines gesetzt wird. Und ebenso wenig sind wir nur die Schüler von Lehrern, die aus einem alten Büchern vorgelesen haben, alte Urkunden übersetzten. Auch nicht philosophische Lehren taugen als Begründung der christlichen Theologie. Weder Idole noch Ideologien können das in allem Kosmos gesprochene und in menschlicher Gestalt verstandene Wort ersetzen. Und genau das Verständnis dieses Wortes wäre heute durch die moderne, über den bisherigen banalen Materialismus hinausgehende Naturbetrachtung einerseits und die aufgeklärte Theologie andererseteits möglich.

 

Wie aber können wir als Christen das lebendige Wort, auf das die Frühchristen bauten, neu zur Sprache bringen, damit wir nicht nur Kinder alter Lehrer und Lehren bleiben, die meist nur ihre Moral in alte Lehren hineinlesen oder zu Kindern irgendwelcher neuen, selbsternannten Ideologen werden? Wie können dem Logos Gottes eine reale Gestalt geben, die für die Menschen von heute verständlich ist?

 

Selbst dort, wo man sich engagiert zu Christus bekennt, spielt dieser doch für das Gottesverständnis in der Realität keine Rolle. Wer sich wie ich mit Jesus Christus beschäftigt, in ihm Antworten auf Fragen des Alltages erwartet, der kann doch bei unserer heutigen Vorstellung vom historischen Geschehen nicht ernst genommen, muss als weltfremder Spinner gesehen werden. Warum nur von Jesus Christus ein Verständnis gegeben wird, das uns zu unmittelbaren Kinder Gottes macht und davon eine ge-hör-same, der schöpferischen Sinngebung folgende menschlich vernünftige Lebensweise ausgeht, daran glaubt doch keiner mehr. Schon eine Überlegung über das christliche Verständnis als Kinder Gottes muss bei unserem heutigen Jesusbild für die Menschen heute völlig belanglos und weltfremd sein, hat selbst für angeblich gläubige Zeitgenossen nichts dem Verhalten im Alltag zu tun. Jeder hat so seine ganz persönliche Vorstellung von Gott und hält dies heute für völlig normal. Allenfalls innere, ganz individuelle Bilder oder Beharren auf traditionellen Dogmen bestimmen bei einer immer kleiner werdenden Schar noch das Verständnis von einem vorgesetzten Gott, der angeblich schöpferisch wirken soll. Doch kann es wirklich dieses Verständnis sein, das uns laut Neuem Testament zu unmittelbaren Kindern Gottes macht? Oder sind nicht auch aus den angeblichen und in der Kirche noch aktiven Christen Kinder des eigenen Verstandes geworden, für die selbst die Buchstaben der Bibel weitgehend unbedeutend sind?

 

Sich von heutigen Allerweltsvorstellungen zu lösen, um den himmlischen Logos/eine schöpferische Vernunft als Wort Gottes wahrzunehmen, ist nach meinem Verständnis alles andere als weltfremd. Wenn wir uns weiterbewegen wollen, weil wir doch längst beklagen, dass unsere heutige Erkenntnis zur Gemeinschafts-bildung untauglich geworden ist, nur noch rein persönliche, ganz individuelle innere Vorstellungen hervorbringt und so ein gemeinsames, universelles Gottesverständnis scheinbar unmöglich ist, dann müssen wir von neuen Grundlagen ausgehen. Die Bibel ist voll von Bildern, die uns klar machen, wie nur durch ein Aufgeben von Besitztümern eine geistige Weiterentwicklung möglich ist. Und ich denke, dass es sich bei all den biblischen Forderungen, die ein frei machen von Besitz und Familie verlangen, nicht nur um materielles Hab und Gut handelt oder Familie nur im engeren Sinn versteht. Tragen wir nicht auch im Kopf ein „Besitztum“, eine festgefahrene Vorstellung, die wir bereit sein müssen aufzugeben, um uns kreativ im Sinne des Creators weiterentwickeln zu können, in einer Reform aus das Wort des einen Schöpfervaters zurückgreifen zu können. Wenn die Propheten ebenso wie Jesus in der Wüste waren, in Einsamkeit eine neue Erkenntnis gewachsen ist, dann liegt dahinter ein logisches schöpferisches Schema, das sich in modernen Kreativitätslehren nachvollziehen lässt. Das Leben des Eremiten ist in diesem Sinne kein Selbstzweck. Nur in dem wir uns lösen von dem was alle Welt denkt, bewegt sich unser gemeinsames Gottesverständnis kreativ weiter, nehmen wir das Wort des Vaters als aufgeklärte mündige Kinder wahr.

 

(Wenn ich Sie daher immer wieder bitte, sich von vorgegebenen theologischen Vorstellungen frei zu machen, verlange ich m.E. so etwas wie ein modernes Mönchtum. Denn die Befreiung von eingefleischten Hypothesen und Vorgaben scheint die Voraussetzung, um zu neuen, für unsere heutige Welt notwendigen Ein-sichten zu gelangen. Die oft verlangte Askese, Abgeschiedenheit und Abstinenz hat nach meinem biblischen Verständnis nichts mit einer besonders ethisch-moralischen bzw. enthaltsamen Lebensweise zu tun und ist weder frommer Selbstzweck, Weltverneinung, noch weltfremder Ausstieg. Wenn wir dem alles Werden der Welt bewegenden Wort Gottes folgen und uns geistig weiterbewegen wollen, dann müssen wir uns ganz logischerweise von bisherigen geistigen Besitztümern lösen.)

 

 

  1. Erwachsen und aufgeklärt den Vaters verstehen und gehorsam sein

 

Unser Banalverständnis von der Befreiung aus Familienbanden durch einen Guru, der seine Anhängern jetzt in den Bann der jungen Sekte nahm, wie ich es bei Ihren Kollegen nachlese, bringt die Problematik auf den Punkt. Wenn zuträfe, wie mir die heutige, m.E. rein jüdische Sichtweise der  Theologie erklärt, dass durch Jesus nicht mehr die eigentliche Familie, sondern die Glaubensgemeinde zur neuen Familie geworden wäre, dann müsste man diese noch im Nachhinein schnellstens verbieten. Wenn als historisches Wesen nur eine Art Sektenguru gesehen wird, der die Loslösung aus der Familie verlangt, damit seine Anhänger ihm nachlaufen, dann sind wir nur dem Namen nach noch christlich, nicht vom Verstand her. Genau das, was heute von den kirchlichen Sektenbeauftragten zurecht bitter beklagt wird, wäre damals geschehen. Wäre es nicht völlig absurd von den Menschen zu verlangen, dass sie sich zu diesem Glauben bekennen?

 

Während für die heutige Theologie Jesus und der anschließende Paulus nur ein fiktives Verwandtschaftsverhältnis schufen, welches die Autorität der Blutsverwandtschaft und der patriarchalischen Familie untergrub, gehe ich von einem Verwandtschaftsverhältnis durch ein Verständnis des realen Autors aller Schöpfung, eine neue Autorität aus. Die menschliche Beziehung zu Vater, Mutter und meiner weltlichen Gemeinde muss hierdurch in keiner Weise beeinträchtigt werden. Vielmehr verstehe ich meine geistige Herkunft weder nur in Mutter Kirche, noch einen rein materiell zu erklärenden kosmischen Prozess.

 

Wenn ich von verstehen spreche, dann denke ich nicht an weltabgewandete Vergeisterung, sondern an einen Vorgang, der dem heutigen Verstand zugänglich ist und dabei die bisherigen biblischen Aussagen nicht ausschließt, sondern deren allegorischen Bedeutung versucht zu begreifen und diese somit begründet. Dies führt weg von heutiger Beliebigkeit und macht das verstandene Wort des Schöpfungsautors zur alleinigen Basis des Glaubens. Wie Sie wissen, will ich dies durch das Verständnis des in allem kosmischen Geschehen lebendigen Wortes/Logos erreichen. Und hierzu hat uns m.E. der hinter allem Werden stehende Schöpfer gerade in unserem Jahrhundert mit aufgeklärtem Verstand begabt. Noch nie konnte das menschliche Wissen das Wort Gottes in allem natürlichen Geschehen so deutlich hören, wie heute.

 

Wenn mir die moderne Naturlehre schon vor vielen Jahren demonstrierte, wie ich ein Kind des Kosmos bzw. des Universums sei, dann war mir klar, dass ich genau deswegen ein Kind des einen selbst unsichtbar bleibenden und transzendenten und personal zu begreifenden Schöpfergottes bin, den mir die Bibel bzw. der traditionelle Monotheismus beschreibt. Ohne den Hintergrund der heutigen Naturwissenschaft, die mir nachweist, wie der Mensch als geistbegabtes Wesen aus der kosmischen Ordnung im natürlichen ewigen Prozess allen Werdens hervorgegangen ist, könnte ich mich in dem hier aufgezeigten Sinn nie und nimmer als Kind Gottes verstehen. Und je mehr uns Sie und Ihre Kollegen beibringen, was uns die Bibel sagen will, desto deutlicher wird, dass am Anfang des hebräischen wie des diesen erneuernden christlichen Glaubens das Verständnis des im realen Geschehen der Genesis gesprochenen Gotteswortes gestanden haben muss.

 

Doch wie gesagt, ist ein Verständnis des im Kosmos gesprochenen Wortes Voraussetzung, das über die alte, rein materielle Naturlehre hinausgeht. Solange wir uns auf der einen Seite nur als (Ausdruck geistloser Materie) Kinder der Natur, von blindem Zufall, willkürlicher Mutation und Selektion einer oft als bösartig gesehenen Biologie verstehen und auf der anderen Seite nur ein von Mutter Kirche verfasstes Textwort daneben setzen, kann der Verstand nicht funktionieren.

 

Doch um uns in dem von Ihnen dargelegten neutestamentlichen Sinne als Kinder Gottes zu verstehen, müssen wir bisherige, fest eingefleischte Denkweisen, die jeweils nur von einer „Mutter“ ausgehen, überwinden. Ein Loslösen von alten Banden, genau das verlangen Sie doch in Ihrer Exegese aufgrund der biblischen Aussagen. Um gegenüber dem Schöpfergott gehorsam zu sein, scheinen wir uns wirklich vom Gott der Vorgesetzten, dem bisherigen reinen Väterglaube und alten Vorstellungen von Mutter Kirche (ebenso wie der der Materialisten) befreien müssen. Sie kennen weit besser als ich alle Bibelstellen, die dies verlangen, wo ein Loslassen von alten Familienbanden und ein Wandel gefordert wird. Warum halten wir uns nicht daran?

 

Der Sozialisationsprozess der Kinder Gottes geht weiter, auch wenn Ihre Kollegen nur nach der Sozialisation eines jungen Juden im Kontext eines puren Gesetzesglaubens suchen und versuchen auf sozialwissenschaftliche Weise die Halluzinationen und die Verherrlichung des historischen Sektenführers zu belegen. Der kollektive Sozialisationsprozess verlangt ein Lösen von der Mutter, um den Vater auf aufgeklärte Weise zu verstehen und selbst mündig zu werden. Dies kann, wenn wir die Metapher der Familie übertragen, nicht im Gegensatz zur eigentlichen Bestimmung der leiblichen Eltern sein. Vielmehr ist es doch in deren Sinn, wenn wir als selbständige und freie Wesen sie verwirklichen.

 

Und so wie sich im Sozialisationsprozess der Familie eine Auseinandersetzung vollzieht, scheinen auch im kollektiven Prozess der geistigen Entwicklung der Erkenntnis die Probleme vorprogrammiert. Wäre es vermessen, von einem kollektiven Ödipuskomplex zu sprechen, der die Naturlehre einerseits, wie die Theologie bzw. Christologie andererseits heute nur auf die Mutter setzen lässt und so den Vater verleugnen? Müssen wir uns von der Mutter frei machen, um über Kirchenlehre und Wissenschaft der Materie aufgeklärt den Vater zu verstehen?

 

Wenn wir schon nicht das lebendige Wort wahrnehmen, das in aller natürlichen Kreation des gesamten Kosmos ein ständig neues Lernen verlangt, nach Veränderung und gleichzeitig Fortsetzung der bisherigen Sinngebung und Beibehalten alter Erfahrungen ruft, warum halten wir uns dann nicht wenigstens an das Gesetzwort, die Ur-kunde des ewigen Schöpfungslogos. Warum wird nur immer von Taufe, Buße und Umkehr gesprochen, statt wirklich neu nachdenken zu wollen? Sind wir so in den vorgegebenen Denkstrukturen von der Hypothese eines historischen Menschen gefangen, dass wir weder das Wort in allem natürlichen Werden hören können, noch die biblischen Texte ernst nehmen?

 

Warum weigern wir uns Erwachsen zu werden? Müssten nicht gerade Christen, die den Creator des Alles ganz persönlich zum Vater haben, den Sinn ihres Kind Seins in einer kreativen Weiterentwicklung sehen? Kann ein blindes Gehorsam gegenüber Gelehrten bzw. bisher Gelehrtem das Gehorsam gegenüber dem Schöpfergott sein?

 

Ihren Vorwurf, ich würde die alten Realitäten ablehnen und nur ein neues Geistesgebilde aufbauen, kann ich nicht akzeptieren. Vielmehr versuche ich aus neuer Perspektive durch eine inhaltliche Füllung den Bildern eine noch konkretere Gestalt und geschichtliche Wirklichkeit zu geben, während die heutige Theologie ständig nur die alten Bilder abbaut, sie als literarische oder propagandistische Produkte darstellt. Was bleibt noch nach dem Werk der heutigen Theologie? Wenn die neutestamentlichen Aussagen, wie z.B. die Taufe nur in alten Riten – ob jüdisch oder griechisch-  begründet werden, statt die theologische Bedeutung eines geistesgeschichtlichen Geschehens zu begreifen, bleiben nur zwei jungen Wilde mit Namen Jesus und Johannes, die im Jordan planschen. Wer die Taufe als geschichtliche Tatsache begründen will, der kann m.E. auch nicht bei der Untersuchung alter Riten stehen bleiben, wie dies heute oft geschieht. Durch diese Form der historisch kritischen Untersuchung begründet sich nur die Literatur, nicht die dahinterstehende theologische Realität und deren Logik. Wenn bei Juden- oder gar bei den Griechen Tauchbäder stattgefunden haben, dann will ich begreifen, warum genau das, was dort erwartet wurde und sich in den Taufriten ausdrückt, in Jesus tatsächlich in Erfüllung ging.

 

 Johannes hat in Jesus den Sohn Gottes gesehen. Doch solange wir dabei nur einen apokalyptischen Propheten und einen zum Christus erhobenen charismatischen Religionsrebellen vor Augen haben, von denen der eine den anderen ins Wasser taucht und ihn als Messias lobt, bleiben wir blind für die Logik der Literatur und damit der neuen Gotteslehre.

 

Ich frage mich oft, ob es falsch ist, verstehen zu wollen, was sich hinter den Geschichten verbirgt. Doch ich befürchte, wir haben heute keine andere Wahl. Warum sonst treffen wir uns bei den Veranstaltungen des Bibelvereines, wenn ich das Verstehen verleugnen soll? Und haben nicht auch die Denker der Antike sich erstmals mit den alten Texten und Glaubenstraditionen auseinandergesetzt, allegorisch verstanden, was dahinter steht? Entweder wir hören auf darüber nachzudenken und akzeptieren blind, wie dies noch bis zum Beginn der Aufklärung weitgehend gegeben war oder wir denken über die heutige Sicht des historischen Geschehens hinaus.

 

Wenn z.B. das Taufgeschehen nur so erklärt wird, wie dies die heutige Theologie tut, die alles nur in alten Lehren und Riten begründet, was sollen dann die Menschen denken. Wodurch soll dann heute wirkliche Taufe geschehen? Entweder der Glaube wird zum völligen Unsinn und persönlicher Beliebigkeit aufgrund eines sektenartigen Badevergnügens oder wir begreifen das präexistente Wort und das Textwort in neuer Weise, erkennen, warum Jesus wirklich der präexistente Sohn des einen Schöpfervaters war und ist. Das menschgewordene Wort des Vaters, das Johannes im Jordan, an der Wechselstelle der Weltbild- und Gottesbilder als Sohn Gottes gesehen und getauft hat, will ich begründen, nicht einen selbstgesetzten total vermenschlichten Guru, den die heutige Hochschulwissenschaft hin und her zerrt.

 

Auch in der Antike scheint mir der Neuverstand der alten Texte die Voraussetzung für die jüdische Apologetik und somit in Folge den christlichen Glauben gewesen zu sein. Der Verstand Gottes und die menschliche Auseinandersetzung mit ihm hat die Welt weiterbewegt. Auch die heutige Verkürzung der Inhalte aufgrund des buchstäblichen Verständnisses der Texte und Bilder scheint zu Logik einer Erneuerung zu gehören. Denn erst jetzt ist der Weg frei, die Inhalte neu zu begreifen, die Realität des Messias zu erkennen und dadurch ein aufgeklärtes, vernünftiges Verständnis des einen universalen Vaters zu gewinnen. Wenn wir uns als Kinder des einen von uns Christen in personaler Gestalt verehrten Schöpfersgottes verstehen, dann dürfen wir unseren Verstand nicht vor der Kirchentür abgeben. Genau aus diesem Grund sind wir doch auch bei den Veranstaltungen im Bibelhaus Neustadt zusammen, versuchen die Texte vernünftig zu begründen und nicht blinder Beliebigkeit und individuellen Vorstellungen zu überlassen oder als reine Erbauungsliteratur zu lesen. Zu Hörern des unmittelbar gesprochenen Wortes können wir erst werden, wenn aus der Kirche heraus, von Wissenschaftlern wie Ihnen, in historischer Begründung und Bezug auf das Neue Testament auf das Schöpfungswort als christliches Wesen verwiesen wird.

 

  1. Brüderlichkeit ist im Verstand des vom Vater ausgehenden Wortes zu begründen

 

Viele heutigen Theologen fragen zurecht, ob Jesus überhaupt eine Ethik formuliert hat oder ein Tugendlehrer war. Wenn nur das wäre, was heute als historischer Jesus oder Glaubenschristus gelehrt wird, blieben nicht nur alle Wesensaussagen des christlichen Glaubens oder die Bedeutungsinhalte des beschriebenen Geschehens ohne nachweislichen Grund. Auch die christlichen Handlungsnormen und Verhaltenslehre setzten ein tiefgreifendes Verständnis einer Realität voraus, die weder etwas mit den Ansichten eines Wanderpredigers zu tun hat, noch rein philosophisch-stoischer Erkenntnis einer ethischen Weltnorm oder einem etwas modernisierten Pharisäertum entsprungen sein kann.

 

Wieso in Christus nicht nur eine Fortschreibung der altjüdischen Gesetzlichkeit war, braucht einem Fachmann wie Ihnen nicht weiter begründet zu werden. „Ich aber sage Euch....“ bringt klar zum Ausdruck, von was die Verhaltenslehren ausgehen. Doch die Überbietung des bisherigen Gesetzes durch Jesus lässt sich nicht allein durch den griechischen Logos begründen, sondern setzt dessen Wahrnehmung als Erneuerer des jüdischen Monotheismus voraus.

 

Es genügt auch bei der Begründung der christlichen „Brüderlichkeit“ und Verhaltenslehren nicht, die Werte der verschiedenen mediterranen Kulturen der Antike zusammenzuwürfeln, um so die christliche Lehre zu belegen. Es kann nicht nur eine Art antiker Küng gewesen sein, der die Notwendigkeit einer universellen Norm erkannte und so aus verschiedenen vorgefundenen religiösen Verhaltenslehren und menschlichen Moralvorstellungen bzw. Mehrheitsmeinungen eine Art Weltethik formulierte, die religiös begründet werden sollten. Auch der neuen Brüderlichkeit scheint ein unmittelbares Verständnis des vom Schöpfer selbst ausgehenden Wortes, direkte schöpferisch be-stimm-ung, die Voraussetzung gewesen zu sein. Jesus selbst hat gesagt. Doch weder ging nur von einem Charismatiker eine neue Verhaltenslehre aus, noch wurde einem christologischen Gottesgebilde die eigene Philosophie und Ethik in den Mund gelegt. Vielmehr wären Wissenschaftler wie Sie begabt, heute das den verschiedenen Vor-schriften und antiken Philosophien zugrunde liegende gemeinsame Schöpferwort nachzuweisen und auf dessen unmittelbares Verständnis in Jesus hinzuweisen.

 

Die von der Weltvernunft als Wort Gottes abgeleitete Tugendlehre ist dabei nicht als Gesetzlichkeit zu verstehen, die starr auf alles angewendet wird, sondern als lebendige Tora (Weisheit), die jeweils im schöpferischen Sinne umzusetzen ist. Sie entspringt weder menschlichen Meinungen, noch einer Naturgesetzlichkeit, die blind übertragen wird, wie dies heute z.B. im Rahmen des gelebten Darwinismus geschieht. Vielmehr scheint es möglich, vom unmittelbaren Schöpfungswort ausgehend auf menschliche Weise den vorgegebenen schöpferischen Sinn im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten und des zeitlich-kulturellen Rahmens zu verwirklichen. Wer, wie Johannes & Co. in der griechischen Weltvernunft das jüdische Gotteswort verstand, den lebendigen Gottessohn sah, der begründete weder eine starre, noch eine von zeitbeliebigen Meinungen ausgehende Moral, noch wärmt er alte Gesetzte etwas modernisiert auf. Jesus allein ist für ihn die natürlich-menschliche Norm. Das menschliche Verhalten wird aus schöpferischer Vernunft abgeleitet. Die aus der lebendigen Natur als göttliche Norm abgeleitete Verhaltensweise setzt daher das Verständnis eines Logos, einer höheren Vernunft als reales Wesen und Gotteswortes voraus. Und so hoffe ich, dass mit Ihrer Hilfe das aufgeklärte Hören des lebendigen Wortes im christlichen Sinne möglich wird, zum Ge-horsam bzw. einer schöpferischen Zuge-hör-igkeit führt und sich so die Menschen von Morgen schöpferisch ge-hörig (sinnvoll schöpferisch vernünftig) verhalten.

 

Die philosophisch-theologische Erkenntnis allein genügt nicht, um das Wort zu verwirklichen. Der Verstand allein reicht nicht aus, wenn nicht neben einer kognitiven Begründung eine rituelle Einübung in ganzheitlicher Begeisterung aus Einzelwesen Brüder macht. Nur die Einsicht einer kosmischen Vernunft bzw. eines schöpferischen Logos lässt aus Menschen noch keine Brüder werden, die sich brüderlich verhalten und begeistert den Sinn des gemeinsamen Vaters verwirklichen. Die freie und willige kollektive Einübung im Rahmen der jeweiligen Kultur, für uns die christliche Kirche, scheint die Voraussetzung für die Menschen, um vernünftig zu leben.

 

Auch wenn die Kritik und gleichzeitig Überbietung der Tora nicht die Neuinterpretation eines Jungpredigers ist, sondern der lebendige Logos zugrunde liegt, so musste doch dieser genau die Gestalt annehmen, die wir kennen. Nur so war das Wort zu verwirklichen. Ein universaler Ethos, der über den jüdischen Volksethos hinausgeht ist Beleg, dass es um eine neue Qualität des Gottesbewusstseins ging, das Schöpferwort unmittelbar wahrgenommen wurde. Doch ein universales Weltgesetz allein taugt nicht, ohne die Gestaltwerdung im lebendigen, begreifbaren Gottessohn, wie wir ihn kennen, allerdings völlig vermenschlicht und entwürdigt haben.

 

Gleichzeitig kann davon ausgegangen werden, dass sich in Jesus nicht nur das alte Schriftwort erfüllt hat, sondern in der Antike auch das Wort, die Weltlogik verstanden wurde, die Moses auf dem Sinai empfing bzw. dem alten Monotheismus zugrunde lag. Es war die gleiche Stimme, das schöpferische Wort Gottes, das gesprochen hat. Jesus ist somit weder nur als präexistente Schöpfungsordnung, noch als Schriftlehrer zu verstehen, sondern konnte nur in der bekannten Gestalt des Gottessohnes seine Wirkung entfalten. Die christliche Norm ist damit kein Aufwärmen alter Vorschriften, sondern leitet sich aus einer neuen Perspektive, einem unmittelbaren Verständnis schöpferischer Norm-alität ab, in der nicht nur ein Logos, sondern der Sohn Gottes gesehen und zur Grundlage des Glaubens und des Gottesgehorsams wird.

 

Wenn sich heutige Theologen schwer tun, eine neue urchristliche Moral auszumachen, allenfalls von Nächstenliebe und Liebesgeboten geredet wird, dann ist dies verständlich. Es ging nicht um eine moralische Erneuerung, sondern eine neue Begründung der alte Vor-schriften und deren vernünftige Umsetzung in menschliche Verhältnisse im jeweiligen kulturellen Kontext. Nicht die Ansichten eines Wanderprediger oder ihn später hochlobender Schriftsteller kann der Grund für das Liebesgebot Jesus gewesen sein. Keine grundlose, überkomme religiöse Moral oder menschlich philosophische Meinung, sondern eine neu erkannte kosmische Realität ist es, die m.E. mich Sicherheit auch das Liebesgebot bestimmt. Die Forderung noch der „goldene Regel“ allein wäre rein Pharisäerhaft. Denn was taugt eine Forderung, ob philosophisch oder religionsgesetzlich begründet, wenn die Voraussetzung zur Verwirklichung fehlt. Und auch die heute alles erstickende Gesetzesbürokratie, die den freien Menschen entmündigt, erweist sich als untauglich, die Individuen zur schöpferischen Leistung zu bewegen. (So zeigt sich auch hier wieder die Angewiesenheit des modernen Menschen auf eine unmittelbarere schöpferische Be-stimm-ung, ein Hören des Wortes.) Um integraler Bestandteil der Gesellschaft zu werden, war genau der Kult notwendig und die kollektive Einübung im Rahmen einer kirchlichen Gemeinschaft, die wir kennen. Nur im Gottessohn und in der uns bekannten Gestalt waren alte Gesetzlichkeiten und griechischer Logos als Lebensmaß zu verwirklichen, konnte auf den Vater aller Schöpfungsordnung und gleichzeitig Gott der jüdischen wie hellenistischen Götterväter geschlossen werden.

 

Die Gestalt des Gottessohnes war in diesem Sinne kein Mittel zum Zweck der Verwirklichung einer menschlichen Moral. Der Gottessohn, wie wir ihn kennen, entspricht der kosmischen Vernunft, wie dem Schriftwort gleichermaßen und verkörpert somit die lebendige schöpferische Vernunft, die er durch seine Gestaltwerdung verwirklichte. Vieles, was in der Antike als Verhaltenslehre angedacht war, sich auch dort aus einer Einsicht in den göttlichen Kosmos bzw. eine übergeordnete Vernunft/Logos ableitete, konnte sich scheinbar erst durch die Gestaltwerdung des Wortes verwirklichen. Doch hinter all dem stand und steht nicht nur menschlicher Selbstzweck, zum Mittel eines besseren, brüderlichen Zusammenlebens, sondern eine schöpferisch gewollte Ordnung. Gerade das macht aus der Perspektive des Schöpfungslogos das christliche Verständnis als Kinder Gottes aus: dass sie auf diese Weise das Wort, den vom Vater vorgegebenen schöpferischen Sinn auf menschliche Weise verwirklichen wollen. Sie folgen weder Traditions- noch Naturgesetzt und erfüllen doch beides. Nicht artfremdem Naturverhalten (darwinistischem Bananenklau oder sonstigen bio-logischen Verhaltensweisen) wird nachgeahmt. Vielmehr zeichnet die Kinder Gottes eine für geistbegabte schöpferische Wesen art(gerechte)ige Umsetzung schöpferischer Natur aus.

 

Die Kenntnis der Logik, die hinter der guten Tat liegt, macht in neuen Sinn gerade ihre Göttlichkeit aus. Denn es geht aus der hier vorgelegten Perspektive in der christlichen Lebensweise um die Verwirklichung der schöpferischen Vernunft, einer universalen Lebensordnung, nicht um religiös asketisch-altruistische Selbstverwirklichung aufgrund alter Vorschriften oder philosophisch selbsterdachter Mehrheitsmoral.

 

5. Nicht Leid, sondern Lust am Logos der sichtbaren Schöpfung führt zur vernünftigen Lebensweise

 

Doch auch heutiges Wissen um die Notwendigkeit einer anderen Lebensweise, um den Sinn einer Weltethik und des sozialen Ausgleiches reicht nicht aus. Wenn die Logik einer anderen Lebensweise auf dem Tisch der Intelligenz liegt, ist sie noch nicht zur Lebenslogik geworden. Das Wissen, dass wir alle Kinder des einen Kosmos sind reich so wenig, wie die Kenntnis um die von uns verursachten oder unbehobenen globalen Ungleichgewicht, für die unseren Kinder bezahlen müssen. Auch kirchliche Predigten und Berufungen auf biblische Vorschriften helfen heute längst nicht mehr.

 

Doch nicht der Leidensdruck allein lässt die Menschen zu einer neuen Lebensweise finden. Auch das zeigt die heutige Zeit. Denn weder im Verhalten, wo längst klar ist, dass ein weiter so nur weiter in den ökologischen und ökonomischen Abgrund führt, noch dem Leiden des christlichen Gottesverständnis im Rahmen der Aufklärung, scheint der Leidensdruck allein das Heilsmittels zu sein.

 

Nicht durch Leiden selbst, sondern allenfalls den aufgrund des Leids wiederverstandenen Logos erwarte ich eine Verhaltensänderung. Durch eine neue Gotteswahrnehmung aufgrund der allem natürlichen Werden zugrunde liegender Vernunft des einen Schöpfervaters sowie der Logik des christlichen Glaubens, die durch Sie und Ihre Kollegen bewegt werden kann, erwarte ich eine geistige Wende, die zur schöpferisch vernünftigen Verhaltensweise führt. Wer denkt, unser Christusverständnis hätte mit unserer tägliche Lebenspraxis nichts zu tun, man müsste sich nur anders verhalten, wie dies auch christlicher Alltag ist, der will sich selbst zu Christus machen. Er macht die Rechnung ohne den, durch den wir erst zu Kindern werden, die den Vater verstehen und sein Wort befolgen.

 

Die durch die Aufklärung notwendige und mögliche Antwort steht noch aus. Die Aufgabe einer christlichen Theologie kann es nach dem Dargelegten nicht nur sein, die Probleme der Zeit nur anzuprangern und  auf alte, von ihr selbst kaum ernst genommene Lehren oder gar nur auf innere Stimmen zu verweisen, sondern den Menschen das nach wie vor lebendige Wort Gottes zu vermitteln. Sie hätten hierzu die Gabe. Mit dem Wissen der heutigen Theologie haben sie den Schlüssel in der Hand, den Menschen  auf christliche Weise das Textwort, wie das Wort des lebendigen Schöpfervaters verständlich zu machen und sie so zu einer vernünftigen Lebensweise zu befähigen. Nur durch ein von aufgeklärter christlicher Theologie ausgehenden Lehre, die den Grund ihres Glaubens in neuer Weise verständlich macht, können wir zu unmittelbaren und gehorsamen Kindern des einen Gottes werden.

 

Ich hoffe deutlich gemacht zu haben, dass es mir nicht um eine abgehobene Lehre geht, sondern das reale Leben, für das aus meiner Perspektive Jesus Christus weit mehr ist, als ein gutgemeinter Mythos und eine schöne Geschichte von einem ewig geheimen Gotteswesen. Die Verantwortung der Theologie geht daher weit über das bisher Gedachte hinaus. Die Gestaltung unser Zukunft benötigt einen neuen Geist der Vernunft, den heute m.E. nur die christlich aufgeklärte Theologie des europäischen Westens geben kann. Sie sind gefragt.

 

Bitte entschuldigen Sie, wenn meine Ausführungen wieder viel zu lange geworden sind und ich mit meinem Verlangen, eine Vernunft Gottes in Natur und christlicher Lehre zu belegen lästig werde. Doch ich kann die Last, den Logos Gottes wieder im heutiger Welt-Sprache auszudrücken bzw. hinter der menschlichen Gestalt Jesus verständlich zu machen und so die Logik der christlichen Glaubens als Voraussetzung für ein vernünftig schöpferisches Verhalten nicht schultern. Hierzu hätten Sie das Wissen.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

Gerhard Mentzel

 

 

 

 

 

Jesus im jüdischen Kontext

 

 

Auch wenn Ihr Doktorvater Klaus Berger verlangt, dass der historische Jesus nicht vom Christus des Glaubens abgetrennt werden kann, so sehe ich selbst bei ihm ein weitgehend jüdisches Verständnis unseres Glaubens. Er geht nicht vom unmittelbar gesprochenen Wort des Vaters aus, sondern pocht auf ein Mysterium, das alten Vorschriften entsprungen ist. Doch was ist es, was uns „christlich“ zu Kindern Gottes macht? Was unterscheidet das christliche vom jüdischen Gottesverständnis? Was ist die neue Glaubensgrundlage, die uns in Jesus Christus gegeben ist, wenn wir nur von einem Mythos ausgehen und auf das Buch des vor-gesetzten Glaubens bauen?

 

Wohin die Reduktion unseres Religionsgrundes auf eine historische Gründergestalt in Form eines einfachen jungen Juden führt, wird gerade bei Ihren Kollegen, die „Jesus in neuen Kon-texten“ nachzeichnen wollen besonders deutlich. Doch allein die m.E. himmelschreiende Banalität der Betrachtungen auf einem angeblich 3. Weg der Jesusforschung anzuprangern, bringt uns nicht weiter. Was nützt es, nur die Unzulänglichkeiten aufzulisten, die die angeblich moderne Betrachtung beinhaltet und zu belegen, dass auf dieses Verständnis des historischen Jesus kein halbwegs vernünftiger Glaube gründen kann. Was bei Wolfgang Stegemann, Bruce J. Malina, Gert Theißen (als Herausgeber) und ebenso den Beiträgen von deren Schülern im neu erschienen Buch über die heutige Forschung nach dem historischen Jesus besonders deutlich wird, ist die m.E. rein jüdische Denkweise. Denn was unterscheidet uns heute wirklich noch vom jüdischen Denken? Wird nicht in allen heutigen Betrachtungen nur von einem wundersamen jungen Juden ausgegangen, der besondere Eingebungen hatte und von seinen „besessenen“ Anhängern zum Messias erhoben wurde, somit doch nicht wirklich die Krönung des jüdischen Glaubens, der eigentliche, ewige und erneuernde Grund des Monotheismus war, der unmittelbar verstanden wurde. Nur weil wir jetzt Jesus, Jesus rufen und christologische Begriffe gebrauchen, haben wir doch noch längst nicht das Denkschema des Neuen Testamentes übernommen, den direkten Draht zum Sprecher gefunden, der uns nicht nur laut Neuem Testament, sondern dem lebendigen Logos seit 2000 Jahren gegeben ist.

 

Gehen wir wie die Jünger Jesus und die Frühchristen – letztlich gar bis vor wenigen Jahrzehnten bzw. dem Beginn der Aufklärung – davon aus, dass Jesus Christus wirklich der heilsbringende Messias ist, Schöpferwort des Vaters? Oder sehen wir nicht auf jüdische Weise nur einen jungen Juden, der aufgrund alter Lehren zum Messias gemacht wurde?

 

Baut unser Glaube noch wirklich auf den Auferstandenen Jesus Christus, das Wort in menschlicher Person oder glauben wir aufgrund vorgesetzter Texte, begründen gar die hoheitlichen Aussagen nur in noch älteren Glaubensmythen? (Gerade wenn ich mir Ihre Dissertation über den Menschensohn im Johannesevangelium und die darin stattfindende Christologie vor Augen führe, wird doch deutlich, dass alle von Ihnen untersuchten neutestamentlichen Exegeten, doch im Grunde den alten jüdischen Standpunkt eingenommen haben. Selbst Wissenschaftler, die nicht nur vergangene Lehren in den Menschen- und Gottessohnsbezeichnungen oder sonstigen hoheitlichen Aussagen sehen, liefern keinen Grund für den neuen unmittelbaren Glauben bzw. das selbst-ständige Hören des Wortes.)

 

Entweder wir werden zu Christen, begründen die bis zur Aufklärung als selbstverständlich geltende Logik und Heilswirkung des christlichen Glaubens im Kontext des antiken Denkens und kommen dadurch zu einem neuen unmittelbaren Verständnis des Gotteswortes oder machen weiter wie bisher: Verbieten dem Schöpfer das Wort, verleugnen Jesus Christus. Nur eine ernstzunehmende Theologie kann deutlich machen, dass Jesus heute lebt, der vor 2000 Jahren geborene Gottessohn allem kosmischen Leben zugrunde liegt, auch für moderne Menschen anschaulich wird und sinngebend den Wille des Vaters verkündet. Durch religiös-rituelles Ringelpitz zur persönlichen sonntäglichen Erbauung, Aussagen über den historischen Glaubensgründer im heutigen Stil und angeblich nur aufgesetzte Christologien als mystisch-geheim bleibender Glaubensgrund verunglimpfen wir nicht nur den christlichen Glaube, sondern wir verhindern Ihn.