Die
Software der Welt als
Sohn
und Wort Gottes
-Jesus lebt wirk-lich-
Überlegungen zu einem
Glauben im Rahmen des aufgeklärten Weltbildes,
der auf
jüdisch-christliche Gotteserfahrung auf Grundlage des griechischen Geistes
aufbaut, dabei Mythen und alter Metaphysik neuen Grund gibt:
Klarheit über
konkretes Wirken und Wille des Schöpfers. Christlicher Glaube wird dabei nicht
als für wahr halten von Vor-gesetzten: Buchstaben und menschlichen Lehren,
sondern als eine Höherführung des gesamten Wissens um das natürliche Werden als
lebendigen Sohn, und Wort Gottes verstanden. Mündiges „Hören“ in der Gegenwart
als Voraussetzung für vernünftiges menschliches Verhalten und ein Funktionieren
der freien Gesellschaft
Eine ganz andere Weihnachtsgeschichte:
Wie in der Wirkungsweise des Welt- Computers
das Christkind zur Realität werden kann. Oder: Warum die aufgeklärt denkende
Erkenntnis des heute offenbarenden Gottessohnes durch die Hypothese eines
angeblich historischen Reformjuden und blindes schwärmen von der Menschwerdung
eines nur in Buchstaben gesetzten Gottes verhindert wird.
Zwar ist in Einsteins
Einsicht, dass die Komplexität und Kreativität aller Natur nicht nur dem
sinnlosen Zufall zu verdanken ist ein wichtiger Schritt getan. Doch erst wenn
wir die Weltbilder wieder auf einen Nenner bringen, Gott nicht außerhalb der
natürlichen Ordnung stellen, noch ihn pantheistisch im natürlichen Werden
selbst suchen, sondern wach denkend in aller Evolution eine Software sehen, die
wir in Anknüpfung an antikes Denken als ewigen Sohn Gottes (lebendiges
Gotteswort und Sinngebung) mit Namen Jesus verstehen, können Bewusstsein und
Kult entstehen, die zum Funktionieren der freien Wirtschafts- und Staatssysteme
führen.
Jesus Christus spricht:
„Erde und Himmel werden vergehen, doch mein Wort wird
nicht vergehen“
Solange wir hierbei
nur die Worte eines vergötterten Wanderpredigers hören, beim Wort Gottes nur
ein Buch vor Augen haben, Naturwissenschaftler völlig daneben nur die
Selbst-organisation der natürlichen Schönheit nachweisen und Philosophen über
einen ewigen Logos nachdenken ohne den historischen Jesus Christus zu erkennen,
werden die Menschen weder begreifen, welche Wahrheit Lukas in der
Jahreslosung ausdrückt, noch das nie
vergehende und hinter aller sichtbaren Genesis stehende Wort in der Gegenwart
verstehen können. Was wir in den Psalmen als Wort Gottes besingen, aus dem
alles geworden ist, uns jeden Tag die Sonne aufgehen lässt; was die einzig und
ewige Wahrheit ist; was jeden Schritt ermöglicht und uns auch den Weg weist,
hinter allen irdischen Tempeln, Texten (Philosophien bzw. Theologien) steht und
vor 2000 Jahren in menschlicher Gestalt messianische Wirkung hervorbrachte,
soll in der Metapher des Weltcomputers als Software eines externen Creators
verdeutlicht werden und zur Vermittlung zwischen den Weltbildern beitragen.
Aufgrund unseres derzeitigen Wissens um die
geschichtlichen Ereignisse und die geistesgeschichtlichen Hintergründ jüdischer Erkenntnis und Weisheit zur Zeit
Jesus kann heute das in allem Werden lebendige Gotteswort als Höherführung des
griechischen Logos wiederverstanden werden. Im völligen Gegensatz zur gesamten
heutigen theologischen Lehre wird daher nicht ein einfacher Mensch als
historischer Jesus vorausgesetzt, der zum Gottessohn erhöht wurde, sondern die
philosophische Grundlage, die in der Antike zu einem aufgeklärten Monotheismus
führte. So soll im Wissen um das natürliche Werden Welt das wieder verstehbare
Wort als historischer und heute lebendiger Gottessohn deutlich gemacht werden.
Wie dieser Logos in verständlich und eindeutiger Ausdrucksweise als Jesus von
Nazareth nachvollziehbar messianische
Wirkung hervorbrachte, wird heute vom Wiederverstand des hinter der
historischen Gestalt stehenden Schöpfungswortes eine messianische Wirkung
erwartet.
Durch die Deutung
dieses Gotteswortes im Prozess des sichtbaren Werdens der heutigen Welt soll
die neutestamentliche Theologie angestoßen werden, den Weg für ein
grenzüberschreitendes, aufgeklärtes und mündiges Gottesverständnis der Menschen
zu ebenen, indem sie Fragen stellt, die über die bisherige Hypothesen vom
historischen Geschehen hinausgehen.
Nicht von
Überredung, sondern mündiger Wahrnehmung der Wurzeln des christlichen Glaubens
wird eine grenzüberschreitende Erkenntnis erwartet, der die Werke erfolge: Im
vernünftigen zeitgemäßen Verständnis einer schöpferischen Vernunft wird die
Voraussetzung für eine vernünftige, schöpfungsgerechte Lebensweise gesehen.
Die Wahrnehmung des in allem
natürlich-geschichtlichen Werden wahrnehmbaren Schöpfungswortes als
Glaubensgrund und somit sinngebender Wegweisung
kann nicht von persönlicher Spiritualität und privaten Gottessohns-Visionen ausgehen,
sondern nur durch die gemeinsame und vermittelbare Vorstellung, die an
altbekannte, allgemeingültige Begrifflichkeiten anknüpft. Dies kann nur
gelingen, wenn dazu autorisierte Theologen in unvoreingenommener Weise nach den
Wurzeln des christlichen Glaubens, dem urchristlichen Wesen Jesus fragen und
sich so die neue Wahrnehmung eines in allem Kosmos zu hörenden
Schöpfungswortes durch antike
Gottesworterfahrung bestätigen lässt.
Das Auseinanderbrechen der Weltbilder von Glauben
und Wissen im Rahmen der Aufklärung wird hier nicht als „Ver-brechen“ gesehen,
sondern als Weg einer not-wendigen Entwicklung zu einer neuen mündigen
gemeinsamen Gotteswahrnehmung. Doch ein „Verbrechen“ wäre es, der Welt aus
Angst vor der Aufgabe eigener Autorität und dem Festhalten an alteingesessenen
Vorstellungen die mögliche Verbindung von heutigem Wissen und Denken mit antiker
Erkenntnis und somit einen zeitgemäßen Glauben vorzuenthalten.
1. Vor-wort: Die Software der Welt
1.1. Was
ist „Software“ und warum ist sie erst heute neu zu sehen?
Was bisher allenfalls in persönlicher spiritueller
Versenkung oder tiefer Meditation erfahrbar war, sich auch in alter Metaphysik
ausdrückte, soll hier als sichtbare Software allen Werdens deutlich und somit
als schöpferische Wirk-lichkeit für jedermann denkerisch nachvollziehbar,
werden. (Präsent sein des präexistenten Gotteswortes in aller Welt.) Wenn hier
von Software gesprochen wird, dann geht es um etwas, das in Natur-, Geistes-
und Geschichtswissen nachgewiesen und heute den Kindern in der Schule
beigebracht wird. Hinter allem, was derzeit in Zeitschriften oder
Dokumentarfilmen populärwissenschaftlich verbreitert wird und Thema neuer
naturwissenschaftlicher Theorien bzw. Bestseller ist, soll eine Weltvernunft
bzw. Software deutlich gemacht werden.
Die Software ist die Intelligenz, die die Welt zusammenhält und schöpferisch
weiterbewegt. Bei der Rede von einer Software geht es nicht um eine neue Lehre
von einer imaginären Substanz, die neben das Wissen (z.B. Biologie, Geschichte,
Kosmologie, Psychologie) gestellt wird. Software ist die schöpferische
Intelligenz, die sich aus all unserem
Wissen ableitet, im Prozess allen menschlich-gesellschaftlichen wie natürlichen evolutionären Werdens sichtbar
ist und meist als „Selbst“organisation der Organismen und Systeme bezeichnet
wird. Was im antiken Judentum als Wort, Weisheit, Logos oder Sohn Gottes
gesehen wurde, lässt sich heute als eine Intelligenz belegen, die hinter allen
natürlichen Prozessen des ewigen Werdens steht. Etwas, das für die Menschen an
der Wurzel christlichen Glaubens eine ganz selbstverständliche Wesenheit war,
die über den materiellen Abläufen lag, braucht auch heute nicht mehr nur als
jenseitig Wirk-lichkeit gedacht, sondern kann im evolutionären Wirkprozess
aller Systeme als schöpferische Intelligenz, somit den Schöpfer offenbarende
Sinngebung aller Organismen gesehen werden.
Dieser hier als Software bezeichnete Stoff war seit
Anbeginn der Philosophie der Gegenstand des Staunens und wurde in unzähligen,
für uns heute meist recht metaphysisch und mystisch wirkenden Theorien zum
Thema gemacht. Die sich wandelnden Welterklärungstheorien bildeten den Rahmen,
in dem alle Kulturen das Wirken Gottes erklärten. Eine wesentliche Erkenntnis
jüdischer Weisheit scheint die Notwendigkeit ewiger Weiterentwicklung der
Gotteslehre, wie sie nicht nur am Jahreswechsel von der ständig von Wandel und Bekehrung
sprechenden Christenheit vielfach besungen wird. Selbst in diesem ewigen Wandel
der Weltbilder im Rahmen einer wachsenden Einsicht in die natürliche Ordnung
drückt das aus, was als Software/Wort/Information des externen Informatikers zu
sehen wäre. Ohne sich an die jeweilige
Welterklärung zu binden und dann mit ihr unterzugehen, sondern über das
jeweilige Wissen hinausgehend, ist daher im ewigen Wort/Sohn das Wirken Gottes
in der Welt erklärbar.
Auch wenn der Gleichschritt zwischen philosophisch-wissenschaftlichen
Welterklärungen und traditioneller Gotteslehre oft zu Auseinandersetzungen über
die richtige Darstellung führte, so kann von der Antike bis zur Aufklärung von
einer weitgehend einheitlichen schöpferischen Weltordnung ausgegangen werden.
Was also seit jeher einheitlicher Grund für die Erklärung Gottes war, geht
heute völlig getrennte Wege. Während die Wissenschaft nach der Aufklärung in
reinen materialistischen Mechanismus abrutsche, sich die Philosophie dann fast
ausschließlich mit menschlichen
Vorstellungen ideologisch auseinander setzte, blättert die Theologie nur noch
in der Schrift, in die weitgehend eigene Human-Vorstellungen hineingelesen
werden.
Durch ein allegorisches Verständnis des Neuen
Testamentes als bildhafter Tatsachenbericht vom Heilshandeln der als Mensch
sichtbar gewordenen Weltvernunft soll eine Brücke zwischen christlichem
Geschehen und heutigem Wissen um eine schöpferische Intelligenz allen Werdens
gebaut werden. Von einem neuen Verständnis der Wurzeln des christlichen Wesens
wird daher ein theologischer Paradigmenwechsel erwartet, der das allmächtige
Wirken Gottes in der Welt für jedermann sichtbar macht, viele Streitfragen
zwischen den Weltbildern und Religionen auflöst und zu einer dem realen
Schöpfer verantwortlichen und somit wahrhaft vernünftigen Lebensweise führt.
Das antike Präsent werden der Gottes-wirklichkeit in
der Welt, das uns christliche Weisheitslehrer wie Lukas in verdichteter Form
als Weihnachtsgeschichte erzählen, soll durch die Sicht einer wissenschaftlich
nachweislichen Software der Welt zur heutigen Wirklichkeit werden. Im
theologischen Wissen um das antike Geschichtsgeschehen und gleichzeitig wissenschaftlichen Welterklärungen, die über
den reinen Materialismus hinausgehen, hat uns der Schöpfer ein neues
Weihnachtsgeschenk gegeben: Im Verständnis einer in allem Werden der Welt
sichtbaren Softwaren als präexistenter Gottessohn könnte genau das Realität
werden, was Grund christlicher Religion ist, für die Väter unseres Glaubens in
menschlicher Gestalt Offenbarung war.
Erst seit
wenigen Jahrzehnten können wir diese Software, die hinter allem Wachsen
und Gedeihen der Welt steht, empirisch nachvollziehen. Ein Wesen, das am Beginn
des griechischen Denkens, wo unsere gesamte Wissenschaften entsprangen, als
Logos der Welt völlig selbstverständlich war, durch das die griechische
Philosophie und darauf aufbauend die jüdische Weisheit das alte mystische
Götterverständnis neu begründen wollte, ist erst heute wieder zu erkennen. Was
vor mehr als 2000 Jahren den jüdischen Monotheismus beflügelte und zu
großartigen Weisheitslehren, einer wahren Explosion an hochgeistiger Literatur
führte – die wir u.A. durch Ausgrabungen in Qumran erst heute wieder in Händen
halten - in der vom Gotteswort/Weisheit und neuer Wahrheit geschwärmt wurde,
kann auch heute wieder wahr werden.
Noch bis zum
Beginn der naturwissenschaftlichen Forschung war das, was hier als Software
bezeichnet wird, weitgehend unergründet. Erst Naturwissenschaftler wie Galilei
hatten gewagt, über die biblische Information vom schöpferischen Wort
hinausgehend der Naturgesetzlichkeit nachzugehen. Auch Darwins Nachweis eines
evolutionären Werdens und die naturwissenschaftliche Erkenntnis eines
gesamtlogischen Geschehens in Mikro- und Makrokosmos ist Voraussetzung, um
diese Software erneut zu sehen. Selbst die Einsicht in die der Psychologik
unseres Kopfes, wie die gesamten Gesellschaftssysteme scheint Voraussetzung, um
die Angewiesenheit des Menschen auf die bildhafte Wahrnehmung einer uns übergeordneten Software wieder verstehen zu
können. Erst aufgrund unseres Wissens um das natürliche Werden kann heute im
hier versuchten Sinne das schöpferische Wort in aller Natur selbst
nachgewiesen, das Gotteswort in der Gegenwart grenzüberschreitend gehört und als notwendige Grundlage menschlichen
Geistes bzw. menschlicher Gesellschaftssysteme erkannt werden.
Natürlich- und schriftliches Gotteswort haben sich
lange Jahre gegenseitig abgestritten. Sie leben auch derzeit noch in getrennten
Welten. Doch die Kenntnis einer Logik aller Genesis, deren Gültigkeit wir heute
ganz selbstverständlich für unvorstellbare Ausdehnungen des Universums
voraussetzen und die seit dem Urknall sichtbar konkreten Gesetzmäßigkeiten
folgt, lässt uns eine Software der Welt benennen, hinter der hier nichts
anderes als der historische und heute lebendige Jesus vermutet wird. Denn wenn
wir diese Software nicht nur als ein Naturprodukt, ein philosophisches
Logos-Gebilde oder eine Weisheitslehre sehen, sondern wie am Anfang der
Juden-Christenheit als den von Gott gezeugten und diesen bezeugenden Sohn,
können wir den neuen Bund begreifen, der uns im Neue Testament eröffnet ist.
Nicht einer Schöpfungsspiritualität oder einer Pan-Christologie soll daher hier
das Wort geredet werden. Auch kein neuer kosmischer Christus wird, wie noch bei
Teilhart de Chardin neben den geschichtlichen christlichen Offenbarer gestellt.
Vielmehr geht es um den, der als konkrete menschliche Geschichtsgestalt mit
Name Jesus das Wort/die menschliche Information eines externen Gottes
verkörperte und ohne dessen reale Auferstehung die christliche Kirche nur
Schall und Rauch wäre. Die Software des gesamten Kosmos wird so zum Mittler
zwischen dem unsichtbaren Creator und den Menschen sowie zu seinem
Stellvertreter im Verstand der Welt. Wie vor 2000 Jahren erwartet, soll die
Sünde, der Abfall aus einer schöpferischen Ordnung, durch die bewusste
aufgeklärte Wahrnehmung dieser Software als ewiger Sohn/Wort Gottes
überwunden werden. Auch die
alttestamentlichen Allegorien werden von diesem Wort aus als ewige
Welterfahrung mit Gott und schöpferische Wahrheit gelesen und bestätigen die
heutige Wahrnehmung als Wirk-lichkeit des selbst unsichtbaren und unnennbaren
hebräischen Jahwe.
Selbst wenn vielfach die Einzelwissenschaften immer
noch davon ausgehen, dass nur blinder Zufall und Genegoismus hinter den
Wirkprozessen der jeweiligen Organismen stecken, die Selbstorganisation
bewirken, so kann doch gerade eine Gesamtschau der Software die schöpferische
Intelligenz verdeutlichen, ohne die es keine Ordnungsmuster gäbe. Dieser Logos
tritt in der ökologischen Lehre besonders deutlich zutage, ist aber auch in
allen bisher nur als genmaximierend gesehenen oder gar böse und blind betrachteten Naturprozessen
nachzuweisen und wird insbesondere in modernen ganzheitlichen
Welterklärungstheorien deutlich. Wo bisher die rein materialistischen Theorien
nur eine Hardware oder puren Selbsterhaltungstrieb beschrieben, ist in der
modernen Metapher eine schöpferische Software sichtbar, die nicht nur sich,
sondern der Gesamtheit der Genesis dient. Was bisher schöpferische Weisheit
oder Wort Gottes genannt wurde, braucht sich daher künftig nicht nur in
Traditionstexten, alten Mythen oder meditativ erfahrenen inneren Stimmen
auszudrücken. Vielmehr ist im Mechanismus bzw. besser Organismus der Welt – von
Geschichtsprozessen und menschlicher Psyche über astronomische Ordnung bis zur
Quantentechnik - dieses Wort/Logos als Gottessohn lebendig.
1.2. Warum nur der Gottessohn und nicht die Rede von
einer Software weiterführt
Wie in der menschlichen Sprache die Bedeutungsinhalte der Worte
übereinstimmen müssen (auch wenn sie in verschiedenen Sprachen gesprochen
werden) um eine Information hervorzurufen, so scheint auch beim Wort des Schöpfers
erst durch die übereinstimmende Semantik der in Natur wie in Schrift
vorgefundenen Schöpfungs-Sätze eine Neuinformation der Welt möglich zu sein.
Was in der christlichen Kirche über Jesus Christus ausgesagt wird und was Wort
für Wort zutrifft, lässt sich für die Menschen erst glaubhaft machen, wenn das
Wissen der Welt nicht dagegen spricht. Doch die das Hören des Wortes bzw. den
Verstand verhindernden scheinbaren Gegen-sätze zwischen Natur- und Schriftwort
können überwunden und das Gotteswort grenzüberschreitend verstanden werden. Und
umgekehrt hat die in der Weltgegenwart wahrnehmbare Software erst Bedeutung,
wenn wir hierin den historischen Heiland und urchristlichen Glaubensgrund
wahrnehmen.
Die in Dogmen und Riten erstarrten monotheistischen
Religionen lassen sich dabei nicht durch einen separaten philosophischen Monismus erneuern, wie er
seit Spinoza viele Naturwissenschaftler bestimmte, die sich als winziges
Teichchen einer Allnatur betrachteten, in der sie sich Gott selbst als universales,
wirksames Prinzip vorstellten. Dies führt, wie auch in modernen
naturphilosophischen Theorien oder Prozesstheologien zu erkennen, nur in
weitere Sprachverwirrung. In der von aller monistischen Philosophie und neuer
Naturwissenschaft thematisierten „einen Substanz“, der alles entspringt, wird
nur die Universalität dessen erneut deutlich, der vor 2000 Jahren den aufs
jüdische Gesetz gründenden Glauben erneuerte, zu einer Innovation des Monismus
führte. Eine reale Wesenheit, die die Hebräer als Wort/Vernunft Gottes in der
schöpferischen Ordnung verstanden, war in der jüdischen Synagoge durch die
Synthese von jüdischem und griechischem Weltbild zu neuem Leben erwacht und in
menschlicher Gestalt zur Welt gekommen: ihr so erst vermittelbar gemacht. Die
menschliche Ausdrucksform (Person/Maske) des Schöpfungslogos war daher keine
mysteriöse Geheim-, sondern eine Vernunftsprache. Und so scheinen auch heute
alle wissenschaftlichen Theorien erst weiterzuführen, wenn sie nicht weiter in
den Gegensatz zum historischen Jesus und gesetzten mysteriösen Christus
gestellt werden, sondern darin die eine vernünftige Heilsgeschichte erkannt
wird, die auch heute zu realisieren wäre.
Statt sich weiterhin gegenseitig zu verneinen, wäre
im heutigen Weltbild die Sprache/der Sohn des Schöpfers zu verstehen und durch
ein allegorisches Verständnis der Schrift zu bestätigen. Wenn hierdurch eine
Spiritualität entsteht, die sich vom konkreten Gedeihen in aller Natur und der
unendlichen schöpferischen Ordnung des Universums begeistern lässt, so können
die traditionellen Glaubenssätze nur gewinnen. Letztlich setzt die Liebe
gegenüber dem Schöpfer und die Anbetung Gottes die Begeisterung für seine konkrete Wirk-lichkeit in Natur und
Geschichte voraus. Und genau um die geht es bei der Metapher der Software.
Eine Intelligenz, die sich im menschlichen Kopfe,
aber ebenso dem gesamten Kosmos abspielt, die auf so wunderbare Weise unseren
persönlichen Body, wie den gesamten Weltkörper bewegt, kann das ewiges Wort
Gott vergegenwärtigen. Je mehr wir um die Komplexität des kosmischen Zusammenspieles
wissen, je tiefer Physiker in die Materie, Biologen oder Neurologen in die
natürlichen Abläufe eindringen, desto mehr wird diese Intelligenz deutlich, die
hinter dem gesamten Wirkungsgefüge im Prozess des evolutionären Werdens steht.
Während die alte Naturwissenschaft davon
ausging, dass allein durch die Materie die evolutionären Prozesse
ausgelöst werden, können wir heute sehen, wie eine Software erst zu dem führt,
was als Körper im Kosmos zu sehen ist. So wenig wie dieser PC sich selbst eine
Software setzt und seine Bauteil wirkungsvoll zusammengesetzt hat, können wir
annehmen, dass im Prozess des kosmischen Werdens etwas ohne eine übergeordnete
Intelligenz geschieht. Die Welt ist nicht allein nur das, was wir mit Händen
greifen können, sondern was das schöpferische Zusammenspiel ausmacht, von der
Wissenschaft begreifbar gemacht wird. Und genau dies soll hier als
übergeordnete Intelligenz und konkretes Wesen (Wort/ Sohn Gottes) verstanden
werden. Die biblische Verwendung dieser Begriffe könnte so von der Theologie
begründet, dem Glauben einen feststehenden Grund in der Gegenwart gegeben
werden.
1.3.
Menschliche Gesellschaften setzen eine gemeinsame Software voraus
Nicht nur die schöpferische Ordnung der Natur
funktionieren aufgrund einer Software. Auch Staatssysteme und wirtschaftlich
Ordnungen sind, wie sich heute erneut zeigt, auf diese Software als normgebend
angewiesen. Gerade Gesellschaften, die gewonnene Freiheiten, wieder abschaffen,
nach mehr staatlicher Ordnung rufen, gleichzeitig jedoch einsehen, dass auch
durch staatliche Bürokratie kein Staat zu machen ist und Sozialsysteme auf die
sie stolz waren wieder zurücknehmen müssen, weil jeder nur auf Staatskosten
leben will, gestehen im Grunde ein, das es eines gesamtgesellschaftlichen
Geistes, einer gemeinsamen Software bedarf. Was in der Natur scheinbar wie von
selbst funktioniert, muss von bewussten Wesen jeweils zeitgemäß bewusst gemacht
werden. Eine Erfahrung, die sich seit den ersten Anfängen der Menschheit
nachvollziehen lässt. Auch wenn die fortschreitende Gotteserkenntnis nicht
unproblematisch war und im Geschichtsverlauf zu vielen Fehlentwicklungen
führte, so ist jeglicher Welterkenntnis eng mit der Gotteserkenntnis verknüpft.
Während die Aufklärung bisher den Glauben aussperrte, ihm so erst die Befreiung
aus purer Gesetzlichkeit ermöglichte, scheint heute die Zeit reif, den Grund
der jüdisch-christlichen Religion über allen Materialismus hinaus aufgeklärt
über den „Vater“ zu erkennen.
Die Aufklärer des Ostens (von Marx und Engels, bis zu Lenin oder Mao) folgten noch
rein materialistischen Vorstellungen vom Werden der Welt. Auch die
demokratisch-freiheitlich orientierten Denker des Westens interpretieren bis
heute die Evolutionslehre rein materialistisch, was u. a. im Wirtschaftsdarwinismus
gelebt wird. Und in gleicher Weise wurde das mechanistische Denken auch auf die
Gesellschaftssysteme übertragen. Von tief eingeprägten christlichen Werten
ausgehend setzten die Denker der Aufklärung auf den freien vernünftigen Menschen.
Doch im Gegensatz zu aller übrigen Genesis, bei dem diese Software/das
schöpferische Wort wie von selbst funktioniert, scheint der Mensch auf das
Normgebende und die Normalität bestimmende „Hören“ angewiesen, damit er als
freies Wesen vernünftig, nachhaltig, zukunftsgestaltend handelt. Die Software
ist somit der bewusst wahrzunehmende Stoff, den alte Moraltheologen
voraussetzten, als sie freie Gesellschaftssysteme entwarfen, die die Menschen
vor staatlicher Macht und Manipulation schützen sollten. So setzte die Väter
der freien Marktwirtschaft in Wirklichkeit nicht auf „Laissez-faire“ nach
Eigennutz ohne gemeinsamen Sinn, wie wir kurz-schließen. Vielmehr gingen sie
von einer damals aufgrund traditioneller Werte noch vorhandenen
gesamtheitlichen Vernunft/Software bei den wirtschaftlich handelnden Wesen aus,
die logischerweise auch zum Wohl des Einzelnen beiträgt. Gerade im heutigen
Fehlen einer Gesamtverantwortung, die mit den gewachsenen Anforderungen und
aufgeklärter Menschlichkeit entspricht ist und die zeigt sich die Notwendigkeit
einer Wahrnehmung des Schöpfungswortes d.h. die Realität der auf einem externen Geber verweisenden Software
gesehen werden. Denn dass auf menschliche Ideologien keine funktionierenden
Gesellschaftssysteme gründen können, der Glaube allenfalls manipuliert und
missbraucht wird, haben wir in der jüngsten Geschichte gelernt.
Was Adam Smith als Vater der freien Marktwirtschaft
eine „unsichtbare Hand“ nannte setzt voraus, dass der Mensch verant-wort-lich
handelt, nicht nur als Aktionäre oder anderer Arbeitsscheuer (ob Angestellter
oder Unternehmer) nur auf Kosten anderer leben will bzw. Sozialsysteme
plündert, die Welt aus dem Gleichgewicht wirft und Zukunft vernichtet. Wie sich
heute zeigt, handelt der allein auf sich gestellte Mensch alles andere als
vernünftig und wahrhaft wirtschaftlich. Erst wenn er eine schöpferische Hand,
das vernünftige Handeln/Wort eines höheren Wesen wahrnimmt, in dessen Ordnung
er sich begeistert einfügt, wird er sich verant-wort-lich verhalten. Ein
gesamtvernünftiges Verhalten setzt die Wahrnehmung einer schöpferischen
Vernunft voraus, die von einem externen Creator ausgeht.
Der Wille zur Leistung, der Gott sei Dank Volks- und
Betriebswirtschaften nach wie vor noch trägt und als selbstverständlich
vorausgesetzt wird, ist Teil der schöpferischen Software die nicht allein vom
Selbst kommt, sondern auf Dauer eine externe Sinngebung voraussetzt. Zwar
funktioniert aufgrund einer tiefen kulturellen Einprägung die
gesellschaftlicher Kooperation auch ohne ein gegenwärtiges Gottesbewusstsein.
Doch auf Dauer scheint keine menschliche Kultur ohne einen zeitgemäßen Kult
auszukommen, der wie wir in der jüngsten Geschichte gelernt haben, durch
menschliche Ideologien nicht zu ersetzen ist. Eine Software, die in der Natur wie
von selbst vorhanden ist, muss von Menschen im Rahmen ihres kulturellen
Kontextes sichtbar gemacht werden, damit eine schöpferische Motivation und
Sinngebung gegeben ist. Ohne das Hören und Verstehen eines schöpferischen
Wortes verfallen auf Dauer auch die noch vorhandenen Werte, die den Menschen in
einer schöpferische Ordnung halten und zur Leistung motivieren. In diesem Sinne
lässt sich die alle schöpferische Natur wie selbstverständlich bewirkende und
auf einen Informatiker verweisende Software gerade in der Fehlentwicklung
menschlicher Gesellschaften nachweisen.
Die wahrhaft intrinsische und somit gesunde,
stressfreie Motivation kann weder von Menschen propagandistisch eingeredet,
noch durch menschlichen Zwang und Zug erfolgen. Auch die Ansicht, dass Leistung
ein notwendiges Übel für die Selbsterhaltung ist, kann die externe Software
nicht ersetzen, sondern führt nur zum Lustverlust. Mit monetären Anreizen, die
allein den puren Egoismus antreiben, kann selbst in Unternehmen die notwendige
Motivation und der Chorgeist nicht
geschultert werden. Ob in Betriebs oder Volkswirtschaften führt das Fehlen
einer gemeinsamen höheren Sinngebung zu Misswirtschaft und Misserfolg. Rein
eigennütziger Leistungsab-, statt Aufbau ist die Folge, die auf allen Ebenen zu
beobachten ist, wenn ein höheres –und einzig gesundes- Motiv des Handeln fehlt.
Letztlich sind daher selbst die
Arbeitslosenstatistiken als ein Maßstab für die fehlende Software zu sehen.
Denn hinter allen sichtbaren Symptomen, über die tagtäglich heftig diskutiert
wird, ist es allein der Egoismus, der die für die Zukunft der
Gesamtgesellschaft notwendige Leistung verweigern. Dass die Welt arbeitslos
wäre, kann angesichts der unbewältigten Zukunftsaufgaben und Weltprobleme nicht
zutreffen. Würde die Welt mehr leisten, könnten sich alle mehr leisten ohne die
Zukunft zu vernichten und nur weltwirtschaftliche und ökologische
Ungleichgewichte oder Atom- und anderen Abfall zu hinterlassen und gleichzeitig
den Kinder die Ressourcen wegzufressen. Was in den Wirtschaftssystemen fehlt,
ist ein Motiv. Was Naturwissenschaftler einen Attraktor, eine unsichtbare
Zugkraft nennen, der zum schöpferischen Ziel der gesamten Genesis führt, ist
mit gutgemeinten Predigten, humanitärer Menschlichkeit, Gesetzen, Geld und
Egoismus allein nicht zu ersetzen.
Ein Betriebssystem, das sich an einem externen
Softwaregeber ausrichtet, scheint für ein schöpferisch-vernünftiges
menschliches Verhalten notwendig. Nicht damit der Einzelne sich selbst aufgibt,
altruistisches im herkömmlichen Sinne sein Vermögen abgibt, sondern sein
möglichst großes Vermögen schöpferisch einbringt, in dem er seine
Lebensverant-wort-ung wahrimmt. Auch wenn jeder Einzelne dadurch letztlich nur
Vorteile hat, so handelt er im Sinne der gemeinsamen Software und somit nicht
nur als verkappter Egoist, wie viele Denker der Aufklärung den christlichen
Glauben betrachteten. Denn letztlich geht es nicht um Eigennutz, sondern eine
sinnvolle Einbindung in die schöpferische Ordnung und die Erfüllung
eingesehener Sinngebung, die logischerweise dann auch für den Einzelnen zum
weit größeren Erfolg und Wohlergehen führt, als egoistische Systeme.
Die christliche Aufforderung zu Liebe des Nächsten,
wie des Selbst, als vom Schöpfungslogos
in menschlicher Gestalt formulierte goldene Regel funktioniert nicht nur
aufgrund menschlicher Einsicht. Was das Neue Testament von den antiken
Philosophien, die diese Regel ebenso postulierten unterscheidet, ist die
Erkenntnis, dass der Auftrag dazu vom alten Schöpfergott ausgehen muss, die
Liebe und Begeisterung gegenüber dem Gott der Väter, in dessen Ordnung sich die
Menschen jeweils einfügten erst die Voraussetzung für die Funktionierende
Software schafft. Eine höhere Logik/Vernunft, für die sich der Mensch
begeistert, scheint Voraussetzung, damit die Liebe auch menschlich gedeihen
kann und deren Gemeinschaften zur Funktion führt. Auch staatliche Ordnungen und
freie Märkte funktionieren nicht rein mechanistisch von selbst bzw. aufgrund
pureren Selbsterhaltungstriebes, sondern sind auf das angewiesen, was hier als
Software der Welt bezeichnet wird. Für die Funktion der Genealogie des Staates
setzte bereits Platon nicht auf menschliche Ideen und alte Mythen, sondern
einen in allem Werden sichtbaren Logos, somit eine schöpferische
Software/Vernunft, die die Hebräer Wort Gottes nannten. Der im Rahmen einer
sukzessiven Säkularisierung an die Stelle des Himmels und seiner irdischen
Vertreter getretene Staat ist, wie sich heute deutlich zeigt, ohne die
aufgeklärte Wahrnehmung der schöpferischen Software nicht zu machen. Was im
Grunde Griechen und Hebräern bereits bewusst war, kann so heute neu
nachvollzogen werden.
Neben die materialistischen Theorien der
Welterklärung wurden im Rahmen der Aufklärung bisher nur
menschlich-humanistische Ideologien in verschiedenen Ausprägungen gestellt.
Auch wenn sich die Theorien der Aufklärung teilweise auf die Naturerfahrung
bezogen, so war es eine Natur, in der das Wort bzw. die Sinngebung/Software
Gottes nicht vorkam. Es wurde daher nur kurz-geschlossen: Naturmechanismen auf
gesellschaftliche Lebensart übertragen, die der menschlich schöpferischen
Natur, einer artgerechten Verantwortung nicht gerecht werden können und zum
Gegenteil von dem führen, was die Genesis bewirkt.
Die gesamte christliche Lehre steht völlig außerhalb
des Naturverständnisses und der daraus gezogenen Schlüsse. Das bisherige
Verständnis der Bibel als das eigentliche sowie einzige Gotteswort und eines
inzwischen total vermenschlichten Religionsgründers - bzw. als Christus-Gott
gesetzten Offenbarer - schlossen die Naturerfahrung aus, zwangen dort zu den
beklagten rein materialistischen Annahmen. Der Verfall des alten
ordnungsbestimmenden Weltbildes durch die naturwissenschaftlichen Aufklärung
einerseits und den Zweifeln an der geschichtlichen Wahrheit der Bibel
andererseits, führte in einen Nihilismus, der uns bis heute begleitet und den wir inzwischen schon als Normalität
betrachten. Doch diese totale Verneinung biblischer Bedeutung und höherer Werte
im sichtbaren Weltgeschehen, die sich heute in theologischer Verneinung der
eigenen Essenziels und Geschichtsaussagen fortsetzt, scheint zum notwendigen
schöpferischen Ablauf zu gehören. Erst nach einer theologischen Nacht kann es
wieder Tag werden. Erst nach dem Fehlen und den gesellschaftlichen Fehlfunktionen
dämmert uns in neuer Weise eine Software in allem Werden als Offenbarung eines
externen Informatikers.
Ein Stoff, der in den verschiedenen Kulturen der
Welt auf ganz unterschiedliche Weise umschrieben wurde, kann sich in der
Software als schöpferische Realität erweisen. Das chinesische Tao, der Tanz der
indischen Shiva, der Geist des Manitu oder zahlreiche andere
Naturvergötterungen besitzen, zumindest vordergründig, einen noch weit realeren
Bezug zur schöpferischen Realität, als die in Dogmen gefangenen Buchreligionen.
In vielen fremden Weltbildern ist daher das zu lernen, was hier versucht wird
als Software und Gottessohn zu verdeutlichen. Auch die kulturelle Notwendigkeit
des Bewussteins einer in der Weltrealität wirksamen schöpferischen Ordnung, ob
sie abstrakt zum kosmischen Ausgleich zwischen Ying du Yang führt oder konkret
wird, wie bei den Naturvergötterungen, ist in fremden Religionen
nachzuvollziehen. Umgekehrt könnte auch für die fremden Kulturen von einem
neuen christlichen Selbstverständnis, das die Software/den Sohn des realen
Schöpfers zum theologischen Thema macht, ein Fortschritt ausgehen, der die
eigenen Vorstellung bestätigt und zu einem universellen Gottesbewusstsein im
Rahmen der verschiednen Kultformen führt: christlicher Glaube.
Doch solange aufgrund der christlichen Lehre selbst
die Yogis, die den schöpferischen Logos und höhere Bestimmung aufgrund ihrer
Meditation erkunden, bei der Suche nach Jesus nur von einem jungen Juden
ausgehen, Gott selbst oder einen unbestimmten Weltgeist sehen wollen, können
weder die Grenzen überwunden, noch kann in den östlichen Lehren das Wort
verstanden, das christlich eine konkrete Gestalt hat, für jedermann präsent
ist.
1.4. Wie der schöpferische Geist alles bewirkt, was
die Genesis ausmacht
Die Metapher von Hard- und Software ermöglicht es,
die bisher rein materiell betrachteten Wirk-mechanismen ebenso die Materie selbst als einen Ausdruck
schöpferischer Vernunft zu verstehen. Durch eine vorurteilsfreie Betrachtung
der bisher weitgehend mechanistisch verstandenen Evolutionslehre, die sich
heute in modernen Theorien zur Quantenphysik oder morphogenetischen Felder
fortsetzt ist es möglich, den Gegensatz
zwischen Information/Formgebung der natürlichen Genesis und Wort Gottes
aufzuheben. Dieses Wort wird dabei nicht nur als Formgebung aller Genesis und
Geschichte verstanden, sondern gleichzeitig als Information der Menschen:
Quelle aller Erkenntnis. Offenbarung und persönlicher Wegweisung gehen von
diesem Wort aus. Dabei geht es nicht um eine moderne Metaphysik von
unsichtbaren mystischen Wesenheiten. Vielmehr kann durch die Ableitung aus der
modernen Computer-Metapher auch in der Hardware unserer Welt, die wie dieser PC erst durch eine Intelligenz
entstanden ist, die gesamte Materie als geformte Intelligenz/schöpferische
Information deutlich werden. Im schöpferischen Zusammenwirken von Hard und
Software liegt der eigentliche Wesenskern, dem wir das Wunder allen Werdens
verdanken.
Auch unsere
Metaphern und Mythen, die wir uns notwendiger Weise zum Verstehen der Welt und
dem Einwirken Gottes machen, sind im weitergehenden Sinne als eine Art Hardware
zu sehen. Bilder und Texte, wie wir sie auch in der Bibel finden, sind daher
ausgeformte, „fleischgewordene“ Information: Wort das von einem Schöpfer ausgeht.
Wie in der Natur durch das Zusammenspiel von Materie mit neuer Information sich
das Leben entwickelt, (alles Wachsen und Gedeihen ewige Formgebung
verdeutlicht), so scheint auch in der Geisteswissenschaft das verfestigte Wort
nur durch die Wahrnehmung neuer Information in der Weltgegenwart zum Leben
gerufen werden zu können. Im Prozess der Geistesgeschichte müssen scheinbare
Gegensätze eine Einheit bilden, um das Kind Gottes neu zu bezeugen. Und um
diese erneute gemeinsame Wahrnehmung des in der Wirk-lichkeit der Welt
wahrnehmbaren Geistes als lebendiges Gotteswort bzw. in allem natürlichen
Werden präsenten Sohnes Gottes geht es, wenn von Software gesprochen wird.
Auch Instinkt oder menschliches Wissen,
Vorstellungen, Ideen, Hoffnungen und Gefühle sind Teile eines Weltengeistes
bzw. einer schöpferischen Vernunft/Intelligenz, die in der Antike Logos genannt
wurde und sich heute im Begriff der Software zusammenfassen lässt. Denn nicht
aus sich selbst allein fügen sich die Materieteilchen des Kosmos, die Zellen
des menschlichen Körpers oder gar kognitive und emotionale Segmente unseres
Gehirnkastens zusammen. Alles wird von einer Software gesteuert, die
logischerweise nicht nur purer Zufall und Selbstzweck sein kann und die an
keiner Stelle des Weltalls willkürlich abläuft. Gerade die unendliche
Kausalität im Ablauf des kosmischen Geschehens ist es, die daher eine höhere
Logik – somit einen Logos, eine Vernunft - offen legt, die allem Werden
zugrunde liegt. Ob die seit Newton formulierten Naturgesetze oder die nach
Freud festgestellte Logik menschlicher Psyche, all das sind Ausdrucksformen
einer realen Wesenheit, die mit der Software eines Computers vergleichbar ist.
Ob wir trauern, uns freuen, fühlen, denken oder wahrnehmen, so handelt es sich
um eine in Jahrmillionen gewachsene Software, die auch im Wachsen einer Blume
deutlich wird und die in der Geburt eines Kindes oder im täglichen
Sonnenaufgang ihre für uns wohl deutlichste Ausdrucksform hat. Der Kosmos des
Kopfes, bei dem sich 100 Millionen Zellen an 100 Billionen Synapsen zum
möglicherweise komplexesten Gebilde des gesamten Universums verknüpfen, wäre
nicht, wenn es diese Software/Intelligenz nicht gäbe. Keine schöpferische
Symbiose, weder in Familie, Gesellschaft noch kosmischer Genesis vollzieht sicht
ohne diese Software. Auch der menschlichen Geschichte, wie dem seit dem
angenommenen Urknall nachvollziehbaren Prozess, wo sich Materieteilchen zu
wirkungsvollen Organismen verbinden und insgesamt wieder ein ökologisches
System oder gar einen Weltorganismus ergeben, liegt das zugrunde, was in der
Antike Weisheit/Logos/Wort/Sohn Gottes genannt wurde und heute als Software
wieder allgemeingültig zu sehen wäre.
Doch während sich in der Natur das schöpferische
Zusammenwirken ohne eine bewusste Wahrnehmung dieser Software/des Wortes
vollzieht, muss der Mensch seinen Verstand gebrauchen. Wie der Computer auf
ewige Zufuhr von Software angewiesen ist, so scheint das Hören des
schöpferischen Wortes nicht nur bei Juden Lebensvoraussetzung. Alle freien, mit
menschlichem Bewusstsein begabte Gemeinschaften sind auf das Gehör angewiesen.
Vernünftiges schöpferisches Handeln setzt bei vernunftbegabten menschlichen
Wesen das Verständnis einer schöpferischen Vernunft im jeweils kulturellen
Kontext, permanentes Hören des Wortes in der Weltgegenwart voraus. Wenn zum
Kulturgut das vernünftige Denken und rationale Denken gehört, wäre es fatal,
nur in einer mystischen Vergeisterung und Naturberechungen schöpferische
Information aufnehmen zu wollen.
Gesetze bzw. Glaubenstexte als Informationsmedien,
in denen die vormals aufgenommene Software gespeichert ist, können auf Dauer
den Weltcomputer nicht zur nachhaltigen Wirtschafts- und zukunftsgerechten
Lebensweise führen. Genau aus diesem Grund hat der Schöpfer uns seinen Sohn vor
2000 Jahren in einer menschlichen Person mit Namen Jesus geschickt und lässt
uns heute sein Wort in der Welt neu hören und verstehen, Jesus neu sehen.
1.5. Verbindungen herstellen bringt neues Leben
Wenn wir in
alten Schriften lesen oder uns erinnern, rufen wir nichts anderes ab, als
gespeicherte Software, die wir mit Hilfe von Software (Geist und Gefühl) wieder
verknüpfen, ihr eine neue Form geben. Leben geben ist in aller Natur immer
wieder neue Formgebung. Verknüpfen von zusammenge-hör-igen Teilchen, zu
wirkungsvollen Organismen kann als ewiger In-form-ationsprozess gesehen werden.
Die Evolution ist im modernen Bild der Welt wie ein
Informationsprozess zu verstehen. Kosmische und menschliche Geschichte ist ein
Fluss von Software, indem diese Information jeweils für bestimmte Zeitepochen
Gestalt annimmt, sich ausformt. Ob Materiebausteine im Wachsen und Vergehen der
Natur oder menschlicher Wesen, Geistesgebilde oder gesellschaftliche
Organismen, sie alle scheinen während ihrer sichtbaren Lebenszeit Ausformungen
einer schöpferischen Software. Ob wir Geburt und Wachstum eines Kindes
bestaunen, die Sterne beobachten oder ob wir Gesellschaftssysteme bzw. das
ihnen zugrunde liegende Bewusstsein betrachten: Jedes Wesen wird jeweils durch
dieses Schöpfungswort ins Leben gerufen und nimmt am Informationsprozess teil,
bringt sich mit dem ihm gegebenen Vermögen ein. Im Sinn der Software
betrachtet, gibt es keinen Tod. Jedes Wesen ist das, was es bewirkt bzw. lebt
weiter in dem, was es bewirkt hat. Leblos ist ein Körper, von dem keine Wirkung
mehr ausgehen kann, bei dem die Software nicht mehr funktioniert. Der Körper
ist noch vorhanden. Nur die Software hat aufgehört, sie lässt das Herz nicht
mehr schlagen und den Geist versagen. Auch eine Gotteslehre, von der keine
gesellschaftstragende, zukunftsgestaltende Wirkung ausgeht, die keine Inhalte
mehr hat und zur Information der Welt beitragen kann, ist wie ein lebloses
Gebilde. Durch die Wahrnehmung neuer schöpferischen Information in der
Weltgegenwart könnte der kranke Kirchenkörper wiederbelebt werden.
Die Präsenz Gottes als Wort-geber in der Antike, die
sich in einem menschlichen Wesen ausdrückte, muss in damaligen Augen als ein
lebendiger Organismus betrachtet werden, von dem Wirkung ausging. In ihm nahm
nachweislich das Wort selbst für die Menschen geschichtswirksam eine sichtbare
Gestalt an. Weihnachten ist das Fest, an dem wir den sichtbaren Ausdruck des
Schöpfungswortes als Licht (Lebensspender und Bewusstsein) der Welt feiern. Die
menschliche Gestalt Jesus ist nicht zu verneinen, sondern ihre Bedeutung neu
verstehen, um so die offenbarende Präsenz des Gottessohnes in der Welt zu
begreifen.
Es gilt daher, sich auch auf dem Weg der Erkenntnis
ein Herz zu nehmen und Zusammenhänge eines gesamtheitlich zu sehenden
Welt-Organismus als ewigen Gottessohn herzustellen, die bisher nicht waren. Die
Sicht einer Software in der Weltgegenwart ermöglicht es, die Präsenz Gottes in
der Welt wieder sichtbar, das „Wort“ des unsichtbaren Informatikers wieder
hörbar zu machen. Genau das wäre Weihnachten wirklich.
2. Vor-wort: Der Sohn als das sichtbare lebendige Wort
Gottes
2.1. Warum heutige Theologie
die Sicht des Gottessohnes, das Hören des Wortes verhindert
Auch wenn theologische Lehren weit über Buchstaben
hinaus gehen und die religiöse Rede durchaus die schöpferische Realität
thematisiert, so bleibt der Verstand des Gotteswortes im Allgemeinen auf ein
Buch bzw. gesetzte Buchstaben beschränkt. Zwar wird gelehrt, dass Gott in der
Schöpfung spricht. Doch dort das Wort Gottes hören zu wollen, wird
ausgeschlossen. Die Buchstaben bleiben einzige Bestimmung. Diese werden
grundsätzlich als einzig inspirierte Gottesrede gelehrt. Heutiges Denken auf
die Antike übertragend, wird diese Inspiration in keiner Weise mit logischer
Welterkenntnis in Verbindung gebracht. Der Heilige Geist, der zur Inspiration
befähigt haben soll, wird wie eine Art fromme Vergeisterung gesehen. Eine im
realen kosmischen Werden zu sehende Software als Gotteswort zu denken, muss so
völlig absurd erscheinen.
Wenn in der Kirche vom Gotteswort gesprochen wird,
dann klappt der Pfarrer ein Buch auf und die meisten Menschen ihre Ohren zu. Allenfalls was Jesus
gesagt haben soll, wird in der Kirchenlehre noch als Gotteswort anerkannt. Doch
da längst klar scheint, dass fast alle neutestamentlichen Aussagen sich nur auf
ältere Texte beziehen, geht die Schriftlehre weitgehend davon aus, dass
alttestamentliche Texte im Rahmen einer Auferstehungsvergeisterung von den
Anhängern eines Reformjuden zu dessen Verherrlichung aufgegriffen wurden. Das
Wort Gottes wird so auf die Aussagen eines Wanderpredigers oder alte Texte
reduziert, die beide selbst von Kirchenchristen kaum mehr ernst genommen
werden. Wieso am Anfang christlichen Glaubens nicht nur das Gesetz bzw. Schriftwort,
sondern vorausgehend das in der Schöpfung lebendige Wort neu wahrgenommen
wurde, zum echten Paradigmenwechsel führte, wird nicht nachvollzogen. Noch
weniger ist daher das in der Gegenwart gesprochene Schöpfungswort als der
wirk-same Sohn Gottes zu realisieren und das Schriftwort allegorisch als
Ausdruck dieses realen Schöpfungswortes zu verstehen.
Wenn die heutige Theologie vom Gottessohn spricht,
dann geht sie meist davon aus, dass es ein in der Antike üblicher Titel für
heidnische Göttersöhne, Kaiser oder sonstige menschliche Gestalten sei, der
einem Religionsgründer verliehen bzw. aus alten Glaubenstexten übernommen
wurde. Wie selbstverständlich bezeichnet man
zwar Jesus Christus als das lebendige Wort, das Fleisch geworden sei.
Doch dies wird dann wie ein gesetzter Gott gesehen, an den man einfach glauben
muss. Es wird meist von einer hellenistischen Verherrlichung eines
Heilspredigers ausgegangen. Eine menschliche Ausdrucksform des Schöpfungswortes
(einer im Judentum zur Zeit Jesus nachweisbar wahrgenommenen Sinngebung bzw.
Software allen Seins) kann so nicht gesehen werden. Die schöpferische Realität
des Gottessohnes in der Wirk-lichkeit der Welt, die Weihnachten im hier
gebrauchten Sinne wäre, spielt daher im heutigen theologischen Weltbild keine
Rolle. Das Schriftwort selbst wird als einzig göttlich inspiriertes Gotteswort
gesehen, von dem dann die einzige Autorität ausgeht. Der Autor des realen
Schöpfungswortes im sichtbaren Prozess des evolutionären Werdens kommt auch
dann nicht vor, wenn im theologisch-naturwissenschaftlichen Professorenforum
hinter den wissenschaftlichen Beschreibungen der Welt neuerdings wieder
schöpferisches Handeln vermutet wird. Auch wo längst über die
Selbstorganisation der Materie hinaus in natur- und geisteswissenschaftlicher
Erkenntnis ein schöpferisches Konzept nachgewiesen, das anthroprische Prinzip,
Quantenphysik, Feldtheorien oder astronomische Erkenntnisse mit der Schöpfung
Gottes vereint werden, kann von einem Verständnis des lebendigen Gotteswortes
oder einer Sicht des einzig offenbarenden Sohnes im heutigen Weltbild der
christlichen Theologie nicht gesprochen werden.
Die Neutestamentler scheinen wie taub für das Wort,
das in allem naturwissenschaftlich nachweisbaren Werden zu hören wäre. Selbst
dort, wo man Homer mit Moses vergleicht, Stoa und Epikur als Inhalt einer
weiterführenden christlichen Lehre erkennt, im Sinne jüdischer Weisheitslehren,
Philos von Alexandrien, der frühchristlichen Gnosis oder der Apologeten und
Kirchenväter über einen philosophisch-theologischen Hintergrund bzw. eine kosmische Realität des antiken
Gottessohn-Begriffes nachgedacht wird, hält man dann die christliche
Bezeichnung für einen Hoheitstitel der übernommen wurde, um einen Menschen und dessen
Lehre in populistischer Weise einzufärben bzw. zu vergöttern. In
wissenschaftlichen Zeitschriften der Neutestamentler wird so beispielsweise die
Gottessohns-Christologie des Philo in einer auf das reale Werden der Welt
bezogenen neuplatonischen Philosophie nachgewiesen, eine Seite weiter jedoch
von jungen Wissenschaftlern nur nach den Spuren eines später angeblich
christologisierten Guru als dem eigentlichen christlichen Wesen gesucht. Auch
die ganze Diskussion der Frühkirche um das wahre Wesen des Gottessohnes, sein
Verhältnis zum Vater, wird dann von der die gesamte Professoraltheologie
bestimmenden Prämisse eines angeblich christologisch vergötterten Menschen aus
gedeutet.
Während die neue Naturwissenschaft den Weg für die
Wahrnehmung des Gotteswortes/Sohnes in der Weltgegenwart weitgehend frei
gemacht hat, hält sich die gesamte Hochschultheologie in einer den christlichen
Glaubensgrund total verkürzenden Sichtweise gefangen. Ob nur einfach ein
Religionsrebell gesehen oder in hohen Glaubenstönen von einem Christusgott
geschwärmt wird, die Berücksichtigung dessen, was in der Antike die
Voraussetzung für die christliche Erkenntnis war, schließ sich im Christusbild
heutiger Hochschullehre aus. Eine Betrachtung, die hinter dem Gottessohn das
konkrete Gotteshandeln, die Software eines externen Informatikers sieht, die
nicht Gott selbst, sondern dessen Offenbarungswirken in der Welt und
sinngebende Wegweisung ist, wird durch die Hypothese eines als Christus
verherrlichten Heilspredigers ausgeschlossen. Doch der sichtbare Gottessohn und
nicht ein Mensch oder ein gesetzter Gott ist, wie heutige Theologie nachweisen
könnte, das Thema aller neutestamentlichen und frühkirchlichen Aussagen. Wenn
nur das wäre, was an heutigen Hochschulen als historisches Geschehen gelehrt
wird, dann wären alle hochwissenschaftlichen Aussagen, die haufenweise über die
einzelnen Texte, ihre theologischen Bedeutungsinhalte gemacht werden, im Grunde
völlig absurd. Ob die aus den alten Texten herauszulesende Bedeutung des
Kreuzestodes Jesus oder die durch ihn gegebene und bis heute umstrittene
Rechtfertigung der Menschen, das alles deutet darauf hin, das es um weit mehr
ging, als wir heute denken. Je tiefer wir die Texte theologisch deuten, desto
klarer wird, dass es damals nicht um aufgewärmte alte Lehren oder einen charismatischen
jungen Lehrer gegangen sein kann, sondern der schöpferische Logos/lebendiges
Wort zugrunde liegt.
Solange wir in der Kirche nur über einen jungen
Juden reden, dessen Wort, das er zu seinen Anhängern gesprochenes hat, über
Himmel und Erde stehen soll und nicht so etwas, wie die Software/ewiges Wort
eines externen Informatikers in menschlicher Person zur Sprache gebracht wird,
hat der christliche Glaube nicht nur seine universale Offenbarungsfunktion
verloren, sondern ist er für die gesamte Gesellschaft völlig
bedeutungslos. Alle christlichen
Bedeutungsinhalte bleiben dann für die moderne Welt kaum nachvollziehbare
theologische Behauptungen aufgrund alter Gesetze: Statt einen schöpferischer
Logos, eine Software zu sehen, ohne deren Wahrnehmung kein menschliches
Gemeinwesen auf Dauer funktionieren kann und auch die Individuen krank werden,
wird nur längst getauter Schnee von Gestern angenommen.
2.2. Ein neues Verständnis macht den Sohn sichtbar und
bestätigt biblische Inhalte
Neu ist bei den folgenden Überlegungen weder das
Gottesverständnis, noch das Verhältnis des externen Schöpfers zu seinem Sohn
und seinen Geschöpfen. Dies alles wird in unzähligen christlichen Texten weit
besser dargestellt. Gerade die Sichtweise der Software als Sohn Gottes entspricht
genau den Vorstellungen, die wir heute in neutestamentlichen wie
außerkanonischen antiken Texten und Philosophien nachvollziehen können. Neu ist
vor allem aber die Grundlage dieser Gedanken: Die lebendige Genesis, in der der
Gottessohn zu sehen ist.
Während sich derzeitige Theologie bzw. Christologie
weitgehend nur auf Traditionstexte und vormaliges Verständnis berufen, wird
hier nicht vom Schriftzeugnis ausgegangen, sondern einem in allem evolutionären
Werden zu verstehenden Schöpfungswort bzw. einer Software. Hierdurch soll der
neue, über das Gesetzwort hinausgehende vor 2000 Jahren im historischen Jesus
von Nazareth geschichtlich eröffnete Bund des Informatikers bestätigt und die
Menschen durch das in der Welt-wirklichkeit zu hörende Wort zum gemeinsamen
Glaube an den externen Autor, befähigt werden. Erst wenn der offenbarende Sohn
nicht als einem Volksgesetz entsprungen gedacht, sondern in aller Genesis
gesehen wird, kann die Universalität des urchristlichen Glaubens nachvollzogen
werden. Allein von diesem, letztlich allen Religionen zugrunde liegenden
Schöpfungswort, geht dann die Autorität bzw. menschliche Be-stimmung aus.
Die Autorität der Bibel bzw. der aus Abraham
hervorgegangenen Religionsbücher wird dabei keineswegs in Frage gestellt. Vielmehr
lässt sich die Bedeutung bestätigen, indem wir ihre Inhalte nicht als
persönliche Bilder, alte Metaphysik oder Mythen abtun, sondern als reales
schöpferisches Wort/Wirken in der Gegenwart erfahrbar machen.
2.3. Das
schöpferische Wort sagt wer Gott ist, gibt Bestimmung und Wegweisung
Dass der antike Rebell heute für allerlei
zeitgenössische Meinungen und Moralvorstellungen herhalten muss, die in ihn
hineininterpretiert werden, wird oft lautstark beklagt. Wo aber soll der Mensch
heute seine Bestimmung herleiten? Auf was soll menschliche Ethik gründen, wenn
die alten Gesetze als gestrig betrachtet werden und Mehrheitsmeinungen heute
nur menschlichen Zeitgeist widerspiegeln, der alles andere als höherer
Sinngebung entspricht? Der nicht nur von Tradition und Theologie, sondern von
den Intellektuellen längst beklagte
Verlust höherer Werte, der für die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen
verantwortlich gemacht wird, lässt gleichzeitig darauf schließen, dass jetzt
die Zeit reif wäre, das schöpferische Wort als Grundlage einer Weltethik und
somit persönliche Neubestimmung zu verstehen. Die Voraussetzung für die
menschliche Umsetzung einer universellen natürlichen Schöpfungsordnung scheint
dabei die Begeisterung für das konkrete Wirken eines gemeinsamen Gottes
innerhalb der erkannten Ordnung.
Auch wenn das Verhältnis Gottes zur Welt der
urchristlichen Vorstellung entspricht, kann viel Unsinn, der sich in unser
(gesetzliches und heute nur noch persönliches) Verständnis vom Schöpfer
eingeschlichen hat, durch die Metapher von einem externen Informatiker wieder
gerade gerückt werden. Denn seit der Schöpfer angeblich aufklärungsbedingt
nicht mehr uneingeschränkt für das natürliche Wachsen und Gedeihen zuständig
sein soll, bauen wir unser Schöpfungswissen allein auf alte Glaubenstexte oder
persönliche Vorstellungen. Und so zweifelhaft die Schöpfungsvorstellungen sind,
so fragwürdig wird die daraus abgeleitete menschliche Verhaltensregel. Ohne
Gott als Grund der natürlichen Schöpfungsordnung zu erkennen, bleibt alles
moderner Beliebigkeit überlassen, die von Traditionalisten in ihre Bücher
hineininterpretiert wird. Die jeweils eigenen Glaubensgesetze werden dabei als
Steinbruch gebraucht, mit dessen Steinen sich nicht nur die Anhänger der
verschiedenen Religionsbücher bekriegen. Auch die Anhänger des christlichen
Buches können selbst in grundlegenden Fragen keine eindeutige Antworten
herleiten, bewerfen sich nur gegenseitig mit Textsteinen, die beliebig
interpretiert werden. Je nach Predigt bzw. Textinterpretation ist Gott der Gute
oder der Zürnende, der hier und da straft, richtet, eingreift je nach
Sichtweise.
So hat der Schöpfergott der Amerikaner angeblich
ganz andere Interessen als Allah. Mit messianischen Sendungsbewusstsein
schlachten sich christliche, jüdische und moslemische Gotteskrieger gegenseitig
ab und berufen sich alle auf das angeblich im Buch nachzulesende Wort Gottes.
Es hilft nichts, wenn nur das moderne Kreuzrittertum im Namen Jesus verurteilt
wird. Der von heutiger Theologie gelehrte rein persönliche Jesus und die somit
beliebig bleibende gesetzte Gottesvorstellung trägt mit die Verantwortung für
den Unsinn, der weltweit im Namen Gottes geschieht. Auch das überkommene
Verständnis unseres christlichen Glaubensgrundes muss dabei mitbeachtet werden:
Ein junger Märtyrer, der für seinen Glauben starb, um dann nach seinem Tod zum
Mythos zu werden, ist das beste Vorbild für die blutigen Taten, die wir täglich
beklagen.
Doch auch in den christlichen Kirchen Europas
könnten die Vorstellungen vom Creator nicht unterschiedlicher sein. Wer sich in
den theologischen Betrachtungen umschaut, wird von einer Bewusstlosigkeit
erschlagen, die nur noch wild im Buch blättert, dabei jedoch zu völlig
unterschiedlichen Schlüssen über die Schöpfungswirklichkeit kommt. Wen wundert
es, wenn der Schöpfer nur noch ein Lückenbüßerdasein führt, für wundersame
Unerklärlichkeiten herhalten muss und in rein persönliche Spiritualität
abrutscht, wo er (lt. den Programmen der kirchlichen Bildungseinrichtungen)
ohne Wolldecken und Ringelpietz nicht mehr wahrgenommen werden kann. Für ein
klares Bild vom uneingeschränkten allmächtigen und gütigen Schöpfungswirken
eines ganz konkreten externen Wesens, das selbst unsichtbar bleibt, sich nur in
einem schöpferischen Wort/Information offenbart und das in den altbekannten
Riten und Kulthandlungen (auch mit Wolldecken & ...) verinnerlicht werden
muss, ist dabei kein Platz.
Über das, was der für einen kleinen Rest von
Gläubigen gesetzte Gott von irdischen Wesen will, wird wild gestritten, könnten
die Vorstellungen kaum unterschiedlicher sein. Das Buch wird gedreht und
gewendet. Doch ohne die Gewissheit eines die reale Genesis bewirkenden
gemeinsamen Schöpfers werden nur eigene menschliche Ideologien herausgelesen,
je nach Belieben. Was uns fehlt ist die in der Schöpfungs-wirklichkeit klar zu
erkennende Information über den Sinn unseres Seins und daraus ableitbare ganz
pragmatische Wegweisung. Dies kann nicht von Ideologien oder Traditionen,
sondern muss vom lebendigen Wort eines schöpfungswirk-enden/lichen Gottes
ausgehen.
Um den einen Schöpfer zeitgemäß glaubhaft machen zu
können, fehlt die Gegenwart eines ganz kon-kreten Schöpfungswortes. Nicht von
der Naturgesetzlichkeit selbst, sondern der sich in dieser ausdrückenden
Schöpfungswirklichkeit (Sohn/Wort) können wir mit wachem Verstand über den
außer uns liegenden Sinn unseres Seins und somit Wille des Schöpfers nachdenken
- der weit über zeitbedingte menschliche Humanvorstellungen, alte Gesetze oder
persönliche Religiösität hinausgeht. Und dieses Wort war bei den Christen der
Antike ein lebendiges Wesen.
2.4. Kein gesetzter Gott, sondern ein lebender Sohn
ist Offenbarung
Wer das Wort mit Gott gleichsetzt und an Weihnachten
einfach von der Menschwerdung Gottes schwärmt, schließt damit dessen Hören und
Verstehen aus. Er ist so ins Geheimnis vertieft, das er das Geschenk, die
Präsenz Gottes in der Welt nicht auspackt. Eine Theologie, die sich nur mit
einen angeblich erst nach seinem Tod verherrlichten Religionsgründer
beschäftigt, kann den universellen Glaubensgrund nicht zum Thema machen. Was
heute völlig vermenschlicht und verkürzt als historischer Jesus verkündet und
neben einen gesetzte Christusgott des Glaubens gestellt wird, spricht gegen die
Realität des Christkindes. Denn wie kann das Präsent sein Gottes in der Welt,
von dem an Weihnachten so viel die Rede ist,
wahr werden, wenn angeblich nur ein einfacher Mensch gewesen sein soll
und daneben ein nicht nachvollziehbarer Gott –oder ein angeblich
hellenistisches Gebilde- gesetzt wird? Dabei könnte gerade die Metapher der
Software deutlich machen, wie der Sohn göttlich war ohne der Informatiker
selbst zu sein und gleichzeitig wahrer Mensch wurde, ohne nur die Banalgestalt
zu sein, die wir heute im historischen Jesus betrachten.
Erst von der durch die Evangelisten stattgefundenen
Mensch- bzw. Fleischwerdung dessen, was in der Antike als Logos/Sohn im realen
Werden gesehen wurde, ging messianische Wirkung aus. Denn gerade indem wir uns
in die Rede von einem Informationsfluss im Werden der Welt vertiefen, völlig
abstrakt und für viele völlig unverständlich über eine Vernunft/Software
philosophieren kann klar werden, wie notwendig damals die konkrete
Gestaltwerdung war. Nur eine hellenistische Philossophie oder ein jüdisches
Schwärmen von schöpferischer Weisheit, wie wir es in zahlreichen Schriften
nachvollziehen können, hätte in der Antike nichts bewirkt. Erst indem diese
Weisheit konkrete Gestalt annahm, als menschlicher Sohn sowie vom Gott der
Väter verheißener Heiland gesehen und in der bekannten Geschichte verdichtet
wurde, ging vom Logos der völlig verschiedenen antiken Philosophien und
Weisheitslehren eine messianische Wirkung aus. Genau dies scheint hinter der
Weihnachtsgeschichte des Lukas zu stehen. Allein die philosophische Erkenntnis
eines Logos Gottes in allem Werden wäre mit den bekannten Vorstellungen
unvereinbar gewesen und ohne Wirkung geblieben:
un-wirklich.
2.5.
Den theologischen Teufelskreis durchbrechen
Doch gleichzeitig scheint ohne die Wahrnehmung einer
von einem unsichtbaren Creator ausgehenden Software im heutigen Weltgeschehen
kaum nachvollziehbar, welches Wesen in der Antike als Gotteswort/Logos, somit
wahrer Sohn gesehen wurde. Die Beschreibung eines Logos Gottes wird, ohne von
einer realen schöpferischen Intelligenz auszugehen, nur als christlologische
bzw. philosophische Lehre gelesen. Sie stößt dann selbst bei Zeitgenossen, die
guten Willens sind, nur auf Unverständnis. Bestenfalls wird der Begriff Logos
mit dem gesetzten Gott gleichgesetzt, an den man einfach glauben muss und von
dessen Menschwerdung gesprochen. Doch so wird genau das Gegenteil dessen
bewirkt, was Jesus Christus für das Urchristentum war und heute wieder sein
könnte. Wer Mensch wurde bzw. hinter dem historischen Jesus steht und durch seine
Auferstehung den neuen Bund mit dem Schöpfer bewirkte, soll daher hier im
Verhältnis eines Informatikers zum Weltcomputer nachgezeichnet werden. Denn
jede Rede vom Logos oder Wort Gottes muss leer bleiben, wenn nicht die Software
als reale Wesenheit, sondern nur ein unergründlicher Gott anerkannt wird.
Um die hier gebrauchte allegorische Leseweise der
antiken Lehren, wie die Bedeutungsinhalte der gesamten Bibelsprache vom Wort
Gottes nachvollziehen zu können, ist die Software der Welt in die Betrachtung
einzubeziehen. Solange die Software nicht als Wort/Sohn im gesamten Kosmos
gesehen wird, scheint es z.B. unmöglich, die Wesens-Aussagen des Neuen
Testamentes anzuerkennen. Was bleibt ist eine davon handelnde verdichtete
Bild-Geschichte, die 2000 Jahre den Geist der Geschichte getragen hat, somit an
jeder Stelle der Zeitgeschichte ihre Wirkung erzielte. Da sie jedoch heute zur
völligen Banalität geworden ist und menschlich missbraucht wird, während
gleichzeitig eine universale Gotteswahrnehmung zur Lösung der Weltprobleme
notwendig ist, scheint genau jetzt der beschriebene Zeitpunkt zur erneuten
Wende.
Doch es ist ein kaum überwindbarer Teufelkreis der
Theologie: Solange die in Natur und Geschichte nachweisbar Software der Welt
für die Theologie kein Thema ist, bleibt ihr nur das verzweifelte Festhalten an
einem menschlichen Gründer und einem gesetzten Gott an den man ganz anders als
in der Antike, blind glauben soll. Und gleichzeitig verhindert die Hypothese
eines einfachen Menschen als das eigentliche Wesen und eines daneben gesetzten
Christusgottes, dass der Gegenstand der Offenbarung gesucht und gesehen wird.
Jeder Versuch, im historischen Jesus mehr zu sehen, als einen als Christus
verherrlichen jungen Juden, muss bei heutiger Hochschullehre völlig absurd
erscheinen. Doch dadurch wird der heute wieder nachweisbare Urgrund
christlichen Glaubens verleugnet, die Wahrnehmung der weltlichen Präsenz Gottes
durch seinen Sohn (das Weihnachtsgeschenk Gottes) verhindert.
Der Sohn bzw. das lebendige Wort Gottes wird daher
im Folgenden in der Metapher der Software des Weltcomputers versucht zum
Ausdruck zu bringen. In der Realität des Weltbildes moderner Wissenschaft soll
so das bereits von Juden und später christlich erneuerte Verständnis des einen
externen Creators nachvollzogen werden.
Gott der Schöpfer selbst bleibt dabei unsichtbar, offenbart sich nur in seinem
Wort/Sohn/der von ihm ausgehenden Software den Menschen und gibt diesen damit
Sinn und Wegweisung.
Durch die moderne Metapher des christlichen Wesens
und ihre kosmische Realität ermöglicht sich nicht nur eine inhaltliche Füllung
des christlichen Glaubens. Gleichzeitig ergibt sich eine Weiterführung von
Materialismus, philosophischem Monismus oder ganzheitlich-ökologischer
Kosmosverehrung zum christlichen Monotheismus. Die atheistischen oder
heidnischen Vorstellungen werden dabei nicht ausgehebelt, sondern zu Zeugen
eines höheren Wesens (schöpferischen Vernunft/Logos/Gotteswort), das in
menschlicher Gestalt den christlichen
Glauben begründet. Was somit von christlicher Theologie nur noch dogmatisch
behauptet oder als Mythos hingestellt wird, lässt sich in einem zeitgemäßen
Weltbild belegen und kann im Bild der Software zum lebendigen und offenbarenden
Wesen werden. Die Verbindung des Weltcomputers zu seinem Creator soll durch die
von Gott gegebenen Gaben des Wissens um das natürliche Werden bzw. der zugrunde
liegenden schöpferischen Vernunft wieder
hergestellt werden.
Wir tun uns heute nicht nur schwer mit der Bezeichnung „Gottessohn“, können dessen Realität in der Gegenwart kaum begreifen. Auch der von der antiker Theologie geprägte Begriff „Logos“ ist für uns kaum mehr nachvollziehbar, wird oft nur als philosophisches Prinzip bzw. reine Lehre der Schrift übersetzt oder als antike Gottesbezeichnung gelesen, ohne das die Welt bestimmende schöpferische Wesen zu verstehen. Bei der Bezeichnung „Wort Gottes“ blicken die Menschen nur noch auf ein Buch. Und die bisher von mir meistens gebrauchte Bezeichnung „Vernunft“ ist vergriffen. Auch wenn wir von einer „schöpferischen Vernunft“ reden, um Logos/Sohn/Wort Gottes zu umschreiben, wird immer nur menschliches Denken verstanden. Was Menschen im Namen ihrer eigenen – von schöpferischer Vernunft abgefallenen – Vernunft machen, ist angesichts einer schöpferisch-gesamtheitlichen Vernunft so absurd, dass wir auch diesen Begriff kaum verstehen bzw. ihn Gott zuordnen können. Es erscheint daher im heutigen Sprachgebrauch sinnvoll, das von Hebräer verstandene Schöpfungswort, das Johannes & Co. als Weltvernunft und wahren Menschen zur Sprache brachten, im Bild der „Software“ auszudrücken.
Einleitung:
Zwar will ich nicht behaupten, dass uns der Schöpfer die Computertechnik nur gegeben hat, damit wir ihn bzw. sein Einwirken in die Welt besser erklären können. Doch ich bin sicher, dass die Wirkung für die Welt, die von der Wahrnehmung des realen gemeinsamen Schöpfergottes im Rahmen allgemein akzeptierter Bilder weit größer sein wird, als der Einsatz der Computertechnik selbst. Denn letztlich wird der Weltcomputer die Errungenschaften der modernen Technik - z.B. Globalisierung oder Gentechnik - erst zukunftsweisend und sinnvoll nutzen können, wenn er seine Programme am Softwaregeber ausrichtet, sein Gottesverständnis als grundlegendes Betriebssystem aufrüstet. Durch den Gebrauch der Metapher vom Zusammenspieles von Hard- und Software bzw. des dahinter stehenden unsichtbar bleibenden Ingenieurs, wäre es möglich, Gottes Wirken in der Welt auf aufgeklärte Weise in ähnlicher Weise wahrzunehmen, wie dies am Anfang christlichen Glaubens war. Denn ohne den, der das ganze 1 + 1 des geistigen und materiellen Weltcomputers konstruiert hat, den Sinn von außen vorgibt, unsere Programme ständig erweitert, die Welt informiert bzw. durch seine Software alles in Form bringt, wäre nichts. Wenn wir hinter dem, was wir als wunderbare Selbstorganisation oder Software allen Werdens weitgehend selbstverständlich voraussetzen, den Sohn Gottes und geschichtlichen Offenbarungsgrund christlichen Glaubens sehen, kann das Wissen um die schöpferische Vernunft Grundlage einer vernünftigen, ganzheitlichen, zukunftsgerechten Handlungsweise und Gesellschaftsgestaltung werden. Weder ganzheitliche Erkenntnis um eine kosmische Software, noch pantheistische Vorstellungen oder andere naturphilosphisch-theologische Theorien bringen uns weiter. Dies führt allenfalls zur Übereinkunft über die Grammatik der Gottesrede in der natürlichen und biblischen Genesis. Um gemeinsame Bedeutungsinhalte des Schöpfswortes zu verstehen und daraus pragmatische Wegweisung anzuerkennen, bedarf es mehr. Erst wenn durch die Sichtweise der alle Evolution bewirkenden Software der bereits vor 2000 Jahren menschgewordene Sohn Gottes in der Schöpfungswirklichkeit der Welt präsent (offenbar und als Geschenk gesehen) somit der Vater verstanden und verehrt wird, führt die moderne Erkenntnis einer Software zum Fortschritt im Gottesbewusstsein.
Um die Herrlichkeit Gottes über Privatoffenbarungen, alte Dogmen und konservative Blindgläubigkeit hinaus im konkreten kosmischen und geschichtlichen Geschehen in der Welt-wirklichkeit deutlich zu machen, hilft es nicht, auf biblische Texte zu beharren, den alten Mythen nachzutrauern, moderne Metaphysik zu betreiben oder gar die Aufklärung für den Verlust des einheitlichen Weltbildes anzuklagen. Auch komplexe verwissenschaftlichte Systeme und Theorien von einem allgegenwärtigen Schöpfer daneben zu stellen, die kaum einer versteht und die außerhalb des allgemein anerkannten, von der Wissenschaft bestätigten Weltbildes liegen, bringen uns nicht weiter. Es bedarf einer sprachlichen Erklärung auf aufgeklärter Grundlage und Wissens, die ins heutige Weltbild passt, von der Welt verstanden wird und sich mit den christlichen Vorstellungen vom offenbarenden Sohn verbinden lässt. Nur von einer schöpferischen Intelligenz aller wunderbaren Selbstorganisation zu reden und einem Softwaregeber wäre zu wenig. Erst wenn wir die neue Metapher mit den antiken Bildern verbinden, damit die christliche Kultur nicht nur erfüllend fortsetzen, sondern so die moderne Vorstellung von der Vorerfahrung bestätigt wird, lässt sich das Betriebssystem des Weltcomputers erweitern.
Ein Vortrag des Natur- und Technikphilosophen PD Dr. Hans-Dieter Mutschler bei der Katholischen Akademie Speyer zur Frage „ Ist Gott ein Software-Ingenieur?“ machte mir erneut bewusst, wie wichtig es ist, dass sich unsere christlichen Metaphern wandeln. Wir müssen das Verhältnis Gott und Welt in zeitgemäßer Sprache ausdrücken, um den Menschen den einen Schöpfer vermitteln zu können. Wie sich die Antike sinnvoller Weise ihrer gängigen Metaphern bediente, die über das Mittelalter hinaus weitergewachsen sind und bis vor wenigen Jahrzehnten noch die Offenbarung Gottes getragen haben, so benötigt der Mensch von heute eine Welt- bzw. Gotteserklärung im Verständnis der modernen Welt. Alte und neue Metaphern müssen dabei auf einen Nenner gebracht werden. Denn auch dafür war der mir aus zahlreichen Diskussionen mit Theologen und modernen Naturwissenschaftlern bekannte interdisziplinäre Denker selbst ein lebendiges Beispiel:
Solange wir das, was die Antike „Gottessohn“ nannte nur als geistig-religiöses Luftschloss oder Miniaturausgabe eines gesetzten Gottes sehen und dies einem angeblich charismatisch-vorbildhaften Religionsrebellen überstülpten wollen bzw. neben die geschichtliche Offenbarung stellen, kommt all unser philosophisch-naturwissenschaftliches Wissen nicht vom Fleck. Es führt nicht weiter, wie antike Philosophien und Ihre vielversprechend hoffnungsvollen Lehren vom schöpferischen Logos. Unsere heutige Prämisse vom historischen Jesus verhindert, dass wir den Logos der Antike wieder ernst nehmen, hinterfragen und in der alles Werden bewirkenden Software auf zeitgemäße Weise das Wort Gottes hören. Wie sollen wir den offenbarenden Sohn des ewigen Allvaters und Gott des Gesetzes unserer Väter sehen, aufgeklärt den „Vater“ verstehen, wenn damals laut Theologie doch nur ein hochgetitelter Wanderguru war?
Und selbst dort, wo vom Logos geschwärmt wird, ökologische Theologien in höchsten Tönen von einem Gott in der Schöpfung reden und gar in frühkirchlicher Begrifflichkeit vom Christus gesprochen wird, kann von diesem keine wirkliche Offenbarung ausgehen. Solange wir einen rebellischen Wunderheiler als das eigentliche Geschichtswesen daneben stellen, die Offenbarung nur in einem als Menschen gesetzten Gott suchen, übersehen wir die Präsenz des Gottessohnes in der Welt von heute. Die Weihnachtsgeschichte wird dann nur noch als frommes Märchen verstanden, das von einem gesetzten Menschengott handelt, an den man einfach glauben muss. Dabei könnten wir gerade aus der Antike lernen, dass es damals nicht Gott selbst war, der zur Welt kam, sondern nur sein Sohn/Schöpfungswort in menschlicher Gestalt das Licht der Welt erblickte. Gott präsentierte sich der Welt in seinem Sohn/Logos. Und dieser könnte heute wieder als Software der Welt sichtbar werden. Statt moderne Logosvergötterung: philosophischen Erklärungen über Gott in der Welt aufgrund neuer naturwissenschaftler Betrachtungen, wie sie in vielen Bestsellern nachzulesen sind, ist im urchristlichen Sinne nur die Software zu sehen, der Informatiker selbst bleibt für den Weltcomputer unsichtbar.
Ein Bild aus dem Alltag: Ich komme gerade aus dem Garten. Am Weihnachtsbaum waren die Kerzen ausgegangen. Altersschwäche oder meine unachtsame Handhabung hatten das Stromkabel an einer Stelle brechen lassen. Der Stromfluss war gestört. Nun hingen alle Weihnachtslichter am immergrünen Baum über der Grippe mit Josef, Maria und dem Kind ohne zu leuchten. Zwar war Strom vorhanden. Nur der Fluss war gebrochen. Erst als ich die Leitung wieder zusammenfügte, entfalte der gesamte Kerzenstrang seine Leuchtkraft. Vorsicht: Auch hier sind erst die richtigen Drähte zusammenzubringen. Es gilt verschiedene Möglichkeiten zu prüfen, um Kurschlüsse zu vermeiden. Erst wenn die Kerzen dauerhaft leuchteten wissen wir, dass der Kurzschluss behoben ist.
Ich denke, dass ähnlich auch der gebrochene Fluss des ewigen Logos in der Geistesgeschichte zu beheben wäre. Im Strom der Erkenntnis gilt es Kurz-schlüsse zu beseitigen, die verhindern, dass heidnisch-natürliche Anbetung, antik-philosophisches Denken, das Kind in der Krippe als geschichtliche Offenbarung und modernes Wissen um das Werden einen sinnvollen Ablauf ergeben. Es gilt zu prüfen, welche Drähte zusammenpassen. Erst wenn wir die Kurz-schlüsse vermeiden können, leuchten die Weihnachtslichter wirklich, von denen wir in diesen Tagen so viel singen. Und genau hierbei kann möglicherweise die Metapher der modernen Computertechnik helfen. Durch die Sichtweise einer schöpferischen Software als offenbarenden Sohn Gottes lässt sich das Verständnis des Schriftwortes wie des natürlichen Schöpfungswortes verbinden. So lässt sich der Kurz-schluss des buchstäblichen, die Naturlehre verneinenden Schriftverständnisses ebenso beheben, wie der Kurz-schluss der Naturkundler, die nach wie vor denken, dass die Evolutionslehre den Schöpfer entbehrlich machen würde, statt ihr Wissen zu Offenbarung werden zu lassen. Auch die Kurz-schlüsse, die nach wie vor aus der Evolutionslehre im Rahmen des „Sozial- und Wirtschaftsdarwinismus“ gezogen werden, ebenso wie die Annahmen, die heute zu einer intellektuellen Ablehnung jeglichen Glaubens führen müssen, lassen sich überwinden, wenn die Kurz-schlüsse über das christliche Wesen behoben werden. Die christliche Vorerfahrung – Wissen um die geistige Grundlage des christlichen Glaubens - gibt uns dabei die Möglichkeit, nicht nur einfach weitgehend willkürlich Verbindungen herzustellen, ohne das Ergebnis zu kennen. Vielmehr erscheint es möglich, geistige Segmente zu verbinden, von denen wir wissen, dass sie zusammenge-hören (einem Schöpfungswort entsprechen) und so eine kreative Weiterentwicklung gewährleisten.
1.1. Der
total vermenschlichte Jesus verhindert die Präsenz Gottes in der Welt
Gleich zu Beginn verneinte der Naturphilosoph die Frage seines Vortrages: Gott sei kein „Software-Ingenieur“. Das wäre nur eine Metapher, die er gewählt habe, um auf die Fortentwicklung der Welt- und Gottesbilder aufmerksam zu machen, was er als Aufgabe seines Vortrages sah. Eine Welt- und Gotteserklärung im Rahmen des modernen Bildes von Hard- und Software, wie es inzwischen in allen Lebensbereichen zur Selbstverständlichkeit geworden ist, wollte oder konnte der im heutigen Verständnis des historischen Jesus Christus gefangene Naturphilosoph nicht geben. Nach der heute allgemein anerkannten Vorstellung vom christologisch vergotteten historischen Menschen muss Offenbarung auch für Mutschler von einem ganz anderen Geschichtswesen ausgehen, als ich es hier als Software nachvollziehen will. Nicht was in Geschichte und Natur zu sehen wäre und im Evangelium verdichtet ist, sondern was ein charismatischer Jude über Gott sagte oder die Frühkirche als Christologie setzte, wird für das eigentliche Wesen gehalten. Wie soll daher der christliche Naturphilosoph, der dazu bestens prädestiniert wäre, über den Informatiker des Weltcomputers bzw. das von diesem ausgehende Schöpfungswort als Information an die Welt nachdenken und damit das Wesen des christlichen Monotheismus verdeutlichen? Inzwischen wird war in allen Lebensbereichen wie selbstverständlich eine Software vorausgesetzt, auch in Soziologie oder Biologie die moderne Metapher angewandt und von Hard- und Software gesprochen. Doch solange die Welt denkt, dass der christliche Glaube durch die nicht mehr nachvollziehbare Gotteserfahrungen eines jungen Charismatikers oder seiner einen Christusgott setzenden schriftgelehrten Nachfolger begründet ist, scheint es unmöglich, in der Software der Welt die Präsenz und Sinngebung des unsichtbar bleibenden Ingenieurs bzw. Autors das Alles als christliches Wesen zu suchen. Ist es nicht auch bei Hans-Dieter Mutschler das Bild vom total vermenschlichten historischen Jesus und ein ebenso vermenschlichtes, völlig daneben stehenden Gottesbild aufgrund des Gesetzes, das verhindert, dass Gott in der modernen Sprache verstanden und vermittelt werden kann? Im realen Weltgeschehen hat das ohne Dolmetscher zu verstehende Wort des Schöpfers nicht nur bei Mutschler keinen Platz. Sämtliche naturwissenschaftliche Überlegungen, die ein sinnvolles schöpferisches Walten im Rahmen der sog. Selbstorganisation im astronomischen oder biologischen Bauplan verdeutlichen, werden, völlig unbedeutend neben die christliche Offenbarung gestellt. Christus ist heute zu einem Gottmenschen geworden, der dann stellvertretend für den Schöpfergott steht, bei dem jedoch jeder real nachvollziehbare Bezug zur Schöpfung fehlt. Eine offenbarender Gottesspräsenz im Weltgeschehen kann in diesem Bild nicht vorkommen. Der Mensch bzw. vermenschlichte Offenbarer mit Namen Jesus steht ebenso wie die Gotteswort selbst genannten Buchstaben der Bibel quer zum lebendigen Sohn des Schöpfers. Mutschler ist damit ein kleines Beispiel für den Missverstand, der sich seit der Aufklärung durch alles Denken zieht und auch heute nach wie vor zwischen Welterkenntnis und der Lehre vom Gotteswort steht.
Wen wundert es, wenn beispielsweise die Diskussion, die Mutscher, der Systemtheologe Wolfhard Pannenberg, der über den alten Materialismus weit hinausdenkende Physiker bzw. alternative Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr und der Logik- bzw. Erkenntniswissenschaftler sowie Naturphilosoph Gerhard Vollmer vor wenige Jahren bei einem mehrtägigen Treffen führten (in Fernsehaufzeichnung und Buch veröffentlicht) nicht weiterführte? Ein Neutestamentler hat in der hochkarätigen Runde gefehlt, der wie Prof. Klaus Berger die Weltvernunft des Johannes zum historischen und gleichzeitig inhaltlich grundlegenden Thema des Neuen Testamentes und christlichen Glaubens gemacht hätte. Ein Theologe mit fundiertem Wissen, der die Trennung des historischen Jesus vom Christus des Glaubens für falsch oder das Johannesevangelium und außerkanonische Texte nicht für später aufgesetzt und ungeschichtlich hält. Denn erst hierdurch wäre eine Brücke vom damaligen zum heutigen Weltbild des Wissens und gleichzeitig lebendigen Gotteswortes zu bauen.
Von einer menschlichen Ausformung der philosophisch erkannten Weltvernunft als Voraussetzung für das Funktionieren staatlicher Gemeinwesen ausgehend, könnte und müsste sich der Neu-testamentler auch in gesellschaftliche Diskussionen einmischen. Nicht als Moralapostel, der Fehlverhalten anprangert, eine andere Lebensweise anmahnt, Vorschriften macht, sondern die Wahrnehmung des schöpferischen Wortes, einer Software/Weltvernunft als Voraussetzung für gesellschaftliches Gelingen und schöpferische Zukunftsfähigkeit verdeutlicht.
In theologischen Lehrbüchern wird aufgrund alter Texte über den „Christus“ und seine Weltgegenwart nachgedacht. Die Immanenz des Gotteswortes in der Welt durch den Sohn und Geist Gottes wird in höchsten Tönen beschrieben. Doch die Logik des in der Welt wirk-samen Wortes, das alle Evolution bewegt, ist dabei allenfalls ein Randthema. Auch Überlegungen, die sich mit einer Erkenntnis im Prozess des Weltgeschehens befassen oder wie z.B. der Theologe Jürgen Moltmann versuchen Gott in der Schöpfung ausfindig zu machen bzw. eine ökologische Schöpfungslehre konstruieren, laufen in die Leere oder in Pantheismus, solange es ihnen nicht möglich ist, den christlichen Gottessohn zu thematisieren. Und umgekehrt bleiben die vielen christologischen Aussagen, in denen Theologen in zutreffender Weise die Bedeutung des in der Weltgegenwart wahrgenommenen Gotteswortes für die gesamte Welt beschreiben unbedeutend, solange der Sohn Gottes nicht in der Gegenwart des Wissens gesucht werden kann. Von reinen Buchbeschreibungen, statt vom realen Schöpfungswort in der Weltgegenwart ausgehend, müssen alle Essentials über Christus als unwirkliches Kirchenkonstrukt gelesen werden. Eine christliche Offenbarung kann vom von einem angeblich nur durch kirchliche „Hoheitstitel“ und christologische Kopfgeburten geadelten Wunderheiler nicht ausgehen. Es erscheint daher als not-wendig, in heutiger Begrifflichkeit an das anknüpfen, was für die Verfasser des Neuen Testamentes als Logos Gottes ein reales Wesen war und in der antiken Metapher des menschlichen Gottessohnes mit Namen Jesus ausgedrückt wurde. Nur so lässt sich die notwendige emotionale Ladung für unsere gemeinsame Begeisterung nutzen. Eine rein kognitive Erkenntnis Einzelner wäre wirkungsloser, wie der heutig rein persönliche Aber-Glaube an Buchstaben und alte Lehren trotz Aufklärung. Erst die emotionale Begeisterung, der bewusste gemeinschaftliche Kult bzw. die Anbetung des lebendigen Gottes, der das sichtbare Werden der Welt bewirkt, führt zur Verhaltensänderung.
Doch ohne die Software bzw. den Sohn Gottes zu sehen, wird oft die Hardware zu einer Art Gott erhoben. Selbst im materialistisch-wissenschaftlich Weltbild setzten im Grunde die Atheisten Natur mit Gott gleich: moderner Pantheismus. Auch im theologischen Denken führt das Übersehen des in der Welt wirksamen Sohnes nicht zum Gott der Väter. Obwohl Gott längst nicht mehr wie ein willkürlich an den Fäden ziehender Marionettenspieler verstanden wird, bleibt der externe Informatiker verborgen. Pantheistisch wird von Prozesstheologen nach einem im Welttheater (der Schöpfung selbst) versteckten Gott gesucht. Und letztlich betreibt selbst eine Theologie, die von einem gesetzten Gottessohn als christlichen Miniaturgott spricht so etwas wie Pantheismus bzw. setzt den externen Gott mit einem weltlichen Wesen gleich. Der eigentliche Schöpfer verliert sich so in einer Unbestimmtheit menschlicher Denkbilder.
Von einem den Vater in der Weltgegenwart präsentierenden Sohn bzw. einer allgegenwärtigen Software ist auch bei über die reale Schöpfung nachdenkenden Theologen, die sich gleichzeitig über die Christologie Gedanken machen und von der ständigen Offenbarungsgegenwart Christus schwärmen, nichts zu sehen. Solange nicht die schöpferische Informatik (Formgebung und gleichzeitig Information: Wort bzw. Kommunikation mit den Menschen) zum Thema gemacht wird, bleibt alle Theologie und Christologie eine blutleere dogmatische Lehre, die kaum noch jemand ernst nimmt.
Die großartige Leistung der christlichen Lehre, die verschiedenen antiken Weltbilder - die vorher das Wort/den Sohn Gottes auf ganz unterschiedliche Weise zur Sprache brachten – zu verbinden und in damals verständlicher Weise als menschliche Gestalt und gleichzeitig universell gültiges Wesen zu vermitteln, ist nicht nachvollziehbar. Solange an unseren Hochschulen nur ein hellenistisch vergotteter Wanderguru gelehrt wird, bleibt diese wahrhaft messianische Leistung des christlichen Glaubens im Dunkel.
1.2. Buchkreationen stehen dem Verstand des Wortes in kosmischer Realität im Weg
Auch den in die Sackgasse geratenen Kreationisten, einer selbst von der Kirchentheologie kaum ernst genommenen wörtlichen Schöpfungslehre, kann nur eine neue Sichtweise helfen, die wie die Evangelisten vom realen Handeln Gottes durch eine Weltvernunft ausgeht. Das Ziel der deutschen Vereinigung von an der Kreation Gottes festhaltenden Christen ist gleich der hier gemachten Überlegungen. „Wort und Wissen“ zu vereinen, ist die Absicht der Gemeinschaft, in der viele christlichen Naturwissenschaftler mitwirken. Wie kaum jemand in kirchlichen Kreisen setzen sich die die Evolution verneinenden Kreationisten mit der Naturlehre auseinander. Doch wie sollen sie in der Evolution bzw. dem nachweisbaren natürlichen Werden das Schöpfungswort hören, wenn sie dies den Buchstaben zuliebe abstreiten? Gleichwohl junge Naturwissenschaftler bei Seminaren von „Wort und Wissen“ die unendlichen Kreativität des konkreten kosmischen Geschehens in biologischen oder in astronomischen Abläufen darstellen, wollen sie das Wort Gottes nur im Buch lesen. Was als Lautsprecher des Schöpfungswortes zu sehen wäre, wird teilweise abgestritten oder soll dem Gesetz (der buchstäbliche Interpretation der Bibel) gemäß gemacht werden.
Auch die Ausführungen eines Informatikprofessors und
meinungsführenden Mitgliedes von „Wort und Wissen“ über die Information Gottes
in aller Natur, müssen ähnlich wie bei Mutschler außerhalb die christlichen
Offenbarung gestellt werden. Denn die Wort Gottes Erfahrung bleibt – im
eigentlichen Grund des Begriffes ganz „unkreationistisch“ - allein auf einen Text bezogen. Auch wenn z.B.
gerade von Prof. Werner Gitt wichtige Impulse ausgehen könnten, anhand seiner
Darstellung der Informatik in aller Natur, biblische Lehre und Naturwissen auf
einen Nenner zu bringen, so stehen die Buchstaben als eigentliche Offenbarung
dem schöpferisch-kreativen Wort/neuer Information im Wege. Gleichwohl sie sich
in buchstäblichem Sinne an die Bibel halten und in dieser das einzig
offenbarende Wort Gottes wahrnehmen, gehen die Kreationisten davon aus, dass
sich der selbst unsichtbare Gott in seinen natürlichen Werken den Menschen
erfahrbar macht. Statt in allem nachweisbaren Wissen auf den Schöpfer, dessen
Wort zu schließen, versuchen sie allerdings die Natur nach der buchstäblich
verstandenen Schrift zurechtzubiegen. Ein Gotteswahrnehmung auf Grund der
nachweislichen Kreativität des Kosmos, wie sie an den Schulen gelehrt wird,
kann so nicht stattfinden. (Auch die Bezeichnung „Fundamentalisten“ für eine
Buchstabengläubigkeit führt m.E. in die Irre. Da das Fundament der Schrift das
in der jeweiligen Weltgeschichte wahrgenommene Schöpfungswirken, das Hören des
Gotteswortes ist und nicht aufgewärmte alte Texte oder menschliche Rede, durch
die sich die selbsternannten Evangelisten heute gegenseitig überzeugen. Ohne
das lebendige und notwendige Fundament menschlichen Geistes zu finden, findet immer
nur das statt, was wir als falschen „Fundamentalismus“ beklagen.)
Während die Amtstheologie die Naturerfahrung weitgehend abgeschaltet hat, seit der Aufklärung außerhalb des Wissens, meist auf ganz persönliche Weise Gott wahrnehmen will, muss für die Kreationisten Gottes Schöpfungswirken in der Natur erfahrbar sein. Doch statt sich nur gegen die Kurz-schlüsse des Darwinismus zu wenden, wird meist gleich die gesamte Evolution abgestritten. Als Bewahrer der Buchstaben versuchen die Kreationisten die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse über die Evolution mit Hilfe gegensätzlicher Naturlehren zu entkräften. Einer allegorischen Leseweise völlig fremd, wird dann oft versucht, selbst die Sintflut geologisch und die Abstammung aus Adam biologisch nachzuweisen. Über eine lebendige Informatik in allen Lebensprozessen, einer noch heute vorhandene Arche, durch die die Trennung von Gott überwunden wird, ist daher nicht zu denken. Der Logos aller Geologie und Biologie kann in diesem durch das Gesetz gesetzten Gottesbild nicht vorkommen. Das im natürlichen Werden gesprochene Wort Gottes muss unverstanden bleiben. Die Kreationisten sind daher ein besonders deutliches Beispiel, wie Buchstabenbezogenheit dem Verstand des Schöpfungswort in aller Kreativität des Kosmos im Wege steht. Denn gerade die Kreationisten geben oft vielfältige Darstellungen über das Wunderwerk des Werdens, die allenfalls gegen den materialistischen Kurz-Schluss aus Darwins Lehren sprechen, nicht gegen das natürlich evolutionäre Wachsen. Sie bringen so Nachweise für das, was auf eine schöpferische Intelligenz (Software) in aller Evolution schließen lässt. Doch dies gar mit dem christlich-geschichtlichen Glaubensgrund und Gottesoffenbarer auf einen Nenner zu bringen, muss unmöglich erscheinen, solange sich kein Neu-testamentler einmischt. Vielmehr berufen sich die Kreationisten neuerdings nicht mehr auf das Alte Testament, sondern zitieren christologische Aussagen aus Johannes und Paulus, wenn sie die Evolution verneinen.
Gott wird mit Christus gleichgesetzt. Und aus diesem sei alles geworden. Für die Erkenntnis im natürlichen Wort des gegenwärtigen Werdens, die Präsenz des Gottessohnes in der Kreativität der Welt, ist dabei kein Platz. Die Schrift-Kreationisten machen so deutlich, wie wichtig es wäre, die Menschwerdung der Weltvernunft Gottes zum Weinhnachts-Thema zu machen. Denn ohne zu erkennen, dass die von Gott gezeugte offenbarende Weltvernunft Mensch geworden ist, streiten selbst die Kreationisten den ab, auf den sie sich berufen. Sie argumentieren, dass durch Christus alles erschaffen sei, was im Himmel und auf Erden ist, wenn sie ihr buchstäbliches Schöpfungsverständnis bestätigen wollen. Dass der, auf den sie sich berufen, gerade in der von ihnen verleugneten Vernunft der Evolution, einer permanenten Information Gottes verständlich werden kann, könnte nur eine Theologie deutlich machen, die nach dem christliche Wesen im Sinne des antiken Denkens fragt und dies in heutige Sprache überträgt.
Wie bei Naturwissenschaftlern (deren Aufgabe eh nicht das Hören und Vermitteln des Gotteswortes ist, sondern das Forschen und materielle Umsetzen) so verhindert auch bei den Kreationisten die Gesetzlichkeit die Wahrnehmung des gegenwärtigen Gotteswortes in einer Weltsoftware. Auch wenn sich die Kreationisten durch die Buchstäblichkeit nicht in einen reinen Materialismus drängen lassen, wie die Naturlehre der Aufklärung, so können sie die Informatik in der natürlichen Weltgegenwart nicht als den Informatiker offenbarendes christliches Gotteswort wahrnehmen. Auch eine Sinngebung und Wegweisung durch das in allem Werden gesprochene Schöpfungswort schließt sich so bei Naturwissenschaft wie Kreationisten aus. Nur wenn amtlich anerkannte Neutestamentler bereit sind, die stoische Weltvernunft oder jüdische Schöpfungsweisheit zu einem wesentlichen Thema christlicher Theologie und Christologie zu machen, kann die Kluft von der im gesamten Kosmos sichtbaren Kreation zum Schriftwort überwunden werden.
Bereits in seiner Begrüßung zu Mutschlers Vortrag in Speyer wies der katholische Akademieleiter Otto Türk auf die Bedeutung der antiken Weltbilder hin, die in ihrer jeweiligen Sprache den Schöpfer verstanden. Ob der Demiurg, in dem Platon den künstlerischen Schöpfer erklärte oder der Handwerker der Dorer, in den diese Hochkultur den Schöpfervater des Alls erkannte, der selbst nicht Allen erklärt werden könne, aber alles vom Chaos in Ordnung verwandle. In allen Schöpfungsmythen und späteren philosophischen Theologien wird deutlich, wie Gotteshandeln im Weltbild der jeweiligen Zeit wahrgenommen wurde. Doch es reicht nicht, die alten Bilder und Theologien blind nachzubeten. Fremde Schöpfungserzählungen und moderne Mythen bringen uns so wenig weiter, wie einfach zu behaupten, dass ein junger Jude das Schöpfungswort gewesen und somit ewig lebendiger Offenbarer sei oder sein Vater in sieben Tage alles erschaffen habe.
Vielmehr lässt sich heute die Bedeutung des neuen christlichen Bundes nachweisen, wenn wir aufgrund des theologischenWissens über die Welterklärungen im Rahmen des jungen christlichen Glaubens nachdenken, die Unterschiede herausarbeiten und nachzeichnen, wie das christliche Denken eine Weiterentwicklung antiker Philosophie und jüdischen Glaubens war, in der Menschwerdung des Logos die heidnischen Vorstellungen bzw. Naturvergötterungen aufgingen. Denn nicht durch gegenseitige Überredung oder die Verherrlichung eines Guru wurde dem monotheistisch-jüdischen Gesetzgott neues Leben eingehaucht und Universalität gegeben. Auch über die Frage, warum es heute so schwer fällt, neu-testamentlich die alte Wahrheit zu erkennen und somit das Schöpferwort im heutigen Werden, der Software aller Welt aufgeklärt wahrzunehmen, lässt sich aus dieser Perspektive nachdenken.
Überkommene Gottesbilder in Frage zu stellen bedeutet nicht sie zu verneinen, sondern das Gegenteil. „Wenn wir uns den Fragen der Naturwissenschaftler und deren Themen nicht stellen, verhindern wir Gott den modernen Menschen erklären zu können“, so der katholische Akademieleiter zurecht. Doch ich will noch weiter gehen: Nicht nur der Atheismus ist die Folge des Missverstandes der modernen Weltbilder einerseits und der totalen Vermenschlichung unsers Glaubensgrundes. Auch christlicher Aber-glaube trotzdem und das gleichzeitige nihilistische Verneinen biblischer Aussagen sowie das Abstreiten der eigenen Glaubenswahrheiten liegt in einem unzeitgemäßen Verständnis der menschlichen Gestalt Jesus begründet. Die Banalisierung des historischen Geschehens verhindert, heutige Sprache nutzbar zu machen, um Gotteswirken in der Welt zeitgemäß erklären und die Bedeutungsinhalte der Christologie begreifbar machen zu können. Nur eine fundierte geschichtliche Untersuchung der Begebenheiten und des Denkens am Anfang des christliche Glaubens in Verbindung mit den biblischen oder apokryphen gnostischen Aussagen, die nur ein Neutestamentler mit fundiertem Wissen in die Diskussion einbringen kann, könnte hier helfen. Die Naturwissenschaftler würden so zu Zeugen dessen, was bisher rein dogmatisch behauptet wurde.
1.3. Glaube
aufgrund offenbarer Realität, statt nur mysteriöse Geheimnisse
Im dargestellten Sinne wird nicht davon ausgegangen, dass heutige Theologie bewusste Geheimhaltung betreibt. Weder Zurückhalten von Wissen, noch Falschinformationen sind es, die alles als mysteriöses Geheimnis erscheinen lassen, an das man einfach glauben soll. Und doch scheint trotz des ständig wachsenden und veröffentlichten Wissens über das Denken der Antike alles ein Geheimnis zu bleiben. Gefangen in einer festgefahrenen Banalvorstellung des christlichen Wesens, die man zu wissen „glaubt“, muss der Glaube an Gott als gegenwärtiger Schöpfer ein Geheimnis sein, kann daher letztlich heute kein christlicher Glaube im Licht der Welt stattfinden. Man denkt zu wissen, dass nichts war als ein vergotteter junger Jude, „glaubt“ an dieses Nichts und versäumt so die Präsenz Gottes in der Weltgegenwart durch den lebendigen Sohn. Der Glaube an das selbst gedachte Wissen vom neutestamentlichen Nichts ist so groß, dass heute wie selbstverständlich „Glaube“ weitgehend mit blindem für wahr Halten eines vormals gesetzten Geheimnisses gleichgesetzt wird. Gleichwohl von antiker Weisheit geschwärmt und diese hochtheologisch als eine großartige Wende gedeutet wird, wird aufgrund dieses von heutiger Theologie postulierten Geheimnisses letztlich jedes andere Denken und Wissen als Unglaube bzw. gegen den Glaube gerichtet abgetan. Der für das Neue Testament nicht nur aufgrund gnostischer Texte nachweisbare Glaube aufgrund vorhandener Weisheit um das Werden, die schöpferische vernünftige Ordnung der Welt, wird so zu einem bedeutungs-losen Geheimnis.
„Glauben“ was selbst im üblichen Sprachgebraucht ein Wissen und eine Erfahrung voraussetzt, weil nur so etwas glaub-würdig wird, (ich glauben kann, dass ein Sachverhalt zutrifft,) wird im völlig Gegensatz zum antiken christlichen Glauben weit unter das Wissen gestellt. Eine mindere Form des nicht Wissens und trotzdem für wahr Haltens wird heute als „Glaube“ bezeichnet. Eine umfassende Einbindung des eigenen Seins in eine schöpferische Weltordnung, die für das Neue Testament als „Glaube“ herausgearbeitet wird, kann so nicht funktionieren. Während das gesamte Neue Testament von einer Gewissheit strotzt, der die wache Erkenntnis vorausgeht und das mit offenen Augen gesehene Offenbarungswesen als den einzigen und endgültigen Heilsmittler und Erlöser verkündet, soll heute nur noch Glaubensgeheimnis sein. Ein Glaube aus Denken und Wissen schließt sich so aus. Von eigener Blindheit ausgehend, muss dann selbst Abraham, der bereit war, seinen eigene Sohn aufzugeben und dafür weit mehr erhielt, als Beispiel für eine blindes Gottvertrauen herhalten. Von „fest stehen“, einer Gewissheit der Geschichts- und Genesis-wirklichkeit Gottes aus Fragen und Ausschau halten, wie es aus der hebräischen Wurzel des Glaubensbegriffes hergeleitet werden kann, ist heute nichts zu sehen. Der Atem Gottes, die alles durchdringende und bestimmende Lebenskraft als Wort, wie es in vielen biblischen belegt wird, von der die Psalmen singen, ist so keine Realität mehr, aufgrund der wir glauben können. Was das alttestamentliche Wort mit dem jungen Guru zu tun hat, bleibt für die Welt ein Geheimnis, auch wenn sich die Theologen heute bemühen, dem ersten Testament zu neuer Geltung zu verhelfen und ständig die jüdische Abstammung Jesus betonen.
Doch genau die hebräisch Herkunft des Glaubens aufgrund des Wortes und somit Gewissheit Gottes wird im rein metaphysischen Glaubensmythos ohne kosmische Realität ebenso auf den Kopf gestellt, wie antike jüdische Weisheit aufgrund erkannter Schöpfungsordnung. Das die alte Gewissheit ausdrückende „Amen“ ist dann so noch ein hoffnungsvolles Lippenbekenntnis oder blindes vertrauen, keine Feststellung oder ein fest Stehen mehr. Die Bibel, die bis zur Aufklärung neben der katholischen Kirche selbst der feste Grund war, auf das man denkend den Glauben gründete, kann heute diese Gewissheit nicht mehr geben. Während bis zur historisch kritischen Forschung der absolute Grund im gesetzten christlichen Gottessohn gegeben war, soll heute allen Ernstes aufgrund der „Nahtodeserfahrungen“ eines antiken Reformators oder einer nicht nachvollziehbaren Auferstehungsvergeisterung dessen Anhänger geglaubt werden. Von einem Glaube, der dem Erkennen und Wissen vorangeht und ihm gleichzeitig auch folgt, das Wissen weiterführt, wie er im neutestamentlichen Glaube an Jesus Christus nachzuvollziehen ist, scheinen wir weit entfernt. Solange wir nur einen verherrlichten Guru und nicht den Gottessohn (wie bei den Hebräern und jüdischer Weisheit das alles bestimmende Software bzw. das hörbare Wort) vor Augen haben, bleibt alles eine Geheimwissenschaft.
Auch das in der Etymologie des Glaubensbegriffes nachvollziehbare germanische gut-heißen, das der gleichen Wurzel wie (ge)loben, lieben (love und believe) entspringt, kann mit einem blinden für wahr Halten nicht erfüllt werden. Denn gut heißen hieße, die Logik der göttlichen Schöpfung voll und ganz anerkennen und dafür Gott loben. Die Problematik unserer Zeit in die alten Texte hineininterpretierend, nehmen wir ihnen das Vertrauen aufgrund einer Gewissheit und eines festen Grundes auf den man sich voll und ganz verlassen kann und lesen nur noch blindfromme Hoffnungsgebete. Und auch der Aspekt des Vertauens, des lateinischen „credere“, der sich im Glaube ausdrückt, lässt darauf schließen, dass es dabei um mehr geht, als wir heute denken. Schließlich leitet sich aus „credere“ der Kredit ab, den die Mitarbeiter der Bank nicht blind, sondern erst nach gründlicher Prüfung und gutem Grund geben. Was in der Bibel als Glaube verlangt wird, ist daher alles Andere, als ein Geheimnis, an das man einfach Glauben muss und blindes Vertauen, sondern das in der Schöpfung hörbare Wort. Und genau auf diesen Grund weist uns die Bibel permanent hin, wenn sie vom Hören des Wortes und Sehen des Sohnes spricht.
Gleichwohl der Glaubensbegriff unserer Umgangssprache sicherlich darunter gelitten hat, dass Glaube an Gott nur noch ein Geheimnis sein soll, drückt sich selbst in der allgemeinen Verwendung des Begriffes noch eine denkende Gewissheit aus. Doch während man selbst in der Alltagssprache nur Dinge bzw. Vorgänge „glaubt“, auf die man ganz kausal schließt, glaubt man in heutiger Schriftlehre zu wissen, dass Gottesgewissheit nur etwas geheimes, außerhalb der Vernunft/Logos bzw. offenbarer Logik liegendes sei. Gegen den üblichen Gebrauch des Glaubensbegriffes im Alltag und dessen biblische Bedeutung wird heute eine nicht kausal nachzuvollziehenden Gotteswahrnehmung als „Glaube“ bezeichnet. Während es am Anfang des christlichen Denkens mit Sicherheit kein blindes für wahr halten von menschlichen Aussagen, alten Gesetzen und Mythen oder eigenen Gedanken und inneren Stimmen, sondern logisches Schließen aufgrund gegenwärtigen Wissen und Vorerfahrung war, Gott aufgrund seines sichtbaren Logos geglaubt wurde, sollen wir aufgrund von Mythen glauben. Doch ist einer Menschheit, der Gott ein Wissen gegeben hat, alle Vorgänge in Natur und Geschichte logisch nachzuvollziehen, ein solcher Glaube zuzumuten?
1.4. Autorität
durch den kausal nachvollziehbaren Autor und ewigen Informator
Selbst dort, wo wir im Alltag nur glauben, was uns gesagt wird, führt eine Logik, die z.B. die absolute Autorität des Sprechers anerkennt dazu, dass wir dieser Aussage Glauben schenken. Es ist somit das Wissen um sachliche Kausalität und die Autorität des Sprechers, die uns an seine Worte glauben lässt. Völlig im Gegensatz zu einem solchen wissenden, logisch schließenden „Glauben“ steht angeblich die christliche Gotteserfahrung. Hier wird sich zwar immer wieder auf die Autorität Gottes berufen. Da aber immer nur alte Geschichten aufgetischt und schriftgelehrt ausgelegt werden, bleibt die menschliche Rede die einzige Autorität. Das Wort des Autors selbst bleibt unbewusst bzw. wird verhindert.
Eine Weiterführung des kausalen Wissens um das kosmische Werden der Welt, die zur bewussten Wahrnehmung des vom Autor ausgehenden Wortes führt, kann heute nicht als christliches Verständnis eines lebendigen Gottes bzw. neutestamentlicher „Glaube“ anerkannt werden. Wo die Autorität nur von Buchstaben ausgeht, die inzwischen von ihrer Lehren immer weiter herabgewürdigt und als angeblich unhistorisch ausgelegt werden, kann im Wissen nicht der Autor bzw. Sprecher des Wortes und somit die offenbare schöpferische Autorität verstanden werden. Alles bleibt ein Geheimnis.
Und selbst die Atheisten „glauben“: Sie denken zu wissen, dass das ihnen von der Amtslehre vorgesetzte Geheimnis (für sie ein Nichts), das eigentliche Wesen ist. Sie glauben (schließen) daher auch, dass in der natürlichen Schöpfung die christliche Offenbarung nicht zu sehen wäre und müssen folgern, dass es keinen Gott gäbe, er nur ein Hirngespinst (Produkt des linken Schläfenlappens) zur Selbstautorisierung von menschlichen Autoritäten, Moralisierung der Menschen und persönlichen Selbstbefriedung der Frommen wäre.
Glauben kann nicht mit Wissen gleichgesetzt werden. Doch was ist eigentlich Wissen? Ist es nicht auch ein Glauben, das mir die Gewissheit eines Informatikers gibt, der die Programme dieses PC entworfen hat? Den Programmierer habe ich noch nie gesehen und doch glaube ich, dass es ihn gibt. Doch von begründetem Vertrauen und Gewissheit, ähnlich wie bei der Annahme, dass alle Vorgänge in diesem PC durch eine extern vorgegebene Software gesteuert werden, kann heute in unserem christlichen Weltbild nicht ausgegangen werden. Wenn ich „glaube“, dass keine kleine Männchen im Kasten sitzen, keine geisterhafte Hand, Telepathie oder pure Selbstorganisation die Programme steuern, sondern eine extern vorgegebene Software, dann ist es hier ist ein Wissen, eine Vorerfahrung über die Funktion der Informatik, die mich zu dem glaubwürdigen Schluss kommen lassen. Wo die Autorität des Gotteswortes allerdings nicht von der im Weltcomputer glaubwürdigen Intelligenz allen Werdens ausgeht, sondern von den angeblichen „Nahtodeserfahrungen“ antiker Charismatiker und Schriftlehren heutiger Autoritäten, an die geglaubt werden soll, wird der Glaube der Bibel verleugnet und nur noch der Blindheit gedient.
Was nützt es daher, wenn in der theologischen Literatur dogmatisch die richtigen Aussagen getroffen werden, z.B. in hohen Tönen ständig von der Fleisch- oder Menschwerdung des Schöpfungswortes, Trinität oder Gnadenlehre gesprochen wird, wenn der reale Bezug zur Welt fehlt? Ohne eine Begrifflichkeit in der realen Wirklichkeit evolutionären Werdens sind die Bedeutungsinhalte des Glaubens weder den Menschen zu vermitteln sind, noch glauben die Theologen selbst, was sie aus alten Lehren vortragen und weiterschreiben. Wird dadurch das Neue Testament nicht zu einer Art Esoterik im negativen Sinne? Bleiben so die Bedeutungsinhalte pure Geheimniskrämerei bzw. unsinniges Spielen mit Bildern, die den Rest der Welt davon abhalten, sich damit auseinander zu setzen? Selbst die christlichen Theologen haben doch meist die Wesensaussagen als für unseren Alltag nebensächlich abgehakt, bringen die Rede vom Gottessohn und was über ihn ausgesagt ist, nicht mehr mit dem Ablauf der realen Welt auf einen Nenner. Was bleibt ist ein unvermittelbarer Mythos, der angeblich nichts mit dem Geschichtsmenschen und total vermenschlichten Jesus zu tun hat. Viele angeblich modernen Theologen würden gleich die ganze Christologie am liebsten tilgen. Ohne zeitgemäße Metaphern und gleichzeitig einen Bezug zur Realität verlieren wir uns in eine Dogmensprache, die auch in der theologischen Welt ihre Wirklichkeit verloren hat, nur noch als Kirchenkonstrukt gestriger Gotteslehre gesehen wird.
1.5. Statt für jedermann sichtbare Erkenntnis wird
Esoterik gepredigt, Geheimwissen
Laufen wir nicht im christlichen Glauben Gefahr, ähnlich wie viele Esoteriker, die die Grundprinzipien ihre Lehre nicht verstehen und an die äußeren Dinge selbst glauben (in den Karten oder Sternenbildern die eigentliche Wahrheit sehen), auch im christlichen Glauben die notwendigen Metaphern für das eigentliche Wesen zu halten? Gerade in der Weihnachtszeit stehen Dokumentarfilme auf dem Programm. Hochschullehrer bringen den Menschen z.B. bei, warum der Ehemann einer jungen Hebräerin den unehelichen Sohn als sein Kind annahm, um seine Frau vor einer Steinigung zu bewahren. Zeigt sich nicht auch hier, wie die Metapher vom total vermenschlichten Glaubensgründer selbst denen den Kopf verdreht, die eigentlich wissen müssten, was den neuen Bund ausmacht? Wird die kosmische Präsenz des Gottessohnes nicht gerade durch wissenschaftliche Aussagen über die Geburt eines als Gott gesetzten wundersamen Wandergurus auf den Kopf gestellt? Auch wenn sich die Weihnachtsgeschichte des Lukas Wort für Wort als reales Geschichtsgeschehen nachvollziehen lässt, so hält doch die heutige Banal-Vorstellung die Menschen vom Denken ab.
Wenn es den Evangelisten und Kirchvätern nicht um die Darstellung eines charismatischen Religionsrebellen gegangen ist, sondern u.A. um die Frage, ob Gott selbst im Prozess des Werdens zu sehen ist oder nur der Sohn in menschlicher Person (dessen menschlich sinnvolle Wahrnehmung), dann wird es Zeit, sich auch heute darüber Gedanken zu machen. Das Verhältnis eines externen Schöpfergottes zur Welt lässt sich nicht verdeutlichen, wenn nur alte Geschichten aufgewärmt werden, die zur völligen Banalität verkommen sind und die niemand mehr ernst nimmt. Und ebenso wenig genügt es, nur neue, über den Materialismus hinausgehende komplexe naturwissenschaftliche Theorien aufzustellen, die ein Nischendasein führen. Denn ähnlich wie in der Antike helfen uns allein philosophische Lehren nicht weiter, ist der schöpferische Logos dem Volk nur in gängigen Metaphern verständlich zu machen. Alles Andere hätte damals zu einer Geheimwissenschaft für Wenige geführt.
Die Diskussion der Frühkirche kann heute nachvollzogen werden. Denn gerade heute lässt sich nachweisen, dass allein durch abstrakt-verschommene gnostische Konstrukte der Gebildeten der Schöpfer nicht präsent zu machen ist. Wie in der Antike nur eine menschliche Gestalt, die den allegorisch wiederverstandenen alttestamentlichen Erzählungen entsprach Gefühl und Verstand ansprach, den Menschen den Logos Gottes vermitteln konnte, war in Frühkirche Thema der theologischen Auseinandersetzung. Genau dies lässt sich bei unserem Wissen um die Wirkungsweise des menschlichen Geistes und die Notwendigkeit von menschlichen Bildern nachzuvollziehen. Wie nur durch eine menschliche Person den Menschen das Wort des lebendigen Schöpfer zu vermitteln sei, wurde auf den Konzilen ebenso diskutiert, wie die Gefahr, die von einem allzu personalen Gottesbild ausgeht. Und genau diese Diskussion könnten Neutestamentler im heutigen Weltbild der modernen Computersprache wieder aufnehmen.
Es geht dabei nicht darum, die alten Metaphern zu verneinen, sondern in heutiger Sprache die Notwendigkeit menschlicher Bilder bewusst zu machen. Denn erst im Rahmen einer zeitgemäßen Sprache erhalten die alten Begriffe Bedeutung, können sie aus einem kirchenesoterischen Dasein befreit werden. Die Lieder vom Kind in der Krippe von Bethlehem gewinnen an Bedeutung, wenn sie in heutiger Sprache verstanden werden. Sie sind in einem neuen Bewusstsein noch viel lauter zu singen. Denn wir können Dank des heutigen Weihnachtsgeschenkes wissen, dass das Wort Gottes wirklich in Bethlehem geboren ist, in dunkler Nacht kein später von Menschen zum Gott hellenisierter Wanderguru das Licht der Welt erblickte, sondern eine Gewissheit über eine Schöpfungs-wirk-lichkeit, die bereits bei den Hebräern war. Was David bereits in Psalmen besang, sich in aller Welt als Wirk-lichkeit/Schöpfungswort ausdrückt, hatte menschliche Gestalt angenommen und war so zum Licht geworden.
Doch nur laienhaft mit Engelszungen (vielfältigen Gotteserfahrungen ohne Verbindlichkeit) vom großen Licht, einer Software als Sohn Gottes reden zu wollen, führt nicht weiter. Nur eine ernst zu nehmende Hochschultheologie wäre in der Lage, vom lebendigen Wort ausgehend in wissenschaftlicher Weise das Neue Testament als großartige Allegorie von einem ganz konkreten Geschehen zu lesen. Nur durch ein von anerkannten Autoritäten ausgehendes Nachdenken über das eigentliche christliche Selbstverständnis kann der Weg frei werden, das Wort Gottes in der Gegenwart der Welt als das alles bestimmende und einzig offenbarende Wesen hören zu wollen. Die Hirten auf dem Felde, die des Nachts ihre Schafe hüteten, als sie laut Lukas dieses „Wort Gottes“ ansprach, sich nicht zu fürchten, sondern die alten Verheißung zu erfüllen, haben im übertragenen Sinne auch heute eine ganz konkrete Gestalt:
1.6. Neu-testamentler sind als Zeugen des in der Welt lebendigen Wortes gerufen
Wenn ich verlange, dass sich Neu-testamentler einmischen,
dann sehe ich dabei keine dogmatischen Gesetzeslehrer oder Bewahrer alter
Mythen, sondern Botschafter des neuen Bundes, der über alte Gesetzesbilder
hinausgeht. Geisteswissenschaftler, die im antiken Weltbild und ihrem Wissen um
die kultischen Herausforderungen von damals ein historisches Geschehen
nachvollziehbar machen, bei dem durch die Wahrnehmung einer Weltvernunft als
reales Wesen und präexistenter Sohn Gottes in menschlicher Gestalt wahrhaft
messianische Wirkung entfaltet wurde. Die Heilsfunktion der Menschwerdung des
Schöpfungswortes als realer „Retter“ und nicht nur literarische Rettergestalt
kann gerade dann deutlich werden, wenn wir uns vor Augen halten, was heute eine
Ein-sicht des traditionellen Schrift- und natürlich nachweisbaren
Schöpfungswortes bedeuten würde. Doch dazu muss sich unser christliches
Selbstverständnis grundlegend wandeln, müssen die Hirten bereit sein, etwas von
ihrem angehäuften Vermögen aufzugeben. (Sollten die Evangelisten bei ihrem
Vergleich mit dem Kamel und dem Nadelöhr evtl. gar nicht zum „Brot für die
Welt“ Spenden in unserem Sinne aufgerufen haben, sondern es sich um ein Brot handeln,
das der weltlichen Speise vorausgeht? Denn eher wird ein Kamel durchs Nadelöhr
gehen, als dass ein Hochschullehrer, der an seinem angehäuften geistigen Besitz
über den historischen Jesus festhält, die sichtbare Welt als Reich Gottes
verstehen und dieses den Menschen vermitteln können. Wer nicht bereit ist,
etwas von dem aufzugeben, was er bisher dachte als festes Wissen in Händen zu
haben, wird nicht Neues erhalten.)
Nur von einer Hochschultheologie, die bereit ist für einen neuen Bund auch alten Besitz aufzugeben, die über die bisherigen Bilder hinaus in neuer Weise nach der Realität des Gotteswortes Ausschau hält, und ihr Vermögen einsetzt, um alt- und neutestamentliche Aussagen auf das in allem Werden lebendige Wort zu beziehen, kann die erwartete Heilswirkung ausgehen. Den Menschen ist dabei nicht zu sagen, was sie glauben müssen, sondern sie sind in heutiger Sprache bzw. im Rahmen des heutigen Weltbildes mit wachem Verstand zum Glauben an den einen allmächtigen Gott der Väter zu befähigen.
2. Schöpfungslogik ist, wenn die Metaphern der menschlichen Sprache entsprechen
2.1. Metaphern wandeln sich
mit dem Weltbild, knüpfen an alten Bilder an
Vom Generalangriff Galileis auf das Gottesverständnis ist viel zu lesen. In der Zeit vor Descartes, Newton, Darwin und Co. sei die Welt noch in Ordnung Gottes gewesen. Ein umfassender Sinn- und Zweckzusammenhang, ein Buch voll Weisheit, das auf Gott als seinen Urheber verwies, sei verloren, die Religion so zur rein persönlichen Angelegenheit geworden, klagt auch Mutschler in seiner Auseinandersetzung mit Bestsellerautoren und Nobelpreisträgern der New Age Physik. Gott sei durch die Aufklärung aus dem kosmischen Geschehen verjagt worden. Doch wer hat ihn wirklich verjagt, ist für den bereits von Nietzsche analysierten Gottestod bzw. dessen Missverständnis verantwortlich? Wo liegt die Schuld, wenn wir keinen gemeinsamen Schöpfer mehr erkennen, von diesem keine gesellschaftsgestaltende Kraft mehr ausgeht, der christliche Glaube zu puren Innerlichkeit und persönlicher Menschlichkeit verkommen ist? Ist es der Zuwachs an Wissen um die Logik des gesamten Geschehens im Rahmen der Aufklärung? Oder ist es unser Festhalten an überkommenen, untauglich gewordenen Erklärungsmetaphern, die eine höhere Klarheit verhindern?
Wie auch Microsoft durch eine aufbauende Entwicklung seiner weltweit im Einsatz befindlichen Betriebssysteme den Fortschritt der Computerwelt ermöglicht, bei dem jeweils die neuen Systeme auch die alten Anwendungen noch ermöglichen, so scheint es auch für die geistige Grundlage unseres Weltcomputers. Denn erst wenn eine Lösung gefunden ist, die die alten Vorstellungen nicht verneint, sondern sie sinnvoll weiterentwickelt, können wir von einer schöpferischen Evolution reden.
So wie sich uns heute die Entwicklung unseres Universums präsentiert, seit dem Urknall wissenschaftlich nachzuvollziehen ist, scheint es einerseits unvorstellbar, in alter Form an einen Schöpfergott zu glauben. Gleichzeitig lässt jedoch gerade die Darstellung eines universalen Sinnzusammenhanges, aus dem sich alles entwickelt hat keinen anderen Schluss zu, als dass hinter allem nicht blinder Zufall und materielle Gewalt, sondern eine fast unfassbare schöpferische Intelligenz stehen muss. Erst aufbauend auf den urchristlichen Glauben kann die alle Selbstorganisation bewirkende Software des Weltcomputers, die alles bewirkt, was uns in populären Naturdokumentationen so wissenschaftlich dargestellt wird, als Sohn/Wort Gottes verstanden werden.
Wenn nicht nur den Naturwissenschaftlern und Philosophen der Aufklärung, sondern auch den modernen New Age Denkern von Mutschler vorgeworfen wird, sie hätten ihr Versprechen nicht eingelöst, dass Gott jetzt vernünftig in der Gegenwart erklärbar oder das Zeitalter der Trennung bzw. des Materialismus vorbei sei, dann geht diese Anschuldigung an die falsche Adresse. Wie sollen meine früheren naturwissenschaftlichen Lehrmeister des gegenwärtigen Gotteslogos, die mir in moderner Quantenphysik, holistischen, ganzheitlichen Welterklärungen eine unfassbare Software allen Seins sichtbar machten, darin den Sohn Gottes sehen können, solange das historische und eigentliche Wesen christlichen Glaubens als ein zum Christusgott hochgejubelter junger Jude gelehrt wird?
Wenn es damals angeblich nur um einen aus etwas konservativen Bergregionen Galiläs gekommenen Heilsprediger gegangen wäre, der im griechisch-jüdischen Kulturkreis, indem kurzzeitig Zwangsjudaisierung bzw. Zwangsbeschneidung und hoher hellenistischer Götterkult gemeinsam mit platonisch-stoischen Philosophien lebten, bleiben auch die New Age Lehren ohne Bedeutung. Der in ihren Weltbilder von einer umfassenden und unendlichen schöpferischen Ordnung allen Werdens nachvollziehbar gemachte Logos müsste unbedeutend bleiben. Zurecht wirft dann Mutschler den modernen Denkern vor, sie würden in ihrem Neoplatonismus oder -stoismus stecken bleiben, ihre Versprechen auf eine heile Welt durch eine neue Sicht der Natur und somit eine gemeinsame Weltreligion nicht einlösen. Direkt aus der Natur oder ohne Bezug zu bekannten Vor-stellungen kann Gott auch im heutigen Denken nicht abgeleitet werden. Wir brauchen die Verbindung zu altbekannten kultischen Bildern. Alle aufklärerischen Versuche, Gottes Werk im sinnvoll ablaufenden Naturprozess sowie in einer evolutionären Geistesentwicklung der menschlichen Geschichte deutlich zu machen müssen scheitern, wenn sie außerhalb dessen stattfinden, was die westliche Welt seit 2000 Jahren Messias nennt und sinnvoller Weise in menschlicher Gestalt wahrnimmt. Doch hierzu sind nur von neutestamentlichen Autoritäten die Voraussetzungen zu schaffen.
Der Kurz-schluss der modernen Naturwissenschaftler geht einher mit dem Kurz-schluss des christliche Glaubens. Ohne ein neues Auge für das Wesen des Neuen Testamentes muss alles naturwissenschaftliche New Age ebenso belanglos bleiben wie die christliche Lehre. Ich befürchte: Solange die Neutestamentlicher nicht aufgrund ihres heutigen Wissens nachvollziehbar machen, wie damals in Galiläa von den unterschiedlichen Kulturen ein ganz konkretes Wesen wahrgenommen und in menschlicher Gestalt zum Ausdruck gebracht wurde, das wir heute z.B. „Software“ des Weltprozesses nennen würden, bleibt ihr Wissen, wie das
der Naturphilosophen nur eine brotlose Kunst. Während die Naturwissenschaftler ihre Aufgaben wahrnehmen, weiterforschen und ihr Wissen in Anwendungen der verschiedenen Aufgabenbereich umsetzen, scheint sich bei den Philosophen und Theologen ein Reformstau angehäuft zu haben, der nur von wenigen naturwissenschaftlichen Freidenkern durchbrochen wird. Doch auch ihre Überlegungen bleiben völlig Bedeutungslos, weil sie sich scheinbar mit christlichem Schöpfungsverständnis oder christologischer Begriffswelt nicht vereinen lassen.
Mutschler gehört zu den wenigen amtlich anerkannten philosophisch-theologischen Denkern, die sich mit der New Age Naturwissenschaft auseinandersetzen. Und zurecht analysiert er die Probleme des Neoplatonismus, der sich nicht nur liest wie die Stoa, sondern auch von den gleichen Hoffnungen schwärmt und träumt. Doch warum diese Hoffnungen damals erst durch die Menschwerdung der Weltvernunft bzw. des kosmischen Logos und Gottessohnes zum Messias wurden, sich erst durch die Verdichtung des ausschweifenden Verstandes ein sinnvolles Verständnis ergab, bleibt verborgen. Solange die Hochschultheologie nicht das historische Wesen Jesus hinterfragt, alle Professoren ihre Prämisse vom einfachen Menschen als unumstößlich ansehen, scheint es unmöglich, den antiken Paradigmenwechsel nachzuvollziehen und auch moderne Welt-Gnosis für die monotheistische Lehre zu nutzen.
2.2. Das Gotteswortverständnis muss SEINER Zeit gerecht werden
Dabei gibt gerade Mutschler in seinem Vortrag dafür die Erklärung: Die Metaphern müssen dem jeweiligen Verstand entsprechen, wird bei der Entwicklung der Gottesbilder im Laufe der Geschichte deutlich. Das Bild, das die Menschen sich von Gott machten, hing immer mit dem Bild zusammen, das sie von sich und der Welt hatten. Solange die Welt wie ein Uhrwerk betrachtet wurde, in der die Tiere, die Menschen, die Gesellschaft einmal aufgezogen einfach ablief, mag es sinnvoll gewesen sein, sich Gott als eine Art Uhrmacher vorzustellen. Und wenn im 20. Jahrhundert der Computer die Stelle der Uhr einnimmt, sich selbst Soziologie oder Biologie im Modell des Computers ausdrückt und auch das Leib-Seele-Verhältnis, ebenso wie Geist und Körper im Rahmen dieses Bildes erklärt werden, dann bleibt uns scheinbar keine andere Wahl, wie auch das Gotteswirken auf diese Weise deutlich zu machen. Denn gerade so kann nicht nur bewusst werden, warum alles so wunderbar funktioniert. Vielmehr wäre deutlich zu machen, wie ein externer Konstrukteur nicht nur einstiger Erfinder oder hilfreicher Mechaniker des Weltmechanismus, sondern für Leib und Seele, die gesamte Hard- und Software auf ewige Zeit verantwortlich ist. Die Immanenz eines Schöpfers, der nicht in der Natur bzw. Evolution auf- und untergeht, sondern alles durch seinen Sohn steuert und so seinen Sinn von außen eingibt, lässt sich kaum klarer ausdrücken, als im Bild moderner Informatik.
Ob sich die Erde um die Sonne dreht, oder umgekehrt, ob es einen Urknall gab oder eine andere Erklärung der Ewigkeit von Zeit und Raum gegeben wird, bleibt unerheblich. Solange die Weltentstehung im Rahmen eines Mythos erklärt wurde, waren auch die Göttersöhne in mystischer Gestalt zu verdeutlichen. Würden wir die Welt als Zauberwerk sehen, so wäre schöpferisches Handeln in diesem Sinn verständlich zu machen. Und sollte morgen die heute weitgehend kausale Welterklärung aufgeben werden, man zu einer modernen naturwissenschaftlichen Quanten-Mythologie von unerklärlichen Lichtteilchen kommen, die ganz willkürlich diese oder jene Gestalt annehmen, dann wäre dies der Rahmen, in dem die Software des externen Informatikers nachzuvollziehen wäre. Solange jedoch alle Welt davon ausgeht, dass sich alles Werden einer natürlichen Logik verdankt, dann ist in diesem Logos auch das Schöpfungshandeln zu verdeutlichen, die Wirk-lichkeit Jesus wahrzunehmen.
Den Aposteln des Neuen Testamentes stand weder das Bild von der Uhr, noch von Hard- und Software zur Verfügung. Auch wenn das heute gültige empirisches Naturwissens damals begann, so war es im antiken Paradigma noch nicht möglich, aufgrund einer wissenschaftlichen Welterklärung das Gotteswort verständlich machen zu können. Während heute alle Welt wie selbstverständlich von Demokrits Atomen spricht, die Mathematik Pythagoras alltäglich ist und wir uns die Welt als kausales Werk vorstellen, das nach ganz bestimmten logischen Gesetzen abläuft, so klingt die damalige Vorstellung selbst in heutigen Ohren noch weitgehend metaphysisch. Was die theologischen Denker seit Sokrates und Platon vortrugen, war zur Zeit Jesus noch nicht Volksgut. Wie schwer es z.b. war, den Menschen den schöpferischen Logos verständlich zu machen, klagte bereits Heraklit, der diesen Begriff für das Wesen des ewigen Flusses, ein universales und ewiges Weltgesetz erstmals gebrauchte. Auch wenn die antike Philosophie als Theologie auf diesen Logos gründete, so wurde er nicht nur in unterschiedliche Begriffen zum Ausdruck gebracht, sondern war es nicht möglich, ihn der Welt zu vermitteln. Eine einheitliche Welterklärung, wie sie den Kindern heute rund um den Globus beigebracht wird, war nicht in Sicht, um das Wirken des Schöpfers im gesamten Kosmos verdeutlichen zu können. Um den Menschen das Wirken Gottes verständlich zu machen, mussten man sich der damals gewohnten menschlichen Bilder bedienen. Eine abstrakte Lehre vom Logos, durch die Gott in der philosophisch erkannten Ordnung durch seine schöpferische Vernunft wirkt, wäre weder den göttergewohnten Griechen, noch weit weniger später Franken oder Germanen zu vermitteln gewesen. Ohne die menschliche Gestalt des Gottessohnes hätte sich die Erkenntnis des Logos verflüchtigt, wäre von ihr auch im griechisch-jüdischen Kulturraum keine Wirkung ausgegangen. Allein die Lehre von einem Logos, der in philosophischer Weisheit Zuhause, ein reales Wesen im Fluss des Werdens war, hätte scheinbar auch für die Menschen am See Genezareth keine Wirkung gehabt. Wartet man dort doch noch heute auf einen rein menschlichen Messias. Wer will also bezweifeln, dass nur von der menschlichen Gestalt der Weltvernunft als Gottessohn Wirkung ausgehen, sich Gottes Wirk-lichkeit präsent machen konnte. Nur eine Gestalt, die wahrer Mensch war, konnte messianische Wirkung hervorbringen und entsprach somit der schöpferischen Logik, ohne Gott selbst zu sein.
2.3. Erst die Fleischwerdung des Logos machte Gott in der Welt präsent
Auch die Erwartung, die die Menschen der Antike in Kaisergestalten setzen zeigt die Notwendigkeit der Menschwerdung des Gottessohnes. Wer betrachtet, wie man sich bis heute von menschlichen Bildern, in denen sich altphilosophische oder prophetisch-monotheistisch Lehren ausdrücken, leiten lässt, kann sich darüber klar werden, wie notwendig die Fleischwerdung des Schöpfungswortes/der Weltvernunft war. Indem wir uns bis heute Sokrates oder Moses nur als menschliche Lehrer vorstellen können, statt sie als Sprachrohre des Logos oder Schöpfungs- und Geschichtswortes zu sehen, wird deutlich, wie wichtig es war, dass das Wort Gottes selbst Mensch wurde. Eine schöpferische Intelligenz, die heute als Software für uns wie selbstverständlich zu sehen ist, musste damals Mensch werden und als solcher in die Lehre eingehen. Bei allem was wir oft heute erst über das antike Geistesgeschehen wissen, kann weder nur ein besonders begnadeter Prophet, noch ein menschlicher Herrscher als Pantokrator einfach nachempfunden worden sein. Kein Christus-Gott in menschlicher Gestalt wurde aufgrund alter Texte abgebildet. Der alles Leben erst bewirkende Logos Gottes war eine menschliche Person, damit er in der Wirklichkeit des damaligen Weltbildes deutlich wurde. Zwar waren den antiken Denkern die Probleme der immer wieder einem Wandel im Wege stehenden Bilder und Gesetze bewusst. Gerade Jesus wurde als Ende bzw. Überwindung der Gesetzlichkeit gesehen. Und doch war es not-wendig, dass der Logos eine konkrete menschliche Gestalt annahm. Um Wirk-lichkeit entfalten zu können, musste das Schöpfungswort als Mensch in den Text eingehen (unter das Gesetz gestellt, Fleisch werden), genau wie es geschrieben stand.
Vor 2000 Jahren war es höchst sinnvoll, der stoischen Weltvernunft, den Logos Gottes in einer menschlichen Gestalt zu verstehen und verständlich zu machen, ihn die alten Lehren erfüllen und verständlich werden zu lassen. Und aus gleichem Grund scheint es heute notwendig, die schöpferische Vernunft im Rahmen eines Paradigmas zu beschreiben, das unseren Alltag bestimmt und uns dadurch auch für den historischen Jesus, die antike Wirklichkeit Gottes in der Welt zu begeistern.
3. Gott
als unsichtbarer Informatiker und seine zeitgemäße Offenbarung im Sohn
3.1. Mit neuer Metapher das
Verhältnis Gott und Welt verständlich machen
Es geht nicht darum, uns einen Informatiker vorzustellen. Gott ist und bleibt unvorstellbar. Gerade heute würde sich eine Vorstellung von einem himmlischen Handwerker unmöglich mit unserem Wissen um die Unendlichkeit kosmischen Geschehens verbinden lassen. Gott selbst ist für uns so wenig sichtbar, wie sich die Software dieses Laptop den Informatiker von Microsoft vorstellen kann. Jede Vorstellung Gottes führt daher in die Irre und setzt falsche Bilder. Doch das wussten bereits die alten Hebräer. Und noch heute gehört das Bilderverbot zu den wichtigsten Geboten, die unser Verhältnis zu Gott beschreiben. Das Wort, alle menschliche Information und alle Formgebung gehen von einem außerhalb des Weltcomputers stehenden unsichtbare bleibenden transzendenten Creator aus. Nur eine schöpferische Software ist als konkretes Wesen zu sehen, vermittelt uns den vorgegebenen Sinn. Sie allein sagt was getan werden muss und sorgt für Ergebnisse. Genau dies können wir von der Wirkungsweise des Computers lernen. Wie anders sollen wir heute den Kindern Gottes Wirken in der Welt erklären, als im Rahmen des modernen Weltbildes? Im Verhältnis von Hard- und Software zu einem außerhalb stehenden unsichtbaren Konstrukteur und Informatiker kann die Beziehung des Gottessohnes zum Vater deutlich werden? Wenn dabei gleichzeitig die christliche Lehre nicht nur bestätigt, sondern zur Leitlinie eines Denkweges wird, der moderne Naturvergötterung oder Pantheismus vermeidet, dann zeigt sich die frühe Weisheit der Trinität, die so in Erfüllung gehen kann. Denn nur im Sohn als dem lebendigen Wort offenbart sich der Vater. Genau das zeigt die Metapher der Software. Alle Versuche, den Schöpfer selbst im Weltall dingfest zu machen, müssen scheitern.
Die Erklärung im Modell des Computers bleibt eine zeitgemäße Metapher, nicht mehr. Auch der sich erwachsen fühlende Mensch ist nicht fähig, Gott bzw. sein Wirken ohne Vergleichsbilder begreifen zu können. Er bracht eine fassbare Vorstellung. Auch wenn von einem Software-Ingenieur ausgegangen wird, ist Gott ist kein kosmischer Daniel Düsentrieb, der sich den Sternenhimmel oder die so unfassbar toll funktionierende Organisation unseres Körpers und Kopfes ausgedacht hat und willkürlich an den einzelnen Fäden zieht, weiterbastelt und Programme einschiebt. Denn über das Wesen dessen, der alles so wunderbar wirkungsvoll konstruiert hat, kann und braucht nicht weiter nachgedacht werden. Die Logik der Weisheit des frühen Monotheismus, der uns davor warnte, uns Bilder zu machen oder Jahwe in Begriffe zu fassen, lässt sich nachvollziehen. Den Informatiker werden wir nie sehen oder erklären können. Nur das Verhältnis Gottes zu den Menschen lässt sich im Modell des Computers nachvollziehen.
Wenn wir uns die Welt im Prozess ihres Werdens, den gesamten Kosmos und alle Geistesgeschichte wie einen riesigen Computer vorstellen, dann ist dabei weder der Softwaregeber noch die Software mit Händen zu greifen. Alles was wir in Händen halten ist immer nur Hardware. Auch wenn es eine CD oder ein Chip ist, auf denen die Software gespeichert ist, so bleibt dies ein Stück Hardware, das eine vorgegebene Intelligenz enthält. Und doch gehen wir ganz selbstverständlich von einer Software aus. Ihre Realität ist nur im Wunder des logischen, sinnvollen Ergebnisses zu erkennen, das wir heute in der natürlichen Evolution nachvollziehen können.
3.2.
Der Sohn offenbart den Vater wie die Software ihren ständigen Informatiker
Was in der Antike im Bild vom Sohn und dem ihn gezeugten, aber selbst unsichtbaren Vater selbstverständlich war, lässt sich ähnlich im Verhältnis der Software zum unsichtbaren Informatiker darstellen. Dabei wird deutlich, dass uns die moderne Metapher vor einem Neopantheismus bewahren kann. Gott geht so wenig im Kosmos auf, wie wir im Kasten des Computers oder dem Ergebnis des Rechners, über dessen intelligente Leistung wir oft mehr als staunen, den Konstrukteur selbst suchen würden. Nichts im Rechenwerk des Computers, das ohne eine externe Intelligenz entstehen würde. Letztlich ist alles von außen vorgegeben, auch wenn sich moderne Computer selbst weiterentwickeln. Niemand würde auf die Idee kommen, die Software selbst als Entwickler und Zwecksetzer anzusehen. Die Welt mit all ihrem logisch ablaufenden Wunderwerk bleibt wie ein großer Computer. Die Natur oder ihre phantastischen Selbstorganisationsprozesse sind dabei so wenig mit Gott selbst zu verwechseln, wie der PC und die Programme mit ihrem Programmierer. Ein noch so intelligenter Rechner entbehrt nicht einen externen Informatiker. Vielmehr verdeutlichen uns die Möglichkeiten der sich selbst weiterentwickelnden Informatik erst die Intelligenz des Informatikers. Je intelligenter und unfassbarer moderne, sich selbst weiterentwickelnde und beinahe den Menschen überholende Informationstechnik, desto mehr dürfen wir über die Leistung dessen staunen, der dies alles konstruiert hat.
Moderne naturwissenschaftliche Denker wollen oft in der Software aller Selbstorganisation so etwas wie Gott erkennen. Dabei kann uns gerade die Diskussion der Urchristen um das göttliche Wesen des Sohnes, der nie der Vater selbst war, die Notwendigkeit deutlich machen, nicht den einen Schöpfer des Alles selbst dingfest machen zu wollen. Auch dass dieser Sohn nicht nur ein Produkt des menschlichen Geistes, sondern von Gott kommt, lässt sich in den frühchristlichen Diskussionen um das Wesen des Gottessohnes nachvollziehen. Und genau diese Diskussion kann in der Metapher der Software, m.E. weit anschaulicher als es damals möglich war, weitergeführt werden. Es ging in der frühchristlichen Auseinandersetzung weder darum einen Menschen zu verherrlichen, noch im Sohn einen Ersatzgott zu sehen. Der Sohn wurde als von Gott gezeugt und diesen bezeugend verstanden. Wir hören zwar das Wort, die Information aus der alles hervorging, doch wir sehen nicht den Sprecher selbst. Gott selbst muss ewig und unveränderlich bleiben. Er ist und bleibt völlig unabhängig von unserem Bild der Welt, unserem zeitbedingten Verständnis. Alles was sich wandelt, ist unsere Vorstellung vom offenbarenden Sohn, der heute als Software der Welt sichtbar wäre.
Wenn wir ohne zu hören, nur von Christus als einer Art gesetzter Gottheit reden, dann ist es weder der seit Abraham angesprochene und nach wie vor sprechende Schöpfergott, noch der Vater des in Jesus als Mensch lebendigen Wortes. Die notwendige Differenz von Sohn, Vater und einem heilen Geist, die sich in der Trinität ausdrückt, lässt sich in der Metapher des Computers erklären. Die sicher nicht einfache frühchristliche Diskussion um das Wesen Jesus kann im Modell des Weltcomputers jedoch erst veranschaulicht werden wenn wir nicht nur einen zum Christengott hochgejubelten Che Guevara, sondern die historische Realität des Jesus als menschgewordenes Wort sehen. Um die Notwendigkeit der Trinität bzw. ihre Bedeutung als für die evolutionäre Erkenntnis notwendige geistige Formel – evtl. gar Weltformel - nachvollziehen zu können, kann die moderne Metapher taugen.
Christus ist dabei keine Miniaturausgabe des Schöpfers, wie das bei vielen Gläubigen herauszuhören ist. Während den Christen von Juden vorgeworfen wird, sie würden den Monotheismus in Frage stellen, wenn sie neben den einen allmächtiger Schöpfer jetzt plötzlich einen präexistenten Sohn als schöpfungswirksame Gottesgestalt setzen, kann in der Computermetapher deutlich werden, dass so erst der Monotheismus begründet wird. Denn keiner würde auf die Idee kommen, das Wort mit dem Sprecher, die Software mit dem Informatiker gleichzusetzen. Doch die Gefahr der Vielgötterei bzw. selbst gesetzter Götter, vor der die Juden warnen, trifft die heutige christliche Lehre zurecht. Denn wo Christus als christlicher Gott gesetzt wird, kann nichts mehr verstanden werden, was der externe Informatiker vorgibt. Das schöpferische Wort bleibt ungehört. Wenn die Software zum Sinngeber und Konstrukteur selbst erklärt wird, kann keine neue Information aufgenommen werden.
Wie der Computer sich im Selbstzweck seiner Software verlieren würde, ohne die gewollte Leistung hervorzubringen, so läuft auch ein Weltbild, das die Bibel selbst als Gotteswort liest und Christus mit Gott gleichsetzt Gefahr, das Gehör, den Draht zum Informatiker zu verlieren. Ohne den außerhalb der Welt stehenden Konstrukteur des Alles anzunehmen, geht Gott in alten Bildern und eigenkonstruierten Vorstellungen unter, wird dogmatisch erstickt. Christus, der heute leider meist an Stelle des Schöpfers gesetzt wird, ersetzt nicht die Wahrnehmung eines Konstrukteurs außerhalb des weltlichen Seins. Der Sohn macht den Vater nur in der Welt präsent, wie die Software den Programmierer. Und nur die vom Informatiker ausgehende Software ermöglicht es, dessen ewige Informationen aufzunehmen, schöpferische Vernunft zu verwirklichen, statt in eigenmächtiges Computer-Chaos zu verfallen.
Die Selbstverständlichkeit, mit der wir beim Gebrauch der modernen Technik davon ausgehen, dass alles von einer Software gesteuert wird, nicht die Materie sich selbst bewegt, und dass gleichzeitig ein externer Programmierer – nicht nur ein monistisch-internes Prinzip - die Vorgabe bestimmt ist es, die an der modernen Metapher so begeistert. Für den alten Materialismus bzw. eine Naturbetrachtung, bei er sich alles nur rein zufällig oder aus purem Selbstzweck ereignet, ist in diesem Weltbild kein Platz. Sowenig wie für modernen naturwissenschaftlichen Monismus und Pantheismus, der nur von schöpferischer Selbstorganisation schwärmt und so etwas wie Gott selbst im Prozess sehen will. Weit wenig wie dieser Laptop etwas hervorbringen würde, wenn keine unendlich intelligente Software dahinter stehen, die Maschine zum Zusammenspiel befähigen würde, ist es vorstellbar, dass in der Natur nur blinder Zufall regiert, wie das der Kurz-schluss der Erkenntnisse Darwins in der Schulwissenschaft noch weitgehend lehrt. Und auch die New Age Naturwissenschaftler, die uns sagen, dass wir aufgrund der so herrlichen Selbstorganisation des gesamten Universums ein Kinder des Kosmos seien, jenseits allen materialistischen Zufalles von einer schöpferischen Intelligenz schwärmen, die uns hervorgebracht hätte, passen nicht ins die moderne Metapher. Wissen wir doch, dass keine Programme zufällig vom Himmel fallen bzw. allein aus sich selbst heraus entstanden sind, sondern alle von außen vorgegeben wurden. Hinter aller Software, auch wenn sie sich wie moderne Computer intelligent weiterentwickelt, steht ein Informatiker und Konstrukteur.
Im Bild des Weltcomputers und seines Informatikers sind auch die geistigen Grundprogramme der westlichen Welt nicht nur dogmatische Lehren, die der Mutter Kirche entsprungen sind. Alle Software/Information lässt nur auf einen unsichtbaren Schöpfer schließen. Ohne einen Informatiker – im Neuen Testament der Vater des präexistenten Sohnes - der nicht nur am Anfang am Werk war, sondern ständig die Programme speist und erweitert, wäre Nichts: Weder eine Formgebung im Kosmos, noch eine Information in unserem Kopf.
3.3.Hören
als Informationsaufnahme: Voraussetzung für menschliche Vernunft
Wenn die Intellektuellen schon lange klagen, dass die Gesellschaft aus dem Gleichgewicht geraten ist, die Werte fehlen und so nicht mehr zwischen Regel und Ausnahme, zwischen „normal“ und „unnormal“ unterschieden werden kann, so beklagen sie die Taubheit für das schöpferische Wort. Wenn die Welt trotz aufgeklärten Wissens, geistig humaner Weiterentwicklung und weltweitem Friedenswille verrückt spielt, dann fehlt das Hören einer uns gemeinsamen schöpferischen Bestimmung. Der Staat ist an die Stelle des Himmels getreten, soll für Ordnung sorgen und wird gleichzeitig auch für deren Fehlen verantwortlich gemacht. Dabei müsste doch gerade unsere Generation gelernt haben, dass staatlichen Ideologien den Menschen so wenig zur schöpferischen Vernunft führen, wie überkommene Mythen. Der Staat, den die Väter der Aufklärung zurückdrängen, vor dem sie uns schützen wollten und auf freie Vernunft des Menschen setzten, soll heute wieder alles richte. Dabei wird gleichzeitig auch erkannt, dass so allein kein Staat zu machen ist, weil jeder nur danach trachtet, auf Kosten anderer zu leben.
Eine Gesellschaft, die Sozialsysteme auf die sie einst so stolz war abschaltet, weil der Geist zur sinnvollen Anwendung nicht vorhanden ist, gibt zu, dass ihr das notwendige Betriebsprogramm fehlt. Nach brauchbaren Vorbildern wird gerufen. Doch wer denkt, bei der gegenseitigen permanenten Desinformation, die nur dem puren Selbstzweck dient, auf menschliche Vorbilder als Bestimmung zu hoffen, der ist auf dem Holzweg. Sowenig sich die Computerteilchen gegenseitig Bestimmung geben und Vorbild sein können, kann der Weltcomputer ohne externe Information auskommen. Da mögen die Professoren der praktischen Philosophie noch so viele Weltethiken entwerfen und Wirtschaftsführer Werte postulieren, wo das schöpferische Wort nicht verstanden wird, ver-sagt die Funktion der Gesellschaft. Auch menschliche Gesetzlichkeit führt nur zu immer noch mehr Bürokratie. Je größer die Freiheit und Komplexität des Weltcomputers, desto leistungsfähiger muss das Betriebssystem sein.
Ein hilfloses hin und her zwischen mehr oder weniger Staat, wie es heute in der westlichen Welt zu beobachten ist, ruft förmlich nach dem, was hier als schöpferischen Wert/Wort/höher Software gesehen wird. Auch wenn soziale Gerechtigkeit völlig ignoriert würde, so wäre ein System, in dem die handelnden Individuen nur dem puren Selbstzweck dienen auf Dauer nicht leistungsfähig. Freie, sich selbst regulierende Systeme führen mit Sicherheit zu mehr Leistung und ermöglichen eine ständigen Anpassung an veränderte Umstände, werden so einer in aller Natur beobachtbaren schöpferischen Logik gerecht. Doch gar die sich inzwischen ebenso wie die freie Wirtschaft oft nur ihrem Selbstzweck dienenden Beamten zu privatisieren und alles nur weiter zu entstaatlichen, ist ebenso wenig eine Lösung, wie ein Weltkommunismus. Der Mensch scheint von Anfang an darauf angewiesen, eine höhere schöpferische Stimme, Be-stimmung als Wort zu hören, um vernünftig zu handeln.
Das „Hören“ des schöpferischen Wortes ist im der Computertechnik entnommenen Bild der Welt, wie die Informationsaufnahme als ewige Wegweisung des Konstrukteurs und gleichzeitig ständige Erweiterung der Betriebssysteme. Denn auch das wird in der Metapher der modernen Technik deutlich: Noch so gute Anwendungs-Programme bzw. Informationen sind unbrauchbar, wenn sie nicht auf das Betriebsprogramm passen. Wie das Betriebssystem dieses PC, so müssen auch die Gottesvorstellungen des menschlichen Weltcomputers den steigenden Anforderungen gewachsen sein. Eine Ethiklehre, die denkt, mit den Vorstellungen von Gestern die Probleme der Gegenwart lösen zu können, ist vergleichbar einem PC-Nutzer, der versucht hochkomplexe Anwendungen in einen alten Computer zu schieben, dann aber schimpft und am Programmierer zweifelt, weil nichts funktioniert. Die fortgeschrittenen Programme der Welt, ob die völlige Freiheit von jeglicher vorgesetzten Autoritäten, Globalisierung oder die modernen technischen Möglichkeiten, durch deren Missbrauch die derzeitige ökologische und ökonomische Misswirtschaft in den Schatten gestellt würde, verlangen nach einem entsprechend mitwachsenden Gottesbewusstsein. Das gewachsene Wissen um das natürliche Werden, die zusammengewachsene Welt und alle sich durch diese Gaben gleichzeitig ergebende Probleme, bedürfen eines leistungsfähigeren Betriebssystems, das über einen mystischen oder mittelalterlichen Glauben hinausgeht.
Die alten Betriebssysteme wegzuwerfen, wie das die Aufklärung tat, führt nicht weiter. Selbst die modernen Betriebsprogramme der Computerwelt funktionieren nur, wenn sie auf den alten Programmen aufbauen. Und ebenso ermöglichen die intelligenten Programme auch, die alte Anwendungen weiterzuführen, können alte Text auch von neuen Betriebssystemen gelesen und verarbeitet werden. Eine ganz einfache Erkenntnis, die sich aller evolutionären Entwicklung entnehmen lässt und auch für die geistige Weiterentwicklung die Voraussetzung wäre, wird in der Computerwelt ganz pragmatisch praktiziert. Doch wo Neutestamentler nicht nach der Weltvernunft, dem Logos der Welt Ausschau halten, von dessen Heilswirkung die Evangelisten berichten, sondern an Hochschulen nur die Aussagen eines antiken Besserwissers und seiner ihn verherrlichenden Anhänger als historisch bedeutend gehalten werden, braucht sie sich auch nicht an das in aller Weltentwicklung verständliche Wort zu halten, noch kann sie etwas zur Vernunft der Welt beitragen. Solange die gesamte Christologie nur als eine hellenistische Einfärbung und die Bezeichnung Gottessohn als ein Hoheitstitel für einen Heilsprediger gelehrt oder Mythologisiert wird, hat die Theologie nichts zu den oben genannten Weltproblemen zu sagen, noch kann sie auf die Idee kommen, neu auf das in allem Werden verständliche Wort zu hören und den Gottessohn zu sehen.
Doch ohne die Wahrnehmung neuer Software bzw. die Weiterentwicklung des Betriebssystems (einer neuen Präsenz des Gottessohnes), scheint beim Weltcomputer keine für die Gesamtgesellschaft förderliche Umsetzung der hochentwickelten weltlichen Programme möglich zu sein. Allein wissenschaftlicher Fortschritt, aufgeklärter Friedens- und Freiheitswille sowie weltliche Ideologien bzw. humanistisch-menschliche Programme bringen keine wachsenden Betriebssysteme, auf denen diese Anwendungen umgesetzt werden könnten. Das gesteigerte Wissen allein führt derzeit weder dazu, dass die Menschen insgesamt satt gemacht, noch dass die Zukunft der Welt gesichert wird, sondern zum Gegenteil. Trotz des intellektuellen Wissens um die Probleme, bringen wir die schöpferische Weltordnung immer weiter aus dem Gleichgewicht. Wie zur Zeit Jesus, wo in Stoa, Epikur und römisches Staatswesen die messianischen Hoffnungen gesetzt wurden, können nur auf menschlichen Ideologien basierende Ideen den Menschen so wenig zur Vernunft bringen, wie moralisierende Gottesgesetzlichkeit. Hätten wir diese Logik verstanden und umgesetzt, wären uns viele Verirrungen, ob durch Kommunismus oder sinnentleerten freiheitlichen Ego-Kapitalismus erspart geblieben. Auch konservativ „zurück“ zu rufen, - ob nach New Age Naturglaube mit ökologischen Regeln, altkonservativen Werten oder biblischer Bedeutung - kann dabei keine Lösung sein. Von den Menschen zu verlangen, in der Form von Gestern zu glauben, wäre wie mit einem Vorkriegsrechner oder 286er heutige Anwendungen umsetzen zu wollen. Der Weg von purer Naturvergötterung, alten Mythen und Gesetzesglauben zu einer lebendigen Logik, die weit über philosophische Gebilde hinausgeht, lässt sich in der Geschichte des monotheistischen Glaubens nachvollziehen und muss weitergegangen werden.
Wie die bewusste aufgeklärte Wahrnehmung eines schöpferischen Informatikers und Sinngebers durch die Wirk-lichkeit des ganz natürlichen Werdens, zu einer völlig anderen Lebensweise führt, kann hier jeweils nur angedeutet werden. Doch nur darum geht es: Die Menschen durch die eigenständige Wahrnehmung einer schöpferischen Vernunft in der natürlichen Schönheit und gleichzeitig kreativen Komplexität des Kosmos ebenso wie in der gesellschaftlichen und geistigen Entwicklung zu einer Lebensweise zu führen, die der schöpferischen Ordnung als göttlicher Wille gerecht wird. Denn im Sinne eines externen Informatikers kann es nicht sein, dass der Weltcomputer nur Sonntags schöne Reden hält, singt oder sich geistig bzw. religiös selbstverwirklicht bzw. die externen Informationen privatisiert.
Gleichzeitig ist sicherlich manches, was in Gottes Namen gepredigt und gefordert wird, durch ein neues christliches Selbstverständnis bzw. die Sichtweise des realen Schöpfers der Weltwirklichkeit zu hinterfragen. Noch weniger entspricht vieles, was wir in einer sinnentleerten, nur sich selbst gerechten Welt für ganz selbstverständlich halten dem, was ein Konstrukteur von seinem Rechner an Leistung erwartet. Ein Weltcomputer, der sich seines Creators bewusst ist, arbeitet in dessen Sinne, richtet seine Arbeitsprogramme an einer vorgegebene Software aus. Die gemeinsame schöpferische Leistung, Wachsen und Wohlstand der Gesamtheit, nur das kann im Sinne eines externen Konstrukteurs sein. Eine Gotteslehre, die sich nur auf den persönlichen Seelenfriede erstreckt, allenfalls für menschliche Moralisation verantwortlich hält, nicht zur schöpferischen Leistung, zum nachhaltigen Wirtschaften und der Verbesserung der Zukunftsbedingungen führt, kann nicht im Sinne dessen sein, der dazu dem Weltcomputer die Betriebsprogramme eingebaut hat.
Wer sich als Teil eines Weltcomputers sieht, der von einem externen Konstrukteur entworfen wurde, um sich in menschlicher Weise zu Entwickeln, der wird die Leistung im Sinne der Gesamtheit als Lust genießen. Doch allein das kognitive Wissen um das Ziel eines externen Konstrukteurs wird weder zu ökologisch gerechter Lebensweise, noch zu weltweiten Gleichgewichten und nachhaltigem Wirtschaftswachstum führen. Erst ein vernunftgemäßer Kult in Fortsetzung der eigenen Religion, der in bewusster Begeisterung für die uns gegebenen schöpferischen Gaben und die Schönheit der Natur all die bekannten Rituale, Gebet und Praktiken umsetzt, wird zur schöpferischen Vernunft des menschlichen Verhaltens führen. Doch dazu benötigt das Betriebssystem des Weltcomputers neue Informationen von einem externen Informatiker, die ihnen nur autorisierte christlich Theologen geben können.
3.5. Pharisäerhafte Programme verhindern die Informationsaufnahme
Auch die Pharisäerhaftigkeit rein konservativer Predigt wird am Bild des Computers deutlich: Man stelle sich einen Programmier- bzw. Informatikbauteil des PC vor, das dafür geschaffen wurde, die Erweiterung des Betriebssystems voranzutreiben. Aufgabe dieser Theologlogieteilchen wäre es, die von außen vorgegebene Informationen (hebräisch: Wort, griechisch: Logos) aufzunehmen und umzusetzen, damit der Weltcomputer danach arbeiten kann. Denn nur durch neue Informationsaufnahme lassen sich die Betriebsprogramme weiterentwickeln, werden sie wie dargestellt, den wachsenden Anforderungen gerecht. Was nützte es aber nun, wenn diese Teilchen im guten Willen nur alte Betriebssysteme mystisch-dogmatisch bewahren wollen? Wenn sie nur selbstgestrickte (in der Realität rein menschliche) Programme vorgeben oder auf alten Betriebssystemen bestehen, bliebe da die Neuinformation des Informatikers nicht ohne Wirkung?
Letztlich müsste dann die Intelligenz des Welt-PC annehmen, dass das Betriebssystem oder der Programmierer nichts taugen. Wenn dann im Weltcomputer atheistisch abgestritten wird, dass es keinen Sinn des Geschehens oder keinen sinngebenden Programmierer gäbe, selbst die Suche nach einem Sinn als überkommene Unmündigkeit abgetan wird, so liegt das nicht am externen Informatiker und Sinngeber. Auch wenn die Intelligenz der Welt klagt, dass im Namen Gottes Fortschritt verhindert, die Wissenschaft in die Irre geführt wurde, Massenmorde verübt, weltweit Kriege geführt werden, hat Gott keine Betriebsferien oder macht etwas falsch. Noch weniger bedeut dies, dass der Weltcomputer keinen Informationsbedarf hat, auf die Wahrnehmung des Schöpfungswortes verzichten kann, wie heutige Intelligenz kurz-schließt. Genau das Gegenteil wäre not-wendig, um das Bewusstsein der Menschen zu erweitern. Doch wo die externe Informationsaufnahme verhindert wird, liegt es weder am ständig gesprochenen Wort, noch am Informatiker selbst.
Wenn der Weltcomputer verrückt spielt und gleichzeitig denkt, auf den Programmierer verzichten zu können, dann liegt an pharisäerhaften Teilchen, die im guten Willen die Aufnahme eines neuen Wortes, Information direkt vom Autor verhindern, weil sie alte oder ihre eigene Autorität über die des realen kosmischen Creators stellen. Es liegt nicht an den gestiegenen Anforderungen der Anwendungsprogramme, nicht an der gegebenen Aufklärung oder am externen Programmierer, sondern an Softwareteilchen, die sich eigene Programme setzten, aber externen Informationen verweigern. Wenn dann die für die Informationsaufnahme und -vermittlung verantwortlichen Bauteile des Weltcomputers die Anwendungsprogramme (z.B. Politik und Wirtschaft) für die Fehlentwicklungen, gleichzeitig das aufgeklärte Wissen und vernünftige Weltbilder für den Abfall vom Glaube verantwortlich machen, zeigt sich die ganze Problematik der Pharisäerhaftigkeit.
Bei Betriebsprogrammen, die den Anforderungen der Anwendungen nicht mehr gewachsen sind nützt es nichts, nur guten Willens zu sein und zu verlangen, am PC diese oder je Tasten zu drücken. Gutgemeinte Forderungen an die Einzelnen, sich so oder so zu verhalten, sind rein pharisäerhaft, solange das Bewusstsein der Menschen insgesamt nicht gegeben ist, weil die Betriebssysteme versagen. Selbstverständlich muss jedes Teilchen im Weltcomputer zum Ergebnis beitragen. Doch dass die Einzelteilchen nicht einfach von selbst das Gute tun können, auch wenn sie es wollen, wird nicht nur am Bild des Computers deutlich, wo alles vom funktionierenden Betriebssystem abhängt. Altes und Neues Testament ebenso wie griechische Philosophie handeln genau davon, dass der Mensch allein auf sich gestellt unfähig zu guten Werken ist. Er ist auf die Gnade angewiesen, die uns Christen in Jesus gegeben wurde.
Gegen menschlichen Irrsinn und Gier, die heute gar die Metrologik aus dem Gleichgewicht bringt, ist nur ein Kraut gewachsen: Verstand als Hören und Verstehen des Wortes Gottes in der Gegenwart. Wer das verhindert, verursacht alle Folgen, spricht seine gutgemeinte Forderungen in den Wind. Es helfen weder weltliche noch in religiöser Tradition begründenden neue Gesetze zur Kontrolle der Kontrolle, wenn der Geist versagt. Auch aus der Welt auszusteigen oder gar terroristisch gegen den Strom zu schwimmen um das Gute mit Gewalt durchsetzen zu wollen, führt nur zum Gegenteil. Einzelne, die nicht weiter untätig, sondern beispielsweise die Welt vor weiterer Ungerechtigkeit bewahren und daher die Globalisierung mit Briefbomben an EU-Behörden verhindern wollen, bewirken nicht nur bei ihrer Tat Unrecht. Auch in der Sache selbst führt die gute Absicht wie so oft in Abseits. Denn was der amerikanische Präsident lautstark verkündet, lässt sich logisch nachvollziehen: Eine freie Weltwirtschaft, ein Austausch von Waren und Informationen wäre das beste Mittel gegen Hunger, Armut, Analphabetentum und ist der einzige Weg zu Wachstum und Wohlstand für alle. Doch wenn sich wie heute die Staaten nur gegenseitig in die Tasche greifen, die Ressourcen rauben und ob arm oder reich auf Kosten anderer leben, trägt nicht die Globalisierung die Schuld, sondern der fehlende Geist dieser Gesamtheit. Auch das Engagement im „dritte Welt Laden“ und Spendenaufrufe sind gut gemeint und lindert die Not. Gleichwohl auch hier die Gefahr besteht, dass werksgerecht vom eigentlichen Problem abgelenkt wird. Denn der einzelne Helfer und Spender kann nicht das ersetzen, was die Evangelisten Jesus nannten und die Wahrnehmung des lebendigen Logos verlangten. Die Einzelnen ohne den rechten Glauben zum rechten Handeln zu ermahnen oder sie für das Fehlverhalten verantwortlich zu machen, ist im Grund eine Anmaßung. Denn so wird der Einzelne zu dem gemacht, was vor 2000 Jahren den Menschen von Gott in Jesus gegeben wurde, den wahren Schöpfer präsent machte und so zur Information der Menschen wurde. Der Einzelne ist auf das angewiesen, was in der Antike nicht nur von den Evangelisten als Voraussetzung gesehen wurde, um vernünftig zu handeln: Ein Weltgeist der die Einzelnen und somit die Gesamtheit gesamtverant-wort-lich macht und befähigt. Und der kann nur von einem aufgeklärten universellen Gottesverständnis ausgehen, wie es das Urchristentum war.
Um eine Weltvernunft zu verwirklichen bedarf es mehr als nur einer pharisäerhaften Moralpredigt und das mehrheitsbedingte Zusammenwürfeln der verschiedenen Traditionswerte und in kulturbedingter Menschlichkeit begründeter Gesetze. Eine neue Weltethik zu verlangen, ohne eine neue Informationsaufnahme, wäre im Bild des Computers, wie wenn moderne Anwendungsprogramme auf gestrigen und völlig verschiedenartigen Betriebssystemen laufen sollten. Einen Weltethos aufgrund gemeinsamer Menschlichkeit zu begründen und sich dabei nur auf einen Informatiker zu berufen ist, wie wenn der Weltcomputer sich selbst Programme geben und sie dann als externe Sinngebung und Software darstellen wollte. Das kann nicht funktionieren. Erst wenn wir ganz real von einem externen gemeinsamen Informatiker ausgehen, sind die Betriebsprogramme zu erweitern, so dass mit unterschiedlichen Kultprogrammen eine gemeinsame Kommunikation und ein konstruktives Zusammenwirken im Sinne des externen Konstrukteurs möglich ist.
Wenn im Kirchenboten geklagt wird, dass Politiker, ebenso wie die, die sie verwalten, nur noch Besitzstandswahrung betreiben, gegen den Einfluss neuer Gedanken kämpfen und sich so die Welt nicht weiterentwickelt, dann definiert man hier genau das Problem der für die Informationsaufnahme und –vermittlung Verantwortlichen. Eine Theologie, die nur Bibel- bzw. Besitzstandswahrung betreibt, dabei ihre eigene Autorität über alle aufgeklärte Welterkenntnis stellt, betätigt sich pharisäerhaft, auch wenn sie das Gute will und sich selbst keine weltlichen Verfehlungen zurechnen lassen muss. Der Reformstau, den der evangelische Kirchpräsident zum Jahreswechsel im Blick auf die Politik anmahmte, lenkt von dem Reformstau der eigenen Religion ab, der erst die Reformbereitschaft der Menschen bewirken würde. Denn wenn die Menschen verzweifelt festhalten, nicht zur Veränderung bereit sind, dann hat der Geist versagt, den ein Betriebssystem geben könnte, das auf der ewigen Veränderung und schöpferischen Weiterentwicklung gründet.
Doch wer nur festhaltend an den eigenen alten Speichermedien nach Informationen sucht, kappt den Draht zum externen Creator, verhindert notwendige Reformen in einer schöpferisch evolutionären Entwicklung, so dass folglich die eigene Rede zum leeren Wort wird. Die Information des Software-Ingenieurs kann nicht aufgenommen werden, wenn die Bibel selbst weiterhin als einziges Wort Gottes bezeichnet und nur hier nach der formgebenden Informatik gesucht wird. Auch wenn hier notwendige Informationen der Vergangenheit gespeichert sind, ohne die kein Ausbau des Betriebsprogramms möglich wäre, so kann dieses Speichermedium nicht selbst das schöpferische Wort, die externe Information sein. Auch auf unseren Computern sind Informationen gespeichert, die letztlich erst die weitere Aufnahme von Software ermöglichen. Doch die Information eines externen Informatikers, die Aufnahme seines Wortes kann die gespeicherte Software nicht ersetzen, sondern soll sie bewirken.
Wo die Kirchlich nur eine Verhaltensänderung verlangt, ohne die Menschen dazu zu befähigen, lenkt sie vom eigentlichen Problem ab. Einer Veränderung des Verhaltens muss eine Veränderung des Verstandes, Hören des heutigen Wortes vorausgehen. Genau das war das Thema des Neuen Testamentes und der dort beschriebenen Heilsgeschichte, die sich historisch nachvollziehen lässt. Die dort angesprochenen Probleme waren nachweislich nicht das individuelle Fehlverhalten, sondern die falsche Gottesvorstellung, die dann zu falschen Werken führte. Die Buße, Wende neue Wirklichkeit ging laut der Evangelisten nicht von den Menschen aus, sondern von Gott, der sich den Menschen in seinem Sohn offenbarte, glaub-würdig wurde. Dieser Glaube ist dann kein Selbstzweck und Privatvergnügen mehr, sondern führt zu einer neuen Form von Verantwortung der Einzelnen.
Doch dieser Glaube kann nicht mehr durch des Kaisers Gesetz verordnet werden, was zu Konstantins Zeiten mit Sicherheit sinnvoll war. Auch ein mittelalterliches Überreden, das von modernen Fernsehmissionaren in Amerika noch heute exzessiv geübt wird, liegt hinter uns, führt nur noch zur Manipulation der Menschen und verhindert den Verstand. Heute wäre die Zeit, den Sohn Gottes selbständig mit offenen zu sehen und das schöpferische Wort auf mündige Weise wahrzunehmen. Die Impulse dazu können nur von der offiziellen Theologie ausgehen, die das schöpferische Wort auf neue Weise zum Thema macht. Das angehäufte Wissen um die geistigen Hintergründe, nicht zuletzt aufgrund immer weiterer Textfunde und die von Archäologen freigelegten Erkenntnisse über die Welt- und Gottesbilder der alten Kulturen gilt es umzusetzen. Die Wahrnehmung des Schöpfungswortes in fremden oder dem Monotheismus vorausgehenden Kulturen wäre dabei ebenso zu hinterfragen, wie z.B. im hellenistischen und hebräischen Weltbild. Erst wenn fachgerecht vermittelt wird, dass es in den Berichten der Genesis, der Geschichte Moses, in den Psalmen oder bei den Propheten um die Wahrnehmung des Schöpfungswortes in der jeweiligen Weltgegenwart ging und dieses in der Gestalt Jesus selbst Mensch wurde, werden die modernen Menschen wieder in der Schönheit der natürlichen Schöpfung wie des gesamten Universums das schöpferische Wort hören und sich für den Informatiker begeistern können. Nur von einem zeitgemäßen Bild der Welt als Werk, Wirk-lichkeit des altbekannten Gottes, gehen die Werke aus, die seiner schöpferischen Ordnung gerecht werden.
3.6. Nur passende externe Informationen lassen unser
Gottesbewusstsein wachsen
Damit der Weltcomputer sein Betriebssystem weiterentwickeln kann, benötigt er Informationen von einem externen Informatiker, die auf das vorhandenen System aufbauen müssen. Es gelingt nur neue Informationen aufnehmen, die auf das vorhanden Betriebsprogramm passen. Naturwissenschaftliches New Age oder prozesstheologisches Denken, das sich nicht mit den auf der Festplatte der christlichen Welt gespeicherten Informationen/Wort bzw. der Vorstellung vom Wesen des christlichen Glaubens auf einen Nenner bringen lassen, führen ebenso wenig weiter, wie fernöstliche Weisheiten. Auch wenn in vielen östlichen Lehren die Information des externen Informatikers noch weit deutlicher herauszuhören ist, als im banalisierten westlichen Verständnis der biblischen Berichte, so führt es nicht weiter, wenn wir Laotse, taoistische, buddhistische oder hinduistische Informationen in ein Betriebssystem der christlichen Welt einschieben wollen. Auch das Schwitzzelt der Indianer und die Naturverbundenheit anderer archaischer Kulturen, für die sich junge Theologen begeistern, kann zwar den Blick für die Schöpfung schärfen, das kausale christliche Verständnis des Schöpfers aufgrund des menschgewordenen Logos nicht ersetzen.
Eine Mystik des Osten, auf die viele modernen Denker bauen, die das Weltganze als ein höheres Gesetz sieht, dem Biologie und religiöse Erfahrung folgen, kann allein nicht aus der Bewusstseinskrise des Westens helfen. Die westliche Welt scheint darauf angewiesen, das in den verschiedenen Kulturen auf unterschiedliche Weise wahrgenommene Schöpfungswort anknüpfend an den christlichen Glauben im Rahmen ihres Wissens zu hören. Was sich bereits im östlichen Tao als Weltweisheit aufgrund eines für uns recht abstrakten kosmischen Gesetzes als ewiges Wort ausdrückt, können daher nur Neutestamentler als ein mit wachem Verstand wahrnehmbares Wort des monotheistischen Gottes zur Sprache bringen. Auch in der Lehre über das Tao der aller Schöpfung zugrunde liegende Logos/Gottessohn oft weit besser beschrieben ist als in heutiger christlicher Theologie und eine Software der kosmischen Harmonie nach dem östlichen Weltverständnis selbstverständlich ist, so sind wir darauf angewiesen, den Weg der westlichen Welt weiterzugehen. Nicht fernöstliche Mystik, sondern nur eine bewusste Wahrnehmung in der Wirklichkeit unseres Wissens bringt uns weiter. In Fortsetzung der monotheistischen Tradition ist das Wort eines persönlich ansprechbaren Gottes in der Weltgegenwart zu verstehen.
Ebenso wenig genügt es, nur die bereits vor langer Zeit gespeicherten Informationen zu durchforsten, um das Weltbild der westlichen Welt zu erweitern. Auf alten Mythen kann kein Glaube gründen. Weder die Hebräer, noch Hellenisten oder Christen gründeten ihr Gottesverständnis nur auf vormalige Erfahrung, sondern hörten in ihrer Gegenwart. Und bis zur Aufklärung war die Schöpfungswirklichkeit auch in der Christenheit gegenwärtig, stand der Christus außer Frage. Während heute aufgrund eigener Taubheit für das gegenwärtige Wort z.B. die in Qumran schreibenden Weisheitslehrer für „Büffel der alten Bibel“ gehalten werden, lehren uns die Textfunde, dass ein allegorisches Verständnis alter Schriften zu einer völlig neuen Gotteswahrnehmung in der antiken Gegenwart führte. Und genau hieraus scheint dann der historische Jesus hervorgegangen zu sein.
Auch auf innere Stimmen oder menschliche Meinungen zu vertrauen wäre, wie wenn ein Computer sich selbst seinen Sinn vorgeben, sein Betriebsprogramm ausbauen sollte. Weder die Menschlichkeit, noch alte Texte können in der Antike das ureigentliche Wort/Formgebungsinstrument des externen Creators gewesen sein. Die Bibel ist ein notwendiges Speichermedium, auf dem Informationen für ein sich weitentwickelndes Betriebssystem und alte Anwendungsprogramme festgehalten wurden. Nur aufgrund dieses Speichermediums ist es uns heute möglich, die Sprache des Informatikers in der Gegenwart zu verstehen. Doch auch wenn die Exegeten noch so tief in dieses Speichermedien eindringen, so können sie immer nur die Sprache entziffern, die für die weitere Informationsaufnahme Voraussetzung ist. Die in jeder Zeit notwendige Aufnahme einer neuen Information von außen können sie nicht ersetzen.
Vielmehr scheint es, dass heute gerade die Ausschließlichkeit der alten Informationsmedien die externe Informationsaufnahme verhindert. Die Verbindung zum Konstrukteur wird gebrochen, wenn nur in eigenen Bauteilen nach Informationen gesucht wird. Wer die Naturberechungen eines wundersamen Jungjuden für Gottesbeweise, dessen Ansichten und Vergeisterungen oder von ihm angeblich in „Nahtodeserfahrungen“ erfahrene Offenbarungen als das eigentliche Wort verkündet, der versperrt dem Weltcomputer die Informationsaufnahme. Die Buchstäblichkeit des Bibelverständnisses steht der Zufuhr neuer schöpferischer Informationen im Weg. So wie einst das buchstäbliche Verständnis der Genesis gegen das Wissen um die natürlich-kausale Ordnung der Welt stand, scheint jetzt die völlig banale und vermenschlichte Betrachtung des christlichen Wesens die notwendige Informationsaufnahme zu verhindern. Wenn die Programme selbstherrlich ideologisch und atheistisch wurden, dann hat die Informationsaufnahme nicht mehr funktioniert. Um den Schaden zu beheben, scheint es notwendig, die alte Programmiersprache wieder verständlich zu machen. Es gilt dabei, die gespeicherten Informationen im Sinne der alten Sprache zu nutzen, um neue externe Informationen darauf aufbauen zu können.
3.7. Alte Informationen mit neuer Informatik verbinden und zeitgemäß vermitteln
Wir wissen heute, wie in der Antike die alttestamentlichen Glaubenstexte allegorisch verstanden wurden. Ohne das allegorische Verständnis, das in Alexandrien, Antiochien und wie neue Funde zeigen, auch in Qumran (somit Jerusalem selbst) Zuhause war, hätte es keinen neuen Bund gegeben. Und so muss auch die Grundsprache der im christlichen Weltcomputer eingebauten Informationsmedien wiederentdeckt werden. Nur so können neue Informationen damit in Verbindung gebracht werden. Ohne die Grundprinzipien (den alten Texten wie neuer Information zugrund liegenden Logos) zu verstehen, ist keine Verknüpfung der Informationen möglich. Ohne die Verknüpfung scheint kein neuer Verstand.
Zur Programmiersprache antiken Denkens gehörte ganz selbstverständlich auch das platonische Weltbild. Der Logos als Ausgangspunkt des Denkens und der platonischen Theologie wie antiker Philosophie muss mitgelesen werden, wenn wir die von jüdisch-griechischen Weisheitslehrern verfassten Speichermedien verstehen wollen. Doch wie soll das gelingen, wenn nur von einem total vermenschlichten jungen Juden und seinen wundersamen Taten geschwärmt wird, statt die in jüdischer Weisheit erkannte kosmische Ordnung, die Weltvernunft des Johannes und somit die damalige Programmiersprache zum Thema zu machen? Auch abstrakte Zusammenhänge in menschlichen Bildern zu vermitteln, ist Tatbestand der alten Theologie, kann als sinnvolle Programmiersprache zur Vermittlung der Informationen gesehen werden. Die externen Informationen drückten die antiken Denker ganz selbstverständlich in Gestalten wie Sokrates oder Moses aus, die als Sprachrohre des externen Informatikers dienten. Wenn in Jesus Christus das Wort selbst verkörpert war, dann wurde hierin nicht nur ein neues prophetisches Sprachrohr, sondern die Software des externen Konstrukteur in Person gesehen. Und genau dieses Wort wäre in der Wirklichkeit der heute erkannten komischen Ordnung durch die neutestamentliche Theologie wieder zum Thema zu machen.
3.8. Wer Christus für eine Art Gott hält, kann Dogmen nicht begründen
Wie die modernen Naturwissenschaftler meist nur in der kosmischen Selbstorganisation nach dem Grund suchen, statt einen externen Softwaregeber wahrzunehmen, so scheinen auch die Dolmetscher des Gotteswortes das Gehör für den Schöpfer verloren zu haben. Selbst dort, wo man in höchsten theologischen Tönen von Christus als dem fleischgewordenen Gotteswort und Grund allen neuen Lebens spricht, scheint man immer nur so etwas zu sehen, wie Gott selbst. Die Verschiedenheit von Sohn und Vater, Software und externem, sie vorgebenden Sinngeber, durch die erst eine Informationsaufnahme möglich wäre, ist heute weitgehend verwischt. Wenn nicht von einem historischen Religionsrebellen, sondern vom Christus des Glaubens gesprochen wird, dann geht es nicht um die Software, sondern wird meist eine gesetzte Miniaturausgabe Gottes gesehen.
Dabei lässt sich gerade in der Metapher des Computermodells darstellen, dass es nicht um einen in der Software bzw. dem Sohn aufgehenden Schöpfer, sondern alles von einem externen, transzendenten Creator ausgeht. Dieser wird uns bereits in der Urerfahrung des Alten Testamentes als der beschrieben, von dem alles Wort bzw. alle Inform-ation bzw. alle Formgebung des gesamten Kosmos kommt. Und auch die Geschichte seiner Wahrnehmung wird von ihm durch sein Schöpfungswort weiterbewegt. Dieser Informatiker ist kein Volksgott, der nur für einen bestimmten Stamm zuständig wäre, sondern von dem alle Kreaturen, wie der gesamte Kosmos abstammen. Doch um den jeweiligen Volkscomputer neue Informationen zuzuführen, die menschliche Geschichte weiterzubewegen, muss er in jeweils verständlicher Sprache wahrgenommen werden. Die alttestamentliche Geschichte des Gottesvolkes ist in diesem Sinne keine Volkserzählung, sondern schildert die Erfahrung eines Volkes, das die Information des externen Creators schon früh verstanden und umgesetzt hat. Die Wahrnehmung des Wortes im jeweiligen geistigen Kontext war und ist die Voraussetzung für ein gottgerechtes Handeln.
Auch der alte Dogmenstreit, ob die Rechtfertigung durch Werke oder allein Glaube gegeben sei, der protestantische und katholische Kirche trennt, lässt sich in der modernen Metapher auflösen. Damit der Welt-Computer bzw. seine menschlichen Bauteilchen funktionieren, werden externe Information benötigt, muss dessen Wort wahrgenommen werden. Um zur rechten Lebensweise zu finden, Nächstenliebe zu praktizierten und einen gemeinschaftsbildenden Geist zu entwickeln, ist das Verständnis des Schöpferwortes die Voraussetzung. Jesus verkörpert das lebendige Wort. Hinter der Gestalt des Wanderpredigers verbirgt sich die notwendige Information des Weltgeistes. Die Wahrnehmung dieser Information: christlicher Glaube, scheint unabdingbar für eine schöpfungsgerechte menschliche Lebensweise. Und gleichzeitig ist die schöpferische Information kein Selbstzweck. Wenn ein Informatiker neue Informationen einspeist, dann will er nicht zum Selbstbefriedungs-Seelenfrieden seines Computers beitragen, sondern soll muss sich dies in erhöhter Leistung, schöpferischen Werken lohnen. Es müssen und werden Werke folgen.
Was den Hinterbliebenen als Trost mit auf den Weg gegeben wird, wenn der Pfarrer von Jesus Christus und das in ihm ewige Leben spricht, kann im Bild der Software zur Tatsache werden. Wie besser als durch die Software allen weltlichen Lebens wird deutlich, dass durch sie alle Auferstehung ist, alles wieder zum Leben erweckt wird und sich evolutionär weiterentwickelt. Hier erhält auch der Tod seinen Sinn, weil ohne ihn kein neues Leben, kein schöpferischer Fortschritt wäre. Solange jedoch der Pfarrer am Grab nur von einem Christusgott spricht, bringen seine Worte nur einen schwachen Trost. Die dahinter stehende Schöpfungs- bzw. Kreativitäts-logik, kann bei heutiger Theologie genannter Schriftlehre nicht nachvollzogen werden.
Der Tod gehört zur Logik Gottes, ermöglicht erst eine Weiterentwicklung im schöpferischen Sinne. Doch ohne neue Software würde alles absterben ohne Wiederkehr, wäre kein Leben. Kein Materieteilchen bewegt sich, wenn es nicht von einer Information/dem Wort Gottes zum Leben gerufen wird und selbst zur In-form-ation wird. So scheint auch in der Menschheitsgeschichte eine Software, ein Gotteswort in der Sprache der jeweiligen Zeit der innere Motor gewesen zu sein. Bilder und Schriftzeichen dienten den Menschen in alten Zeiten nicht nur zur persönlichen Kommunikation (oder um sich im heutigen Stile gegenseitig hinters Licht zu führen), sondern waren die Voraussetzung, um mit dem Schöpfer zu kommunizieren und sein Wort weitergeben zu können. Doch selbst wenn einer Kultur ihre Schrift verlor, die Gottes- und Welterfahrung nicht weitergegeben werden konnte, so ging die Software Gottes nie ganz unter, entwickelte sich an anderer Stelle weiter. In der Aufnahme der fremden und auf den ersten Blick nicht zusammenpassenden Information liegt die Kreativität, die wir im Kosmos wie im Geistesleben beobachten können. In diesem Sinne scheint der heutige Tod unseres Gottesbewusstseins (der Verfall der Gesetze) zum Prozess schöpferischer Entwicklung zu gehören. Erst frei vom Gängelband der Glaubensgesetze bzw. eines Gesetzgottes hat sich das Wissen um die Information Gottes weiterentwickelt, sind die Naturwissenschaften gewachsen. Nun wäre es Zeit, sie wieder mit dem biblischen Wissen kreativ zu vereinen. Durch eine neue Perspektive des historischen christlichen Wesens als Software der Welt, das nicht gleich Gott ist, aber von diesem ausgeht, sollte es gelingen, den ewige Informatiker in der Weltgegenwart wieder verständlich zu machen.
4. Der
Softwaregeber als externer Creator und sprechender Autor des Alles
4.1.
Der Creator geht nicht in seinen Konstruktionen unter
Wenn die Schriftlehrer mit den Prozesstheologen streiten, dass es denen nicht um den aus der Schrift bekannten Schöpfer des Alles ginge, sondern nur um ein metaphysisches System, das sich innerhalb eines selbst-konstruierten Weltprozesses ereignet, dann mag dies bei heutiger Sicht zutreffen. Gleichwohl es schon seltsam erscheint, wenn eine Zunft, die jeglichen Bezug zum realen Schöpfer des sichtbaren Werdens verloren hat, nun Theologen, die über die Realität der schöpferischen Tat-sache im Weltprozess nachdenken vorwirft, sie würden den Schöpfer abschaffen. Doch auch die Probleme, die sich in der Prozesstheologie ergeben, könnten durch Metapher des Computers bzw. eines externen Informatikers gelöst werde.
Selbst bei den intelligenten Computern der künftigen Generation, von denen Mutschler in seinem Vortrag schwärmte, wird der außerhalb befindliche Creator deutlich und geht nicht in der Software unter, wie das in der Prozesstheologie geschieht. Denn ähnlich wie bei Schriftlehrern, die in Christus nur eine etwas andere Bezeichnung für Gott selbst sehen, geht auch bei den Prozesstheologen, pankreationistischem New Age oder Naturphilosophie die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit Gottes gegenüber seinem Wort/Sohn verloren. Der Informatiker wird mit seiner Information gleichgesetzt und so in seiner Macht eingeschränkt. Denn er bleibt dann an das gebunden, was wir im Prozess des Werdens als Logik erkennen bzw. Software sehen. Während die Prozesstheologen Gott selbst als Prozess des Werdens sehen wollen, er nur ein Teil der Kreativität des Kosmos bleibt, kann uns das Computermodell zeigen, wie von einem externen Konstrukteur alles ausgeht, was sich im Weltcomputer so selbstschöpferisch ereignet. Und wie ein Informatiker und Konstrukteur völlig frei in seiner Entscheidung ist, so ist auch der ewige Ingenieur der Welt, den wir seit vielen Jahren Gott nennen, nicht gebunden. Dass er den Weltcomputer entwickelt hat und ewig mit seinen Informationen speist, ihm Energie zum Leben gibt, alles logisch lenkt, liegt ganz in seinem Ermessen. In keiner Weise ist die Wirkungsweise des externen Informatikers eingeschränkt. Die Programme, nach denen das gesamte Weltall funktioniert, sind von ihm vorgegeben und werden nach seiner Weise weiterentwickelt. Alles liegt ganz in seiner Autorität. Auch wenn wir die einheitliche Sprache der Software seit 14 Milliarden Jahren zurückverfolgen können, so kann dies keine Einschränkung für den externen Informatiker sein, sondern spricht für ihn.
Wo man Christus nur als ein Konstrukt der Frühkirche versteht, liegt es auf der Hand, dass auch den Informatiker bzw. Gott selbst nur als ein von dem für menschliche Emotionen zuständigen linken Schläfenlappen hervorgerufenes Produkt gesehen wird. (Wie kaum widersprochen derzeit laut nachgedacht wird). Erst indem wenn wir ihn als Sprecher des die Welt-information bewirkenden Wortes verstehen, ihn nicht mit dem Wort selbst gleichsetzen, wird er konkret. Erst so wird Gott nicht als Produkt des menschlichen Geistes verstanden, Opium fürs Volk. Gerade die Computermetapher lässt auf einen externen Autor schließen, von dem alle Information ausgeht. Selbst eine noch so kreative, weltimmanente Software wäre nicht, wenn nicht ein Creator dafür sorgen würde. Kein Computer, nicht das noch so intelligente Wunderwerk künftiger Technik, wird seinen Sinn selbst setzen. Auch wenn einst eine weiterentwickelte Computertechnik (ähnlich wie die Intelligenz der Welt heute) annähme, sie hätte sich zufällig entwickelt bzw. aus sich selbst heraus geschaffen, so sehen wir am Computermodell, wer es in Wirklichkeit war und wer nach wie vor weiterbaut. Gott als Software-Ingenieur ist kein Teil des Weltcomputers, sondern nur der, von dem alles ausgeht, der ständig konstruiert, auch wenn die Intelligenz des modernen Computers mitwirkt, Informationen aufnimmt und nach den vorgegebenen Prinzipien weiterentwickelt.
Wenn sich die Welt-Intelligenz heute der Software des Informatikers verweigert, nicht auf das Wort des externen Creators hört, keine neuen Informationen aufnimmt und daher die Anwendungs-Programme des Weltcomputers versagen, dann zeigt sich gerade daran die Existenz eines Informatikers. In der Unfähigkeit des allein auf sich gestellten Weltcomputers kann die Existenz eines externen Konstrukteurs und Notwendigkeit der Annahme seiner Autorität nachgewiesen werden. Wenn sich der Weltcomputer trotz aller Intelligenz und des intellektuellen Wissens um die Probleme nicht wirklich ökologisch oder weltökonomisch verhält, sondern seinen Kindern die Ressourcen raubt, die eigene Zukunft vernichten, statt sie in gewonnener Freiheit und geistig befähigt zu verbessern, so macht dies unsere Angewiesenheit und gleichzeitig die Existenz eines externen Autors deutlich. Denn wie ein moderner Computer der nächsten Generation, der seine Software selbst weiterentwickelt, aber ohne die Einhaltung einer externen Sinngebung ins Chaos verfallen würde, scheint auch die Intelligenz des Weltcomputers angewiesen auf Informationen von außen. Ein noch so unvorstellbar intelligenter Computer ist und bleibt auf einen ganz konkreten externen Konstrukteur und Informatiker angewiesen. Gott ist in diesem Sinne keine geistige Konstruktion als Mittel zum menschlichen Zweck, moralischen oder vernünftigen Verhaltens und gesellschaftlicher Formgebung, sondern eine reale Gestalt. Gerade in unserem gesellschaftlichen Ver-sagen trotz allen Wissens wird deutlich, dass es einen externen Informatiker geben muss, der uns sein Wort gab und gibt.
4.2. Der Softwaregeber als Creator aus dem Nichts und von Anfang an
Auch ein weiterer Vorwurf gegenüber der Prozesstheologie und ähnlich an Philosophie (von der Antike bis heute), lässt sich am Modell des Computers entkräften. Der Gott der Prozesstheologen und Philosophen wäre nicht der Schöpfer des Alles, sondern nur dafür zuständig, vorhandene Teile zusammenzusetzen, wird von Schriftlehrern bemängelt. Statt um einen biblischen Schöpfer aus dem Nichts, ginge es nur um einen neuen platonischen Demiurgen, der aus dem Chaos der ungestalteten Massen alles sinnvoll zusammensetzt, Ordnung schaffen würde. Gar verschiedene Prinzipien, die gegeneinander wirkten, wie in alten Philosophien, das wäre mit dem Gott der Bibel bzw. dem des monotheistischen Glaubens unvereinbar. Doch wo liegt das Problem, wenn wir in Gott den Softwaregeber, den Vater des Sohnes sehen?
Im Verhältnis von Hard- und Software wird deutlich, wie die gesamte Formgebung einzig und allein externer Information und Sinngebung entspringt. Nicht nur die Programme, nach denen der PC arbeitet, sondern alle Bauteile sind letztlich der Intelligenz des Konstrukteurs zu verdanken. Auch was wir Hardware nennen, ist aus einer langen Kette von Informationen entstanden. Ein langer Prozess hat dazu geführt, dass alles so konstruiert wurde, wie es jetzt so wunderbar funktioniert. Selbst die elektrische Energie, die den Computer ständig speist, ist auf einen externen Konstrukteur und dessen kreatives Wirken zurückzuführen. So lässt der gesamte geistige und materielle Prozess des Weltcomputers auf einen einzigen Schöpfer schließen. Es gibt nichts auf der Welt, was nicht von einem sinnvollen Creator ausginge, auf diesen zurückzuführen ist. Die Bauteile des PC, wie all seine Programme und die ihn speisende Energie lassen ebenso auf einen externen Konstrukteur schließen, wie z.B. die Erkenntnisse der Quantenphysik, nach der die Welt als Energie oder Teilchen, sowohl als auch, je nach Betrachter: also als im Grunde binär erklärt wird.
Platons Kosmologie braucht uns bei heutiger Erkenntnis so wenig zu leiten, wie die unzähligen Schöpfungsmythen oder moderne Welterklärungsmodelle. Es geht weder darum alte Kosmologien nachzubeten, noch moderne Metaphysik zu betreiben. Die Grundlage des christlichen Glaubens ist weder eine alte Philosophie, noch ein Mythos vom wundersamen Wirken eines nicht mehr nachvollziehbaren Gottes oder eine moderne Theorie. Das als Schöpfungswirklichkeit in der Weltgegenwart lebendige Wort, wie es uns im Neuen Testament bekannt gemacht wird, begründet einen Bund mit dem Schöpfers bzw. ermöglicht ein Gottesbewusstsein, das über alte Gesetzlichkeit und neuzeitliche Erklärungstheorien weit hinausgeht, sondern hier nur die zeitgemäße Sprache Gottes versteht. Doch erst wenn wir uns von alten Schöpfungsvorstellungen verabschieden, können wir in der Realität einer seit dem Urknall sichtbaren Software auf heutige Weise die Handschrift des ewigen Creator erkennen. Selbstverständlich ist es notwendig, sich die Welt- und Gotteserfahrung der Vergangenheit zu vergegenwärtigen, den Entwicklungsweg nachzuzeichnen, um sich selbst bestimmen zu können, nicht Falschinformationen aufzusitzen und Kurzschlüssen zu erliegen. Doch weder Platons oder Newtons Gottesworterfahrung, noch die der alten Hebräer oder mystisch inspirierter neuzeitlicher Hörer könne heute die Grundlage der Gottesworterfahrung sein, die den Weltcomputer weiterbringt. Im gegenwärtigen Weltbild ist der Ton bzw. das Wort Gottes zu hören.
Wenn Gottes Wort heute seit dem Urknall verständlich, seine Software selbstverständlich ist, dann fällt dieses Verständnis selbst dann nicht, wenn es keinen Urknall gegeben hat, wie manche modernen Physiker spekulieren. Denn auch deren Spekulationen wären nicht, wenn es die zuverlässige Ordnung, den Logos des gesamten Universums nicht gäbe. Und selbst vor dem in gängigen Lehren angenommen Big-Bang werden im Grunde die gleichen schöpferischen Prinzipien vermutet, wie wir sie Seit dem Urknall als ganz natürlich nachweisen. Auch wenn das völlige Spekulation bleiben muss, gehen wir wie völlig selbstverständlich von einem immerwährenden und unendlich-allumfassenden schöpferischen Logos aus. Jeder wissenschaftliche Gedanke setzt eine dem Weltgeschehen zugrunde liegende und in ewigen Gesetzen zum Ausdruck kommende Logik voraus. Egal wie weit gedacht wird, es wird immer wie selbstverständlich von dem ausgegangen, was auf eine „Software“ schließen lässt, der eine gemeinsame Sinngebung vorausgeht. Wenn heute moderne Kosmologen über Zeit und Raum hinweg von einem Ablauf des Alles sprechen, dessen Ausdehnungen einem normal denkenden Menschen kaum mehr zu vermitteln ist, dann verdeutlichen sie das, was bereits Johannes als präexistente und universelle Weltvernunft annahm. Wo also sollte es eine Einschränkung Gottes gegeben, wenn wir in ihm den Softwaregeber und gleichzeitig Vater des ewigen Sohnes sehen. Alles was wir an Wissen hervorgebracht haben, verdanken wir der von ihm vorgegeben Software. Die Erkenntnis aller natürlichen Weltgesetze macht nur sein Betriebssystem deutlich. Und alle wissenschaftliche Weiterentwicklung, von der Dampfmaschine über das elektrische Licht bis zur binären Computer- oder modernen Kern- und Gentechnik, ist alles nur ein Weiterspinnen der natürlichen Urprinzipien, somit des ewigen Sohnes/Logos. Und wie die Mechanik sein Wort weiterentwickelt und für das menschliche Leben sinnvoll anwendet, so gilt es auch in der Geisteswissenschaft sein Wort in schöpferischem Sinne umzusetzen.
Durch die ewig und allumfassend wahrzunehmende Software als Gotteswort zeigt sich uns ein Autor, der durch den Zuwachs an Wissen nicht geringer wird, bedeutungsloser, sondern immer größer und bekannter. Wenn Gott nicht weiterhin nur als ein metaphysisches Geheimnis gesehen wird, das außerhalb des Wissens bleibt, sondern in dessen weltliche Präsenz die Welt eingeweiht ist, dann könnte das die Wende sein, die wir an Weihnachten feiern.
4.3. Ein Ingenieur für Hard- und Software, Geist und Materie
Gott im Bild des Software-Ingenieurs bedeutet nicht, dass er nicht auch für das zuständig ist, was wir Hardware nennen. Auch hier schließen sich zwei gegensätzliche Prinzipien im modernen Weltbild aus. Denn als Software nur das zu bezeichnen, was an Daten auf dem Chip gespeichert ist, greift zu kurz, auch wenn das oft der gängige Sprachgebrauch ist. Letztlich entspringt alles, was wir als Hardware in Händen halten und nach was wir arbeiten einem langen Informationsprozess. Jedes Bauteil, das wir im Kosmos beobachten, ist aus einer Kette von Information entstanden, somit zu deren Träger und Verwirklicher geworden. Letztlich ist alles was funktioniert durch Information entstanden, aus der ewigen Software hervorgegangen. Doch ohne die Hardware wäre alle Software sinnlos. Die Weiterentwicklung der Software geht scheinbar nicht nur in der Computertechnik einher mit einer Höherentwicklung der Hardware. Ohne die Materie hätte die Software keinen Ausdruck, wäre sie nicht weiterentwickelt worden. Geist und Materie werden nach heutigem Wissen von der modernen Philosophie aus einheitlichen Prinzipien abgeleitet. Wer daher im Sinne des antiken Denkens einen allem zugrunde liegenden Logos als Sohn des Gottes der Väter sieht, der kommt aufgrund der heutigen Welterkenntnis zu dem Schluss, dass es nur einen einzigen Schöpfer geben kann, von dem Geist und Materie ausgehen und sich nicht gegenseitig ablehnen dürfen.
Alle Bauteile des Kosmos sind in ähnlicher Weise sinnvoll zusammengesetzt, wie dieser kleine Computer. So wenig, wie sich die Materieteilchen nur zufällig zu diesem wundersamen Rechner zusammengefunden haben, sondern sich eine langen Softwarekette verdanken, sind auch Körper und Geist dessen, der ihn bedient, wie des gesamte Weltcomputers, nur als Werk einer unendlichen Software zu sehen. Und auch diese Zeilen sind kein Zufall, sondern einem langen Prozess ewiger Suche zu verdanken, die letztlich seit Beginn der Menschheit nachvollziehbar ist. Es ist eine lange Kette von Informationen, die sich auch in einer unendlichen Liebe zum realen Leben ausdrückt, die letztlich zu diesen Zeilen führt und deren Ziel nicht die Vergeistigung war und ist, sondern eine ganz konkrete bessere Lebensweise, zu der körperliches und geistiges Wachsen und Wohlergehen gemeinsam gehören.
Hard- und Software gehören zusammen, brauchen und ergänzen sich, sind wunderbare Werke eines externen Konstrukteurs. Modernen Weltverneinung, die vergeistigt nur noch von der Software des Schöpfers schwärmt, wäre daher fehl am Platz. Wer das schöpferisches Wachsen und Wohlstand der materiellen Seite verneint, weltliche Leiblichkeit ablehnt, würde damit die Software ihres Sinnes berauben. Sowenig wie das Betriebssysteme dieses PC funktioniert, wenn es in einen alten Kasten gepflanzt wird, sondern der Sinn der Software darin besteht, ein hochentwickeltes Bauteil in Bewegung zu setzen um neue Information hervorzubringen, scheint es auch in der gesamten Schöpfung. Auch wenn alles von einer Software abgeleitet werden kann, so gehören Wachsen und Wohlstand des Körpers zur Voraussetzung, entsprechen dem Wille des Konstrukteurs.
4.4. Intelligentes, liebevolles Walten statt herrschaftliche Willkür
Auch der Wandel des Gottesbildes, vom willkürlichen Herrscher, zum liebevollen Vater, wie er im Rahmen der christlichen Theologie und in der jüdischen Weisheit zur Zeit Jesus nachzulesen ist, lässt sich im Bild des Software-Ingenieurs erneut nachvollziehen. Gleichzeitig bringt diese Vorstellung Licht ins Dunkel unseres derzeitigen Denkens darüber, warum Gott dies und das zulasse, was nicht in unser menschliches Bild passt. Die Vorstellung eines Konstrukteurs, dessen Ziel das Konstrukt der Gesamtgenesis ist, kann Antwort auf die ewige Theolgiezeefrage geben. Denn im Bild des Software-Ingenieurs ist für irgendeine Willkür kein Platz. Alles hat seinen Sinn, trägt seine Handschrift, auch wenn es in menschlichen Augen auf den ersten Blick als böse oder fehlerhaft erscheint.
Die Vorstellung eines externen Informatikers lässt uns verstehen, wie alles „s-einen“ Sinn im Hinblick auf eine Gesamtordnung hat, zum Ergebnis der Genesis führt. Und genau diese Ordnung wird heute z.B. in der evolutionären Deutung der Welt, wie der ökologischen Lehre deutlich. Wer die Welt von einem externen Creator aus betrachtet und sich gleichzeitig für das begeistert, was wir haben und sind sowie für die Zukunft noch erhoffen können, der muss das Werk des Konstrukteurs für gut und richtig sehen. Was wir sind und werden, verdanken wir nur dem was war, ist nur so geworden, weil alles letztlich gut war. Wo also soll der Informatiker einen Fehler gemacht haben? Es gibt nichts im gesamten Werk des Weltcomputers, was nicht dem Wille des externen Kreators entspringt. Jedes Wesen trägt in seinem Sinne zum Gesamtgelingen bei, bringt sich mit dem ihm gegebenen Möglichkeiten ein. Ein willkürliches wundersames Eingreifen gegen die Natur, wie es das derzeitige christliche Gottesverständnis weitgehend bestimmt, schließt sich in der Metapher vom externen Informatiker aus. Alles läuft nach seiner Bestimmung ab. Auch wenn die Programme Freiheit erlauben und menschliche Erkenntnis sowie Begeisterung für sein Werk und bewusste Anbetung voraussetzen, so ist gerade darin das Werk eines kreativen Konstrukteurs zu sehen. Nichts auf der Welt ist gegen die vorgegebene Logik, die Natur Gottes gerichtet.
Der allmächtige Informatiker bzw. Konstrukteur des Weltcomputers springt nicht neben uns im Straßengraben her und hebt unser Auto wenn wir z.B. betrunken sind. Doch er hat uns eine Intelligenz gegeben, die uns ein richtiges Verhalten und vorsichtiges Fahren ermöglicht. Es liegt an uns, seine Gaben in verantwortlicher Weise zu nutzen. Er hat uns gar befähigt Erdbeben zu erkennen und Häuser zu bauen, die seiner Geologie stand halten oder uns nach einer Katastrophe gegenseitig zu helfen. Inzwischen ist es doch längst nicht mehr die Natur, die uns bedroht, sondern der Mensch ist sich selbst zum einzigen Fressfeind geworden, voll dabei seinen Kindern die Lebensgrundlage zu rauben. Dabei ist es jedoch nur die eigene Vernunft die versagt, sich nicht im Sinne vorgegebener Software verhält. Sowenig wie ich den Softwaregeber des Weltcomputer verurteilen kann, wenn ich im Winter friere, sondern mich warm anziehen muss, müssen wir auch die Gabe des Verstandes gebrauchen um uns weiterzuentwickeln, seinem Wort entsprechen zu können. Und eben so wenig wie ich den Creator für natürliche Ereignisse, die nachweislich kein willkürliches „Donnerwetter“ sind, sondern zum Gelingen der natürlichen Genesis gehören, verantwortlich machen kann, ist es mir möglich, auch in der Geistesgeschichte insgesamt eine vernünftige Genese zu erkennen.
Wenn Gott als Autor der Weltwirklichkeit nicht mehr für dies und das verantwortlich gemacht werden kann, was nicht im menschlichen Sinne ist oder in der Weltentwicklung falsch läuft, so ist er keineswegs unnahbar geworden. Der Softwaregeber und Konstrukteur ist ständig mit dem Weltcomputer verbunden, wirkt auf die Programme ein und entwickelt sie weiter. Alles was wir im Laufe der Weltgeschichte gelernt haben, geht von einer schöpferischen Information aus. Wenn die Abläufe der Natur inzwischen sinnvoll nachvollziehbar und kaum noch eine Bedrohung sind, dann verdanken wir das der uns gegebenen schöpferischen Intelligenz. Die ökologische Ordnung, für die der Mensch zur Bedrohung geworden ist, kann als eine der deutlichsten Ausdrucksform dessen bezeichnet werden, was hier als schöpferische Software bezeichnet wird. Wie selbstverständlich gehen wird davon aus, dass selbst unsere selbstherrliche Zerstörung der Gleichgewichte die Welt nicht wirklich aus der Bahn, sondern nur unseren Kindern den Lebensraum nimmt. Wir wissen, dass diese Intelligenz/der präexistente Sohn selbst nach einer Selbstvernichtung der menschlichen Wesen für eine ökologische Ordnung sorgen würde, aus der evtl. neue Zweibeiner wachsen. Doch der ewige Bund, den der Autor des Alles mit Adam geschlossen hat, lässt uns hoffen, dass die Welt mit altbekannten menschlichen Wesen und Mitteln im Gleichgewicht gehalten wird. Der Sohn/die schöpferische Intelligenz lässt uns heute wissen, was wir falsch machen. Unsere Intelligenz weiß um die Ursachen und Folgen unseres Fehlverhaltens. Uns ist ein Wissen gegeben, das bei gerechter Verteilung, vernünftiger Lebensweise und dem sinnvollen Ausbau der technischen Möglichkeiten selbst bei vielfach gewachsener Weltbevölkerung eine ökologische Ordnung halten könnte. Nicht Naturkräfte bedrohen uns mehr oder wilde Völker, sondern allein die eigene Unvernunft. Doch wie soll der Weltcomputer zur Vernunft kommen, wenn er die Leitung zum Softwaregeber gekappt hat?
4.5. Alle menschliche Wegweisung geht vom Wort-geber aus
Wie die Sinngebung dieses PC und alle Systeme, so scheint der Mensch auf eine externe Information angewiesen, die ihm den Weg weist. Nicht Naturrecht oder menschliche Humanität sind gefragt, sondern der externe Autor. Weder Bibelstellen, noch Menschlichkeit bringen uns weiter, können eine Antwort geben, wenn es zum Beispiel um die derzeit diskutierte Frage der Gleichgeschlechtlichkeit geht. Auch die Biologie allein führt nicht weiter, addiert nur Arten auf, die gleichgeschlechtliche Beziehungen pflegen. In diesem Beispiel, wie in allen Lebensfragen, scheint – ähnlich wie bei Paulus - zu fragen sein, wie die unsere Lebens-Programme auf menschliche Weise nach der Sprache und Sinngebung eines externen Creators auszurichten sind.
Der Weltcomputer ist ewig darauf angewiesen, sich im Sinne der vom Informatiker vorgegebenen Betriebssysteme zu bewegen. Und erst durch eine den Sinn des externen Creators erkennend Anwendung, die den eigenen Geist begeistert für das Gesamtwerk der Genesis Gottes, ist den Anwendungsprogrammen die Fähigkeit gegeben, sich schöpferisch wirkungsvoll zu verhalten. Um der wahren Vernunft gerecht zu werden, scheint bei nackten Affen seit ihrer Menschwerdung die Anbetung Gottes die kulturelle Voraussetzung. Doch hierzu ist es notwendig, nicht nur blind Worte zu formulieren und irgendein gesetztes Wesen anzusprechen von dem wir verlangen, dass es gegen seine eigenen Schöpfungsgesetze verstößt, sondern sich für den realen Informatiker der sichtbaren Welt-wirk-lichkeit zu begeistern.
Wer sich gegen die schöpferische Natur/Logik des Informatikers verhält, leidet Schiffbruch. Ökologische oder nachhaltige Lebensweise sind genau das, was dem Logos/der vorgegebenen Software Gottes gerecht wird. Doch die Einsicht in die Notwendigkeit z.B. eines naturgerechten Verhaltens reichen nicht aus, um wirklich ökologisch zu leben. Der Logos bzw. die Begeisterung für eine sinnvoll-vernünftige Schöpfungsordnung des ewigen Gottes scheinen die Voraussetzung, um sich höherer Vernunft zu unterstellen. Dabei können gesundes Wachstum der Gesamtheit und Wohlstand können nicht gegen das sein, was der Informatiker will, der alles wachsen und gedeihen lässt.
So ist auch der Wandel der Welt- und Gottesbilder Teil eines Wachstumsprozesses, weitgehend vorprogrammiert. Die Verweigerung führt zu Fehlentwicklungen im Weltcomputer: Wenn die intellektuellen Anwendungsprogramme allein auf sich gestellt nicht funktionieren, dann hat nicht der Informatiker versagt, sondern die sich dem Fortschritt/Wachsen versagenden Betriebssysteme des Weltcomputer. Die Fehlfunktion und des daraus resultierenden menschlich-gesellschaftlichen Fehlverhaltens sind bei der Betrachtung des Weltcomputers nicht als Strafe eines zürnenden Herrschers zu sehen, sondern als völlig logisches Geschehen im Rahmen einer evolutionären Fortentwicklung. Daher erscheint es notwendig, das Wort des externen Autors immer wieder erneut wahrzunehmen, im Prozess seiner sichtbaren Ordnung ständig auf neue Informationen vom externen Informatiker aufzunehmen.
4.6. Die gesamte Welt als Werk Gottes
Die Erkenntnis Gottes im natürlichen Werk würde die Omnipotenz Gottes gefährden rufen oft die, für die sich Gottes Potenz in Papierzeilen, menschlicher Moral und Psyche oder Gedankenkonstrukten erstickt. Dabei könnte gerade die Metapher vom Creator der Software zeigen, wie Gottes Wirken allumfassend ist und sich in keiner Weise einschränkt. Gerade die Vorstellung von einer schöpferischen Vernunft/Software, durch die sich der Sinn des Konstrukteurs umsetzt, macht die uneingeschränkte Macht deutlich. Weder durch menschliche Worte, noch warmherzige Bitten lässt sich der externe Informatiker überreden. Was wir durch unsere Gebete erreichen, ist die notwendige Kraft zur Orientierung an seinem Willen/Wort. Die Gebete –zu denen auch das bewusst Leben gehört - sind im Bild der Computerwelt wie die Kontaktaufnahme zur Informationsaufnahme. Doch warum sollte ein Konstrukteur des Weltcomputers plötzlich willkürlich an irgendwelchen Schrauben in die falsche Richtung drehen wollen, seiner eigenen Software untreu werden, nur weil wir es betend wollen? Wie können wir die Omnipotenz eines Creators anzweifeln, nur weil der nicht gegen die von ihm gesetzte Software verstößt, sondern ein Programm geschafften hat, das die Sonne seit ewigen Zeiten zur rechten Zeit aufgehen lässt, es im logischen Ablauf des Alles, also in seinem Sinne regnen lässt?
Die Entgeisung eines buchstäblichen biblischen Verständnisses, das dann nur in Naturbrechungen Gottesweise sehen will, soll an dieser Stelle nicht weiterverfolgt werden. Doch gerade die daraus resultierende Sicht eines willkürlichen, nur für dies und das zuständigen Eingreifgottes – kann durch das Verständnis der Welt als Gesamtwerk eines externen Informatikers überwunden werden. Die Präzision, in der nicht nur alles wie ein Uhrwerk Abläuft, sondern sich ständig weiterentwickelt macht uns einen Softwaregeber präsent, für den jedes Zuwiderhandeln gegen sein schöpferisches Ziel, die von ihm gesetzten Prinzipien völlig ausgeschlossen ist. Nicht wundersame Naturbrechungen, sondern die Geschichte der Menschen wie die gesamte Genesis können auf das Wort/die Information eines externen Creators zurückgeführt werden. Genau das ist der Gott der gesamten Bibel, deren Banaldeutung uns bisher nur nach Unerklärlichkeiten als Gottesbeweise suchen ließ.
4.6. Menschliche Vorstellungen vom willkürlichen
Herrscher verhindern den Verstand
Ein Denken, das sich vom realen Schöpfer der natürlichen Ordnung immer weiter entfernt, Gott nur noch als geistigen Herrschaftsbegriff annimmt, scheint sich diesen wie einen willkürlichen menschlichen Königsherrscher vorzustellen, der sich an keine Ordnung hält und willkürlich an den Fäden zieht. Bei einer solchen Vorstellung drängt sich sofort die Frage auf, wie Gott ein Erdbeben schicken, die Überflutung eines Fußes zulassen oder auch ins Geschichtsgeschehen nicht so eingreift, wie wir denken, dass es richtig wäre. Diese rein menschliche Sichtweise extrem weitergedacht, müsste ein guter Gott doch längst dafür gesorgt haben, dass in unserem Garten kein Gras wächst.
Letztlich müsste mir ein solcher Herrscher meine menschliche Freiheit nehmen, weil doch die es immer wieder ist, die mich vom schöpferischen Weg abbringt. Aber ist es nicht gerade die Verschiedenheit der Wesen und die menschliche Freiheit, der wir die natürliche Genesis der geistbegabten Wesen verdanken? Gerade die heutige Naturwissenschaft nennt für alles, was wir im natürlichen Werden sehen, einen natürlichen Grund. Was also sollte der Konstrukteur des Weltcomputers besser machen?
Warum er die Massenmorde der Vergangenheit nicht verhindert habe, wird ständig gefragt. Wenn er unfähig dazu war, dann sei er nicht der Allmächtige. Und wenn er sicht trotz seiner Macht nicht eingemischt habe, dann sei er nicht der gute Gott wird kurzgeschlossen. Die heute überall gestellte Theodizee-Frage, die gerade im Hinblick auf die ideologisch bedingten Massenmorde besonders laut wird, ist eine Folge eines vermenschlichten Gottesverständnisses. Im Bild des der Welt als Werk eines externen Informatikers kommen weder Willkür noch Unfähigkeit vor. Doch Fehlfunktionen, das Folgen falscher oder selbstgesetzter Befehle, hat böse Folgen. Dies hat sich im Weltcomputer nicht nur in jüngster Geschichte deutlich gemacht.
Doch soll nicht gerade das, was hier als menschlich sinngebende Software eines externen Informatikers versucht wird verständlich zu machen, uns vor selbstgefälligen Ideologien bewahren? Weder tierischer Instinkt, noch innere Stimmen oder traditionelle Dogmen halten und davon ab, in persönliche oder gesellschaftliche Ideologien zu verfallen. Seit der Vertreibung aus dem Paradies scheint das menschliche Wesen auf das Hören des schöpferischen Wortes, bewusste Aufnahme externer Information angewiesen.
4.7. Gnade als Gabe ewiger Information
Hat uns nicht Gott laut christlicher Gnadenlehre genau aus diesem Grunde seinen Sohn geschickt, seine Software Mensch werden lassen? War nicht auch in der Antike zu erkennen, dass alte Gesetze und selbstgesetzte Philosophie nicht tragen, sondern das Wort für die Menschen verständlich werden muss? Verbirgt sich hinter der Gestalt des Menschensohnes nur ein besserwissender Bibelleser oder ist das Wort/die externe Information selbst Fleisch geworden, damit wir die schöpferische Vernunft menschlich umsetzen, so erst Nächstenliebe leben können? Sollte dieser Sohn nicht ähnlich wie ein Betriebssystem der Dreh- und Angelpunkt für die Funktion des Weltcomputers sein? Und wenn ein Computer sich der Information verweigert, in selbstgesetzte Ideologien und einer willkürlichen Gesetzlichkeit fällt, wie will er dann den Programmierer verantwortlich machen? Selbst in einer Zeit, in der alle Welt auf den Friedenkaiser Augustus setzte, diesen für den Messias hielten, haben jüdische Weisheitslehrer nach dem Wort des eigentlichen Autors Ausschau gehalten und darauf ihre Friedenshoffnungen gesetzt.
Nicht die Werke des Weltcomputers oder dessen Gesetze, sondern die Gnade des göttlichen Informatikers ermöglichen eine Weiterentwicklung und einen Weg, der zum schöpferischen Ziel führt. Dass der Software-Ingenieur den Menschen ein Gehör gegeben hat und das Nichthören Folgen verursacht, drückt sich bereits in der Weisheit der Propheten, wie in vielen biblischen Themen aus. Ständig wird in der Bibel davor gewarnt, auf andere Stimmen zu hören, als die des einen realen Schöpfers des Alles. Und diese Warnungen richten sich nicht an Atheisten oder humanistische Ideologie, sondern an untragbar gewordene Gotteslehren. Die Wahrnehmung des Schöpfers muss sich einem ständigen Wandel unterziehen, um nicht in Selbstherrlichkeit zu verfallen. Nur Informationen, die vom externen Konstrukteur ausgehen, führen das was wir in der Computersprache als Betriebssystem bezeichnen, zur schöpferischen Funktion. Ein zeitgemäßes Betriebssystem des Weltcomputers ist die Voraussetzung zur Lebensweise nach höherer Vernunft und verhindert gleichzeitig ideologische Fehlentwicklungen. Wenn der Weltcomputer verrückt spielt, trotz Wissens um ökologische Fehlentwicklungen und die Folgen weltwirtschaftlicher Ungleichgewichte sich nicht im Sinne der Zukunft verhält, nicht zur wahren Genmaximierung beiträgt, dann trägt nicht der Programmierer die Verantwortung, sondern selbstherrliche Programme.
4.8. Fehler im System sind durch erneuerte Betriebssysteme zu beheben
Die hier beklagte Tatsache, dass der Weltcomputer derzeit keine Informationen von außen aufnimmt, scheint kein technischer Fehler des Konstrukteurs zu sein, sondern seit ewigen Zeiten zum stufenweise Wachsen des Betriebsprogramms zu gehören. Wäre daher nicht jetzt höchste Zeit für ein Betriebssystem, durch das die gesamte Welt miteinander kommuniziere kann? Unsere Computer sprechen weltweit eine Sprache, benutzen weitgehend einheitliche Betriebssysteme, durch die wir weltweit miteinander kommunizieren können. Auch wirtschaftlich und kulturelle ist die Welt in einer Weise verknüpft, wie noch nie. Wäre es daher nicht höchste Zeit für ein gemeinsames aufgeklärtes Gottesbewusstsein der Welt, zu dem vor 2000 Jahren der Same gelegt wurde?
Selbst der oft verfluchte Computervirus kann uns helfen deutlich zu machen, wie nicht der Informatiker des Weltcomputer oder allein unsere eigenen Werke für die Vielzahl von Welt- oder persönlichen Krankheiten die Verantwortung trägt, sondern kleine Fehlentwicklungen weltweit große Folgen auslösen. Wenn wir eine persönliche oder gesellschaftliche Krankheit beklagen, beginnen bei uns sofort die Zweifel an der Allmacht und Güte Gottes. Doch so wenig wie der Informatiker, der ein weltweites System aufgebaut hat, das nach ganz logischen Regeln abläuft beschuldigt werden kann, wenn jetzt plötzlich unser PC spinnt, ist der Schöpfer für die Fehler der Welt verantwortlich? Gerade im Netz des Word-Web wird deutlich, wie sehr wir darauf angewiesen sind, uns nicht gegenseitig falsch zu programmieren. Wenn irgendwo im weltweiten Netz eine Fehlentwicklung eingespeist wurde, die zu Irrationalitäten führt, dann lässt das niemand am Konstrukteur zweifeln. Doch selbst hier hilft der Informatiker unseres Computers mit Schutzprogrammen, die unser Betriebssystem vor Falschinformationen schützen. Und je komplexer die Entwicklungen der Welt, desto besser müssen die Betriebssysteme geschützt werden. Was sich vor 2000 Jahren in der Geisteswelt ereignete und heute wieder zu realisieren wäre, ist ein Aufrüsten des Betriebssystems. Denn wie beim Computervirus sind es oft nicht die eigenen Werke, die zu Fehlentwicklungen führen, sondern sind wir ein kleines Glied in einer globalen Kette von Fehlinformationen. Oder anders: Als Mitglieder eine menschlichen Gesellschaft sind wir auf einem gemeinsamen vernünftigen Glauben, eine gemeinsame Kirche angewiesen. Allein persönliche Spiritualität bringt uns nicht weiter.
4.9. Die Software des menschlichen Kopfes macht den Sohn Gottes deutlich
„Keiner kann anders, als er ist“ argumentiert derzeit Wolf Singer und macht Mut zu einem determinierten Naturalismus, den er in weit übersteigerter Weise in unserem Denken nachweisen will. „Die geistig kulturellen Verschaltungen, die unserem Wesen zugrunde liegen, legen uns fest: Wir sollten aufhören von Freiheit zu reden“ so zusammengefasst die These des Direktors am Max Plank-Institut für Hirnforschung. Doch was Singer nachweisen will und derzeit in allen Bildungsblättern begierig aufgegriffen wird, bewahrheitet im Grunde die hier vertretene These von einer schöpferischen Software, einem Wort auf dessen Wahrnehmung die menschliche Gesellschaft insgesamt angewiesen ist, wenn sie menschlich funktionieren und schöpferische Leistung erbringen soll. Das aller Natur, aller Logik zugrunde liegende Wort bewahrheitet sich auch im logisch-naturalistisch ablaufenden Denkapparat des Menschen, der als Gemeinschaftswesen auch auf eine gemeinsame Gotteswahrnehmung angewiesen ist. Alles was der Mensch meint selbst zu entscheiden, sei von einer Vorprägung oft unbewusster Einflüsse vorbestimmt. Bewusste oder unbewusste Entscheidungen sind nach Singer daher im Grunde nicht vom menschlichen Individuum zu verantworten, sondern etwas was vorausgeht.
Der Hirnforscher irrt, wenn er dem menschlichen Wesen die Freiheit abspricht. Denn genau diese Freiheit macht uns zu menschlichen Wesen, unterscheidet uns von der reinen Natur, die durch Instinkt bzw. pure Determination zum Erfolg geführt wird. Die menschliche Freiheit des Denkens und Entscheidens ist nicht nur eine evolutionärer Fortschritt, sondern gleichzeitig eine Verantwortung, die nach der hier gebrauchten Argumentationskette die gemeinsame Wahrnehmung höhere Intelligenz/Wort voraussetzt. Wenn bisherige Aufklärung davon ausging, dass der Mensch durch eigene Vernunft aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit ausbrechen kann, dann muss dies vor dem Hintergrund dessen gesehen werden, wie sich die aus der Vernunft entfernte Religion darstellte. Heute können wir erkennen, dass die eigene Vernunft nicht ausreicht, gerade freie Gesellschaften an das Hören höherer Information als ewige Gnadengabe gebunden sind. Und hierzu hat die somit im Hinblick auf die gesamte Geschichtsentwicklung erst begonnene Aufklärung den Weg frei gemacht.
Der Mensch und seine Gesellschaft sind nicht nur ein
mechanischer Organismus, sondern frei Fehler zu machen, gegen die
schöpferischen Ordnung zu verstoßen oder gar unseren Kindern die
Lebensgrundlage wegzufressen, wie dies derzeit geschieht. Doch diese Freiheit
ist kein willkürliches Würfelspiel, sondern muss sich am Wort des Informatikers
ausrichten. Nicht menschlicher Will zählt. Menschliche Freiheit kann als
Fähigkeit zur Selbstbindung im Handeln nach höheren Gründen verstanden werden,
was höchster Kreativität entspricht, den Menschen – oft leider, aber doch Gott
sei Dank - von anderen Kreaturen abhebt. Falsche Verschaltungen, die Singer als
Grund für Fehlentwicklungen sieht, sind das Thema der gesamten
Theologiegeschichte. Denn seit dem „Ich“-Sagen des Homo Sapiens ist dieser auf
die Wahrnehmung Wertmaßstäbe und Normen, dem Hören des Wortes eines höheren
Gegenüber angewiesen. Weder die Genealogie des Staates, noch die des
Individuums kommt ohne das Hören des Wortes aus. Und je komplexer die
Lebenswelt, desto besser muss das Gehör sein, damit der Mensch nicht nur auf
pure Menschlichkeit hört oder seinem rein egoistischen Trieb folgt. (Von
„natürlichem“ oder „tierischen“ Trieb zu reden, würde wieder in die falsche
Richtung führen. Denn die Natur wird wie von unsichtbarer Hand/Software
geführt, macht nichts falsch, weil ihr dazu die Freiheit fehlt. Nur der Mensch
muss Kraft seiner Seele sehen und hören, wie bereits Aristoteles erkannte. Und
dazu muss er den Apparat benutzen, den Singer untersucht.)
Denn die Freiheit der ach so aufgeklärten und selbstverantwortlichen Wesen ist nur scheinbar. Alles Denken und Handeln ist eingebunden in ein Netzwerk, das sich in den neuronalen Prozessen unseres Gehirnkastens nachlesen lässt. Gegenüber der weit verbreiteten Illusion von Freiheit und menschlicher Verantwortung glaubt Singer feststellen zu können, dass all unser Denken und Tun vorprogrammiert ist, sich nach dem Muster einer ausgeglichenen Haushaltsbilanz selbst organisiert. Die Argumente des Gehirnforschers über die Regeln unseres Denkapparates sind schlüssig. Doch wie in der bisherigen Naturforschung führt der Kurz-schluss dazu, dass der distributiv angelegte Wettbewerb im Kopf bisher ohne einen übergeordneten Schiedsrichter ausgekommen wäre, die Geisteswissenschaft nur ein schöner Schein sei. Denn ist es wirklich nur eine reine Selbst-organisation, die sich in unserem menschlichen Kopf abspielt? Oder zeigt sich nicht gerade in den Erkenntnissen des Gehirnforschers, wie sehr der Einzel-Mensch von einem gemeinsamen Geist abhängt, er auf die Wahrnehmung eines über ihm stehenden Wesens angewiesen ist? Ein schöpferisches Wort, das sich in der gesamten Natur wie von selbst ereignet, muss von bewussten Wesen auch bewusst gemacht und wahrgenommen werden. Dies gehört zur natürlichen Logik menschlichen Lebens. Nichts anderes ist aus der neuen neurologischen Erkenntnis herauszulesen.
Wenn der Mensch für seine Entscheidungen nicht selbst zu ständig ist, sondern ein evolutionärer Prozess, aus dem alles erwachsen sei, dann beweist sich auch in der Gehirnforschung eine Software, die alles steuert. Was wir denken selbst zu entscheiden, wird in Fortführung der Thesen Singers vom Sohn Gottes gelenkt. Und auf dessen Wahrnehmung scheinen menschliche Wesen angewiesen. Denn das in Jahrtausenden gewachsene Denken, das den Menschen zu dem macht, was er ist, das Gehirn ganz genau so handeln lässt, auch wenn sich der Mensch vordergründig eine ganz andere Argumentation zurechtlegt, wie Singer nachweist, war und ist nur so, weil die Menschen bisher immerzu zeitgemäß auf ein höheres Wesen gehört haben. Auch wenn die Menschen ihre eigenen Begründungen geben, so ist es wie auch in der Materie eine in Jahrtausenden entstandene Software, die auch in unserem Gehirnkasten alles bewirkt. Und genau dieser vom Gottessohn ausgehende Menschensohn hat in der menschlichen Evolution unseren Geist bewirkt, hat den Mensch zu dem gemacht was er ist. Auch wenn wir meinen selbstständig selbständig zu sein, so ist es eine menschliche Software, die immer und ewig auf das Gehör einer höheren Intelligenz angewiesen ist. Denn nur so ist sie gewachsen. Ohne das Gottesbewusstsein der menschlichen Gesellschaft über alle Generationen hinweg, das hier als jeweils zeitgemäßes Betriebssystem dargestellt wird, wäre nicht das, was Singer als determinierende Grundlage des Gehirnkastens darstellt. Nicht wir treffen die gedachten und unbewussten Entscheidungen, sondern eine tiefer liegende Software, die die gesamte Gesellschaft prägt. Unsere Welt- und Gottesvorstellungen sind der maßgebende Faktor, von dem unser Denken und Handeln bestimmt wird.
Der logische Ablauf der menschlichen Geistesgeschichte hatte noch nie eine Leere, sondern war immer vom Logos bzw. dem Hören des Gotteswortes der Gemeinschaft bestimmt. Die Verantwortung, die Singer dem Einzelwesen aus der Hand nimmt, zeigt die Notwendigkeit der gemeinschaftlichen Erkenntnis in eine vernetzten Welt, wo alles auf die Gehirnwindungen unseres nur scheinbar freien Denkens einwirkt. Denn das bewertende Maß, das der Gehirnforscher nach wie vor von der Gesellschaft verlangt, bedurfte in der gesamten Menschheitsgeschichte eines externe Maßgebers. Nur so ist in dieser natürlichen Logik (zu der bei denkenden Wesen logischerweise die Gotteswahrnehmung gehört), der Affe zu einem aufgeklärten Wesen gewachsen. Wenn er sich derzeit nachweislich wieder zurückentwickelt, wie alle Intellektuellen beklagen, dann liegt es weder an der Natur, noch in der laut Singer nicht vorhandenen freien Entscheidung der Individuen. Was uns fehlt ist ein aufgeklärtes Gottesverständnis, ein mitwachsendes Betriebssystem, auf dem die menschlichen bzw. politischen Programme laufen.
Was heute die Gehirnforschung zutage fördert, war bereits den griechischen Philosophen und den hebräischen Propheten bewusst. Funktionierende menschliche Gesellschaften waren schon immer auf einen gemeinsamen Geist angewiesen, der von höherer Bestimmung ausging. Dies mag den archaischen Naturreligionen noch unbewusst gewesen. Doch Griechen und Hebräern scheinen die Zusammenhänge bewusst. Wie sonst wäre das Ringen der Philosophen mit den mystischen Gottesvorstellungen Homers zu erklären, die Weiterführung bzw. Erneuerung der Religion in einer auf das Wissen um das Werden der Welt gründenden Theologie. Ob die ersten Naturphilosophen oder die späteren griechischen Denker wie Demokrit, Platon und Pythagoras, sie alle haben nicht wegen wissenschaftlicher Mehrwerte das Wissen hervorgebracht, das wir nur weiter verfeinert haben. Ihnen war bewusst, dass menschliche Gesellschaften eines höheren gemeinschaftlichen Geistes bedürfen. Auch die Propheten der Juden wendeten sich gegen vorhandene Vorstellungen, verlangten ein neues, weiterführendes „Hören“ auf den Schöpfer selbst, weil ihnen bewusst war, wie notwendig dies für das Funktionieren der Gemeinschaft ist. Die Freiheit des Einzelnen, scheint nach Singer nur ein Schein: So wird heute erneut deutlich, wie sehr der Mensch auf ein gemeinschaftliches Gewissen und höheren Verstand des schöpferischen Wortes angewiesen ist. Nicht neben der Natur beweist sich nach all den bisherigen Thesen von der Software der Welt Gottes Wirken, sondern auch in dem, was uns die moderne Gehirnforschung als natürliche Geisteslogik nachweist.
Wie auch in der Antike die Logik menschlicher Erkenntnis erkannt und sich diese Einsicht im Logos ausdrückt, der für die menschliche Gemeinschaft Mensch wurde, so scheint auch das heutige Wissen um die Freiheit und gleichzeitig Abhängigkeit des menschlichen Denkens von höheren Normen zu einer Logik zu gehöre, die einem erneuten Paradigmenwechsel, einem neuen Verstand des schöpferischen Wortes zur Seite steht. Der Mensch denkt nur, dass er frei und unabhängig wäre. In Wirklichkeit hängt er von einer Gemeinschaft und deren Geist ab. In diesem Sinne, geht die Geschichte weiter, braucht sich der Mensch nicht von der Geisteswissenschaft zu trennen, wie Singer denkt, sondern kann er auch in der neuronalen Vernetzung des individuellen Denkens das Wort hören, zu dem der Schöpfer geistbegabten Wesen das ewige Gehör gab.
Auch die neurobiologische Ortung eines solchen Gehörorgans im linken Schläfenlappen, über die viel zu lesen ist, ist kein Beweis, dass Gott nur ein Produkt überkommenen Denkens bzw. des eigenen Kopfes ist, sondern in dem hier vertretenen christlichen Gottesbewusstsein genau das Gegenteil. Wenn uns der Creator im linken Schläfenlappen ein für die persönliche Informationsaufnahme zuständiges Organ eingebaut hat, so beiweist sich im biologischen Bauplan des menschlichen Kopfes genau der, der auch den gesamten Kosmos so kreativ geschaffen hat. Gott wohnt nicht im menschlichen Kopf, wie viele Neurobiologen kurz-schließen und vor wenigen Monaten im Spiegeltitel zu lesen war. Der Schöpfer entsteht nicht im Schläfenlappen, wie ein Weltbild denkt, das Gott ins Buch verbannt hat und das Schöpfungswort verleugnet. Gerade die Evolutionsbiologen weisen ständig nach, dass letztlich nichts ohne Sinn und Zweck entstanden ist, sondern alles zu einer kreativen Ordnung gehört, der auch unser Kopf untersteht. Indem die Evolution dem Weltcomputer ein Organ wachsen ließ, das uns zu Menschen macht, die nach Gott fragen, dies auch emotional belohnt, beweist sich auch hier, dass menschliche Wesen auf den Glauben als umfassende Einbindung in die schöpferische Ordnung angewiesen sind.
Diese neurobio-logischen Beweise eines Gotteswortes sind nur kleine Beispiele, wie durch den Wandel des christlichen Selbstverständnisses von jeder neuen Erkenntnis natürlicher Logik neue Bestätigung des Glaubens ausgehen könnte. Solange wir jedoch das christliche Wesen außerhalb der natürlichen Logik stellen, nur nach einem jungen Juden, dessen Verherrlichung Ausschau halten und den Logos/das Wort Gottes für eine inspirierte menschliche Rede halten, führen alle neuen Erkenntnisse der Naturforscher zu Kurz-schlüssen. Geist und Gott wird von jedem Wissen weiter ausgeschlossen, statt die Software Gottes in der Kreativität der natürlichen Welt, vom entstehen planetarer Ordnung am Sternenhimmel vor Milliarden Jahren, bis zur Wirkungsweise unsers eigenen Denk- und Erkenntnisapparates präsent zu machen. Solange Neutestamentler wie Professor Berger zwar die Bedeutung der Weltvernunft des Johannes belegen, gleichzeitig aber in der FAZ - wo in Geistes- oder naturwissenschaftlichen Beiträgen dieses Weltvernunft täglich thematisiert wird - nur nach den Richtern eines historischen Religionsrebellen fragen, verschmähen wir das heutige Präsent. Doch war es wirklich Pilatus, wie der Heidelberger Theologe vermutet, der für den Tod Jesus verantwortlich ist? Oder ist Berger somit selbst zum lebendigen Beispiel dafür geworden, dass auch die pure Schriftbezogenheit das lebendige Wort verleugnet, zum Judas wird? Ist es daher nicht höchste Zeit, das gesamte Wissen um historische Gegebenheiten sowie den hohen Geist des jüdischen Denkens zur Zeit Jesus ernst zu nehmen und ganz konsequent weiterzugehen? Könnte so die Software allen Werdens als präexistentes Gotteswort den unsichtbar bleibenden Schöpfer offenbaren?
5. Weihnachten
als Einweihung in Gottes Wirken in der Welt
5.1.Präsent
sein des Gottesohnes, statt nur hoffnungsvolles Heilsversprechen
Das Geschenk, das uns mit der Geburt Jesus gegeben ist, kann nicht darin bestehen, dass wir uns an Weihnachten gegenseitig irrationale Geschichten auftischen, an die keiner mehr glaubt, bewusstlos die frohe Botschaft beschwören und hoffnungsvolle Reden halten. Was soll die Berufung auf die Menschwerdung Gottes in einem kleinen Kind, das später als Christus verherrlicht wurde, wenn diese Christologie von der Theologie selbst als Kirchenkonstrukt gesehen wird? Solange wir die Menschwerdung des Gotteswortes nicht begreifen, kann heute nicht von Weihnachten als Geschenk Gottes an die Welt gesprochen werden, das den Geist der Welt wieder in Ordnung bringt, den wahren Schöpfer offenbart. Es fehlen die Inhalte, die die Präsenz Gottes in der Welt ausmachen. Und diese Präsenz ist nicht nachvollziehbar, solange wir nur blind von der Menschwerdung Gottes reden und gleichzeitig den Geburtstag eines angeblich zum Christus hochgestabelten Heilspredigers vor Augen haben. Was uns Gott in der Menschwerdung seines Sohnes geschenkt hat, vom Himmel hoch herkam, kann so nicht angenommen werden. Wir schlagen das Geschenkt Gottes aus. All das, was wir in den Weihnachtsliedern so zutreffend besingen, bleibt ohne die schöpferische Realität des für die Welt sichtbaren Sohnes nur ein sinnloses Klingen.
Das Erscheinen der Güte und Schöpfungsmacht Gottes in tiefster Nacht, das heller als alle Sonnen strahlt, kann nur im heutigen Weltbild präsent werden. An Weihnachten feiern wir das Präsent sein Gottes in der Welt durch seinen Sohn. Wie bisher versucht deutlich zu machen, ist nicht der Ingenieur persönlich erschienen und auch kein imaginär-jenseitiges, ungeschichtliches Christus-Wesen, sondern offenbarte sich vor 2000 der Creator in einer der menschlichen Gestalt seines Sohnes, nahm die himmlische Software (hebräisch Wort, griechisch Logos) für die Menschen Gestalt an. Die Inhalte unserer Weihnachtslieder drücken oft weit trefflicher aus, um was es geht, als unsere Vorstellungen. Durch die hier gemachten Überlegungen soll daher nicht das Geschehen um das Kind in der Grippe durch die Darstellung einer Weltsoftware ausgetauscht werden. Vielmehr geht es um ein neues Bewusstsein von der Wahrheit der biblischen Weihnachtsgeschichte im modernen Bild von der Wirkungsweise des Weltcomputers. Denn solange den Menschen nur das vermittelt wird, was heute an theologischen Hochschulen als historischer Jesus und daneben gesetzter Gott gilt, kann kein Weihnachten sein. Alles bleibt pure Metaphysik und Dogmatik oder wird bis zur völligen Banalisierung menschlich zurechtgebogen, verkürzt und verstümmelt. Wenn angeblich nur die zufällig auf den Namen Maria hörende Mutter eines rebellischen Wanderphilosophen in Bethlehem ein uneheliches Kind gezeugt hat, das dann später mit seinen Anhängern heilspredigend um den See Genezareth gezogen sein soll, bleibt Weihnachten nur ein Wirtschaftfaktor, der allenfalls die Aktienkurse der Konsumindustrie – im vergangen Jahr gar des gesamten Kapitalimperialismus - anspringen lässt.
Aber selbst, dass ein Advent, der vom theologischer Seite nicht mehr vermittelt werden kann, durch den puren Kommerz hochgehalten und damit erhalten wird, scheint zur schöpferischen Software zu gehören. Wenn die Menschen von der Kirche nichts mehr erwarten, kein Präsent sein Gottes in Christus mehr vermittelbar ist, sondern nur noch rein weltlicher Weihnachtsgeschenkrummel und Familienfest, dann wird es höchste Zeit neu nachzudenken. Selbst die Hektik der Vorweihnachtstage, in der viele nach Sinn suchen – und wenn es nur die nie zu stillende Konsumbefriedigung ist - entspricht einer Software, die wieder zu Weihnachten führt. Adventszeit ist dazu da, dass wir nicht nur die alten Bilder konsumieren, sondern die Welt im Sinne des externen Softwaregebers zum Ergebnis führen. Die vielen bunten weltlichen Kerzen sind Merkposten, die zur neuen Aufmerksamkeit fordern. Adventszeit ist Vorbereitung für ein neues Verständnis des Präsent seins Gottes in der Welt. Jesus wird kann heute nur dann zum Licht werden, wenn Gott nicht als Logos gesetzt, sondern der Weg frei gemacht wird, für das Verständnis des in der Weltgegenwart lebendigen Wortes.
5.2. Alte Metaphysik, unhaltbare Mythen und theologische Dogmen mit Leben erfüllen
Eine weltfremde Logos-Christologie, wie in vielen theologischen Lehrbüchern nachzulesen und auch bei modernen Prozesstheologen zu finden, bringt uns nicht weiter, wenn wir sie nicht mit der Weihnachtsgeschichte des Neuen Testamentes auf einen Nenner bringen. Auch von einer Software des Schöpfers zu schwärmen, die vor 2000 Jahren als Logos/Wort erkannt wurde und heute wieder zu sehen und zu hören wäre, würde nur zur Sprachverwirrung führen, wenn wir darin nicht genau den Gottes- und Menschensohn sehen, der als Kind in der Krippe von Bethlehem lag und den die Hirten und Weisen aus dem Morgenland als erhoffter Heilsbringer erkannten. Das Kind in der Krippe, die Geschichten und Lieder, die wir an Weihnachten singen, werden durch die neue Sicht einer schöpferischen Software nicht weniger. Die moderne Metapher ist nur eine Möglichkeit, um das lebensspendende Wort eines externen Creators in heutiger Sprache zu verstehen. Das Christkind braucht so nicht weiter als fiktives Wesen eines frommfröhlichen Glaubens bzw. Hoheitstitel für einen christologisierten Religionsgründer verstümmelt zu werden. Indem wir die Realität des christlichen Wesens erkennen, singen wir die alten Weihnachtslieder noch viel lauter. Die altbekannte Metapher vom menschlichen Wesen des Gotteswortes verliert nicht ihre Gültigkeit, sondern wird mit Inhalt erfüllt. Sie hilft uns anknüpfen an traditionelle Vorstellungen die Software Gottes neu wahrzunehmen und bewahrt vor moderner metaphysischer Vergeistigung.
5.3. Die Geschichte Jesus als historisch wahre Begebenheit begreifen
Die Geschichte Jesus, seine Lebens- und Leidensgeschichte geht in der modernen Sprache nicht unter, sondern auf: Sie muss mit zeitgemäßem neuem Leben erfüllt werden und kann so erst im Heute ihre messianische Wirkung erfüllen. Was eigentlich für Menschen unaussprechlich ist, weil es kein Menschenwort, sondern das des Schöpfergottes ist, gewinnt erst in der modernen Metapher neue Realität. Die bisher rein metaphysischen Begrifflichkeiten, die einerseits von einem unbegründbaren Christusgott reden, andererseits nur von philosophischen Ideen, die über die sinnliche Welterfahrung hinausgehen, lässt sich im Bild der Software sinnlich erfahren. Wie der Gottessohn für den Denker der Antike eine reale Wesenheit war, so ist auch heute die Software als eine unbestreitbare Größe zu begreifen. Die Software ist der für moderne Menschen selbstverständliche und reale Stoff, aus dem alles hervorgeht, was sich in unserem die Geistes- wie Materienwelt abbildenden Weltcomputer abspielt. Die Geschichte der Menschheit sowie die Evolution des gesamten materiellen Kosmos ist ohne diese Software nicht vorstellbar. Hinter aller menschlichen Psyche sowie aller sichtbaren Physik verbirgt sich eine Information, nach der alle Gesetze wie selbstverständlich ablaufen. Die sinnliche Erfahrbarkeit des präexistenten Wortes befreit sich selbst aus einer metaphysischen Unwirklichkeit und wird als Krönung des Wissens zum Weihnachts-Präsent Gottes. Die Erfahrungswissenschaft der Physik, wie alles empirisch nachweisbare Wissen lässt sich ver-söhnen mit der scheinbar unfassbaren Metaphysik. In der sichtbaren Software des gesamten Kosmos können wir den sehen, der vor 2000 Jahren für die Menschen eine reale Gestalt hatte, so als Sohn Präsent sein Gottes für die Welt war.
Wenn wir den Sohn Gottes in der Realität der von einem externen Konstrukteurs ausgehenden Software wahrnehmen und dadurch den das gesamte All erzeugenden, ewig sprechenden Gott der Väter verstehen wissen wir, warum wir singen „vom Himmel hoch, da komm ich her...“ Und wenn wir in der neuen Mär kein Märchen von einem als unerklärlichen Heiland und als Christus verherrlichten Heilsprediger, sondern der Weltvernunft des Johannes folgend in der menschlich historischen Gestalt Jesus die Software allen kosmischen Werdens verstehen, dann ist Weihnachten: Gottes Wirk-samkeit ist in der Welt wieder präsent.
6. Weihnachten als Versöhnung der Weltbilder
untereinander und dadurch mit Gott
6.1.
Die Sonne als Software Gottes: Am 24. Dezember ist Einweihung
Im Verhältnis der Sonne zur Erde, deren Strahlen erst für alles irdische Leben sorgen, drückt sich vieles aus, was hier versucht wird, als Software zu verdeutlichen. In der Wirkungsweise der Sonne kann daher ähnlich wie in der hier gebrauchten Computermetapher die Wirk-lichkeit Gottes sichtbar werden. Sichtbarer als die Metapher von der Software verdeutlicht die Sonnenmetapher eine schöpferische Kraft auf der Erde, die von einem externen Informatiker kommt. Hier wird eine höhere Kraft in ganz einleuchtender Weise sichtbar. Wen wundert es, wenn viele alten Kulturen die Sonne selbst vergötterten? Dies wird nicht nur im Mithraskult deutlich, der sicher nicht ohne Grund noch in den ersten Jahrhunderten eine ernst zu nehmende Konkurrenz für das Christentum darstellte. In fast allen antike Vorstellungen zeigt sich, wie sehr die Sonne das Welt- und Gottesbild bestimmte. Noch ohne dazu die naturwissenschaftliche Grundlage zu besitzen, sah man in alten Schöpfungskulten die Sonnenkraft als Ausgangspunkt allen irdischen Lebens und gleichzeitig Fixpunkt einer höheren Ordnung von Zeit und Raum. Bei fast alle Hochkulturen stand daher die externe Macht der Sonne im Fokus der schöpferischen Macht.
Ein reiner Schriftgott, der angeblich charismatischen Menschen, Offenbarungen ins Ohr flüstert, kann mit dem heidnischen Sonnen- bzw. Schöpfergott der Sonnenkulte kaum in Verbindung gebracht werden. Wo nur irgendwie inspirierte Texte als Gotteswort gelesen werden, ohne dahinter das Schöpfungsverständnis zu sehen, wird die Sonne – ob bei Auferstehung oder Weihnachten - allenfalls als Metapher verstanden, um der eigenen Inspiration Autorität zu verleihen. In diesem Sinne wird heute davon ausgegangen, dass der Termin der Geburt Jesus mehr oder weniger zufällig auf den 24. Dezember gelegt wurde. Allenfalls die Lichtmetaphorik sei von den Christen der ersten Jahrhunderte aufgegriffen worden, um der Geburt ihres Gründers einen hellen Schein zu geben, den geistigen Wandel zu unterstreichen, der durch den charismatischen jungen Menschengott ausgelöst wurde, wird vermutet. Mit heidnischer Wintersonnenwende hätte danach Weihnachten ebenso wenig zu tun, wie mit dem Geburtstag des Mithras, der am 25. Dezember gefeiert wurde. Wenn von einer Durchdringung des christlichen Kultes mit heidnischen Vorstellung über die Geburt des Sonnengottes Sol invictus gesprochen wird, dann geht man von Fremdeinflüssen aus, die allenfalls zur eigenen Ausschmückung, somit rein propagandistisch aufgegriffen wurden.
Dass auf jüdische Weise, d.h. am Vorabend dieses Tages, der Geburt der Gottespräsenz auf Erden gedankt wird, bleibt bei heutiger Betrachtung theologisch ohne Bedeutung. Den heidnischen Festtag, an dem man erst seit dem Jahre 354 als Geburtstag Christi verzeichnet, bleibt ohne Inhaltliche Bedeutung. Die Geburt sei auf diesen Termin gelegt worden, um Jesus auch im heidnischen Licht hoheitlich erscheinen zu lassen bzw. gegenüber den eigenen Anhängern einen besonderen Heiligenschein zu geben, wird unseren Kindern beigebracht. Vom einem echten Heil, das aus der Einheit der verschiedene Weltbilder hervorgegangen ist, kann bei unserem derzeitigen Jesusverständnis nicht gesprochen werden. Eine wirkliche Wende, bei der auch die Wintersonnenwende ebenso wie der Geburtstag Mithras eine theologische Bedeutung beisteuern, muss unbewusst bleiben, solange man davon ausgeht, dass nur ein anschließend als Gott gesetzter charismatischer Wanderguru als Licht der Welt dargestellt werden sollte. Auch wenn längst klar ist, dass die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen das Thema des Neuen Testamentes ist, bleibt es bei den „Nahtodeserfahrungen“ eines antiken Che Guevara und seiner Anhänger, denen durch die Datierung besonderer Glanz verliehen worden sein soll. Eine kosmische Realität kommt nicht vor. Über den Hintergrund des Sonnenkultes und seine ganz natürliche Offenbarungs- und Heilsfunktion braucht dann nicht weiter nachgedacht zu werden.
Selbst die Hymnen über den herrlichen Aufgang der Sonne als sichtbares Zeichen schöpferischer Ordnung und Herrlichkeit, die in den Höhlen von Qumran gefunden wurden, werden daher einfach als jüdische Mystik abgelegt. Dass hier eine jüdische Weisheit an der Wurzel des christlichen Glaubens angesichts des Aufganges der Sonne nichts anderes als das gesehen hat, was später Christen eindeutig als Sohn bezeichneten und dafür dem Vater dankten, muss bei der heutigen Hypothese von einer rein hellenisierten Christologie unerkannt, zumindest unbedeutend bleiben. Und so wie beim Tagesverlauf, bleibt auch die Wende im Jahresverlauf, weitgehend unbedeutend, allenfalls Mittel zum Zecke der Verherrlichung. Ein Grund für den erneuerten Monotheismus, eine neue Gotteswahrnehmung, die sich in einer neuen Zeitrechnung ausdrückt, kann nicht festgesetellt werden.
Wenn ich vermute, dass Jesus Christus wirklich am 24. Dezember, im Jahr des Beginnes einer neuer Zeitrechnung geboren ist, dann hat die im kosmischen Ablauf alljährlich pünktlich zu beobachtende Wende eine ganz konkrete Bedeutung. An keinem Tag im Jahr kommt das, was hier als Software sichtbar gemacht werden soll, sinnlicher zum Ausdruck, wie dann, wenn die Sonne wieder an Kraft zunimmt, eine externe Kraft auf ganz natürliche Weise eine Wende bewirkt. Wer den Schriftgott mit dem Sprecher des Schöpfungswortes gleichsetzt, den offenbarenden Sohn als dessen sichtbares Schöpfungswirklichkeit versteht, der sieht auch den Sonnenkult mit völlig neuen Augen. Der Spender der Sonnenstrahlen ist dann identisch mit dem externen Informatiker. Wie die Sonnenstrahlen das materielle Wachsen und Wohl der Menschen bewirken, so benötigt der menschliche Geist für gesellschaftliches Zusammenwirken und Gedeihen seit seiner Menschwerdung ein jeweils zeitgemäßes Gottesverständnis. In der Menschwerdung des präexistenten Gotteswortes ist eine Wende nachvollziehbar, die den Menschen dieses Wort in der ihnen verständlichen Sprache zu Gehör brachte.
Die Sonne und ihre Strahlen sind als sichtbares Zeichen einer übergeordneten Intelligenz zu verstehen, die seit jeher in eindeutiger Weise eine externe Schöpfungsmacht deutlich macht und die christlich in Menschengestalt gesehen wurde. In diesem Sinne wäre auch über die Mythen des Mithraskultes nachzudenken, wo statt der Geburt eines Religionsgründers der Tag gefeiert wird, an dem der Chaosstier getötet wurde. Denn was wir heute als Software sehen, ist genau das, was laut moderner Theorien kein Chaos, sondern kreatives Gedeihen entstehen lässt. Der Logos war es, der für die Menschen der Antike Chaos zur schöpferischen Ordnung führt. Wenn der Geheimkult der Legionäre in der Menschwerdung des Logos seine erfüllende Fortsetzung fand, dann sind die alten Schöpfungs- oder Heilskulte nicht unter- sondern im jüdischen Monotheismus aufgegangen. In der Gestalt Jesus haben die damaligen Denker all das gesehen, was vorher in vielfältigen Kultformen oft geheim zu absonderlichen Lebensweisen führte. Erst aus der antiken Ein-sicht ist eine ein-deutige Gottes- und lebenslehre hervorgegangen, die sich nicht gnostisch verflüchtigte und vervielfältigte, sondern als universell gültig gesehen wurde. Wobei die anderen Kultformen nicht aufgelöst wurden, sondern ihre erkannte Berechtigung behielten.
Auch dieses einheitliche, universelle Verständnis eines externen Schöpfers ist als genau der Zeitpunkt zu sehen, an dem das Chaos der verschiedenen Welt- und Gottesbilder überwunden, der Stier getötet wird. Und wäre es nicht auch heute dringend notwendig, das Chaos der verschiedenartigen Weltbilder zu überwinden, um zu einer eindeutigen Erkenntnis zu kommen, die den verschiedenen kulturellen Umsetzungen ihre Berechtigung gibt? Wäre das nicht eine viel größere Weihnachtsgeschichte als die Geburt eines angeblich nur hellenistisch zum Gott gemachten Wanderpredigers, der mit weder etwas mit allen den modernen wissenschaftlichen Welterklärungen, noch den antiken Kultformen angeblich etwas zu tun hat?
Gerade in der Wirkungsweise der Sonne zeigt sich, wie ein externer Gott durch seine Software in die Wirk-lichkeit der Erde einwirkt. Wie die Energie der Sonne auf die Erde wirkt, ist es auch eine externe Kraft, die den gesamten Kosmos bestimmt und von der alle Kreativität ausgeht. Dass es dabei nicht um einen rein materiellen Prozess geht, sonder eine höhere Intelligenz hinter allen Strahlen steht, lässt sich gerade durch die physikalischen Prozessen auf unserem Mutterplaneten beobachten. Denn während die Biologen noch auf Genegoismus und Zufall setzen, wird gerade bei der Betrachtung des großen Ganzen mehr als deutlich, dass es das allein nicht sein kann, was die astronomische Ordnung ausmacht. Selbst die Kernprozesse, die unser Astrophysiker auf der Sonne sehen, lassen auf eine Software schließen, die alles Lenkt und weit über einen menschlich gesetzten Logos hinausgeht. Das Wort des externen Informatiker ist nicht nur auf der Erde am Werk, sondern in den schöpferischen Prozessen auf der Sonne selbst ebenso sichtbar, wie in den unzähligen Sonnensystemen, die auf unbeschreibliche Weise einer Gesamtordnung folgen. Was uns die Sonne an Strahlen zur Erde schicht, sind Grüße vom Sohn Gottes, lassen eine schöpferische Software sichtbar erscheinen.
Mit jedem Tag, an dem die Sonne präzise aufgeht, weder alten Büchern, noch einem persönlichen Genegoismus oder ihrem persönlichen Belieben bzw. einer Sonnen-Menschlichkeit folgt, sondern schöpferischer Bestimmung, wird das Sichtbar, was auch dem christlichen Glauben zugrunde liegt. Und auch die Astronomen unserer Tage wissen, dass die Sonne nicht selbst der Softwaregeber ist, sondern nur ein Teil in einer unermesslich umfassenden astronomischen Ordnung. Sie ist somit weder ein zufällig energiespendendes Zahnrad in rein materieller Ordnung, noch Gott selbst, wie heidnischen Kulturen dachten oder im übertragenen Sinne heute moderne Materialisten meinen. Die Sonne ist ein Organ, das zu einem Organismus des Kosmos gehört und in dessen Wirkungsweise sich die Wirklichkeit eines externen Creator auf ganz besondere Weise zu Ausdruck bringt. Was griechische Philosophen in metaphysischen Theorien als Grund eines noch pantheistischen Monotheismus versuchten zu verdeutlichen, ist hier ganz natürlich und sinnlich als Sohn Gottes erfahrbar. Sichtbarer, als im täglichen Aufgang der Sonne und dem Wechsel von Winter zu Sommer kann man die Wirk-lichkeit des schöpferischen Wortes im Ablauf der Erde kaum sehen. Indem für die Menschen der Antike diese schöpferische Wirklichkeit als Sohn des monotheistischen Gottes in menschlicher Gestalt sichtbar wurde, war der Messias geboren. Denn aus dieser messianischen Wirk-lichkeit/ung, nicht aus der Geburt eines Guru, der später aus unerfindlichem Grund von hochphilosophischen Griechen und jüdische Weisheitslehrer verherrlicht wurde, lässt sich Weihnachten als Licht der Welt erklären.
Die Bibel hält sich bedeckt, wenn es um Weihnachten geht. Lediglich Lukas erwähnt die Geschichte von der Geburt. Doch die soll laut heutiger theologischer Lehre, wie das gesamte Neue Testament, vom Auferstandenen Jesus Christus aus gelesen. Denn längst ist klar, dass es Lukas bei der Weihnachtsgeschichte nicht um Legendenbildung über das frühe Leben eines jüdischen Kindes ging, sondern das Kind Gottes im Blickfeld war. Auf diese Weise wird allerdings Weihnachten heute als eine Art Auferstehungsmärchen abgetan. Wer allerdings davon ausgeht, dass nicht einfach zur besseren Glaubwürdigkeit eines Guru propagandistisch alttestamentlichen Bilder und Aussagen eingebaut, sondern die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen mit neuen Augen beschrieben wurde, für den gewinnen alle Aussagen unserer Weihnachtsgeschichte ganz konkrete Bedeutung. Für den wird auch die Geschichte des griechischen Weisheitslehrers, der dem in Paulus sprechenden neuen monotheistischen Paradigma folgt und in der Apostelgeschichte dessen Ausbreitung beschreibt, zu einer historischen Tatsache.
6.2. Warum Ochs und Esel den Sohn Gottes wieder anbeten
können und müssen
Bei der Hoffnung auf die Heile Welt, die sich selbst in der oft schnulzischen Sehn-sucht auf „weiße Wahnacht“ zeigt, sind das Suchen und Sehen mit Sicherheit von großer Bedeutung. Auch Ochs und Esel verkörpern zwei verschiedenartige Denkwege ihrer Zeit, die den Gottessohn in ihrer Mitte gesucht und gesehen haben. Was wir „alle Jahre wieder ...“ so klangvoll feiern ist die echte Erfüllung dessen, was schon die Hochkulturen der Frühzeit erhofften, wenn sie ihren Herrscher als Friedensfürst lobten oder was die Propheten des Volkes Israel ankündigten. Doch nicht von einem menschlichen Herrscher und Gesetzeslehrer, sondern vom Gottessohn, der wie uns Paulus lehrt aus einer Frau geboren werden musste, um die unter dem Gesetz stehenden freizukaufen, ging diese Heilswirkung aus. Die Aussagen Jesus über das Verhältnis Gottes zu den Menschen oder die von ihm ausgehenden Verhaltenslehren sind keine frommen Sprüche eines anmaßenden Wanderpredigers bzw. alttestamentliche Weisheiten und antike Philosophien, die ihn in irgendeiner Auferstehungsvergeisterung seine Anhänger in den Mund legten. Das Wort selbst war lebendig, eine höher Vernunft in menschlicher Gestalt hat gesprochen. Dieser Gottessohn – die als Mensch sichtbare Präsenz Gottes – und kein wundersamer Prediger war es auch, der Krankheit geheilt und zu Versöhnung geführt hat. Doch die Krankheit war kultureller Art. Der falsche überkommene Glaube, dem das menschliche Fehlverhalten folgt, ist Thema von Altem wie Neuem Testament. Es war kein politischer, sondern eine geistiger Unfriede, der zu versöhnen war. Ein Kind, nicht alte aufgewärmte Gottesvorstellungen, sondern neues Licht/Gottesbewusstsein erblickte das Welt der Welt. Zwei getrennte Weltbilder, die in Ochs und Esel verkörpert sind vereinten sich und bedienten sich dabei der Bilder der Vergangenheit.
Wenn an Weihnachte den Mächtigen der Welt von Kirchenvertretern immer wieder vorgeworfen wird, sie würden nur auf ihre eigene Macht bauen, statt Frieden zu stiften, dann greift dieser Vorwurf zu kurz. Vielmehr lenkt dieser Vorwurf vom eigentlichen Problem, dem eigenen Festhalten an Macht und festgefahrenen Weltbildern ab. Denn vor dem Frieden der Völker sahen bereits die antiken Denker einen Frieden zwischen den Kulturen bzw. Weltbildern. Und genau der drückt sich in den Gestalten des jüdisch-gesetzlichen Ochsen und des heidnischen Esels aus.
Es liegt mir fern, eine fachgerechte Auslegung der Weihnachtsgeschichte zu versuchen. Doch die Symbole der Geschichte fordern geradezu auf, den Sinn sichtbar zu machen, den uns die Bildergeschichte vermitteln soll. Und nachdem trotz der Warnung der antiken Denker die theologischen Inhalte in Bilder gegossen wurde, können wir uns auch ihrer bedienen. Denn ohne die nicht nur von Tertullian untersagte Kultbilder und ohne den bildhaften Ausdruck dessen, was sich vor 2000 Jahren wirklich ereignete, hätte sich die Wirkung für die Welt nicht ergeben und könnten wir nicht mehr nachvollziehen, was wirklich geschah. In Zeiten des Analphabetentums großer Bevölkerungsteile hätte sich der christliche Glaube nicht ausgebreitet und bewahrt. (Wer könnte diese Logik besser verstehen als eine Welt, die heute letztlich nur von Bildern lebt.)
Wie groß die Gefahr dieser Bilder gleichzeitig allerdings ist, zeigt sich in unserer Zeit, wo die Banalität der Betrachtung kaum größer sein könnte. Denn wenn hochangesehene Theologieprofessoren in Dokumentarfilmen passend zur Weihnachtszeit deuten, dass diese Bilder nur aus alten Texten übernommen wurden, um damit einen Religionsrebellen auszuschmücken und die Erdhöhle gezeigt wird, in der eine Jüdin den jungen Gott geboren hat, dann wird man wieder an die Warnung Tertullians erinnert. Die frühchristliche Ablehnung von aller Abbildungen hatte ihren Grund. Der mit Stoa und allegorischer Exegese vertraute älteste lat. Kirchenschriftsteller und Gegner heidnischer Philosophien, der die Bilder verurteilte, war mit Sicherheit kein Kunstbanause. Wenn dieser christliche Denker dazu aufforderte, statt Götterbilder besser Gebrauchsgegenstände zu schnitzen, dann hatte dies einen Grund, der gerade heute deutlich wird. Doch gleichzeitig dürfen wir dem Schöpfer dankbar sein, dass uns Bilder und Bildgeschichten erhalten sind, die uns das Geschehen der Weihnachtsgeschichte vor Augen führen. Alleine eine abstrakte Lehre vom erkannten Logos Gottes hätte sich längst verloren oder zu Verirrungen geführt. Eine jüdische Weisheits- und Wahrheitslehre wäre nicht vermittelbar gewesen und hätte sich ebenso verflüchtigt.
Auch das ursprünglich theologische Leichtgewicht der Weihnacht wurde durch Bilder am Leben erhalten bzw. erst Dank der Geburtsgeschichte und ihrer Bilder zum großen Festtag der Christenheit. Und auch hierin ist ein sinnvoller Verlauf zu sehen. Denn gerade in diesem Fest, das lange Jahre völlig hinter Ostern, Auferstehung und ewigem Leben zurückblieb und in frühchristlichen Abbildungen nicht zu finden ist, drückt sich das aus, was der heutigen Welt fehlt: die Präsenz des Gottessohnes in der Welt. Was damals für die Welt geschehen ist, zeigt sich nicht nur in der uns geläufigen Weihnachtsgeschichte des Lukas. Auch die apokryphen Evangelien, die oft eine ganz andere Geschichte beschreiben, als wir sie gewohnt sind, lassen erahnen, dass es in der Erzählung um weit mehr geht, als die Geburt eines später zum Christengott hochstilisierten Heilspredigers. Indem wir diese Geschichten als großartige Allegorien eines ganz konkreten Ereignisses im Verlauf der Weltgeschichte verstehen, statt nur als Geburt eines anschließend als Gott gesetzten Guru, vermeiden wir die gegenseitigen Verneinungen und Verniedlichungen. Die nach wie vor praktizierte nihilistische Abstreiterei der historisch kritischen Auslegung, die alles als unhistorisch verneint, was nicht ins Banalbild passt, - selbst Moses die Feder aus der Hand nimmt oder David auf einen unscheinbaren Fürsten reduziert - lässt sich durch ein allegorisches Verständnis vermeiden. Ohne alles nur als Glaubensmythos bewahren zu wollen, wäre allegorisch gelesen, die Geschichte des Gotteswortes zu verstehen. Die allegorische Leseweise streitet weder an Weihnachtserzählung, noch anderen Geschichten etwas ab, sondern erkennt so erst die geschichtliche Wirklichkeit voll und ganz an. Selbst die apokryphen Geburts- und Kindheitsgeschichten, die Darstellungen enthalten, die bisher hinsichtlich einer geschichtlichen Wahrheit für völlig absurd gehalten wurden, können so als Ausdruck eines ganz konkreten geschichtlichem Ereignisses gesehen werden. Selbst die „Anbetung“ des Gottessohnes durch Ochs und Esel ist in diesem Sinne als geschichtliche Aussage wörtlich zu nehmen.
Weder der Psyeudo-Matthäus, (ein mittelalterliche Bericht über die Kindheit Jesus, dem wir die heutige Darstellung mit Krippe Ochs und Esel verdanken) noch Augustinus und andere Denker, die dieses Geschehen in dem von hier verwendeten Sinne deuteten, können als einzig verbindlich betrachtet werden. Doch die Darstellungen und mittelalterliche Deutungen zeigen, von was das damalige Denken ausging. Was sich in der uns bekannten Bildgeschichte ausdrückt, kann uns daher über die bisher recht banale und das Geschehen verniedlichende Vorstellung von Weihnachten weit hinausführen. Denn mit Sicherheit haben weder die Verfasser der völlig verschiedenen Kindheitsevangelien, noch ihre mittelalterlichen Deuter nur das gesehen, was uns heute als historischer Jesus und gesetzter Gott von der Hochschullehre vorgesetzt werden soll. Auch dass die Verfasser Jesaja nur abgeschrieben haben, um dem jungen Juden eine Krone aufzusetzen, wie man heute darstellt, führt nur zur Dornenkrone. Wenn die Evangelisten die Erfüllung von Jesaja sahen, dann handelte es sich um ein historisch nachvollziehbares Geschichtsgeschehen, das weit mehr war, als die Geburt eines zum Gott erhobenen Menschen für den die Erzählung des Propheten herhalten musste. Hinter dem Ochsen, der seinen Besitzer kennt und dem Esel, der die Krippe des Herrn kennt, wie Jesaja verkündet, verstecken sich ganz konkrete Geschichtsgestalten, die den anbeteten, der von Maria in einem Stall geboren wurde, weil in der Herberge kein Platz war. Was auf den ersten Blick wie eine seichtselige Familienstory aussieht und leider so oft auch theologisch gedeutet wird, steckt voller uns geheimnisvoll erscheinender Symbole. Doch wie bei allen Bildaussagen, geht es mit Sicherheit nicht um eine Geheimsprache, sondern war die verständliche Sprache der Zeit, in der die Geschichte erzählt wurde und so Wirkung entfaltete. Doch um heute Wirkung zu entfalten gilt es die Geschichte allegorisch zu verstehen, in heutige Weltbilder zu übertragen und Gesetzlichkeit und denkende Welterkenntnis in gemeinsamer Weise den Sohn Gottes sehen lassen.
Das Jesuskind in Windeln (so gewickelt wie man Tote bandagierte), die nichts mit altmodischen Pampers zu tun haben, sondern auf theologische Weise Tod und Leben im als Mensch zur Welt gekommenen Schöpfungswort verdeutlichen. Und genau dieses Wort ist an der Wurzel unseres Glaubens in verschiedenen jüdisch-griechischen Denkweisen als Opposition zur blind gewordenen Tempeltradition oder heidnischen Philosophien als lebendiges Wesen nachzuweisen. Mit Sicherheit wurden daher keine Subtilitäten aneinandergereiht, sondern hochtheologische Aussagen zu einer Bildgeschichte verknüpft, die das Jesuskind als Brot und Wein des Lebens verkörpert: Futter für das Gottesvolk, das über bisherige Abstammungs- oder Gesetzeslehre hinausging. Im Sinne der Computermetapher würden wir von neuer Betriebs-Software für den Weltcomputer sprechen, die sich wieder in einem gemeinsamen Geist am Informatiker orientiert. Was wir im Abendmahl feiern, drückt sich nach heute gängiger theologischer Deutung im Krippengeschehen aus, bei dem der Ort der Kommunion als gemauerte Mensa und gleichzeitig Altartisch dargestellt wird. Auch der achtzackige Stern der Stern über dem Stall, die Vollkommene Zahl, sowohl Tod, als auch Auferstehung symbolisierend, haben mit Sicherheit eine konkrete geistesgeschichtliche Bedeutung, die ein historisches Geschehen beschreibt, bei dem es um weit mehr ging, als heute in Kirche und Hochschule als historische Geburt verkündet oder gelehrt wird.
Auch die Weisen aus dem Morgenland sind mit Sicherheit nicht nur Magier oder Kaufleute, die zufällig durch das heilige Land reisten und eine zu sehende besondere Sternenkonstellation auf einen jungen Juden übertrugen, dessen Eltern sie dann beglückwünschten, wie mir theologische Wissenschaft einreden will. Was sich damals ereignete, war die Geburt eines neuen monotheistischen Paradigmas innerhalb Judentums, bei dem die Schöpfungswirklichkeit durch die Synthese von jüdischem und griechischem Denken in neuer Weise in der - für die gesamte damalige - Welt Präsent wurde. Und genau das wäre von heutiger Theologie wieder zu verwirklichen.
Doch solange rund um die Mensa nur die Geburt eines jungen Juden gelehrt und gepredigt wird, bleibt nicht nur im Verständnis der praktisch denkenden heutigen Welt Jesus ein Bankart, der Josef untergejubelt wurde. Hat dann eventuell Josef, das jüdisch-hellenistische Bewusstsein, das sich laut damaliger Lehre mit der Gesetzlichkeit des Judas auseinander setzte, gar als bewusster Ziehvater ausgespielt? Wurde ihm nur ein fremdes Kind untergeschoben. Auch die Theologie denkt doch, dass die Christologie nur eine hellenistische Einfärbung sei. Weder der historische, noch der heute leider davon getrennt hoheitliche Jesus, werden als Kinder des Schöpfers erkannt. In beiden Fällen bleibt es im heutigen Jesusbewusstsein beim Bankart, so sehr sich die Theologie auch dreht und wendet.
Was haben sich die Verfasser von außerkanonischen Berichten gedacht, als sie den hellenistische Römer Panthera „Allnatur“ (heute würden wir z.B. von Monismus oder Pantheismus reden und Spinoza oder Heißenberg zitieren), zum Vater erklärten. Hat für sie die unvoreingenommene und für fremdes Denken offenen Hebräerin eine neue Gottespräsenz hervorgebracht? Ähnlich, wie es sich in der Bezeichnung des Josef, einem dem fremden Denken gegenüber offenen jüdischen Geist ausdrückt. Doch ist es bei uns im Gegensatz dazu nicht Judas, in dem wir die Hoheitlichkeit Jesus erklären. Denn alles was wir über den Gottessohn aussagen versuchen wir aus alten Texten und Traditionen abzuleiten.
Wessen Kinde wird war uns ist es, das heute an theologischen Hochschulen gelehrt wird? Was ist dem Gesetz entsprungen und nicht nur vom philosophischen oder hellenistischen Denken gezeugt, sondern dem heilen schöpferischen Geist des Schöpfers selbst? Wer lag damals wirklich in der Grippe und wäre heute wieder Präsent Gottes? Kann nicht gerade aufgrund unseres heutigen Wissens um den geistesgeschichtlichen Hintergrund nachvollzogen werden, dass nur Gott selbst der Vater des Jesuskindes war und welche Bedeutung einer unvoreingenommenen Mutterkirche zukommt? Der Gottessohn in Menschengestalt ist in der Familie einer allegorischen jüdischen Schriftlese im Einklang mit dem griechischen Weltbild aufgewachsen. Doch der eigentliche Vater ist der selbst unsichtbar bleibende Schöpfergott. Ein von diesem ausgehendes Denken, der heile schöpferische Geist hat die menschliche Gestalt des Gottessohnes gezeugt.
Wie uns die Kirchenväter lehren, verkörpere der Ochsen als das „reine“ Tier, das Judentum, der „unreine“ Esel die heidnische Welt. Zwischen dem Ochsen, der an das jüdische Gesetz gespannt ist, und dem mit Götzendienst der Heiden beladenen Esel, liegt der von beiden Lasten befreiende Gottessohn. Wenn das keine Einladung für die Theologie ist, auch heute die Kluft zwischen Gesetzlichkeit und wissenschaftlich heidnischem Naturbild der Welt zu überwinden? Auch fremde Weisheit „aus dem Morgenland“ ist dazu eingeladen, den vom Gesetz verheißenen Messias mit neuen Augen zu sehen. Wenn an den heutigen Hochschulen Theologie und Naturwissenschaften völlig nebeneinander her laufen, ohne den gleichen Logos wahrzunehmen – was nicht Aufgabe der Naturforscher, sondern der Theologen wäre - dann stehen sich Ochs und Esel heute stumm gegenüber. Sie stehen vor einer leeren Grippe, in der doch in Wirklichkeit der Gottessohn liegt.
Auch Franz von Assisi, der als Begründer des Grippenspieles gilt, hat mit Sicherheit im Gottessohn mehr gesehen, als nur einen gesetzten Gott bzw. ein vergöttertes menschliches Wesen. Gerade die Mystiker des Mittelalters, ob sie wie Franz „mit den Tieren sprachen“ oder wie Hildegard von Bingen in der sichtbaren Natur eine höhere Wirklichkeiten schauten, haben auf mystische Weise das gehört und gesehen, was uns heute fehlt und was im fortgeschrittenen Weltbild verständlich und sichtbar zu machen wäre.
6.3.
Morgenländer sind gesucht, um die Geburt des Gottessohnes zu bezeugen
Mit Magie und Sternenkult hat es nichts zu tun, wenn nach Morgen-ländern gesucht wird, die beim heutigen Grippenspiel mitwirken. Gleichwohl wären sicherlich Astronomen und Naturphilosophen, die in umfassende Theorien die Intelligenz des Kosmos erklären, besonders gut geeignet, die himmlische Software zu verdeutlichen. Doch jenseits aller modern metaphysisch anmutenden Theorien gilt es die Wirklichkeit des Gottessohnes in der sichtbaren, diesseitigen Weltgegenwart zu beweisen. Dabei genügt es nicht, nur in neuer naturwissenschaftlicher Weise von einer Software oder einer Intelligenz der Selbstorganisation geschwärmt zu schwärmen, ohne dass diese mit dem christlichen Gottessohn auf einen Nenner gebracht wird. Erst wenn Theologen nicht nur alte Mythen nacherzählen und die moderne Naturphilosophie nicht nur komplexe Theoriengebäude neben das Schulwissen stellt, sondern beide gemeinsam in einfacher und allgemeingültiger Sprache Schöpfungshandeln, Sinngebung und Wille des allmächtigen Gottes verdeutlichen, bringen sie himmlisches Futter für die Welt in der Mensa von heute.
Nicht von alten Texten allein kann die antike Einweihung in die Schöpfungs-wirklichkeit ausgegangen sein, sondern vom im Kosmos lebendigen Gotteswort, das in der Weihnachtskurzgeschichte des Johannes Mensch wurde. Gerade die apokryphen Weihnachts- und Kindheitsgeschichten Jesus weisen uns diesen Weg. Die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen ist in der Weihnachtsgeschichte des Lukas als weltliche Geschichte deutlich geworden. Wie in der Apostelgeschichte das gesamte Missionsgeschehen in eine Bildgeschichte gefasst wurde, so hat Lukas auch die Geburtsgeschichte erzählt, in der mit Sicherheit alle Gestalten eine reale geschichtliche Bedeutung haben. In Analogie zu Ostern und Pfingsten entwickelte sich so erst nach Jahrhunderten der neuen Zeitrechnung das Fest zur Geburt des Gottessohnes, der sichtbaren Schöpfungswirklichkeit auf Erden. Diese Geschichte der neuen Gottespräsenz hat uns Lukas in seiner Weihnachtsgeschichte deutlich gemacht. Wer an Weihnachten nur das Dienstjubiläum eines jungen Juden feiert, der über den Friedenskaiser Augustus hinweg zum Gott erhoben wurde, feiert nur sein eigenes Gesetz, nicht den Sohn Gottes. Es ging auch nicht nur um Sonnenkult und sichtbar gewordene mater-ielle Wirkung. Erst indem der Sohn des Gottes der Väter in der Wirklichkeit der Welt zum Ausdruck kam, war ein neuer Bund geboren, konnten sich das Licht der Sonne in Gottesbewusstsein verwandeln.
Statt nur einfach die alten Geschichten als Mythos darzustellen, kann von einer neuen Perspektive des historischen Jesus aus die Realität der Aussagen allegorisch nachgewiesen wäre. Genau das wäre Aufgabe einer ernst zu nehmenden Exegese, bei der alle archäologischen und neuen hermeneutischen Erkenntnisse einzubringen wären, ob sie das Neue oder das Alte Testament betreffen. Was z.B. in Nag Hamadi an frühchristlich-gnostischer Literatur zu lesen ist, muss doch zu einer völlig neuen Deutung dessen führen, was sich damals als Geschichtswirklichkeit zugetragen hat. Und noch weit mehr lassen die in Qumran ausgegrabene jüdische Weisheitsliteratur oder die dort gefundenen Psalmen auf ein neues Bewusstsein von schöpferischer Wirk-lichkeit und Ordnung an der Wurzel des christlichen Glaubens schließen.
Ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass in einer Zeit, bei der nicht nur die Griechen, sondern auch die jüdischen Denker eine hochgeistige Entwicklung hinter sich gebracht hatten, von jungen Heilsprediger die Wirkung ausgegangen sein soll, die wir mit Weihnachten beschreiben? Und wie absurd ist es anzunehmen, dass dieser Denker, in deren Texten wir blättern und die hochtheologisch gedeutet werden, einen friedfertigen Sozialsponti, der mit Fischern um den See Genezareth zog zum Christusgott erhoben hätten? Wie können Theologe, die die hochstehenden theologischen der alten Texte interpretieren denken, dass nur das gewesen wäre, was sie als unumstößliche Hypothese vom historischen Jesus und dessen Hellenisierung krampfhaft in Händen halten. Wie hinter der Weihnachtsgeschichte, so steht auch hinter all diesen Aussagen eine geschichtliche Wahrheit, die unser in die Jahre gekommenes Jesusbild bei weitem übersteigt. Auch was in Qumran zutage gefördert wird lässt auf nichts anderes schließen, als dass nicht nur in Athen, Alexandrien oder Antiochien, sondern dort wo Jesus wirkte, ein völlig neues Denken zuhause war. Die alten Glaubenstexte wurden nicht blind gebüffelt, sondern auf allegorische Weise eine neu sichtbar geworden Schöpfungswirklichkeit und Sinngebung gesehen, die bereits bei Jesaja belegt war.
Auch Jesaja, der nach neuer theologischer Erkenntnis zeitlich und inhaltlich an das neue Testament heranrückt, kann als Zeuge einer neu erfahrenen Schöpfungstheologie taugen. Der Prophet, von dem wir z.B. das Geschen von Ochs und Esel wissen und der in herausragender Weise die Ankunft des Gottessohnes voraussagt, kann dabei als eine Theologie betrachtet werden, die die monotheistische Schöpfungs-wirklichkeit bereits über das rein hebräische Gotteswortverständnis hinaus betrachtete. Die von den Propheten übernommen Aussagen wären in diesem Sinne nicht nur als papierne Dogmen zu lesen, sondern als sinnvolle Verwirklichung einer neu erfahrenen Realität des selbst unsichtbaren einen Schöpfergottes in seinem Sohn und Knecht, die in dessen menschlichen Gestalt in Erfüllung ging.
Auch die alttestamentlichen Psalmen, die den Löwenanteil der literarischen Vorlagen für die neutestamentlichen Texte bilden, liegt der schöpferische Logos zugrunde. Jüdisch königliche Weisheit über das schöpferische Wort bzw. Wirken Gottes in Natur und Geschichte wird dort in einfacher, für das Volk verständlicher Sprache zum Ausdruck gebracht. Ebenso ist in den apokalyptischen Texten, auf die das Neue Testament Bezug nimmt, eine über das alte Gottesverständnis hinausgehende erneuerte Wahrnehmung des einen Schöpfers nachvollziehbar, die nicht von der Schrift, sondern vom lebendigen Wort ausgeht. Die Notwendigkeit zur Erneuerung des Glaubens, neue Software für das Betriebssystem der Welt, wird von den Apokalyptikern angemahnt. Nicht das Weltende, sondern das neue Bild der Welt war Thema der apokalyptischen Theologien. Doch was nutz das zu wissen, wenn wir nicht bereit sind neu zu sehen, alles nur in alten Texten begründen wollen, die wir dadurch gleichzeitig als geschichtliche Tatsachen immer weiter verleugnen?
6.4. Die Theologie kann helfen, dass der Sohn Gottes das Licht der Welt erblickt
In den theologischen Lehrbüchern, ob sie von der Christologie reden oder sich Gedanken über Gott in der Schöpfung und die Verbindung von evolutionärem Werden mit dem Evangelium gemacht wird, ist längst alles gesagt, werden die Argumente und Aussagen über Christus als Messias aufgelistet, die ich hier nicht wiederholen will und kann. Doch was nützt all dieses Denken und Nachvollziehen der antiken Gottesrede und dessen Vergleich mit gegenwärtiger Welterkenntnis, wenn hierin nicht das eigentliche Wesen des christlichen Glaubens erkannt wird? Solange der Sohn Gottes an den theologischen Hochschulen nur als Hoheitstitel für einen als Märtyrer gestorbenen Reformjuden hochgehalten wird, muss Weihnachten noch warten. Es bleibt dann nur ein Märchen von einer jungen Hebräerin mit Namen Maria, die jungfräulich... Dass damals gezeugt durch den Heiligen Geist aus dem unvoreingenommenen Wesen wirklich der Gottessohn gezeugt wurde, der jüdische-griechische „Josef“ mehr als nur ein hintergangener Mann war, der seine Frau vor der Steinigung bewahren wollte (so allen Ernstes professorale Deutung im Dokumentarfilm zur Weihnachtszeit), muss verborgen bleiben, solange wir nicht neu nach der Software Gottes bzw. der Schöpfungswirklichkeit im modernen Bild der Welt suchen. Die Christologie wird dann als Kirchenkonstrukt bzw. altbackene Gottesrede selbst von manchen Theologen einfach vom Tisch gewischt. Und das soll dann das Licht der Welt sein, die Gegenwart Gottes?
Was all dieser christologischen Rede fehlt, ist die Realität. Wenn es angeblich nur um einen besonders begnadeten Wanderprediger ging, der nach seiner Hinrichtung und imaginären Auferstehung von seinen Anhängern wie ein Kleingott als Christus angesprochen wurde, kann weder über die Realität des Geschichtsgeschehens nachgedacht, noch kann die Realität des Gottessohnes als kosmische Größe im damaligen Weltbild zum Thema gemacht werden. Wo eigentlich Offenbarung der Gegenwart Gottes – Präsent sein - war, wird so von blind-frommem Glauben an alte Gesetze oder nicht nachvollziehbare persönliche Vergeisterung ausgegangen. Doch genau um deren Erfüllung ging es in dem mit Paulus verkündeten neuen monotheistischen Paradigma, das für Heiden und Juden eine gleichermaßen nachvollziehbare Schöpfungsrealität zum Ausdruck brachte.
Doch dies alles hat heute der Welt nichts mehr zu sagen, wenn da angeblich nur ein hellenistisch hoheitsbetitelter Rabbi war. Solange die Theologie nicht in neuer Weise das Wesen des christlichen Glaubens zum Thema macht, muss alles Nachdenken über Jesus für jenseitig und verrückt gehalten werden. Glaube wird dann vom Intellekt nur als absurde weltverneinende Dogmatik für Gestrige oder rein persönliche Befriedigung gesehen. Ein die freie Gesellschaft von Morgen konstituierende Bedeutung, kann nicht wahrgenommen werden. Selbst Christen, die der Kirche nahe stehen, können dann nicht erahnen, was Jesus mit unserem Alltag zu tun hat. Die Aufklärung wird dann dafür verantwortlich gemacht, dass alles nicht mehr geglaubt werden kann. Statt in ihr die Geburtswehen eines wahrhaft aufgeklärten Wissens um den Vater aller Natur zu sehen, werden nur Kirchenkonstrukte gelesen. Wen wunder es da, wenn auch die moderne Naturwissenschaft nur ein Mutterkult betriebt, alles aus der reinen Materie erklären will, völlig daneben menschliche Moral als alleiniges Heilmittel herhalten muss und versagt?
Die Wirkung, die aufbauend auf das antike Geschehen von einer aufgeklärten Wahrnehmung der Gottes-wirklichkeit in der Gegenwart unseres Wissens ausgehen könnte, kann nicht nachvollzogen werden, solange keine neutestamentlichen Autoritäten neue Fragen stellen. Alle Aussagen über die Immanenz oder Einwohnung Gottes in der Welt, die Herrlichkeit des Christus und die von ihm ausgehende Gnade und Heilswirkung werden dann selbst von den christlichen Theologen nicht wirklich ernst genommen. Solange nicht die Wirk-lichkeit des als Christus menschgewordenen Gotteswortes als das eigentliche christliche Wesen und die Gegenwart des Gottessohnes/Wortes im heutigen Weltbild thematisiert werden kann, bleibt Weihnachten nur ein hoffnungsvolles Banalbild, das immer unbedeutender wird: Statt Licht des Logos nur ein märchenhafter geheimnisvoller Mythos. Es taugt nur noch zur Ausschmückung von Familienfesten und als Grund für die alljährliche Friedensforderung des Papstes und Mahnungen an die Politiker. Wirtschaftliche Gerechtigkeit sowie der wirkliche Weltfriede, die vom lebendigen Wort, dessen grenzüberschreitendes Verständnis in der Weltgegenwart ausgehen können, werden so verhindert.
6.5. Versöhnung
Gottes mit dem Geist der Welt durch eine neue Wahrheit
Doch der Ingenieur, dem wir alles verdanken, was wir seit dem Urknall geworden ist, hat sich nicht zur Ruhe gesetzt und verwaltet seine Patente. Wie alles natürliche Werden der Welt als ewiger Informationsprozess zu erkennen ist, so wird das lebendige Wort auch in der Geisteswissenschaft bzw. dem Bewusststein der Menschen für ein Wachstum sorgen. Auch wenn sich die für die Informationsaufnahme- und vermittlung zuständigen Teilchen des Weltcomputers derzeit weitgehend verselbständigt haben, nur noch in alten Speichermedien blättern, statt neue Information aufnehmen zu wollen, so scheint selbst darin der Notwendige Entwicklungsweg zu erkennen.
Die getrennte Verbindung heutiger Theologie zum lebendigen Schöpfer aller Natur, die Stoff fast aller theologischer Zustandbeschreibungen ist, scheint eine Talsohle erreicht zu haben, die gleichzeitig auch Hoffnung gibt. Weniger wie das, was heutige die sich ständig selbst verleugnende Theologie zu sagen hat, kann es kaum werden. Das Verständnis des schöpferischen Wortes, die Verbindung zwischen Himmel und Erde, wie sie seit ewigen Zeiten im Regenbogen, Kreuz oder der Jakobsleiter symbolisiert ist, mag gestört sein. Doch die Weihnachtsgeschichte weist den Weg, diese theologische Krankheit zu heilen.
Laienspiele wie hier können nichts bewirken. Vielmehr wäre eine vorurteilsfreie Hochschultheologie heute in der Lage, das Krippenspiel mit modernen Möglichkeiten und heutigem Wissen nachzuspielen. Im Gleichschritt mit einer fachgerechten allegorischen Exegese des Schriftwortes, wäre in der Realität des Wissens das lebendige Wort wahrnehmbar. Um unser Betriebssystem aufzurüsten, bedarf es dem Wiederverstand des Gotteswortes/Sohnes in der Gegenwart der Welt, wie in der Schrift. Denn das in aller Evolution zu hörende Wort des Creators des Kosmos kann nur aufbauend auf den biblischen Kanon als historischer und heute wirk-licher Jesus für die Welt eine Wirk-lichkeit entfalten. Den Weg zur Versöhnung auch der verschiedenen Weltbildern und einer gemeinsamen vernünftigen Lebensweise im Kontext der verschiedenen Kulturen können nur Neutestamentler frei machen, indem sie einen Fortschritt des christlichen Glaubens ermöglichen.
6.6.Versöhnung
der verschiedenen Weltbilder bzw. Kulturen
Wo nur Begrifflichkeiten dogmatisch gebraucht werden, da trennen sich die Wege. Auch die Begründungen, wie sie derzeit gegeben werden, meist im Hinblick auf noch ältere literarische Vorlagen, können dann keine Brücke sein. Die Juden schwärmen dann z.B. davon, dass Gott am Sabbat die Welt als gut erkannte. Der Sabbat ist für sie das Fest der Schöpfung, an dem der Mensch nicht einfach Natur, sondern sich das schöpferische Werk vergegenwärtigt, inne hält vom Alltag, ruht und das Wort Gottes hört.
Die Christen feiern Sonntag: ein messianisches Fest, Anfang und Auferstehung. Im Religionsunterricht wird dann gelehrt, dass der Sonntag eigentlich vom heidnischen Sonnenkult komme und von den Christen als Auferstehungstag gefeiert wurde. Gleichzeitig wird auch erklärt, wie in der Christenheit die Naturvergötterungen und Mysterienreligionen aufgingen. Der Gottessohn sei auch Erfüllung der heidnischen Erwartungen gewesen. Wo es angeblich nur um das Auferstehungsandenken an einen jungen Religionsrebellen geht, bleibt der Sonntag ein reines Symbol für ein selbst aufgestelltes Auferstehungsdogma. Dass in Weihnachten wie Ostern genau das gefeiert wird, was die Juden im Sonntag sehen, es nicht um die Verherrlichung eines neben den einen Schöpfer gesetzten Junggottes geht, bleibt im heutigen Jesusverständnis verborgen. Der Impuls zu einer neuen Wahrnehmung neutestamentlicher Geschichtswahrheit kann nicht von außen ausgehen, sondern nur von der Autorität der kirchlichen Lehre selbst. Nur Mutter Kirche kann in unvoreingenommener Weise dem Kind des Creators, dem neu erfahrbaren Wort Gottes zum Ausdruck verhelfen, um so die verschiedenen Weltbilder zur Versöhnung zu führen.
Weder Patriarchat und Matriarchat, noch Gesetzesreligion und Naturvergötterung oder moderne Naturwissenschaft und Glaube müssen sich weiter gegenüberstehen. Jenseitige Vergeisterung kann in die Gegenwart geholt und die scheinbaren Gegensätze zwischen Weltlichkeit und Geistlichkeit in einem neuen Bild der Welt überwunden werden. Die verschieden Kultformen müssen sich nicht mehr aufgrund verschiedener Gesetzesgrundlagen gegenüberstehen und lösen sich nicht auf, sondern wären jeweils inhaltlich zu bestätigen.
Wo z.B. die Naturwissenschaftler eine Selbstorganisation belegen, die ganzheitlichen Naturanbeter von Licht der Sonne schwärmen, durch die alles irdische Leben und alle Formgebung möglich sei und in kosmischer Vergeisterung den Regenbogen als Brücke zwischen Himmel und Erde nachzeichnen, ist der Sohn des Gottes der Väter zu sehen, der den allmächtigen Vater das Alles offenbart. Wo Naturwissenschaftler nur physikalische und biologische Gesetze aufzeigen, die Verehrer von Mutter Natur nur Energiefelder, himmlisches Licht oder kosmische Informationen wahrnehmen, ist christlich aufgeklärt das Wort des Vaters zu verstehen. Was bisher rein dogmatisch behauptet wurde, wäre in einem aufgeklärten Verständnis wie des Schöpfungswortes gleichermaßen zu bestätigen.
In der Software allen Werdens ist das lebendig, was die Evangelisten als Weltvernunft in menschlichter Gestalt der Welt vermittelten, was wahrhaft menschlich und wahrhaft göttlich war, ohne nur Mensch oder unsichtbarer Gott zu sein. Wenn wir bereit sind, uns von festgefahrenen Hypothesen zu lösen, kann die allumfassende und ewige Schöpfungsmacht und Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen durch ein aufgeklärtes Verständnis des christlichen Wesen Gegenwart werden.
6.7. Durch ein neues Präsent-werden des Gottessohnes im gegenwärtigen Weltbild wir der Mensch vernünftig
Wenn der externe Informatiker sich in seinem Sohn den Menschen vor 2000 Jahren präsent gemacht hat, dann wollte er mit Sicherheit nicht nur zur geistigen Belehrung beitragen und theologischen Streit schlichten bzw. die verschiedenenartigen Weltbilder versöhnen. Für die Entwicklung der Welt war, wie versucht wurde nachzuzeichnen, die Präsenz der Schöpfungswirklichkeit, des ewigen Sohnes, in menschlicher Gestalt die notwendige Wirk-lichkeit. Und auch heute geht es nicht um die Wahrheitsfrage, wird von einer neuen Präsenz der allmächtigen Wirk-lichkeit eines externen Creators nicht nur eine geistige Belehrung und persönlichen Erbauung erwartet.
Wenn ein Informatiker sein Betriebssystem ausbaut, dann erwartet er neue Funktionen. Den gestiegenen Anforderungen der Anwendungsprogramme gilt es gerecht zu werden. Nur wenn der Weltcomputer ein Betriebssystem (Bewusstsein) besitzt, das den vom Informatiker vorgegebenen Sinn erkennt und sich für dessen Wirken begeistert, wird es den Anforderungen gerecht. So ist z.B. eine in unserer vernetzten und global un-wirtschaftenden Welt notwendige Weltethik nicht ohne die neue Wahrnehmung des den verschiedenen Kultformen zugrunde liegenden und gemeinsamen Schöpfungswortes denkbar. Auch ein Friede mit der Natur, eine trotz der gestiegenen Möglichkeiten und Menschenmassen ökologische Lebensweise, bleibt eine illusionäre pharisäerhafte Forderung, solange nicht in der Ökologie das Schöpfungswort verstanden wird, das in der christlichen Weihnachtsgrippe liegt. Seit Anbeginn der Menschwerdung ist der Homo Sapiens auf die jeweils zeitgemäße Wahrnehmung des Gotteswortes angewiesen. Nichts anderes ist aus den gesamten griechischen Philosophiebestrebungen herauszulesen. Es ging den alten Denkern nicht um den Nachweis von theologischer Wahrheit und noch weniger um ein Abkoppeln vom Informatiker, sondern die ewige Frage, wie der Mensch zur Vernunft gebracht, den eigenen Egoismus und die Sinnlosigkeit seines Seins durch ein jeweils zeitgemäßes Verständnis des schöpferischen Logs/Wortes überwinden kann. Die funktionierende Gesellschaft benötigt ein gemeinschaftliches Bewusststein, das nicht nur den reinen Intellekt anspricht, sondern sich auf kulturgerechte Weise, mit Kopf und Bauch für den externen Informatiker begeistert.
Von einem wachen Bewusstsein des externen Informatikers und der Aufnahme seiner Information wird erwartet, dass die kulturelle Begeisterung für den vorgegebenen Sinn zum schöpferischen Erfolg führt, die individuellen Egoismen und gesellschaftlichen Verfallserscheinungen überwinden. Im Bild der Computertechnik kann dabei sichtbar werden, wie dieses christliche Bewusstsein von Gottessohn weder der externe Informatiker selbst, noch ein Placebo bzw. Opium fürs Volk, sondern ein ganz reales Instrument des realen Wirkmechanismus, Software des gesamten Weltcomputers ist.
6.8.
Weihnachtswünsche werden wahr, der Schöpfer schenkt wirklich
Wie versucht zu zeichnen, ist Glaube kein individueller Selbstzweck, als was er derzeit weitgehend gesehen wird, sondern die notwendige Voraussetzung für eine funktionierende Weltgesellschaft. Während sich derzeit die auf ihre alten Dogmen und mittelalterlichen Vorstellungen bauenden Kulturen gegenseitig bekriegen, somit die Intellektuellen der Welt vor den Religionen warnen, sie allenfalls für ganz persönliche Zwecke zuständig sehen, weil sie - von heutigen religiösen Glaubensvorstellungen ausgehend - diese für den Irrglaube der Menschheit verantwortlich machen, wird ein neues christliches Selbstverständnis als Voraussetzung für eine vernünftige Lebensweise gesehen.
Zur Verwirklichung von Friede, Fortschritt und schöpferischer Leistung für die Welt von morgen wird ein aufgeklärtes christliches erwartet, das in der Software der Welt eine schöpferische Vernunft, ein Gotteswort erkennt, dem es verant-wort-lich ist. Gerade die Computermetapher macht bewusst, dass die Wahrnehmung des Informatikers nicht nur der Selbstbefriedung einzelner menschlicher Individuen oder Völker dient, sondern durch ständige Information das sinnvolle Zusammenspiel der Bauteile des Weltcomputers erst möglich wird.
Glaube kann und muss Berge versetzen. Er ist ein Werkzeug, auf den die Funktion des Weltcomputers seit der Menschwerdung der zweibeinigen Wesen angewiesen ist. Glaube, der den Einzelnen als Teil eines kreativen Kosmos sieht und sich für den Konstrukteur begeistert, setzt eine Kraft frei, ohne die auf Dauer keine Hochkultur funktionieren kann. Doch es liegt an der Art des Glaubens, ob die Berge im Sinne des Konstrukteurs, dessen Vernunft versetzt werden oder selbstgesetzter und unlesbar gewordener Programme. Beim Bild des Computers und seines externen Creators wird bewusst, wie notwendig die ständige Informationsaufnahme ist, damit es zu sinnvollen Ergebnissen kommt, statt in egoistisches oder selbstverursachtes Chaos zu verfallen. Von einem Weltgeist, der sich des externen Auftraggebers und Autors bewusst ist, wird ein Bewusstsein erwarte, das sich nicht weiter der Arbeit verweigert, sich als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer versucht nur selbst zu verwirklichen und so der schöpferischen Leistung entzieht. Vielmehr kann nur das Bewusstsein eines sinngebenden Schöpfers und die Begeisterung für sein in Natur und Geschichte sichtbar konstruktives Wirken dazu führen, dass die Menschen von Morgen die Leistung nicht als Last empfinden, sondern sich sonntags begeistern, damit sie montags seine Werke auf menschliche Weise umsetzen. Indem sie seinem Wort gerecht ihre Verant-wort-ung wahrnehmen werden die Menschen von Morgen wahre Lust erleben. Der sich für den Konstrukteur des Alles begeisternde Mensch wird sein Vermögen nicht verschenken, sondern mehren, um im Sinne der Schöpfung etwas zu bewegen. Auf diese Weise wird er selbst wachsen und zum Wohlstand der Welt und damit auch sich selbst beitragen.
Auch was wir derzeit als großartiges Kulturgut der Welt schätzen, unseren wirtschaftlichen sowie wissenschaftlichen Fortschritt, unsere Freiheit und den in den letzten Jahrzehnten gewachsenen weltweiten Friedenswille bewirkte, ist Teil dessen, was hier versucht wurde als Software der Welt, somit Gottessohn zu zeichnen. In diesem Sinne ist es nicht die Welt, sondern im Grunde das, was wir christlich Jesus nennen, was nach Friede ruft, die Menschen frei gemacht hat und unseren wissenschaftlichen Fortschritt bewirkt. Selbst der weltweite Abfall von einem überkommenen Glaube, das Abkoppeln der Wissenschaften, die so nur eine Weiterentwicklung des Bewusstseins und geistiges Wachstums der westlichen Welt ermöglichte, sind im Sinne dieser Software als Entwicklungsweg des Werdens zu verstehen. Wenn diese Software in neuer Weise als christlicher Offenbarer wahrgenommen wird, dann wird daraus ein Bewusstsein erwachsen, was die bisher in ihren Dogmen gefangenen und sich mit Waffen sowie wirtschaftlich bekämpfenden Kulturen als Gemeinschaftsgefüge verstehen lässt.
Allein das bereits vorhandene Wissen um die Probleme der Welt, gar Wissen um mögliche Lösungen, gibt dem Weltcomputer keine Lösungskompetenz. Solange die Bauteile nur ihrer eigenen Vorstellung verwirklichen wollen, bleibt Weltfriede, ökologisches Gleichgewicht oder wirkliches welt“wirtschaftliches“ Wachstum eine unerfüllbare Utopie. Was heute angesichts eines gewachsenen Intellektes eigentlich zum greifen nah scheint und gleichzeitig aufgrund des menschlichen Ungeistes so entfernt, kann nicht durch humanistische Ideologien erreicht werden. Auch das hat uns die Geschichte gelehrt. Während im Osten die Arbeits- und Gleichheitsideologien die Menschen nicht zur gemeinsamen Leistung oder einem Geist der Gleichheit und Gemeinschaft bewegten, führt auch die westliche Freiheit nicht zum wirklichen Fortschritt. Wo der freiheitliche Wirtschaftskapitalismus seine Grenze zeigt, weil der sinnentleerte Egoismus die den Wirtschaftsorganismus steuernde unsichtbare Hand des Adam Smith nicht ersetzen kann, Freiheit mangels Geist in Gesetzesbürokratie erstickt werden muss und sich die Welt trotz ihres Wissen nicht höherentwickelt, sondern ökologische Selbstvernichtung droht, wird deutlich, wie notwendig die Software des externen Autors ist. Gerade die Arbeitsverweigerung der Welt, die die notwendigen Aufgaben zur Gestaltung der nächsten Generation nicht anpackt, macht bewusst, wie notwendig der menschliche Geist, auf das Gehör des Informatikers als Arbeitgeber der gesamten Genesis angewiesen ist.
Auch die Information von einzelnen Bauteilen kann in diesem Sinne kaum zur Funktion des Weltcomputers führen. Damit die Teile zusammenwirken und der externen Be-stimm-ung folgen, ihre Verant-wort-ung wahrnehmen, wird eine Gemeinschaft benötigt, in der eine gemeinsame Kirche steht, die die Informationsaufnahme im Sinn der jeweiligen Kultur ermöglicht. Wie in der Antike weder Stoa noch Epikur zum Fortschritt führten, helfen auch heute keine Programme und Philosophien, die sich mit dem Geist der Kultur und des vorhandenen Kultes nicht vereinen lassen. In diesem Sinne kann für die westliche Welt nur ein neues christliches Selbstverständnis zur Problemlösung führen und kann richtungsweisend für ein grenzüberschreitendes Verständnis der verschiedenen Kultformen sein.
Nur ein sich an der sichtbaren natürlichen Genesis Gottes orientierender Geist des Weltcomputers wird sich im Sinne der ökologischen Gesamtheit verhalten. Für alle Lebensbereich wird von einer aufgeklärten und für jedermann nachvollziehbaren Präsenz der Schöpfungswirklichkeit ein völlig neues Bewusstsein erwartet. Angesichts einer höheren Vernunft als präexistentes Wort des altbekannten Gottes wird sich der Mensch von Morgen verant-wort-lich verhalten, in seinem Leben dem schöpferischen Wort ent-sprech-en. Der Mensch von Morgen wird so nicht vergeistigt von der Welt abwendet, sondern hier sein Arbeitsfeld sehen, schöpferischen Geist und Materie in Einklang bringen und das ihm gegebene Gut bewusst zu Ehren des Gebers genießen.
Auch wenn die hier geäußerten nachweihnachtlichen Hoffnungen utopisch klingen, sie sind es keine althergebrachten blinden Hoffnungen auf Gotteshilfe oder eine bessere Welt. Auch keine Pflichthoffnungen, wie sie bei intellektuellen Bestsellern nach wissenschaftlichen Bestandsaufnahme auf den letzten Seiten oft zu finden sind. Nicht weil sonst nichts mehr geht, die Welt aus dem Gleichgewicht geworfenen Welt sonst nicht gerade gerückt werden kann, wird hier auf ein neues Weltbewusstsein erwarten.
Die Hilfe, das Ein-wirken des Informatikers wird durch ein nachvollziehbares aufgeklärtes Präsent werden der schöpferischen Wirklichkeit im christlichen Weltbild erwartet, das sich kausal nachvollziehen lässt. Die Zeit dazu ist reif. Das Wissen ist uns von Gott in allen Bereichen gegeben. Doch nur ein neues Bewusstsein des christlichen Glaubensgrundes kann dazu den Weg ebenen. Und hierzu wäre die neutestamentliche Wissenschaft in der Lage. An theologischen Autoritäten liegt es, was aus dem vom Schöpfer gegebenen Wissen geschieht. Ob Weihnachten zur Einweihung der Welt wird oder es weiterhin Nacht bleibt, in der von alten Mythen geschwärmt, moralisiert und ermahnt oder der Autor/Informatiker der Welt neu zu Sprache gebracht und verständlich gemacht wird.
Das hier gezeichnete Bild vom Weltcomputer und dem externen Konstrukteur, der die Maschine nicht nur gebaut hat, sondern dessen Informatik diese ständig im Gleichgewicht hält und weiterentwickelt, kann dabei nur ein kleiner, völlig stümperhafter Versuch sein. Nur theologische Autorität ist in der dem Logos Gottes zu neuem Gehör zu verhelfen.
Die Präsenz Gottes, das Geschenk eines schöpferischen Geistes, der die gesamte Evolution bewegt und uns heute befähigt ihn neu wahrzunehmen, wird durch das Banalbild, des total verniedlichten Jesus, der angeblich erst nach seinem Tod als Christusgott verherrlicht worden sein soll, verhindert. Doch Weihnachten ist kein Märchen. Auch wenn derzeit kein Platz scheint in der Herberge, die Hochschulen nicht vom Kind Gottes, sondern einem als Messiasgott verherrlichten Menschen schwärmen. Der Schöpfer hat sich nicht zur Ruhe gelegt. Er wird mit der Gewissheit allen Werdens uns auch seinen Sohn wieder sichtbar machen, Ochs und Esel zur Ein-sicht bringen. Allein Autoritäten des Neuen Testamentes entscheiden darüber, wann wir beginnen in der Krippe zu suchen.
Eigene Lehrgebäude, die scheinbar in den Himmel gewachsen sind, brauchen uns nicht weiter in einer babylonischen Sprachverwirrung davon abzuhalten, gemeinsam das Wort Gottes zu verstehen. Dem Verlust von Werten, der nicht nur von den Intellektuellen längst als Ursache für das nicht Einhalten einer alle Lebensbereiche umfassenden schöpferisch-ökologischen Ordnung und die daraus resultierenden Weltprobleme erkannt wird, haben wir im heutigen christlichen Selbstverständnis nichts entgegenzusetzen. Wir warten auf das Christ-kind und sind nicht bereit das bereits in der Krippe liegende wahrzunehmen.
Ein letztes Bild:
Auch der Weihnachtsmann, in dessen Rolle ich geschlüpft war, hat Gaben gebracht, die vom Christkind kommen. Doch so wie die Familienmitglieder dachten zu wissen, dass der Weihnachtsmann nur eine Mythos oder Erfindung von Coca-Cola wäre, es kein Christkind gäbe, weil man mir doch vorher selbst alles in den Sack gebackt hatte, so denken auch heutige Theologie und Naturwissenschaft. Das kurzgeschlossene Wissen um die Bildgestalten steht der Wahrnehmung der Realität des Christkindes im Wege. Was der Welt in Wirklichkeit alle geistigen und materielle Geschenke bringt und wessen Menschwerdung das große Geschenk an die Menschheit war, bleibt so verborgen. Seine heute Präsenz wird durch festgefahrene Vorstellungen, an denen verzweifelt festgehalten wird, verstellt.
Das Bild, dass man sich seit seiner Kindheit von einem geflügelten Engelswesen bzw. einem historischen Heilsverkünder macht verhindert, dass man allen Ernstes das Christkind anerkennt, ohne dies mit einem gesetzten Gott gleichzusetzen und dessen blindgläubige Wahrnehmung zu verlangen. Denn Weihnachten steht nicht für Dunkelheit, sondern Licht, Bewusstsein eines einzigen Schöpfers für die Welt.
Die Metapher von der Software könnte helfen begreiflich zu machen, dass alles was wir in Händen halten: Fortschritt, Freiheit, humanistische Bildung und aufgeklärte Wissen um die Kreativität des Kosmos nichts anderes als schöpferische Gaben sind, durch die uns der eine Konstrukteur des Alles sein Kind als Präsenz in die Hände gegeben hat, damit wir seine Vernunft in der Welt verwirklichen.