Durch Jesus Christus zum
Mono- theismus
Wie durch ein Neuverständnis der christlichen Wurzeln bzw. des Wesens unseres Glaubens (Schöpfungsvernunft/Logos in Menschengestalt) die Kluft zwischen Naturwissenschaft und Kirche um das allumfassende Schöpfungswirken aufgehoben und damit ein aufgeklärter grenzüberschreitender Monotheismus ermöglicht werden könnte:
Statt „es steht geschrieben in meinem Gesetz“, „ich fühl es… spirituell,
denk mir dies und das“ oder un-natürliche Theorien mit Simsalabim,
durch den Logos/die in aller wissenschaftlich nachweisbaren Natur wirkende
Vernunft des kreativen Werdens vernünftig denkend auf den einen Schöpfer und
seinen Willen schließen.
An alle Theologen,
von denen ich eine Beurteilung meines Neuverständnisses des christlichen Wesens erbeten habe
und Denker, die an einem vernünftigen zeitgemäßen Glauben an den einen wirksamen Schöpfer sowie an der Suche nach dem Sinn unseres Seins interessiert sind.
An Kardinal Schönborn
bzw. die katholische Kirche, durch die dieser Text angeregt wurde.
An Naturwissenschafter,
die an einer gemeinsamen vernünftigen Erklärung über den einen Gott und seine schöpferische Wirk-lichkeit interessiert sind, von ihrem Wissen aus Welterklärung geben will.
Sehr geehrter Herr Prof. Klaus Berger,
sehr geehrter Herr Dr. Heiner Geißler,
sehr geehrter Herr Dr. Markus Sasse,
Hallo Tobi
wenn ich mich hier auch an Dich wende, dann will ich Dich weder vom Examen in Mikrobiologie abhalten, noch Dein naturwissenschaftliches Weltbild verändern. Warum aber jeder Zuwachs an Wissen über das natürlich-kausale Wunderwerk nicht vom Glaube wegführt, sondern einen neuen Beweis für das lebendige christliche Wesen liefert, das die Väter unseres Glaubens als Logos voraussetzten, als Gottessohn sahen und der Welt in der menschlichen Gestalt Jesus vermittelten, ist wie Du weißt, Tag und Nacht Thema Deines Vaters. Der grundlegende Wandel des Weltbildes, der dann auch ein völlig anderes Verständnis Eurer wissenschaftlichen Ergebnisse mit sich bringt, muss jedoch von einem neuen christlichen Selbstverständnis ausgehen, für das die Theologie die Voraussetzungen schaffen bzw. verändern muss.
In den folgenden Ausführungen will ich erneut deutlich
machen, warum ich auf den Logos in Menschengestalt dränge, statt einen zum
Logos erhobenen bzw. verkündeten historischen Menschen. Und wieso dadurch der
christliche Glaube nicht beschnitten wird. Im Gegenteil davon auszugehen ist,
dass durch ein neues Bewusstsein des historischen christlichen Wesens das
Denk-Dilemma unseres Glaubens überwunden, (das Herz heutiger Theologie geheilt)
die Logik der christlichen Dogmatik bewusst gemacht und ein zeitgemäßer echt
universaler Monotheismus kausal begründet werden kann.
.
Die aktuelle Diskussion, die insbesondere in Amerika durch einen Aufsatz des Wiener Kardinal Christoph Schönborn über die Schlüsse aus der Evolutionslehre in der „New York Times“ entbrannt ist, führt uns wieder die gesamte Problematik unseres heutigen Glaubens vor Augen. Es sind Probleme die nicht sein bräuchten, wenn wir das präexistente Wesen ernst nehmen würden, das uns die Verfasser des Neuen Testamentes mit auf den Weg gaben und dessen Geschichte sie uns in der bekannten Gestalt des Jesus von Nazareth schildern.
Denn nach allem was
wir über die geistigen Auseinandersetzungen der Zeitenwende wissen, war es das
in Schrift und Schöpfung gleichermaßen neu erfahrene Wort in menschlicher Person
(Maske, Aufgabe), das als Sohn Gottes gesehen wurde. Das den Glauben erneuernde
historische Wesen kann weder ein Sprüche klopfender Wanderguru gewesen sein,
noch ein christologisches Scheinwesen, das nur alter Literatur entnommen wurde.
Bei nüchterner Auswertung aller uns vorliegender Zeugnisse wird deutlich, dass
es das im Kosmos gehörte und in der alten Schrift wiederverstandene
schöpferische Wort/der Logos allen Werdens war, von dem die Evangelien
berichten und von dem echte Reform ausging. Er tritt im Denken und den Dogmen
der Frühkirche deutlich zutage und ist heute in aller Naturwissenschaft neu
wahrzunehmen:
Jesus lebt wirk-lich.
Wie ein charismatischer
Wanderphilosoph Monotheismusbegründung bzw. -Erneuerung sein sollte, kann keiner
wirklich erklären. Wie aber das in der natürlichen Schöpfung erfahrene Wort auf
den einen Schöpfer und seinen Willen schließen lässt, ist heute logisch
nachvollziehbar.
Die in der aktuellen amerikanischen Diskussion deutlich
werdenden Definitionsprobleme von Schöpfung zeigen die Probleme des
Monotheismus. Diese treten auch in den täglichen Selbstmordattentaten, den mit
falschem Fundament nach dem gelobten Land suchenden Siedlern in Israel,
amerikanischen Glaubenskriegern, ebenso wie der Säkularisierung einer somit Wert(e)los
gewordenen, seine Zukunft vernichtende westliche Welt hervor. Dies alles ruft
nach einer dringend not-wendigen gemeinsame Schöpfungslogik, einem in
schöpferischer Vernunft begründenden Glauben. Es hilft nichts, sich nur
gemeinsam auf Abraham oder Gott zu berufen, wenn die dafür zuständigen
Theologie das ursprünglich gehörte Wort nicht bewusst macht. Wenn in tausenden
theologischen Büchern jeder nur seine persönliche Meinungen in die Welt setzt, wundert
es nicht, dass dies kaum jemand noch wirklich ernst nimmt. Wenn sich das
aufgeklärte Denken und Wissen immer weiter säkularisiert, sich junge Moslems
versuchen mörderisch gegen den verweltlichen Westen zu wehren, im Namen eines
mittelalterlichen Glaubens viele Menschen mit in den Tod nehmen, dann bedarf eines
neuen gemeinsamen monotheistischen Denkens. Eine Gewissheit, die nicht nur auf
die jeweiligen Volksgesetze bzw. Traditionen und Beliebigkeiten gründet,
sondern den Wiederverstand des Schöpfungswortes. Gefragt ist daher eine universale
Theologie, die den einen Schöpfer in heutiger Weltsprache wieder verständlich
macht, dessen Wort im Wissen vernünftig begründet und vermittelt, statt die
Menschen schwätzend selbst überredet. Letztlich hängt unsere Schöpfungs- bzw. Zukunftsfähigkeit
davon ab, dass wir den einen gemeinsamen Creator in zeitgemäßer Weise verstehen
und man sich wach denkend weiterhin in verschiedenen Kulturformen für seine
konkrete Creation begeistert.
Am Anfang war das schöpferische Wort!
(die voraussetzende
Wahrnehmung einer Vernunft/Weisheit allen natürlichen Werdens, wovon die Gewissheit
eines gemeinsamen Gottes sowie die göttlichen Lebenslehen bzw. Gebote
abgeleitet wurden)
Heute ist die Phrase!
(persönliche Vorstellungen, bedeutungsloses Philosophieren, Theologieprofessoren, die zu Sonntagspredigern werden, entleerte Bedeutungsinhalte, leere Worte, theologisches Glaubensgeplapper selbst von Theologien, die sich auf die Schöpfung und das Wort berufen, dabei jedoch nur willkürlich aus alten Texten tradieren, Selbstreduktion, pharisäerhaftes Verlangen nach vernünftigem Verhalten, ohne die geistige Befähigung zur Befolgung zu geben)
Am Ende wird das schöpferische Wort wieder der Anfang sein!
1. Wir haben keinen wirk-lichen Monotheismus mehr
Der heutige Monotheismus steht nur auf dem Papier, ist nicht die Praxis eines denkenden Schließens auf einen wirkenden und somit wirk-lichen Schöpfergott. Noch weniger lassen sich nach heutigem Verständnis vom realen schöpferischen Geschehen gemeinsame Sinngebung, göttlicher Wille bzw. Lebenslehren ableiten. Das alles wird nur im Papier nachgewiesen. Doch ohne den Logos in heutiger Weltsprache zu begreifen bzw. das Verständnis des lebendigen schöpferischen Wortes in allem natürlichen Werden, ist leider auch das Papier nichts mehr wert. Dies wird auch bei der in Amerika um die verschiedenen Spielarten des Kreationismus entstandene Auseinandersetzung deutlich.
Selbst die mit der Naturwissenschaft im Streit liegenden Kreationisten,
die als letzte Bastion des handelnden lebendigen Schöpfers dessen Wirken in
kosmischer Realtität nachweisen wollen, sind zerstritten, vertreten jeweils
ganz verschiedene Deutungen, was und wie Gott das Werden der Welt bewegt. Doch
ihr Versuch einer über- im Sinn einer un- natürlichen Lehre, die den biblischen
Buchstaben entspricht, sich meist gegen das evolutionäre Werden richtet, führt
derzeit nur dazu, dass Schöpfung, nicht mehr ernst genommen wird. Zumindest
nicht von Menschen, die das naturwissenschaftlich nachweisbare kausale Werden,
wie es in den Schulen rund um den Erdball gelehrt wird, als Machart anerkennen.
Eine über aller kausalen Natur, somit im
evolutionären Werden sichtbare göttliche Sinngebung, kann im heutigen
Historien- und Glaubensverständnis leider kaum ein theologisches Thema sein.
Der natürliche Logos scheint fälschlicherweise für das christliche
Selbstverständnis nicht wirklich von Bedeutung.
Auch wenn der Kardinal Schonborn dringend notwendige Fragen nach den falschen Schlüssen stellt, die wir aus der Evolutionslehre ziehen, wenn wir hier nur eine mechanistische Materie oder eine bösartige, gottlose Biologie betrachten, so ist die Aufregung in der aufgeklärten Wissenschaft groß. "Ritt den Kardinal der Teufel?" Titelt ein FAZ-Beitrag. Zu recht schimpft dort auch ein Cambridge-Professor für Paläobiologie aufgrund der Äußerungen des Kardinals, hinter dem die Intelligent Design Bewegung, eine wissenschaftlich argumentierende Ausformung fundamentalistischer Kreatonisten gesehen wird: „Die Kreationisten machen aus Gott ein grotesk ineffizientes Designbüro.“ Wenn Kardinal Schönborn wider die Evolutionslehre predigen würde, spiele er dem Atheismus in die Hände. Der österreichische Kirchenmann bewirkt mit seinem Beitrag daher nicht das von ihm angestrebte aufgeklärte Nachdenken über die falschen Schlüsse, die heute aus der Naturlehre gezogen werden, sondern leider das Gegenteil. Wo man Gott wie selbstverständlich als einem geheimnisvollen, außerhalb des kausalen Werdens wirkenden Mechaniker darstellt, wird der Creator zu einem grotesken Übermenschen. Die Vermenschlichung des Gottesbildes sucht verzweifelt nach einer Art Menschen mit Sonderbegabung, der irgendwo sitzt und plant, jedoch keine Fehler machen dürfe, weil er sonst nicht Gott wäre. Futter für die Atheisten.
Dass dieser Übermensch dann das verbrochen hat, was wir von unserem menschlichen Blickfeld aus beispielsweise als bösartiges Fressen und Gefressen werden, Versuch und Irrtum bezeichnen, nehmen sie als Beweis, dass es Gott nicht gibt, alle Rede vom Schöpfer fromme Rhetorik sei. Denn wenn ein solches Wesen mit zauberhaften Kräften wäre, warum hat er nicht gleich das gute Wesen gemacht, wird gefragt. Wenn es Gott gibt, warum hat er nicht gleich eine Welt geschaffen, in der immer die Sonne scheint, genau so wie „wir“ sie uns vorstellen? Wie ein als menschlich-gütig gepredigter Gott dann all das zulassen könne, was in der Vergangenheit geschah und auch heute in seinem Namen geschieht, kann dort, wo dem Creator sein „gut sein“ von einer Menschlichkeit vor-geschrieben wird, keiner mehr erklären. Warum alle scheinbaren Fehler zur Freiheit kreativer Wesen gehören, ohne die wir uns nicht zu frei denkenden und aufgeklärten Wesen entwickelt hätten, kann im heuten Welt- und Gottesbild nicht gefragt werden. Warum die angeblichen Fehler die Ursache dafür sind, dass wir uns heute über unser Dasein und allen geistig-technischen Fortschritt freuen können, sie scheinbar schöpferisch so falsch nicht waren, ist kaum theologischer Gesprächsstoff. Auch warum durch den Abfall vom alten Glauben immer wieder ein neues Gottesbewusstsein hervorgebracht wird, der Creator so schon immer auf seine ganz natürliche Weise die Weiterentwicklung seiner Wahrnehmung bewegte – somit scheinbar auch das sich heute gegenseitig als falsch beklagende Denken zur schöpferischen Schrittweise gehört, damit auch in dieser Dialektik das Wort Gottes deutlich wird - kann kein Thema sein. (Selbst wenn in ähnlicher Logik aller neue Anfang beispielsweise in den Apokalypsen biblisch belegt wird. Wo die natürliche Evolution abgelehnt wird oder unbedeutend bleibt, ist auch im natürlichen Werden und Vergehen, sinnvollem ewigen Erneuern, keine Vorlage für die Glaubensentwicklung zu sehen.)
Wir setzten immer unsere menschliche Machart voraus. Auch wenn wir in der Bio-logik längst eine sinnvolle Vorgehensweise verdeutlicht haben, der wir alles evolutionäre Werden und letztlich uns als frei denkende Wesen verdanken, so kommt es weder Wissenschaftlern, noch den Vertretern des Gotteswortes in den Sinn, in dieser kausalen Logik den Logos Gottes zu hinterfragen. Zwar wissen wir um die Bedeutung von Zufall im Sinne jeder Kreativität (Schöpfung), werden Bestseller darüber geschrieben, die raten den evolutionswissenschaftlich und mathematisch entzauberten Zufall auf den Lebensalltag zu übertragen. Doch wenn im evolutionären Werden des Welt-alles der kreative Zufall aufgezeigt wird, schließt man – von Gott als einem allwissenden Übermenschen mit Zauberkräften ausgehend - dann immer einen Creator aus. Die Banaldeutung der Buchstaben bzw. ein fest eingefleischtes Gottesbild hat, wie bei der Diskussion um die Kreationisten nur besonders deutlich wird, dem vernünftigen Denken über den einen Schöpfer in aller nachweislichen Kreativität den Weg verbaut. Schon die Frage, ob sich dann Gott an das natürliche Werden halten müsse, mit der dann meist eine theistische Evolutionsdeutung vom Tisch gewischt wird, zeigt den totalen Zwiespalt unsers heutigen Welt- und Gottesverständnisses. Denn davon ausgehend, dass die Evolution das lebendige Wort ist, sich in allem Werden ein schöpferisches Prinzip umsetzt, das nach wie vor auf den persönlichen Gott unserer Väter schließen lässt und von uns selbstbewussten Wesen auf Gottesbewusste Weise umzusetzen ist, stellt sich die Frage nicht. Die vom schöpferischen Standpunkt aus betrachte kreative Natur, ER-gebnis schöpferischer Evolution, ist dann der Ausgangspunkt der Erkenntnis. Denn davon berichtet auch die Bibel, wenn sie vom Gotteswort/Weisheit spricht. Warum sollten wir dann nach einem Zauberer suche?
Dass sich auch im Zufall der schöpferische Logos zeigt, eine höchst kreative (schöpferische) Vernunft, kann scheinbar kein Thema sein. Gleichwohl nichts anderes aus dem Bericht der biblischen Genesis hervorgeht, als eine von göttlicher Vernunft/Wort ausgehende, logisch aufeinander folgenden, ganz natürlichen Entwicklung, wie wir sie jetzt erst in der Evolutionslehre belegen. Doch die sich bis heute haltende Missdeutung der alttestamentlichen Schöpfungsgeschichte ist nicht die Hauptursache dafür, dass Gott immer gegen alles Natürliche, Logisch-Kausale gestellt wird.
Hauptverantwortlich für den Abfall vom Schöpferwort ist heute unser historisches Verständnis vom Neuen Testament, vom wundersamen Geschehen um einen gutherzig-charismatischen Wanderguru, dem dann laut Lehre (ohne in ihm wirklich die menschliche Ausformung von schöpferischer Vernunft/Logos zu sehen) göttliche Art beigegeben, der als Christus dann zu einem mysteriösen Miniaturgott wird. Letztlich zwingt dann das gesamte Selbstverständnis des heutigen Glaubens, Gott gegen die Vernunft zu stellen. So wird leider auch der Glaubensbegriff selbst nicht als ein vernünftiges Schließen aufgrund eines Wissens verstanden, sondern das blinde für wahr Halten von Buchstaben bzw. Glaubensdogmen und persönlichen Gefühlen. Wo die Misologie (Hass gegen den Logos, Abneigung gegen die Vernunft und eine vernünftige sachliche Auseinandersetzung) die gesamte Schöpfungsdeutung und Bibellese bestimmt, wo Gotteswirken außerhalb die natürliche Vernunft gestellt wird, berufen sich die päpstliche Papiere vergeblich auf die Ratio. Wer seit der Kindheit hört, wie sich in wundersamen Naturbrechungen die Kraft Gottes zeigt, von dem verlangt wird, wegen der Wiedererweckung eines wundersamen Wanderprediger mit besonderen Eingebungen zu glauben, dem ist bei bester Vernunft nicht beizukommen. Und dann die Kirche zu beschwören, sich beispielsweise „als Anwalt der Vernunft“ für sozial Benachteiligte oder ökologische Gerechtigkeit einzusetzen, ist dort, wo man sich nicht auf eine vernünftige Schöpfungslehre beruft, seine Gotteslehre nicht auf schöpferische Vernunft gründet, nur noch schizophren. Über Selbstmordattentäter, die sich und viele andere im Namen des Glaubens bzw. aus Angst vor westlicher Vereinnahmung ihres Glaubens hinrichten, braucht sich niemand zu wundern, solange sich die westliche Welt auf einen angeblichen Glaubensmärtyrer mit göttlichen Eingebungen berufen soll, statt in dessen Geschichte die des Gestalt gewordenen Gotteswortes, des Logos allen Lebens zu lesen.
Interessant ist, dass auch moderne Zeitgenossen, die für die Traditionstexte nur noch ein mildes Lächeln aufbringen, nach wie vor deren Banaldeutung auf den Leim gehen und somit den Monotheismus ausleeren. Sie übersehen den schöpferischen Logos, den sie in Händen halten. Das buchstäbliche Verständnis hat die modernen naturwissenschaftlichen Denker blind gemacht. Selbst sie suchen nur nach einem Gott, den das alte Denken vorgibt. Dort, wo im Zufall, wie der gesamten Lehre des natürlichen Werdens längst ein schöpferischer Sinn bzw. eine kreative Logik belegt wird, die ich als Wort Gottes verstehen will, schließt man daher nicht auf den Schöpfer, sondern das Genaue Gegenteil. (In laienhafter Naivität wusste ich nicht, dass natürliches Werden gegen das Wort Gott spricht, alle aufklärerischen Versuche von der Natur auf den Schöpfer zu folgern, zum Scheitern verurteilt sind und sah in den ganzheitlichen Theorien der Kosmologen, Naturwissenschaftler bzw. Weltformelsucher immer nur das Werk Gottes. Heute bin ich aufgrund des mir beigebrachten Wissens um biblische Beutungsinhalte sowie das Denken der Zeitenwende gewiss, dass hier das Wort zu hören ist, der historische Jesus wirklich lebt.) Und auch wenn moderne Wissenschaftler vereinzelt darüber nachdenken, dass Gott doch würfeln würde, so wird dabei nicht wirklich auf den Schöpfer geschlossen, kann dies nicht mit dem christlichen Gottesbegriff auf einen Nenner gebracht werden. Es bleibt bei denkerischen Spielereien, die nicht ernst zu nehmen sind, Gottesnamen, die nur auf dem Buchdeckel stehen.
Das kreationistische Schöpfungsdenken „Evolution mit Kontrollcharakter“ weil man sich nur einen vermenschlichten Gott vorstellen kann, der sich wie ein Ingenieur alles ausdenkt, Simsalabim macht und anschließend die Einhaltung kontrolliert, in seinem Buch alles aufschreibt und bestraft, ist bestes Beispiel für ein banales, letztlich unhaltbaren Bibelverständnis, das nach wie vor unser gesamtes Denken bestimmt. Das Buch Gottes in der Natur wird von ernsthaften Theologen nicht abgestritten. Doch wie es sich in aller natürlichen Gegenwart zeigt, wie unser ökologisches Fehlerverhalten gegen das schöpferische Wort verstößt und somit dessen kausale Folgen logisch-schöpferische Wirkursachen sind, keine göttliche Strafwillkür, kann kein Thema sein, solange wir das Wort Gottes allein vom Buch bzw. einer Buchstäblichkeit ausgehend lesen. Auch in einer persönlichen Schöpfungs-Spiritualität nach dem Wort Gottes zu fragen, hilft nicht weiter. Selbst wenn sich Naturwissenschaftler mit Theologen austauschen, kann der Glaube nicht auf die kosmische Realität begründet werden, sondern bleibt ein höchst beliebiges Basteln an Buchstaben, die von der Welt führ wahr gehalten werden sollen. Ein philosophisch-theologisches Schließen auf den Schöpfer findet nicht statt. In theologischen Arbeiten, auch wenn sie sich auf die Naturwissenschaft berufen, findet sich oft nur ein völlig andersgeartetes persönliches für wahr Halten von Papier, das man einen Absatz weiter selbst reduziert. Die Buchstäblichkeit ist es, die nach wie vor einem vernünftigen Schöpfungsverständnis den Weg verbaut. Und so wird jeweils ein anderes obskures Schlupfloch für den Schöpfer gesucht, soll vor, hinter, neben der Natur oder durch deren Verneinung dem lieben Gott als Schöpfer eine Hintertür offen gehalten werden. Gerade die Kreationisten, auch wenn es die Einzigen sind, die sich noch ernsthaft um den konkreten Kreator kümmern, machen so aus dem, der einst aufgrund des Wissens um sinnvolle schöpferische Ordnung als Creator aller Natur denkend anerkannt wurde, eine lächerliche Karikatur.
So läuft derzeit jeder mit einer anderen Vorstellung von
einem persönlichen Gott herum, den er sich ähnlich wie bei den heidnischen
Tonfiguren, als seinen Schöpfer hinstellt. Doch ist das Monotheismus? Auch wo
man sich ausschließlich auf das Buch beruft, ist von einem ein-deutigen Mono-theismus
nichts zu sehen. Bietet doch selbst die Bibel zwei verschiedene Schöpfungsberichte,
über die Exegeten derzeit zwar diskutieren, ob die Schöpfung als Tat oder Wort
zuerst gewesen wäre, von der man aber weder die eine noch die andere Weise leider
wirklich ernst nimmt. Denn wer im Wort nicht die nach wie vor in aller Natur
wirkende Vernunft allen Werdens thematisiert, kann zur Schöpfung durch das Wort
so wenig sagen, wie zur Tat-sache. Statt die beiden Schöpfungsberichte als
unterschiedliche Aspekte eines heute nachgewiesenen natürlichen Geschehens zu
erklären, bleibt es, wie leider meist bei der Exegese, bei einer blutleeren
rein literarischen Beurteilung, die dann in persönliche Beliebigkeit mündet. Eine Begründung findet meist immer nur
aufgrund noch älteren literarischen Vorlagen und vorausgehenden
Glaubensvorstellungen statt. Die ursprünglich vorausgesetzte lebendige
schöpferische Vernunft, die in der hebräischen Sprache mit Wort gleichgesetzt
war – und auf die nicht nur Johannes sein Evangelium gründete - kommt in der
heutigen Deutung von schöpferischer Kreativität nicht vor. Sie spielt dann bei der
Bibellese und im Glaubensverständnis der Allgemeinheit keine Rolle.
Wenn dann auf dem Bibelkanal Fernsehpastor Wegener von Jesus Christus als unserem Erlöser und Priester schwärmt, amerikanische Evangelisten Familien vorführen, die aufgrund persönlicher Schicksale zum Glauben gekommen sind, jetzt das Wort Gottes verstehen und ganz genau wissen, was Gott von ihnen will, kann kein Naturwissenschaftler mehr über das Wort Gottes in aller Natur nachdenken wollen und Christus als echten Messias und Grund modernen Monotheismus ernst nehmen. Von Monotheismus zu sprechen, ist bei all den völlig verschiedenen, persönlicher Beliebigkeit entspringenden Gottesvorstellungen, die heute herumgeistern, eine Farce. (Doch auch Theologen, die derzeit mit anerkannten Naturwissenschaftlern oder naturphilosophischen Autoritäten Symposien veranstalten, machen es kaum besser, bauen leider nur auf einen rein persönlichen Papierglauben. Zu allem Übel berufen sich dann selbst die angeblichen Schöpfungstheologen auf einen Jungprediger mit Namen Jesus, der doch laut Text der Christus sei. Was ihre Kollegen, oder gar sie selbst, dann gleich wieder als Glaubenspropaganda oder literarisches Werk nachweisen wollen. Es bleibt so eine Phrase.)
Selbst die wenigen
Buchstabenfundamental-Christen, die noch blind uneingeschränkt das Gesetz für
wahr halten, können die Wirk-lichkeit des Schöpfungswortes oder des Creators
nicht erklären. Nachdem der Kosmos seit Kant leer zu sein scheint, dem
buchstäblichen Banalbild von Schöpfer durch die Naturwissenschaft angeblich das
Handwerk gelegt wurde, bastelt sich jeder sein ganz persönliches Bild von
Schöpfungs-wirk-lichkeit zurecht. Auch wo die Evolution als Wirken Gottes angesehen
wird oder wie meist in Europa, in toter Toleranz alles wissenschaftliche Denken
einfach anerkannt wird, ohne dadurch allerdings auf den einen Schöpfer
schließen zu können, weil der ja angeblich eine ganz andere Sprache spricht,
ergibt sich kein Mono-theismus. Selbst die Prozesstheologie, die eigentlich zur
Erkenntnis des präexistenten Wesens im Prozess des Werden beitragen könnte,
führt im heutigen Historienverständnis nur ein Schattendasein bzw. begibt sich
in verwissenschaftliche Sondertheorien, die das gemeinsam denkende Schließen
auf den Schöpfer nicht befördert. Mit Jesus Christus kann die Prozesstheologie
im heutigen Historienverständnis nicht wirklich etwas am Hut haben. (Wie auch,
der war ja angeblich nur ein gutherziger Prediger, Philosoph…. mit
Spezialoffenbarung.) So wird auch die Deutung eines anthropischen Prinzips, wo
ein übergeordneten Sinn nachweisen werden soll, der zur Entstehung menschlich
denkender Wesen führte, weder von der Wissenschaft ernst genommen, noch führt
er im biblischen Verständnis weiter. Befürchtet man doch auch hier, dass nur
die gesetzten Buch-staben durch Sondertheorien bestätigt werden sollen. Nirgends wird nach dem schöpferischen Wort,
einem Prinzip in der ganz natürlichen Kreation gefragt, dies als Wort des alttestamentlich
bekannten Gottes nachgewiesen, der laut kirchlicher Lehre im historischen Jesus
und Christus endgültig offenbart sein sollte.
Auch in Büchern, wo Naturwissenschaftler und Theologen von einem lebendigen Gott reden, versuchen wieder die Brücke zu schlagen, ist man weit davon entfernt, in einer als selbstverständlich gesehenen Weisheit des kosmischen Werdens das wirk-mächtige schöpferische Wort zu hören. Wo nicht wirklich von einer präexistenten Schöpfungsweisheit als offenbarendes Wort bzw. christlichem Wesen ausgegangen wird, muss man annehmen, dass im wissenschaftlichen Denken allenfalls die rationale Ordnung des Universums mit Gott selbst gleichgesetzt wird und es daher ablehnen. So analysiert man dann zwar die Probleme, gibt vor, einen vernünftig begründeten Glauben zu wollen, der sich nicht mehr gegen die Naturwissenschaft richtet. Doch in Wirklichkeit werden theologische Theoriengebilde in die Welt gesetzt, die alles Andere als die schöpferische Tat zum Thema und mit dem lebendigen Schöpfer nichts zu tun haben. Statt im Werden der Natur zu hören, wird dann die Gottessprache automatisch zur Geheimsache, von Theologie-Professoren ins Hinterzimmer verbannt oder zum Hokus-Pokus. Was bleibt ist ein rein persönlicher Glaube, der sich zwar aufs Papier beruft, das er jedoch selbst nicht mehr wirklich ernst nehmen kann. Von einem präexistenten Offenbarungswesen, der Weltvernunft, die auf den Schöpfer schließen lässt, keine Spur. Die Unbestimmheit, die man modernen Denker vorwirft, weil diese nicht mehr einen personalen Gott, sondern nur noch ein abstraktes Prinzip anerkennen, wird so selbst überboten: Geheimniskrämerei statt kosmische Realität. Esoterik im Namen des angeblich offenbarten Gottes
Zu Recht wird allerdings auch vor einer rein natürlichen Gotteserkenntnis oder einer Gleichsetzung Gottes mit dem kausalen Geschehen gewarnt, wie es Spinoza und ähnlich auch Einstein nachgesagt wird. Ein Naturalismus, der weder mit dem seit Abraham den monotheistischen Glauben begründenden Wort, noch Christus in Verbindung gebracht werden kann, ist keine Lösung. Er führt nur zu abstrakten pantheistischen Theorien, die weder mit dem personalen Gott unserer Väter auf einen Nenner zu bringen sind, noch mit jüdisch-christlicher Monotheismus-Theologie etwas zu tun haben. So wird dann auch in Monismus und Idealismus nur nach einem unbestimmten, unansprechbaren Wesen gefragt, das in der Natur auf- und untergeht. Was wir heute brauchen, scheinen keine weiteren natürlichen Theologien und aufklärerischen Theorien, die neben die christliche Lehre gestellt werden. Heute ist Zeit zur Wahrnehmung des in allem natürlichen Werden deutlich zutage tretenden Wortes als christliches Wesen: Jesus lebt wirk-lich.
Denn was ein
angeblich historischer Wanderprediger, der später als Logos hingestellt worden
sein soll und den wir heute nur noch als eine Art Sozialrebell anerkennen, mit
dem Glauben an den einen Gott bzw. der in Christus geschehenen antiken
Monotheismus-Reform zu tun hat, kann keiner wirklich erklären. Da hilft es auch
nicht, wenn wir Christus wie einen menschgewordenen Gott ansprechen. Das
verschleiert dann eher den Monotheismus noch mehr, als dass es ihn wieder-begründen
kann.
Auch die Materialisten bzw. Aufklärungsatheisten, die eigentlich den Gottesbegriff ablehnen, denken sich nur einen eigenen Gott. Die Hardware bzw. Materie wird dann zu dem gemacht, das alles hervorbringt. Nichts anderes, als eine angeblich moderne Metaphysik bzw. eine Art Pantheismus, bei dem die Materie selbst der Schöpfer ist. Selbst dort, wo man dann in hellen Tönen voller Begeisterung von einer kosmischen Intelligenz in aller Natur schwärmt, man mir beibringen will, warum ich ein Kind des Kosmos sei, kommt nur wieder eine andere Spielart von Schöpfung heraus. Monotheismus ist zum Flickenteppich geworden. Doch gemeinsame Machart bzw. das in aller Kreation sichtbare Knüpfmuster streitet man als Werk und Wort des Creators ab, statt sich gegenseitig Belege zu liefern. Der Schöpfer wird daher nur noch persönlich begründet, bleibt Papier. Wo eine vernünftige Monotheismuserklärung fehlt, wird Religion zum Opium fürs Volk. Auf heute moderne Weise ausgedrückt: Der linke Schläfenlappen, (ein Emotionen bewirkendes natürliches Bauteil, hinter dem ich weiteres bio-logisches Werk-zeug/e für das schöpferische Wort nachweisen will) wird als Wohnort Gottes genannt wird.
2.
Warum ein
neues Bibelverständnis Not-wendig ist, um in einheitlicher Weltsprache das
Gotteswort zu verstehen
In den folgenden Überlegungen will ich daher erneut deutlich machen, warum ich auf ein Neuverständnis des historischen Jesus als lebendiges Schöpfungswort/Vernunft aller Natur insistiere, ohne dabei altfundamentalistisch zu sein oder von einem geheimnisvoll gesetzten Christusgott ausgehe, der unerklärlich ist. Gleichzeitig will ich zeigen, warum auch ein Neuverständnis des lebendigen Logos in aller Natur nicht gegen die kausale Logik der wissenschaftlichen Lehre spricht, sondern genau hier schöpferische Weisheit/Wort als Gottes Sohn und damit auch Sinn gebende Wegweisung wieder zu verstehen wären. Doch um nicht weiter gegen die Natur oder auf nebulösen Nebenpfaden nach der Schöpfungswirklichkeit zu suchen, sondern hier das lebendige Wort zu hören, benötigen wir ein neues Bibelverständnis. Dieses bahnt sicher derzeit an. Denn jenseits der heutigen historisch-kritischen Radikal-Reduktion lässt sich von einem Schöpfungswort als eigentlichem Wesen ausgehen, dessen Geschichte und Wirkungsweise beschrieben wird. So lässt sich die historische Realität all dessen nachweisen, was heute als religiöse Rede reduziert oder als ungeschichtlich abgelehnt und nur noch literarisch begründet wird. Vielmehr wird eine das natürliche Schöpfungswort anerkennende antike Geisteswissenschaft deutlich, die auch heute wegweisend für das wissenschaftliche, wie das unser Wissen weiterführende theologische Denken und Vermitteln wäre. (unter www.theologie-der-vernunft.de finden sich zahlreiche Aufsätze, mit denen ich im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten versuche, das historische Geschehen neu zu beurteilen, deutlich machen will, wie die biblischen Aussagen in neuer Weise „wört“lich nehmen wären, um dadurch zu Hörern eines im Kosmos gesprochenen Wortes zu werden.)
Gerade durch ein neues Verständnis unseres christlichen Glaubensgrundes als eine antike Re-form, die ihren Namen verdient, die das an Abraham ergangene Wort wieder verstand, im Logos bzw. dem lebendigen Schöpferwort ein reales Wesen und den echten Gottessohn sah, eröffnet sich ein grenzüberschreitendes, aufgeklärt-zeitgemäßes Verständnis vom einem Schöpfer der gesamten Weltwirklichkeit. Dieses sucht nicht nach geisterhaften Genesiserklärungen, gründet nicht mehr auf Mythen und Geheimnissen eines Jenseits. Vielmehr bin ich aufgrund der Einsicht in evolutionäres Schöpfungswirken gewiss „Gott wird hier und heute helfen“ uns sein Wort in heutiger Weltsprache verstehen lassen. Durch unseres Wissens um evolutionären ER-folg bin ich gewiss: Morgen wird in der Vernunft aller Natur das biblisch berichtete schöpferische Wort verstanden, seine Wirkungsweise als lebendiger Messias nachgewiesen und weiterhin als der altbekannter Jesus Christus besungen. In wacher Begeisterung für die sichtbare Bio- und Ökologie des gesamten Welt-alles als sinnvolle und so den gemeinsamen Sinn stiftende Schöpfungsweise (des selbst unerklärlichen, aber psychologisch bzw. vernünftigerweise persönlich angesprochenen Gottes unserer Väter), wird der Mensch von Morgen schöpferisch verant-wort-lich mit-wirken. Keine Schöpfungsspirtualität wird das bewirken, sondern ein aufgeklärt denkendes Verständnis des Schöpfungswortes. Der Mensch wird sich dann aufgrund eines vernünftigen Monotheismus, einer schlüssigen Wahrnehmung des vorgegebenen natürlich-schöpferischen Sinnes ökologisch und weltökonomisch verhalten.
Nicht Natürlichkeit
oder die Menschlichkeit einer goldenen Regel der eigenen Vernunft ist dann das
Maß, sondern die schöpferische (natürlich-menschlich artgerechte) Umsetzung einer
höheren Vernunft, die von einem gemeinsamen Gott ausgeht. „Nächstenliebe
wie dich selbst“, Familien- und Sozialethik, hat in diesem Sinne nichts mehr
mit Altruismus aufgrund persönlicher Einstellungen oder papierner Forderungen im
alten Sinne zu tun, sondern ist eine natürlich-schöpferische Lebensweise. Sie
leitet sich aus einem gemeinsamen Logos ab, den der eine Schöpfer jeder Art auf
eine andere artgerechte Weise mit auf den Weg gibt. Wenn wir als menschlich
bewusste Wesen genau so leben müssen, wie es bereits von Moses (bzw. dem Beginn
des Monotheismus) in den ausformulierten Geboten erkannt wurde, dann
ent-spricht das dem natürlich-schöpferischen Wort.
Der Mensch von Morgen wird dann nicht mehr auf Papierprediger hören oder persönlichen Vorstellungen folgen, sondern als freier Denker nach dem präexistenten Wesen fragen, das einzig den schöpferischen Willen vermittelt. Als echt Autonomer ist der neue Christ nur dem Wort des Autors der Schöpfung verpflichtet. Gleichwohl werden dann viele, der heute als konservativ angesehenen kirchlichen Verhaltensforderungen in völlig neuem Licht erscheinen. Während man sich heute weder auf die natürliche Ordnung berufen kann, keine in Creation des Kosmos selbst begründete menschliche Ethik zu sehen ist, somit nur eine veraltete Dogmatik kirchlicher Moralvorstellungen angenommen werden muss, wird das menschliche Verhalten einer schöpferischen Vernunft folgen. Wie bei Beachtung aller Erfahrungen und unseren gesamten Wissens der schöpferische Sinn von menschlichen Wesen am besten zu verwirklicht wird, ist dann das wahre Maß, die menschliche Norm. Damit wird davon ausgegangen, dass sich menschliche Wesen nicht wirklich natürlich bzw. entsprechend einer artgerechten Norm verhalten, wenn sie nur ihre Verwandten nachäffen. Weder in dem sie von Baum zu Baum springen, noch im Sexualverhalten. Gleichwohl die moderne Sozibiologie bzw. Verhaltenslehre nach wie vor solche Kurz-schlüsse zieht. Naturwissenschaftliche Nobelpreisträger wie Prof. Richard Dawkins über die für Affen sinnvolle Bio-logik der Lüge dann als menschliche Natur nachdenken und im Spiegel das für Vierbeiner vernünftige Paarungsverhalten zur Beurteilung der menschlichen Partnerschaft herangezogen wird. Das Problem ist, dass durch diesen Kurz-schluss, der nur ein Verhalten überträgt, nicht danach fragt, wie ein schöpferischer Sinn artgerecht und damit echt natürlich zu verwirklichen ist, nicht mehr über eine umfassende natürlich-schöpferische Norm nachgedacht werden kann. Nach wie wird unser Weltbild von der bösen Biologie, dem Recht des Stärkeren, Fressen und Gefressen werden bestimmt. Wo dann selbst über Kannibalismus im Kosmos berichtet wird, wenn dort die Sterne zu schöpferisch sinnvollen neuen Einheiten verschmelzen, kann in diesem kosmischen Geschehen kein Gotteswort verstanden werden. Dass bei dieser Beurteilung der Biologie jedoch ein Weltbild die Feder führt, das nicht von einem schöpferischen Sinn des gesamten natürlichen Geschehens ausgeht und daher dort im menschlichen Sinne immer nur Mord und Todschlag vermutet, wird meist übersehen.
Eine Theologie, die Jesus als einen hochgestabelten historischen Menschen betrachtet, kann unmöglich auf die Idee kommen, das christlich-schöpferische Wesen im Sinn des kosmischen Ganzen, einer Weltvernunft zu sehen, die wie man selbst sagt, Thema von Johannes & Co. war. Und wo weder die Theologie, noch die materialistische Naturlehre von einem natürlich-schöpferischen Logos ausgeht, kann in der sich längst als bio-logisch erwiesenen Verhaltensweisen nicht eine schöpferische Sinnhaftigkeit gemessen werden. Es müssen dann immer menschliche Maßstäbe angelegt werden, die dann alle Natur als Böse betrachtet, auf ein gottloses verhalten in der Biologie folgert. Wie beim Schöpfungswirken, haben wir auch hier bei der Beurteilung der Verhaltensweisen das Problem unserer voraussetzenden Denkweisen, die sich völlig von denen der Verfasser unser Glaubenstexte unterscheiden. Denn während in der Antike der natürliche Logos das Denken bestimmte, was sich in allen Philosophien der Zeitenwende zeigt, bei Stoa und Epikur ganz deutlich zutrage tritt, spielt dieser bei heutiger Betrachtung keine Rolle. Es ist immer wieder unsere Buchstäblichkeit, die den Blick verbaut und verhindert, dass wir einen natürlichen Sinn sehen und ausleben können. Biologik und christliche Lehre stehen sich bei diesem Bild der Welt völlig unversöhnlich gegenüber. (So wird dann auch meine ständige Rede vom Logos dann nur als leeres Geschwätz betrachtet.)
Mit banalem
Altruismus im alten Sinne, ist es in der hier vertretenen Deutung des Neuen
Testamentes längst nicht getan. Nicht die aussteigende Selbstaufgabe oder gar
Selbstverurteilung, sondern das aktive Einbringen des Selbst, der jeweiligen
Talente und Vermögen in die kreative Weiterentwicklung der Gesamtheit der
Schöpfung und somit menschlichen Gesellschaft, würde in diesem Verständnis der Weltvernunft
entsprechen, wie sie uns nicht nur Johannes in Jesus schildert.
Solange wir nur einem charismatischen Wanderprediger hinterherhinken, einen aufgrund alter Gesetzlichkeit zum Logos hochgejubelten jungen Juden für das historische Wesen unseres Glaubens halten, neben den dann ein mysteriösen Christus-Gotteswesen gesetzt wird, werden wir weiterhin in Wissen und Glauben zwei völlig getrennte Sprachen sprechen. Wir leben in zwei völlig getrennten Weltbildern, bei denen die Glaubenssprache allenfalls noch im Abstellraum der persönlichen Frömmigkeit und Psyche ihren Platz hat. Der Schöpfer wird so zum Produkt des menschlichen Denkens, zur Moralisation im eigenen Sinne missbraucht oder als Trick der menschlichen Psyche gedeutet. Auch aller Versuch, von der natürlichen Schöpfung direkt auf einen Schöpfer zu schließen, der sich das alles irgendwie ausgedacht hat, führt ins Absurde, wenn sich dies nicht mit dem Denken am Anfang des Neuen und letztlich auch des Alten Testamentes, auf einen Nenner bringen lässt.
3.
Der Kardinalfehler
Wer den Text von Kardinal Schönborn von Deutschland aus liest, der kann kaum die Diskussion verstehen, die dadurch in Amerika ausgelöst wurde. Doch vor dem Hintergrund des grassierenden, die Naturlehre verneinenden Kreationismus, wird die Diskrepanz zur Wissenschaft verständlich. Dem Kirchenmann geht es im Wortlaut darum, „dass der menschliche Verstand im Licht der Vernunft leicht und klar Ziel und Plan in der natürlichen Welt, einschließlich der Welt des Lebendigen, erkennen kann.“ Er versucht ein rein naturalistisch-materialistisches Denken in die Schranken zu weisen, das aufgrund der Logik des Werdens automatisch den Schöpfer ausschließt, dabei sich allerdings selbst ideologisch einer eigenen Metaphysik bedient. Der Kardinal legt letztlich nur dar, dass man aufgrund des Wissens um das großartige Werden bzw. die Komplexität der kosmischen Kreativität nicht gegen den Creator sprechen könne, sondern genau umgekehrt. Von der natürlichen Vernunft, die Bewunderung hervorruft und evolutionär Ziel gerichtet sei, zwinge sich der Schluss auf den Geist eines Schöpfers geradezu auf.
Doch erst wenn sich unser christliches Selbst-verständnis wandelt, wird das Geschen in unserem Kopf, wie des gesamten Kosmos auf mehr schließen lassen, als einen willkürlichen Zufall der Materie, wird das Schöpfungswirken nicht auf eine solche Ablehnung durch die Wissenschaft stoßen. Wenn das Vokabular des Kardinals nicht leider immer nur den Schluss zu denen nahe legen würde, die sich gegen das Naturwissen und deren Logik wenden, könnte in neuer Weise aus dem Wissen um das natürlich- evolutionäre Werden auf den einen Schöpfer geschlossen werden. Doch da im heutigen Glaubensverständnis hinter dem Begriff Plan und Ziel sofort ein Tüftler am Werk gesehen wird, der anschließend aufpasst und kontrolliert, keiner nach der Vernunft/dem Logos aller ganz natürlichen Kreation als Glaubensgrund fragt, wie er für die griechischen Verfasser der Evangelien ganz selbstverständlich war, ist der Aufschrei der Aufklärung verständlich. Wo das Wort Gottes bzw. die Weisheit auf die Kardinal Schönborn verweist, nur nach dem Buch gedeutet wird, auch wenn sie die Exegeten eindeutig als kosmische Größe identifizieren, hat das alles scheinbar nichts mit Naturwissenschaft zu tun, wird nur mysteriöse Theologensprache verstanden. Auch was ich hier denke und schreibe, muss einem Naturwissenschaftler dann nur wie wirre Sprache vorkommen: zu tief ins Glas der Glaubenstradition geschaut oder spirituell besoffen. Selbst wenn er als Christ beteuert, dass wir alle von einem Schöpfer reden, er gar Jesus als Gottessohn anerkennt, Mit seinem Weltbild hat dieses Denken nach dem heutigen christlichen Historien und somit Selbstverständnis, nichts zu tun. Von bisherigen Vorstellungen ausgehend, sieht er nur wilde Begriffsverwirrung, kann schon die Gleichsetzung von Schöpfung und natürlicher Evolution kaum nachvollziehen. Was das mit dem fest eingefleischten Wanderprediger zu tun hat, der hier in ihm unverständlicher Weise bis zum Überlauf als Wort und Logos bezeichnet wird, will im nicht in den Kopf.
Wo nicht eindeutig nachgewiesen wird, dass der Monotheismus
weder bei Eschnaton, noch der des jüdischen Exil durch frommen Hokus Pokus zustande
kam, den Propheten keine seichten Erkenntnisse ins Ohr geflüstert wurde, sondern
aller Monotheismus, wie seine Reform in Jesus vom natürlich-schöpferischen Wort
ausging, müssen alle Naturwissenschaftler nach wie vor denken, ihr Wissen würde
den alten Gott arbeitslos machen. Wo
nicht die schöpferische Vernunft zum Thema der antiken Theologie gemacht wird,
gleichwohl man dies nicht nur bei Eschnaton nachweist, kann diese auch heute
nicht wirklich von Bedeutung sein. Gott entsprechend des Verlangens der
vatikanischen Konzile, durch die Aufklärung gegebene Vernunft vernünftig zu
verstehen, kann nicht sein, solange sich das Buchstaben gesteuerte Denken gegen
die vernünftige Aufklärung stellt. Auch wo in grenzenloser Beliebigkeit die
Gleichzeitigkeit der verschiedenen Sprache betont werden, bleibt Babylon.
(Selbsterbaute Theorientürme von theologischer und wissenschaftlicher Bildung,
die sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehen.)
Groß ist die Aufregung bei vielen Naturwissenschaftlern, die sich in entsprechenden Internetforen und der Weltpresse nach den Äußerungen Kardinal Schönborns zu Wort melden. Denn während bei uns in Europa die Auseinandersetzung zwischen Evolutionslehre und Schöpfungswirklichkeit eingeschlafen scheint, tobt jenseits des großen Teiches der kalte Krieg. Fronten tun sich zwischen sog. (m.E. fälschlicherweise: weil von Buchstaben, statt von vernünftiger „kreativer“ Bio-logik ausgehenden) Kreationisten und naturwissenschaftlicher Definition auf. Wo an den Schulen den Kindern zwei Arten von Schöpfung beigebracht und oft die naturwissenschaftliche Lehre verboten wird, da ist die Aufregung aufgrund der Äußerungen des einflussreichen europäischen Kirchenvertreters nachzuvollziehen. Man befürchtet, dass der sich auf den neuen Papst berufende Kardinal vor den Karren der als Nobelkreationisten angesehenen Intelligent Design-Bewegung gespannt, dem buchstäblichen Fundamentalismus den offiziellen kirchlichen Segen erteilen soll. Ein Rückfall ins Mittelalter, zumindest vor Galilei und ein Aufreißen der mit der Aufklärung entstandene Gräben zwischen Wissen und Glaube wird daher vermutet. Dass diese Gräben nach wie vor existieren, nur notdürftig zugeschüttet werden und wie eine Falle funktionieren, wird dabei von der europäischen Theologie, die sich aus der Diskussion fein raus hält, kaum bedacht.
Und während auch ich auf den ersten Blick im Denken über ein Intelligent Design den Beweis für die von mir vertretene These von einem schöpferischen Logos vermute, muss ich erkennen, dass eine gegen die natürliche Kausalität richtende Theorie das genau Gegenteil bewirkt. Denn die These von Intelligent Design schließt leider die natürlich-schöpferische Weltvernunft (wie ich sie aufgrund vieler, uns teilweise erst heute wieder vorliegender Zeugnisse über das damalige Denken als das Wesen des Neuen Testamentes nachweisen will) aus. Intelligent Design setzt so etwas geheimnisvolles, das Gott genannt wird, völlig außerhalb, ohne von einer präexistenten natürlichen Vernunft auszugehen. Denn genau die wird verneint. Offenbarung findet dann auch hier nur auf dem Papier oder rein persönlich statt. Der auch nach dem Neuen Testament selbst unsichtbare und unergründliche Gott, der sich aber durch sein Wort verständlich macht, seinen offenbarenden Sohn zur Versöhnung geschickt hat, kommt dann nicht vor. Auch wenn noch so viel von Jesus Christus gesprochen wird, man sich auf das Wort Gottes beruft.
Auf recht polemische Weise wird der über Gott und die reale Welt nachdenkende Kirchenmann von der Zunft der Wissenschaftler auch in der FAZ beschossen. Ohne dass ein Verteidiger zu Wort melden würde. Wie auch? Weder mit dem Wort Gottes, noch dem angeblichen Gründer des christlichen Glaubens hat nach heutigem Verständnis die Diskussion um die Evolutionslehre etwas zu tun. Und da angeblich der Christ nicht auf den Auferstandenen Christus/Logos, der in menschlicher Gestalt wieder verstandenen Weltvernunft, sondern der irgendwie gearteten Erscheinung eines umgebrachten Religionsrebellen, seinen Glauben gründet, bräuchte streng dogmatisch genommen, die gesamte Diskussion um das Schöpfungswirken nicht geführt werden. Wer schwarz auf weiß glaubt, auch wenn nichts mehr zu lesen ist, braucht sich für die lebendige Schöpfung eigentlich nicht zu interessieren.
-Wie das im Kosmos gesprochene schöpferische Wort bereits in den alten Hochkulturen ganz natürlich verstanden wurde (was bei den Ägyptern als Lehrer Moses besonders deutlich wird), den abrahamitischen Monotheismus begründete,
-wie sich dieses Wort in einem die natürlichen Kräfte sowie menschlich-kreative Wesenszüge verkörpernden Götterpantheon ausdrückte, christlich überbietend weitergeführt wurde,
-wie sich im allegorischen Verständnis der alten Texte und hebräischen Tradition das Bewusstsein von schöpferischer Weisheit im Einvernehmen mit griechischer Naturphilosophie und Geisteslehre weiterentwickelt hat,
-wie die Psalmen (literarischer Hauptlieferant für das Neue Testament) nicht auf Papier bauen, sondern auf volkstümliche Weise vom schöpferischen Wort schwärmen, das auch die Propheten verstanden haben und das in der Weisheitsliteratur besonders deutlich zutage tritt, auch Gegenstand der apokalyptischen Literatur war,
-wie das schöpferische Wort zur Zeitenwende wiederverstanden wurde und in menschlicher Gestalt nachweislich messianische Wirkung entfaltete,
das alles braucht heute leider kein Thema zu sein. Auch wenn das die heutige biblische Lehre und theologische Archäologie auf ihren Tischen ausbreitet.
Denn wie gesagt wird, glaubt der Christ angeblich nicht aufgrund wieder erfahrender schöpferischer Weltpräsenz bzw. ewiger Wirk-lichkeit im Wort, sondern nach Buchstaben, die von der Wiedererweckung eines an ein Kreuz genagelten wundersamen Religonsrebellen berichten.
Auch wenn alles, was im Neuen Testament steht, längst als an alte Bilder anknüpfende sinnvolle Symbolsprache für einen weit größeren theologischen Sinngehalt gelehrt wird (incl. dem Kreuzesgeschehen) und man allein schon aufgrund der heute nachgewiesenen hoch stehenden geistigen Auseinandersetzung in der Antike unmöglich davon ausgehen kann, dass damalige Weisheitslehrer einem Wanderguru hinterhergelaufen sind, hält man verzweifelt an der Hypothese eines historischen Guru fest und schließt daher schöpferische Vernunft aus.
Längst hat man sich so mit zwei völlig getrennten Sprachen abgefunden. Einen Gott, den man erklären könnte, den bräuchte man nicht, wird der ganze Glaube als großes Geheimnis begründet und so der lebendige Jesus als Offenbarer beiseite gewischt, Gott mundtot gemacht. Doch weder eine konservative Buchstaben-Dogmatik, noch eine historisch kritische Selbstbanalisierung kann den Creator stumm stellen. Der redende Gott spricht, die Evolution der Erkenntnis schreitet wie alles Werden schöpferisch weiter. So wird sich uns der Schöpfer im Wiederverstand seines Wortes in heutiger Sprache offenbaren, ohne sich selbst dabei verfügbar zu machen. Gott selbst entzieht sich unserem Denken. Er bleibt ein Geheimnis. Doch weil uns sein Wort als grundlegendes Element der Schöpfung gegeben ist, ebenso wie der schöpferisch-kreative Geist des Verstandes, können wir den einen Schöpfer bewusst wahrnehmen und über seinen Willen nachdenken. Genau diese Formel drückt sich m.E. in der Dreieinigkeit aus. Es geht mit Sicherheit nicht darum, dass wir neben einem Gott als Christen nun noch einen jungen Juden als Ersatzgott anerkennen. Durch die Anerkenntnis Christus – des Logos allen Lebens – als menschliche Gestalt des echten und ewigen Gottessohnes, gilt es vernünftig auf den Schöpfer der Väter zu schließen. Dazu ist uns heute der schöpferische Geist gegeben.
Wo Jesus allerdings ein zweibeiniger Religionsrebell mit Offenbarungen ist, die ihm direkt von Gott auf geheimnisvolle Weise eingegeben wurde. Wo die Wiedererweckung eines anschließend als Christusgott angesehen Wanderpredigers die eigentliche christliche Offenbarung sein soll und sich Glaube auf das Buch gründet - in dem bei genauem Nachsehen jedoch immer nur vom Schöpfungswort bzw. Christus geschrieben steht - da müsste sich die Diskussion um intelligent Design erübrigen. Ein Nachdenken über schöpferisches Wirken in der Natur bräuchte nicht zu sein. Mit christlichem Auferstehungsglaube hätte das im heutigen Verständnis nichts zu tun. Worüber diskutiert wird, ist im derzeitigen Historien- und somit christlichen Selbstverständnis nicht das Schöpferwort. Es geht dann nur um die Glaubwürdigkeit einer vor-gesetzten Buchstäblichkeit, die jedoch längst als Symbolsprache gelesen wird.
Dass damalige Verfasser nicht von einem literarisch
vorgesetzten Gott oder einem Guru mit besonderen Eingebungen ausgingen, sondern
vom in aller Natur wirksamen schöpferischen Wort, nicht schriftliche Norm,
vielmehr ein kosmischer Nomos als Sohn Gottes erkannt wurde, muss heute wie
einer Art Selbstschutz unter den theologischen Tisch gekehrt werden. Auch wenn
man den philosophischen Hintergrund von Paulus, wie des gesamten Neuen
Testamentes betont, längst nicht nur die Apokryphen, sondern die gesamten
Evangelien auf Logien zurückführt, die eine damals als natürlich gesehene
schöpferische Weisheit/Logos umsetzen, kann das derzeit kein Thema sein. Seit dem angeblich durch die aufklärerische
Vernunft eingeleiteten Bruch Gottes mit der Natur, vielmehr jedoch die völlige
Entsäkularisierung des natürlichen Werdens aufgrund Kurz-schließerei auf zwei
Seiten, muss man im Selbstschutz jede Bezugnahme der Bibel zur natürlichen
Ordnung von sich weisen. Den Logos der Texte jetzt in einer natürlichen schöpferischen
Logik nachweisen zu wollen kann nicht sein, solange die Biologie als bösartiges,
gegen Gott gerichtetes Weltbild betrachtet wird. Im bisherigen Welt- bzw.
Gottesbild, das Schöpfung neben Biologie bzw. natürliches Werden stellt, würde
man daher den schriftlichen Logos der Gottlosigkeit preisgeben. Der Logos der
Biologie wurde bisher als Todfeind betrachtet. Der Logos des Textes war daher
der einzige Halt.
Solange der Logos/die Vernunft/Sinnhaftigkeit der Natur insgesamt, wie sie erst heute in einer ganzheitlichen Betrachtung nachzudenken ist, noch nicht sichtbar war, wäre man mit völlig leeren Händen da gestanden. Ohne bewusste Verschleierung betreiben zu wollen, wehrt man sich daher gegen alles Natürliche. Das Neue Testament jetzt auch in der Norm aller schöpferischen Natur begründen zu wollen, die man aufgrund alter Buchstäblichkeit bisher als gottlos ablehnte, muss dann völlig absurd erscheinen. Lieber beruft man sich auf den Logos der Buchstaben, auch wenn man selbst sagt, dass sie nur symbolisch zu verstehen sind, sie heute weitgehend beliebig interpretiert werden. Während das allegorische, von kosmischer Weisheit ausgehende Verständnis ihrer Verfasser längst betont wird, bleibt man bei einer das natürliche Gotteswort, den lebendigen Logos ausschließenden Leseweise.
Und genau das scheint auch das Problem bei der Auseinandersetzung in Amerika zu sein, wo die Wissenschaftler das Denken des Kardinals sofort in die banalkreationistische Ecke stellen. Ernsthaft über die falschen Schlüsse nachzudenken, die wir aus Darwins Definition der evolutionären Entstehung ziehen, kommt weder im christlichen, noch im naturwissenschaftlichen Lager vor. Die gesamte Kritik am Kardinal, von denen bei Eingabe der entsprechenden Stickworte das Internet überquillt, richtet sich im Grund an die Kreationisten, die den Buchstaben zuliebe die kausale logische Evolutionslehre abstreiten oder zumindest eine übernatürliche Bahn für den intelligenten Designer außerhalb der kausalen Logik lassen wollen.
Die Vorstellung des menschlichen Jesus will ich keineswegs
verneinen. Genau diese Vorstellung war und ist notwendig für die Vermittlung,
bewahrt vor einer Verflüchtigung und lässt sich heute in vieler Hinsicht als
vernünftig nachweisen. Die Ausstellung „Ansichten Jesus“, die als
Begleitprogramm für den Weltjugendtag vorbereitet wird, ist sicher sinnvoll.
Nur wäre der Jugend bewusst zu machen, dass hier das schöpferische Wort in
menschlicher Gestalt zu sehen ist, es nicht um die Verherrlichung eines
Religionsrebellen oder einen gesetzten Junggottes geht. Wenn Jesus in Köln in
vielfältiger Weise gezeigt wird, dann können selbst die allesamt abstrakten und
symbolischen Bilder des Heilandes deutlich machen, dass es um weit mehr geht,
als einen Menschen, wie er heute nach wie vor als historischer Jesus gelehrt
wird. Auch dass keiner der 90 Jesusmaler, von Peter Paul Rubens bis Josef Beuys
und Andy Warnhold, einen jungen Gott malen wollten, zumindest dies sinnvoller
Weise nicht durfte (gleichwohl wir dies heute leider oft hinter dem
hoheitlichen Glaubens-Christus so sehen), müsste klar sein. Und da „Du sollst
dir kein Bild machen“ noch weit mehr für die Reformjuden galt, denen wir das
Neue Testament verdanken, kann die denkende katholische Weltjugend in Köln
davon ausgehen, dass mit der Christusgestalt bzw. dem hoheitlichen Wesen, wie
es laut heutiger Theologie Gegenstand der Texte ist, nicht dem Schöpfer selbst
Gestalt gegeben wurde, noch ein antiker Prediger abgebildet wurde. Wenn der Jugend daher beim Papstbesuch von
oberster Stellervetreter-Instanz bewusst gemacht würde, dass der als schöner
Jüngling und gemarterter Gottessohn in Bildern aus anderthalb Jahrtausenden zu
Sehende, die bildhafte Darstellungen des schöpferischen Logos/Sinnes ist, wie
er sich heute in allen Natur- bzw. Evolutionslehren zeigt und seit Abraham die
schlüssige Wahrnehmung des einen Schöpfergottes begründete, könnten wir dem
Ziel zu einem neuen Monotheismus ein gutes Stück näher kommen.
Allein schon weil der Stellvertreter Christi in Köln nicht als eine Art Gott auf Erden auftreten und mit Sicherheit nicht nur als Anhänger eines wundersamen Guru gelten will, müsste sich Papst Benedikt zum Verkünder, Vermittler, Vertreter des im Kosmos gesprochenen lebendigen Gotteswortes machen. Er bräuchte sich dabei nur auf das berufen, was nach kirchlicher Dogmatik alles Sein bestimmt. Das Wesen des christlichen Glaubens, das nicht einfach mit einem unergründbaren persönlichen Gott gleichzusetzen ist und das der dafür viel gescholtene Kardinal Ratzinger vor Jahren auch in „Dominus Jesus“ betonte, gilt es in neuer Weise zu verstehen. (Was Kardinal Ratzinger damals aus Kurz-schluss hinsichtlich der Einzigartigkeit die katholische Kirche zu unrecht angekreidet wurde, hierzu ein Text unter www.theologie-der-vernunft, unter Texte: Theologie, ist ein Beleg für das, was ich in aller Biologie als lebendiges Wort nachweisen will)
4. Der Logos als Wegweiser zu einem schöpferisch-vernünftigen sinnvollen Leben
Auch viele der päpstlichen Verhaltenslehren, die heute auf große Ablehnung in der modernen Welt stoßen, lassen sich von schöpferischer Logik ausgehend, als sehr vernünftig erweisen. Doch wo eine die Natur verneinende oder vernachlässigende Kirche sich nicht auf die natürliche Vernunft berufen, hier schon gleich gar nicht das schöpferische Wort hören kann, werden nur konservative Moralvorstellungen verstanden. Wenn etwa die zweigeschlechtliche Partnerschaft Voraussetzung für das Funktionieren der menschlichen Gesellschaft ist, dann entspricht sie nicht nur den ewigen menschlichen Naturprinzipien, sondern ist im hier vertretenen Sinn gottgewollt. Und wenn es zur festeren Partnerschaft bzw. dem gesellschaftlichen und familiären Gelingen beiträgt, auf den vorehelichen Geschlechtsverkehr zu verzichten, dann ist auch das vernünftig in höherem Sinne. Mit der Beurteilung der Biotechnik tut man sich beispielsweise schon etwas schwerer. Doch auch das kann nicht von einer alten Moral oder reinen Menschlichkeit aus beurteilt werden. Hier hat der einfache Mann nur seine Mein-ung. Er muss sich auf eine möglichst unvoreingenommene, egoismusfreie wissenschaftliche Abwägung aller Erkenntnisse von Chancen und Gefahren verlassen. Was dem Wohl der Welt bzw. Schöpfung am besten gerecht wird, wie die Masse der Menschen zu ernähren und Zukunft zu geben ist, entspricht dann dem göttlichen Gesetz. Nur die Kondome zu verbietet und nach Brot für die Welt zu rufen reicht nicht, wenn die Masse der Menschen nichts zu beißen hat, weil unser biologischer Fortschritt nicht Schritt hält.
Die naturwissenschaftlich gebildete Jugend in Köln auf das im gesamten Universum und dem menschlichen Mikrokosmos, wie gleichzeitig in der Bibel verständliche Wort hinzuweisen, dabei die symbolischen Allegoriebilder der Ausstellung zu betrachten und begeistert für die Schönheit und Ordnung der Schöpfung gemeinsam Jesus geh voran zu singen, das wäre es. So könnte der dazu berufene Hirte m.E. dem Auftrag des echt historischen Abrahams folgen und der von ihm immer wieder betonten Vernunft gerecht werden. Die Herde von leider abgegrasten Buchstaben auf fruchtbare Weide, zu einem aufgeklärten, echt universal-katholischen Monotheismus auf christlicher Grundlage führen, zumindest der Weltjugend einen Denkanstoß zu geben, alten Denkgrenzen zu überschreiten, weiter zu ziehen, dazu wäre in Köln die Gelegenheit. Der Papst hätte es allen Ernstes in Hand, die Jugend zu Jüngern des heute lebendigen Jesus zu machen.
Von der derzeitigen, die Natur verneinenden bzw. den
natürliche Schöpfer ausschließenden Diskussion in Amerika, kann dazu so wenig
ein Anstoß ausgehen, wie von einer die Christologie als
literarisch-propagandistisches Werk verleugnenden historisch-kritischen
Verkürzung oder einer Vereinnahmung Jesus für gesellschaftliche und
psychologisch-persönliche Zwecke. In Mitten der Weltjugend nur alte gut
gemeinte Forderungen zu wiederholen gibt so wenig eine Zukunft, wie spirituelle
Übungen ohne Inhalt. Der Papst, der auch das ernst nimmt, was einst Kardinal
Ratzinger dachte, könnte jedoch die Weltjugend in Köln in kreativer Weise
darüber nachdenken lassen, wessen Stellvertreter er ist und wer einen neuen
Monotheismus begründen kann. Auch warum
sein Vorgänger Petrus in Caesarea Philippi vor einem Panheiligtum bekehrt
wurde, wie somit laut Markus aus Pankreationismus bzw. der Erkenntnis einer
kosmischen Kreativität die Christuserkenntnis der urkatholischen Kirche wurde,
wäre m.E. ein ernsthaftes theologisches Thema.
Warum das Wissen um das natürliche Werden in keiner Weise gegen den Schöpfer spricht, sich das Wort/die Vernunft Gottes heute genau in dieser kausalen Logik nachweisen bzw. hören lässt, könnte in Köln thematisiert werden. Dass die Lehre der Wissenschaftler über einen als immer intelligenter zu erkennenden Komsos, einen kreativen Informations- bzw. Formgebungsprozess, nicht auf einen geheimnisvollen Buchhalter verweist, der das alles ausgetüftelt hat, sondern wir als Hörer (wahre Juden bzw. Christen) letztlich nur hier, in aller lebendigen Kreativität das präexistente Wort verstehen können, kann im heutigen Selbstverständnis nicht vorkommen. Doch dies wäre in Köln zu hinterfragen. Es geht dabei nicht darum, der Jugend wieder neu vorzuschreiben, was gedacht werden muss. Vielmehr könnten in Köln Denkanstöße gegeben werden, die aus alten Schemen befreien und durch die schöpferischen Gaben auf frei denkende, kreative Weise zum zeitgemäßen Monotheismus in der Weltsprache der Jugend führen. Ich gehe fest davon aus, dass sich durch einen neuen Verstand schöpferischer Vernunft in der natürlichen Ordnung ein geistiger Fortschritt ergibt, der zu einer gesellschaftlich und ökologisch verant-wort-lichen Lebensweise führt.
Das sich gegenseitig verkürzende Denkschema, in dem sich Naturwissenschaft und Glaube heute bewegt, scheint festgefahren. Es sind völlig verschiedene Denkwelten, aus denen selbst die akademische Variante der Kreationisten, die Gott im Intelligent Design eine neue Hintertür öffnen will, nicht herauskommt. Vielmehr wird selbst von diesen angeblich aufgeklärten Naturwissenschaftlern die theistische Evolutionslehre (ein Verständnis, dass Gotteswirken im natürlichen Geschehen wahrnehmen will) als Hauptfeind bezeichnet. Gottes Wirk-lichkeit kann man sich nur in zauberhafter Weise, außerhalb sichtbarer Vernunft vorstellen. Jeder Versuch, über eine Schöpfungstätigkeit Gottes nachzudenken, wird daher von der Naturwissenschaft als völlig absurd angesehen. „Euren Gott könnte ihr behalten. Mit dem, was wir heute als natürliches Werden nachweisen, hat Euer Hokus Pokus nichts zu tun“, höre und lese ich ständig. Jedes Nachdenken über ein ganz natürlich-logisch-kausales Wirken Gottes im kosmischen Geschehen, wird sofort als dumpfe Vereinnahmung angesehen. Auch wo man sich über das materialistische Weltbild längst hinausbewegt, kann das kreative Werden scheinbar nicht mit dem altbekannten Schöpferbegriff auf einen Nenner gebracht werden. Und hier liegt der Fehler, der durch die festgefahrenen Denkfelder auf beiden Seiten verursacht ist. Und der, wie bereits deutlich gemacht, die Wahrnehmung eines schöpferischen Willens in aller Biologik verhindert.
Keiner der vielen Wissenschaftler, die lautstark gegen den Kardinal wettern, macht sich über den Kurz-schluss Gedanken, der bisher aus Darwins Lehren bzw. dem aktuellen Evolutionsverständnis gezogen wird. Viel zu sehr ist man damit beschäftigt, sich jegliche Einmischung und Vereinnahmung durch die mit falschen Etiketten eine babylonische Sprachverwirrung verbreitenden angeblichen „Kreationisten“ vom Hals zu halten. Wo unter dem Begriff Kreationismus nur Buchstäblichkeit vertreten wird, bei ProGenesis oder GenesisNet nur die natürliche Genesis versucht wird zu widerlegen, um einem blind angenommenen Buchgott Geltung zu verschaffen, statt den lebendigen Creator im schöpferisch-kreativen Geschehen der realen Genesis, wird dem Gott der Väter das Wort im Munde umgedreht. Auch wenn heute jeder biologische Vorgang als letztlich vernünftig im Sinne der gesamten Genesis gesehen werden kann, hinter allem vordergründigen Zufall ein gesamtheitlich gesehen vernünftiges Geschehen steckt, kann im heutigen Glaubensverständnis dahinter kein Hinweise auf Gotteshandeln gesehen werden. Wenn die Wissenschaftler dann die Informationsweitergabe im biologischen Bauplan beschreiben, erbliche Variationen, von denen sich letztlich die schöpfungstauglichsten/vernünftigsten (in neuer Denkweise, die dem Schöpfungswort auf menschliche Weise gerecht werdenden) durchsetzen, dann kann im begrenzten bisherigen Denken nicht der Logos Gottes gesehen werden.
So wie bereits der Theologiestudent Charles Darwin nicht über den Schatten eines buchstäblichen Bibelverständnisses springen konnte und er Gott außerhalb die Kausalität des natürlichen Werdens stellen musste, schließt sich auch heute das Hören des lebendigen Schöpfungswortes im naturwissenschaftlichen Weltbild aus. Selbst wo über eine rein mechanischen Denkweise hinaus eine hochintelligente Software allen Seins deutlich wird, kann das im heutigen Weltbild kein Hinweis auf schöpferische Präsenz sein, die nicht pantheistisch mit der Hardware gleichzusetzen ist. Und dort, wo dann die Komplexität des kosmischen Geschehens als Hinweis auf den zaubernden intelligenten Designers angesehen wird, der sich auf Wolke sieben sitzend das alles ausgedacht hat, von dort beobachtet und die Vergehen der Erdenbewohner in einem Karoblock aufzeichnet, um sie dann im Jenseits zu belohnen oder zu bestrafen, ist die Ablehnung der Wissenschafter gegenüber aller naturalistischen Theologie nicht zu verdenken. Und wer sich dann gar auf einen nach seinem Märtyrertod leibhaftig wiedererweckten jüdischen Religionsrebellen beruft, der angeblich zu seinen Lebzeiten allerlei Wunderwerk bewirkte, durch Naturbrechungen den Schöpfer bewiesen haben soll, den kann man im Grunde so wenig ernst nehmen. Ein sein heutiges Weltbild ernst nehmender Denker müsste sich sonst selbst verleugnen.
Die Auferstehung bzw.
ein wieder Wahrnehmung des echt lebendigen Schöpferwortes hinter der
menschlichen Gestalt des historischen Jesus, gleichzeitig das Verständnis des
präexistente Wesen in allem Werden, kann erst stattfinden, wenn wir uns aus alten
Denkstrukturen befreien.
Nach wie vor wird im heutigen Glaubensverständnis jede naturalistische, kausale Erklärung der Schöpfung gleichgesetzt mit einem Ausschluss des Schöpfers. Dort wo etwas naturwissenschaftlich nachgewiesen werden kann, scheint der Schöpfer nicht am Werk zu sein. Und sicherlich wäre es auch falsch, direkt nach einem Designer oder Konstrukteur zu suchen, der irgendwo sitzt und sich wie ein Puppenspieler das alles ausdenkt. Dass wir über Gott selbst nichts sagen können, er ein Geheimnis ist, wir ihn auch nicht als Konstrukteur des Kosmos oder Erfinder einer intelligenten Komplexität abbilden dürfen, wissen wir bereits von den alten Hebräern. Doch in jeder naturwissenschaftlichen Er-klärung neue Klarheit über eine Vernunft zu sehen, die als präexistente Offenbarung im Neuen Testament in menschlicher Gestalt Geschichte geschrieben steht, wirk-licht das Wesen ist, das einzig auf den einen Schöpfer und seinen Willen verweist, setzt ein neues biblisches Verständnis voraus.
Der Kardinalfehler liegt nicht daran, dass Kardinal Schönborn einer fundamentalen Buchstäblichkeit das Wort redet, wie ihm seine wissenschaftlichen Gegen unterstellen. Nicht die Verneinung bzw. die Ablehnung der naturalistischen Denkweise ist das Problem. Vielmehr muss dort, wo wir die Rechnung ohne Jesus als den lebendigen Logos machen, direkt nach einer Art Übermenschen suchen, der Eindruck entstehen, dass Gott nur außerhalb der Welt-wirk-lichkeit, nur aufgrund alter Texte wahrgenommen werden kann. Aber damit liegen wir im Gegensatz zu den Verfassern des Alten, wie Neuen Testamentes, die auf das in der Welt lebendige Schöpferwort setzten bzw. das im Gegensatz zu uns voraussetzen. Doch um die Theologiesprache der Vergangenheit zu verstehen, was notwendig ist, um der Selbstbanalisierung und Selbstsäkularisierung entgegenzuwirken, müssen wir wieder dort hinhören, wo damals das Schöpferwort verstanden wurde. Wir können nicht weiter das natürliche kosmische Werden, das damals vorausgesetzte Wort, die Weltvernunft von Johannes & Co., die zur Rechten Gottes sitzt, links liegen lassen.
Der affenartige Bananenklau ist damit weder als Böse
einzustufen, noch ist ihm zu folgen. Wenn uns dann Dawkins & Co. die
schöpferische Funktion der Lüge in aller angeblich bösen gottlosen Biologie
nachweisen, dann können wir uns im Umkehrschluss darüber freuen, wie wunderbar
dies in aller Natur funktioniert. Doch dass die Lüge bei bewusst denkenden Wesen
zur Fehlentwicklungen führt, hat bereits Moses als Ausdruck eines
schöpferischen Wortes in menschlich umgesetzter Sinngebung gesehen. Erst in dem
wir die Natur nicht nur einfach Schöpfungs-spirituelle vereinnahmen, allenfalls
an Erntedank erinnern, in biblischen Beurteilen nur auf natürliche Gleichnisse
bzw. Abbildungen von Palmwedeln Bezug nehmen oder gar wie bisher alle Biologie
als böse beiseite schieben, kommen wir über den darwinistischen Kurz-Schluss
hinaus. Um Evolutionslehre bzw.
natürliche Biologie nicht weiter als gegen Gott sprechend abzuqualifizieren,
was Kardinal Schönborn zu Recht angreift, müssen wir über ein anderes
christliches Bibel- und Selbstverständnis nachdenken.
Wenn wir das, was kreativ/schöpferisch ist, wieder als Stimme/Wort des Creators ernst nehmen, werden wir die Evolutionslehre mit all ihren meist rein naturalistischen und materialistischen Auswüchsen mit neuen Augen sehen. Über den bisherigen Kurz-schluss aus Darwins Abstammungslehren bzw. den modernen Evolutionsdeutungen hinaus, kann daher aufgrund einer schöpferischen Sinngebung, die jede Art nach ihren Fähigkeiten umzusetzen hat, aus der Schöpfung insgesamt auf schöpferische Wegweisung für uns Menschen geschlossen werden. Viele Verhaltenslehren, die heute als gestrige Kirchen-Dogmatik klingen und mit der bisher schöpferlosen darwinistischen Sozibiologie in keiner Weise zusammengebracht werden konnten, sind in einem neuen Verständnis als eine menschliche Umsetzung kosmischer Sinngebung des Creators zu erkennen. Erst heute, wo in ganzheitlicher Weise weit über die alte sozialdarwinistische Weise hinaus gedacht wird, sich gleichzeitig eine neues Besinnen auf Bedeutungsinhalte der Bibel einstellt, das über buchstäbliche Banaldeutung hinausgeht, kann in der natürlichen Evolution, Versuch, Irrtum und Veränderung, nach dem offenbarenden Wort des Schöpfers Ausschau gehalten werden. Auf menschliche Weise, als bewusste soziale Wesen, haben wir dann den schöpferischen Logos in allen Lebensbereichen zu verwirklichen.
Was – außer unseren voreingenommenen,
eingrenzenden Denkschemen - spricht dagegen, dass der Chef des Kardinales die
Diskussion um das Schöpferische Wort bzw. die bisherigen Kurzschlüsse aus den
Naturlehren in Köln wieder zum Thema macht? Den Faden weiterspinnen, aus den
Fehlern der Vergangenheit lernen, sich nicht weiter außerhalb die Wissenschaft
um das natürliche Werden stellen, sondern hier neue Fragen stellen, nur so
können die Fehler der Vergangenheit vermieden, ein Glaubensfortschritt beweget
werden.
-Die Verjüngung des
christlichen Glaubens, warum ist das kein Thema
für die Weltjugend?
-Einen auf Jesus
Christus und der neuen Wahrnehmung seines menschlich-historischen Wesens ausgehender Monotheismus, warum kann das kein
Job für seinen Stellvertreter sein?
5.
Das Würfeln
als Weisheit Gottes
Wer kennt nicht den berühmten Satz „Gott würfelt nicht“ der den Glaube des großen Physikers und Denkers Albert Einstein an den Schöpfer verdeutlicht. Auch Einstein, auf den sich die moderne Wissenschaft so gern beruft, wollte aufgrund seines Wissens auf den Schöpfer schließen. Wenn heute Naturalisten von Zufall und Mutation in der Evolution sprechen, junge Naturphilosophen den Zufall zum allumfassenden Schöpfungsprinzip erheben, dann sind wir allerdings sehr skeptisch, weil Würfeln immer nach Willkür und Zufall klingt. Doch wenn heute junge Naturwissenschaftler das Würfeln Gottes nachweisen wollen – wobei Gott meist nur Auflage steigernd auf dem Buchdeckel zu finden ist – dann muss das weder ein Gegensatz zu Albert Einsteins Denken sein, noch der christlichen Lehre vom Logos.
Denn wenn ich Einstein richtig verstehe, dann war für ihn die rationale Ordnung des Universums der Ort, wo er das Wort Gottes hörte. Ein willkürlicher Creator konnte für ihn den Kosmos so wenig geschaffen haben, wie ein Zauberer, den man beim Abendgebet um kleine Gefallen bittet. Wobei meist die kausale Ordnung außer Kraft gesetzt werden soll. Denn genau das wäre ein willkürliches Würfeln. So wenig irgendwo einer sitzt und aus Ärger donnert und blitz, ist von einem Schöpfer auszugehen, der aus Jux und Tollerei ein sich und ihn erkennenden Wesen entwirft und das per simsalabim umsetzt. (Gebete zu einem persönlich angesprochenen Gott müssen sein, ebenso wie Opfer, auch unser Kult lässt sich psychologisch nachvollziehen. Doch der Schöpfer lässt sich weder überreden, noch ist er bestechlich.)
Wenn die Dinge der Welt heute wieder „herr“-lich zauberhaft und
stauenswert sind, dann nicht, weil ein unnatürlicher Hokus-Pokus dahinter
steht, sondern weil wir wissen, welch unfassbare kosmische Kreativität bzw.
Intelligenz sich im Mirkokosmos unserer Gehirnwindungen und Körperzellen oder
den nur noch modellhaft begreifbaren Ausdehnungen des Weltalls abspielt. Und
wenn hierbei Zu-fall vorkommt, dann
spricht das nicht weiter gegen einen Creator, sondern für ihn.
Auch in der Würfeltechnik hat uns der Schöpfer klar gemacht, wie wunderbar kausal er alles bestellte, nichts einer mystischen Willkür obliegt. Allenfalls in der Quantenmechanik, die man nicht – oder noch nicht - kausal erklären kann, das Gotteswürfeln wahrnehmen zu wollen, wäre mit Sicherheit eine Reduktion, die den Wirkungsbereich Gottes immer auf Reste beschränkt, außerhalb die kausale Ordnung stellt, unnatürlich sind. Auch wenn manche theologischen Naturwissenschaftler aufgrund der altbekannten Denkschemen dazu neigen, lieber ihr Wissen um das vernünftige Werden in Frage zu stellen, als dahinter schöpferisches Handeln zu vermuten und dann nur noch in der nicht erklärbaren Quantenmechanik dem Schöpfer versuchen eine Heimat zu geben. Vielmehr ist heute in allem kreativen Werden, selbst im vermeintlichen Zu-fall von Wellen und Teilchen, eine schöpferische Vernunft zu verdeutlichen. Wird doch auch hier eine Kreativität deutlich, ohne die keine Kreatur wäre.
Nirgends sitzt mehr ein Puppenspieler, der einen Plan entwickelt hat oder nur am Anfang den Anstoß gab. Von einer kreativen Weisheit des kosmischen Geschehens, im Einvernehmen mit den biblischen Lehren, kann heute das Wort Gott verstanden und so auf den selbst unsichtbar bleibenden Sprecher, Gott der Väter und Vater des Alles geschlossen werden. Wenn in der Kirche gesagt wird, dass Gott uns in Jesus seinen geheimnisvollen Plan wissen ließ, dann hat er weder einem ägyptischen Prinzen mit Namen Moses, noch einem Reformprediger der Zeitenwende etwas ins Ohr geflüstert. Wir sind Monotheisten, weil uns der eine Gott von Anfang an sein Wort gegeben hat, weil unsere aus alten Hochkulturen hervorgegangenen hebräischen Glaubensväter, wie die jüdisch-hellenistischen Denker der Zeitenwende eine in allem Werden wirkenden sowie dem täglichen Sonnenaufgang zu sehende schöpferische Weisheit erkannt und theologisch weiterverarbeitet haben. Was u.A. in den Weisheitstexten bzw. Hymnen nachzulesen ist, die vor Wenigen Jahren in Qumran ausgegraben wurden, m.E. so auf Jesus als das schöpferische Wort verweisen, das damals eine unvoreingenommene Kirche kreativ ausgedrückt hat. (www.theologie-der-vernuft.de, Texte, antikes Denken: „Die Essener als Mutter Maria“ ebenso wie in vielen weiteren Texten, die ich an meine theologischen Lehrer gerichtet habe) Dass die Zusammenhänge nicht mehr auf eine magische Kraft oder aufgrund alter Mythen zurückzuführen, sondern in Zukunft einzig im Logos/Weisheit Gottes deutlich werden, war Thema der alten Theologie und müssten auch heute Grundlage für den Monotheismus sein.
Auch wenn die naturwissenschaftlichen und philosophischen Vordenker der Aufklärung noch nicht erkennen konnten, dass sie das Wort des Neuen Testamentes in Händen hielten, so zeigten sie doch den Weg, der zu einem neuen Verstand führt, der die Wirk-kraft des Creators in der Weisheit Gottes und nicht einem willkürlichem Zusammenzaubern durch einen großen Magier erkennt. Wenn daher heute der Zufall als kreatives Prinzip allen Lebens nachgewiesen wird, dann entzieht sich selbst dieser nicht mehr unserer Vernunft. Während die Gebrüder Grimm in ihrem Wörterbuch ein Geschehen als Zufall definierten, das sich unserer Vernunft und Absicht entzieht, wissen wir heute, wie vernünftig und weise der Zufall ist. Wer die gesamte Entwicklung des Kosmos auf Zufall zurückführt, dem mag es zwar schwer fallen, den Zufall zu berechnen bzw. immer genau vorherzusagen. Doch dass dahinter eine kreative (schöpferische) Kraft steckt, hinter der System steht, kann er nicht mehr verleugnen.
Wer daher Gott nicht vorschreiben will, wie er die Welt zu gestalten habe (wie bereits am Anfang dargelegt) der darf den Zufall nicht aussondern, sondern muss sich über die Zufälligkeiten, denen wir die gesamte evolutionäre Entwicklung verdanken, in neuer Weise Gedanken machen. Wer den Zufall als Kraft definiert, die alles Leben bestimmt, der kann darin gleichzeitig die Stimme/Wort Gottes verstehen und nicht nur eine natürliche Bestimmung, die dann in Bestsellern als Lebenslehre vermarktet wird. Der Zufall ist damit keine Illusion, sondern gehört in einem Denken, das nach Hiob kommt, zur sinnvollen schöpferisch kreativen Machart. Nicht bösartiges Schicksal ist somit der Zufall, sondern schöpferische Norm. Doch dies bedeutet, dass wir den Zufall nicht nur bei unserer persönlichen Entwicklung zum Handwerkszeug machen, sondern auch bei der kollektiven Bewusstseinsentwicklung gezielt auf Zufall setzen müssen. Nicht nur bei billigen Kniffen als Werkzeuge zur Selbsterkenntnis, sondern um uns im geistigen Kollektiv weiterzuentwickeln bzw. zur gemeinsamen Wahrnehmung des Schöpfers, ist bewusst auf den Zufall zu setzen.
Wer den Zufall als biochemische Grundlage anerkennt, gleichzeitig in aller Biologie den Logos Gottes liest, für den ist Zufall weit mehr als ein zufälliges Produkt der Natur, das wir abstreiten müssten, um den einen Schöpfer anzuerkennen. Wenn heute über den Zufall in der genannten Form nachgedacht wird, ist das zwar Zufall, aber folgt insgesamt einer evolutionären Ordnung, die uns alle weiterbringt. Auch dass ich beim Aufarbeiten alter Ausgaben von Universitas auf die Buchbesprechung der Bestseller über den Zufall gestoßen bin, während ich mich gleichzeitig mit dem FAZ-Bericht über die Auseinadersetzung von Kardinal Schönborn mit dem evolutionären Zufall beschäftige, hat sich weder ein Planer ausgedacht, noch war es Zufall im willkürlichen Sinne. Noch weniger ist es rein mechanisch zu erklären, nur auf meine Körpersäfte zurückzuführen. Wenn uns also etwas Zu-fällt, dann ist es im positiven Sinn vom Himmel gefallen. Es war es nach heutiger Deutung nicht willkürliche Mechanik, gottlose Natur, sondern ist einer über uns stehenden kreativen Kraft zu verdanken, die dafür sorgt, dass sich in allen Lebensbeziehungen, dem gesamten Kosmos, wie in unserem Kopf immer wieder neue sinnvolle Verbindungen bzw. kreative Muster knüpfen. Hierzu gehören an erster Stelle auch die Denkmuster, aufgrund der alle bisherigen Kulturen in der Sprache ihrer Welt auf eine höhere Macht bzw. einen Macher schlossen, jeweils den Monotheismus ausformulierten.
Zufälle sind Auslöser für wichtige Ereignisse, auch wenn Menschen ein ganz starkes Verlangen haben, überlall nach Regeln und höheren Plänen zu suchen. Was mit Sicherheit auch kein Zufall ist. Wenn wir uns nach Sinn sehnen, dann ist heute die Voraussetzung geschaffen, auch im vermeintlichen Zufall eine kreative Vernunft, einen schöpferischen Sinn zu sehen. Unser Gehirn scheint vom Schöpfer aus gutem Grund darauf programmiert zu sein, Zusammenhänge herzustellen, die mehr sind als das, was wir seither als (willkürlichen) Zufall bezeichneten. Nur aufgrund dessen, dass wir nicht willkürliche Zufällen im alten Sinne voraussetzen, sondern Vernunft/Logik des Zufalls, können wir letztlich denken und Wissenschaft betreiben, kreativ weiterentwickeln und planen. Im Umkehrschluss muss sich daher auch von der Wissenschaft, zu der der kreative Zufall gehört, auf den Schöpfer schließen lassen. Der Zufall ist im Sinne neuer Theologie als Teil des schöpferische Logos, lebendiger Weisheit zu sehen, die auf Gottes Wille und Weg verweist.
Und dieser kreative Sinn, zu dem auch der Zufall gehört, ist nicht von uns geschaffen, sondern verweist auf den Creator. So wie wir als Artenschützer auf die Barikaten gehen, wenn auch nur eine der unzähligen Arten in Gefahr ist, somit Sinn in jeder einzelnen Art, wie der gesamten ökologischen Ordnung sehen, ist auch beim Zufall der Sinn nicht von uns erschaffen. Selbst beim ökologischen Protest beweisen wir daher, dass der Sinn des gesamten Lebens nicht von Menschen eingegeben, sondern allem ganz natürlich vorgegeben ist. Wir sind nur für die bewusste verant-wort-ungsvolle Einhaltung zuständig. Nur dort, wo wir versuchen den Sinn aufgrund alter Schriften in die Natur hineinzulesen wird’s grotesk. Umgekehrt ist vielmehr aufgrund der biblischen Berichte bzw. dem Erfahrungsgut der alten Kulturen heute in aller Bio-logik die schöpferische Stimme bzw. Bestimmung zu hören.
6. Monotheismus als heute not-wendige ER-findung
Erfindungen setzen Prinzipien, die sie im natürlichen
Geschehen wahrgenommen werden, auf menschliche Weise um, machen sie nutzbar für
menschliches Leben. Und dies gilt nicht nur für technische Errungenschaften,
sondern auch die Erkenntnis Gottes und seines Willens. Während uns heute bei allen Seminaren von hochbezahlten
Motivations- und Kreativitätstrainern nur beigebracht wird, was aus der
evolutionären Ordnung für unser Leben zu lernen ist, ob in Mitarbeiterführung, Selbstmotivation
oder gar Betriebswirtschaftslehre, gilt es hinter diesen aus der Natur
abgeleiteten Deutungen einen schöpferischen Logos zu lesen, der dann erst zum
gemeinsamen Erfolg und einer schöpferischen Lebensleistung führt. Die positive Lebenseinstellung, der
Einklang von Geist und Köper, eine ökologisch Lebensweise und was sonst noch an
Weisheiten verkündet wird ist vergebens, wenn dahinter nicht das schöpferische
Wort verstanden und so der Mensch verant-wort-lich gegenüber dem gemeinsamen
einen Gott gemacht wird. Erst so wird er sich auch als verant-wort-liches
Mitglied in der Weltfamilie verhalten, funktioniert Gesellschaft. Und genau
hierzu bedarf es eines geistigen Fortschrittes.
Wenn uns Sozibiologen beibringen, warum wir Gen-Maximierung betreiben müssen, dann ist dies kein Gen-Egoismus im alten Sinne, wie ihn Sozibiologien folgern. Denn eine echte Gen-Maximierung fordert im neuen Verständnis den Menschen nicht zum willkürlichen Samenstreuen bei fremden Frauen auf, wie man mir bisher im biologischen Kurzschluss beibrachte. Gleichwohl sicher auch die körperliche Fortpflanzung zum Sinn unseres Seins gehört. Es geht um eine Sinngebung die, wie ich auch als Familienvater weiß, weit über den kurzen Moment der Zeugung hinausgeht. Vielmehr machen uns die Evolutionsbiologen Mut, uns als Geist begabte Wesen kreativ an einer geistigen Weiterentwicklung zu beteiligen, so weiterführende Gen-Maximierung zu betreiben. Denn die kommt nicht nur unseren Kindern bzw. unseren eigenen Genen zugute, sondern ist Voraussetzung für ihre Zukunft. Die Wiederentdeckung des Monotheismus in der Sprache des aufgeklärt modernen Weltbildes gehört in diesem Sinne zur Gen-Maximierung menschlich Geist begabter Wesen. Denn wie sich in der Geschichte zeigt, werden weder Aberglauben, noch menschliche Ideologien, sondern nur ein im Sprachverständnis seiner Zeit wahrgenommenen Schöpfungswort zur verant-wort-ungsvollen schöpferischen Lebensweise führen.
Auch wenn unser Gehirn in sinnvoller Weise vereinfacht und in gewohnten Bahnen denkt, so scheint es schöpferisch/kreativ und zielgerichtet zu sein, dem Zufall Raum einzuräumen, gewohnte Denkwege zu verlassen. Mit Mut und Risiko neue Verbindungen zu wagen, wenn das nicht gewesen wäre, dann gäbe es weder maschinell-technische Erfindungen, noch ein geistig-theologische ER-findungen. (Wobei schon durch die Doppeldeutigkeit des Begriffes klar ist, dass auch die ER-findung, das Suchen und Finden eines Creators, kein menschliches Geistesgebäude ist, Gott kein Produkt des Gehirnkastens ist. Hier findet nur der emotionale Anstoß und das sinnvolles Kombinieren statt, das sehen lässt.) Erfindungen sind auch im wissenschaftlichen Bereich nur immer wieder neue Entdeckungen und Umsetzungen von schöpferischen Zusammenhängen in aller Natur.
Auf dem Weg allen evolutionären Werdens gilt es nicht nur in
weltlich-technischen Dingen immer wieder neu kreative Verbindungen zu knüpfen,
Konstrukte herzustellen, die für unser Leben Sinn ergeben. In allen Bereichen
sind bewusst ER-findungen herbeizuführen. Und dabei spiel auch der Zufall, im
Sinne eines spielerisch-zufälligen Kombinierens von Dingen, die auf den ersten
Blick nicht zusammengehören, eine große Rolle: Versuch, Irrtum und Weitsuchen. Wenn allerdings der Blick der Sucher durch Vorurteile
verstellt ist, dann kann uns der Creator noch so viel zu-fallen lassen. Wir
heben die Gaben nicht auf, die uns Gott durch die naturwissenschaftliche
Aufklärung, wie das erweiterte Bibelverständnis gegeben hat.
Forschung wird nur dann zur Vernunftpathologie, wie Papst Benedikt XVI in seiner Wissenschaftskritik die Biotechnik angriff und dafür von der Zunft der Wissenschaftler arg gescholten wird, wenn sie sich in einer rein säkularen Welt bewegt. Wenn die Kirche der Wissenschaft das schöpferische Wort weiter vorenthält, diese sich nicht mit dem Wort in aller natürlichen Creation auseinandersetzen, einen evolutionären Sinn in allem Werden sehen und in ihrem Werk weiterentwickeln, kommt das heraus, was wir heute beklagen. Wo bei fehlendem Vernunft begründeten Monotheismus der Egoismus die einzige Triebfeder menschlicher Erfindungen und deren Einsatzes ist, hilft es nichts, nur die Naturwissenschaftler anzuklagen, oder einem Religionsrebellen menschliche Werte in den Mund zu legen. Jesus, dessen präexistentes Wesen nach der hier vertretenen Perspektive in aller Ökologie lebendig ist, in der Sichtweise eines Gutmenschen jetzt nur einen modernen grünen Mantel umzuhängen, macht die christliche Lehre nur noch unglaubwürdiger. Gleichwohl ich gewiss bin, dass die Wahrnehmung des Gotteswortes in der natürlichen Ordnung den Menschen von morgen die natürlichen Gleichgewichte halten lässt.
Denn wenn der Mensch heute befähigt ist, durch seine wissenschaftlichen Möglichkeiten erstmals sich selbst und die Zukunft zu zerstören, dann ist – von einer schöpferischen Ordnung insgesamt ausgehend – selbst das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Zeit für einen fortgeschrittenen Monotheismus reif ist. Die Fieberkurve des Fortschrittes, die sich nicht nur in den beiden Weltkriegen und dem heutigen Kulturkampf zeigt und deren Extrempunkt offensichtlich die wissentliche Zukunftsvernichtung einer durch Egoismus angeblich arbeitslos gewordenen Welt ist, macht deutlich, dass eine Wende in unserem Denken bevorstehen muss. Denn Glaube ist nach der hier vertretenen Perspektive kein Privatvergnügen. Aus geschichtlicher Beurteil wird logisch darauf geschlossen, dass der Mensch auf eine Gotteswahrnehmung angewiesen ist, die dem Stand der Sprache der Zeit bzw. dem Weltbild entspricht und dabei auf alte Vorstellungen aufbaut. Auch wenn sich so nachweisen lässt, wie selbstbewusste Wesen in einer schöpferischen Ordnung auf das Bewusstsein eines Schöpfers angewiesen sind, so ergibt sich damit kein Gottesbeweis im engeren Sinne. Doch die geschichtliche Erkenntnis, dass wir seine kreative Wirk-lichkeit zeitgemäß suchen, finden und kulturgerecht ansprechen müssen, um Sinn zu sehen, verant-wort-lich, schöpferisch zu leben und Zukunft zu gestalten, lässt uns im Umkehrschluss auf seine Existenz schließen. Was in diesem Sinne keine theologische Tautologie ist, sondern sich aus menschlicher Geschichte und deren notwendiger jeweils zeitgemäßer Gotteserkenntnis ergibt. (Was allerdings bei einem Glaube, der gesellschaftliches Gelingen und geistigen Fortschritt verhindert, der für die Unvernunft verantwortlich gemacht wurde, bisher leider nicht gefolgert werden konnte.)
Die Geisteswissenschaft einer Welt, die in einem modernen Kannibalismus ihren Kindern die Ressourcen frisst und die Zukunft nimmt, kann nicht sagen, sie hätte damit nicht zu tun, der Glaube wäre in Ordnung. Wer ständig von Beichte und Buße redete, der muss auch selbst zu einem Bewusstseinswandel, einer grundlegenden geistigen Veränderung bereit sein. Der Evolutionsdruck bzw. die schöpferische Kraft, die in der Aufklärung einen Wandel begonnen hat, geht weiter. Wenn der Mensch heute seinen Anforderungen nicht gewachsen scheint, dann liegt es auf der Hand, dass auch der monotheistische Glaube, der seit Jahrtausenden die Voraussetzung für das gesellschaftliche Gelingen lieferte, wachsen wird. Den Irrtum der Aufklärer, die dachten, durch die eigene Vernunft eine säkulare Zukunft bauen zu können, hat uns die Geschichte deutlich vor Augen geführt. Der Imperativ von morgen wird eine höhere Vernunft sein, die den Menschen wieder zu einem verantwortlichen Hörer macht und die er auch in den alten Mythen und monotheistischen Theologietradition umgesetzt sieht. Der Gegensatz, der sich bisher im Phantastischen und Vernünftigen, im Glauben und Wissen stellte, wird einem ganzheitlichen Bild der schöpferischen Welt weichen. Die emanzipierte Zivilisation von morgen wird von einem Monotheismus getragen, der die alten Mythen in neuer Weise liest, sie wie vor 2000 Jahren die judengriechischen Weisheitslehrer mit moderner Naturphilosophie und Geisteswissenschaft auf einen Nenner bringt und in altbekannten Bilder der Welt verständlich macht.
Dabei kann es nicht darum gehen, den Glaube an ein bestimmtes Weltbild zu hängen, um dann bei dessen Weiterentwicklung „ha, ha“ zu rufen. Wie dies Naturwissenschaftler gegenüber der evolutionären Deutung von Kardinal Schönborn tun, ihn vorführen wollen, weil er sich auf Erkenntnisse über die Evolution beziehen würde, die durch das Wissen überholt seien. Vielmehr scheint es der schöpferische Auftrag, die Präsenz seines Wortes im jeweiligen Wissen der Welt bewusst zu machen. Und genau dies ist heute möglich, wenn wir uns von rein buchstäblichen Vorstellung befreien. Wir brauchen weder eine Sondertheorie neben der Naturlehre, noch sind wir bei einem modernen Monotheismus auf genau die heutige Deutung angewiesen. Der hier vertretene Logos gilt, solange wir die Welt kausal erklären bzw. sich keine Weltbewegungen ergeben, die gegen die ökologische Ordnung bzw. das kreative Gefüge des Kosmos sprechen.
Die Begrenztheiten des Glaubens, der sich nur aus jeweiligen Traditionen und längst manipulierten Volksgesetzen ableitete, gehören in einem neuen Verständnis des Gotteswortes dem Gestern an. Der Exitus des alten Glaubens ist Auftrag für neue Erkenntnis. Apokalypse sei Anfang, nicht Ende, bringen mir meine theologischen Lehrer ständig bei. Ein ewiges Weiterziehen, ein geistiger Wandel bzw. ein Suchen nach neuem fruchtbaren Land, sei seit Abraham das Los des Monotheismus. Doch wie sich zeigt, ist mit der atheistischen Ablehnung der Auftrag eben so wenig erfüllt, wie mit historisch-kritischen Selbstreduktion der heutigen christlichen Theologie oder einem Beharren auf entleerten Dogmen. Die Kirche selbst ist gefragt, die Logik der christlichen Dogmen von einer neuen Perspektive aus zu belegen, sich und dem Monothismus der westlichen Welt eine neue Perspektive zu geben.
Die Zerschlagung Roms, wie sie der schriftstellende Imperialist menschlicher Vernunft H.G. Wells 1943 allen Ernstes durch einen Luftangriff plante, um damit die Welt vor einer mittelalterlichen Religion zu befreien, ist geschehen. Wenn auch in anderem Sinne. Den mittelalterlichen Monotheismus gibt es nicht mehr wirklich. Selbst wenn im Namen des Glaubens nach wie vor Kriege geführt werden, so ist er mit der Säkularisierung der westlichen Welt weitgehend bedeutungslos geworden. So hat uns der Creator zu uns zu einer Denkfreiheit be-gabt, deren Auftrag zur kreativen Weiterentwicklung noch nicht erfüllt ist. Die Utopie einer nur auf menschliche Vernunft, Technik und Wissen setzenden Welt, hat sich als Irrglaube erwiesen. Das hat sich im Sozialismus gezeigt und wird im westlichen Kapitalegoismus deutlich, der nur noch Unwirtschaftlichkeit hervorbringt, die sich in letzter Not dann in eigener Bürokratie-Gesetzlichkeit erstickt. Gefragt ist ein heute erst mögliches Gottesverständnis, das den menschlichen Verstand nicht ausschließt, sondern mittels dessen wir auf die schöpferische Vernunft als Sohn und den Schöpfervater schließen. Was wir daher brauchen ist kein Luftangriff auf Rom, sondern die Einkehr des schöpferischen Logos in das dortige Denken. Kein weiterer Abbau der altkirchlichen Dogmen und der biblisch-christlichen Bedeutungsinhalte, sondern deren Wiederverstand in einem schöpferischen Wort, das aus dem Wissen um das natürlich-evolutionäre Werden zu uns spricht..
Der aufgeklärte Monotheismus, der sich heute nicht zuletzt aus unserem Wissen um die seit fast vier Milliarden Jahren gehaltene Ordnung des Bauen Planeten ergibt, wird uns befähigen, die Gleichgewichte der Welt weiterhin zu halten, schöpferische Ordnung umzusetzen. Der aus der kosmischen Schöpfungsordnung abgeleitete grenzüberschreitende Monotheismus - wie ihn bereits jüdisch-griechische Theologen im Christentum umsetzten, so damals gesellschaftliches Gelingen ermöglichten - wird verhindern, dass wir die schöpferische Ordnung in vollem Bewusstsein weiterhin zerstören. Nicht Zukunftsangst wird dabei die Triebfeder sein, sondern eine neue Theologie, die die Voraussetzungen dafür schafft, in der Schönheit und Ordnung aller Natur die schöpferische Stimme zu verstehen. In bewusster Beigeisterung für die Sinnhaftigkeit und die Schönheit der Schöpfung wird der Monotheist von morgen verantwortlich handeln. Im bekannten Kult wird er dabei sein „Ich„ managen und durch immer neue ER-findungen zum schöpferischen Mitgestalter.
7.
Die Denkkreise
auf zwei Seiten erweitern
Kreativität, so bringt man mir ständig bei, sei den vorgegebenen Rahmen zu verlassen, um in einem größeren Kreis weiterführende Lösungen und kreative Verbindungen knüpfen zu können. Und da ich das Wort, den Wille des Schöpfers heute in aller Biologie sowie unserem geistigen Bauplanes höre, aufgrund heutigen Wissens um biblische Bedeutungsinhalte dort das Gottes Wort nachweisen will, ist die Kreativität, zu der selbstverständlich auch das konservative Element gehört, ein schöpferisches Gesetz. Denn wenn es einen Creator gibt, wovon ich wie gezeigt ausgehe, dann gilt auch sein kosmisch-schöpferisches Prinzip, das wir auch im Kopf auf menschlich-bewusste Weise verwirklichen müssen. Es bedarf der Erweiterung unseres biblischen Verständnisses, das die Realität nicht verlässt, sich keinem allegorischen Relativismus hingibt, wie wir es heute in frommen Sonntagsreden leider weitgehend hören. Im erweitertem Rahmen ist vielmehr aufgrund unserer theologisch-christichen Tradition von der wahrgenommenen realen Wirk-lichkeit eines Schöpfungswortes in aller Natur auszugehen.
Eine Theorie besitzt dann einen hohen Erklärungswert, wenn sie eine Reihe unverstandener und disparat nebeneinander stehender Sachverhalte logisch zusammenführt, so dass sie im Licht dieser Theorie ihren Sinn bekommen. So bringen mir Naturwissenschaftler, die damit den Glauben ablehnen wollen. Doch wenn dies zutrifft, dann setzt es voraus, dass beide Seiten nicht an Theorien festhalten, die nichts Grundlegendes und Neues erklären können und nur zu einer Konfusion führen. Wenn daher Wissenschaft nicht nur die biologische Entstehungsgeschichte erklären und technische Möglichkeiten erschaffen, sondern eine Welterklärung sein will, von was alle Welt heute ausgeht, dann geht das nicht, ohne auch die Welt- und Schöpfungserfahrung unsere Väter einzubeziehen. Und umgekehrt kann die kirchliche Erklärung bzw. heutige Theologie nicht auskommen, ohne sich des heutigen naturwissenschaftlichen Weltbildes zu bedienen, das ursprünglich vorausgesetzte schöpferische Wort in zeitgemäßer Weltsprache sichtbar machen und zu vermitteln. Wenn wir wahrhaft wissenschaftlich sein wollen, können wir nicht weiter von zwei getrennten Sprachen ausgehen, sondern müssen gegenseitig den gemeinsamen Logos suchen und belegen. Genau das ist die Apologetik, wie wir sie auch von der Zeitenwende kennen, wie sie uns die jüdischen und christlichen Apologeten zeigen.
Wenn mir heutige Theologen beibringen wollen, dass Apologetik
nur ein Schönreden wäre, das unter den Tisch fallen lässt was nicht passt, um
sich anzubiedern, dann irren sie. Wie in vieler Weise schießen sie von sich auf
die damaligen Denker und verleugnen so den gesamten großartigen Reformgeist,
der damals war. Während wir gegenseitig verneinen, vereinte die alte Apologetik
die verschiedenen Weltbilder. Das Christentum verstand es nicht nur, die
Reformlehre auf philosophisches Gedankengut zu übertragen. Vielmehr war das
Griechische Denken Reformbegründung für den jüdischen Monotheismus, auf den man
sich so erst berief. Von der hier vertretenen Perspektive aus wird dies bei
Philo von Alexandrien, wie den Apologeten der frühen Kirche, mehr als deutlich.
Während die alten Apologeten bisher meist als Propagandisten abgetan wurden,
die beispielsweise dem christlichen Glauben einen philosophischen Anstrich
verpassen wollten, zeigt die erweiterte Perspektive, wie wichtig auch heute
eine echt vereinende Apologetik wäre.
Sicher ist es nicht leicht, die im logischen Selbstschutz aufgebauten Verteidigungslinien der beiden neben einander stehenden Weltbild zu überwinden. Denn solange die Wissenschaft im Missverstand der alten monotheistischen Traditionen in reinen Materialismus oder darwinistischen Fehlschlüssen mündet, muss die Theologielehre an ihren Bildern und Buchstaben festhalten. Sie würde sonst mit völlig leeren Händen dastehen. Und solange sich die Glaubenslehre gegen die natürliche kreative Vernunft wendet, werden die Fehlschlüsse bleiben, die nur die alten Glaubensbegriffe ablehnen. Doch das ist kein Fortschritt, wie ihn die Wissenschaft definiert. Wenn wir den schöpferischen Logos, den beiden Seiten (Schriftwort und Wissen), jeweils auf ihre Weise belegen, weiterhin nur gegenseitig verleugnen oder völlig getrennt betrachten, kommen wir nicht weiter. Erst wenn wir den Logos auf beiden Seiten nicht wie bisher weiter abstreiten oder ohne gegenseitige ER-kärung anerkennen, ER-gibt sich ein Mono-theismus, der seinen Namen verdient. Um die Menschen zu aufgeklärten Hörern zu macht, die die schöpferische Vernunft kulturell einüben und im Alltag ausleben, Sonntags Jesus geh voran singen und zu einem persönlichen Gott sprechen, damit sie Montags vernünftig wirtschaften, bedarf es eines ernsthaften Fragens nach dem historischen Geschehens, das hinter der Person des Heilandes steht. Und dies kann nur durch die Kirche selbst bewegt werden. Heute ist die Zeit gegeben, Gott in Christus wieder zu Wort kommen lassen als den einen Schöpfer der realen Welt. Aus der gemeinsamen schöpferischen Sinngebung eine menschliche Lebensweise abzuleiten, dazu hat uns Gott heute befähigt.
8.
Zusammenfassende drei Schritte zu einem Vernunft
begründeten Monotheismus
1. Beleuchtung des Alten Testamentes
Den Ursprung des Monotheismus in Eschnaton, Moses und bei den Propheten als ein durchdachtes, von einem im kosmisches Geschehen verstandenen Schöpfungswort ausgehend überdenken. Hinter den biblisch handelnden Gestalten mehr sehen als einfache Menschen. Und genau diese als historische Wesen betrachten, ihre Rolle im Monotheismus beleuchten. Dabei die Bedeutung von Weisheit als kosmische Größe bewusst machen und gleichzeitig auch die gesamte biblische Literatur auf den schöpferischen Logos, das lebendige Wort untersuchen.
2. Beleuchtung des Neuen Testamentes
Die Rolle Jesus Christus als Schöpfungswort verdeutlichen, das vernünftigerweise eine menschliche Gestalt annehmen musste, anknüpfend an bestehende Vorstellungen eine Monotheismusreform zu bewirken, den Glaube für die gesamte Welt gangbar zu machen. Dabei auch die gesamten philosophischen Strömungen, Göttervorstellungen bzw. Glaubensrichtungen der Antike nachdenken. Dort nach der jeweils anderen Ausprägung des natürlich-schöpferischen Logos fragen um so die Bedeutung der bekannten Gestalt aufzuzeigen.
3. Beleuchtung unseres Naturwissens
Gleichzeit über die kurzen, bisher nur zur Gottlosigkeit führenden Fehlschlüsse aus dem kosmischen Geschen bzw. dem natürlichen evolutionären Werden nachdenken, wie wir es in der Naturwissenschaft belegt. In der Vernunft der Natur bzw. des gesamten Kosmos nach dem christlichen Wesen fragen.
Denn nicht neue
Naturtheorien oder Theologien bringen uns den Monotheismus wieder, werden
messianische Wirkung entfalten. Dies wird durch ein Neuverständnis der christlichen
Theologie und damit der menschlichen Geschichtsgestalt des Jesus geschehen, der
von seinem Schein- und Schattendasein befreit, als reales göttliche-schöpferisches
Wesen in heutiger Sprache bewusst wird. Genau hierüber nachzudenken, dazu
sollte von der katholischen Kirche der Anstoß ausgehen.
Das Licht, das wir zur „Beleuchtung“ benötigen ist bekannt und vorhanden, wurde uns im Neuen Testament mit auf den Weg gegeben: Jesus lebt wirk-lich. Wir brauchen ihn nur bewusst wahrzunehmen, indem wir aufgrund des gegebenen Wissens die bisherigen Voraus-setzungen ändern.