Schöpfungserzählungen:
Das WORT Gottes in der alten Welt
(Ein älterer Texte über die
Bedeutung der Kosmologien als Voraussetzung vernünftigen Lebens. Das Gesamttehema
wird hier nur gestreift. Noch zu korrigieren)
Von alten Schöpfungserzählungen will ich lernen: wo und wie spricht Gott, wie und wo kann ich ihn hören.
Die Schöpfungsmythen der alten Welt sind keine naturwissenschaftlichen Beschreibungen im heutigen Sinne der Wissenschaft und doch sagen sie mir, daß ich den mir von Gott gegebenen Sinn meines Seins nur im Bezug zum Werden der natürlichen Welt als Werk Gottes wiederentdecken kann.
Ob die Schöpfungserzählungen von Mesopotamien, Ägypten, Griechenland, der beiden biblischen Genesisberichte oder den asiatischen Kosmologien, sie alle wirken auf uns märchenhaft. Während sie die Wissenschaftler weitgehend unbeachtet lassen, weil sie denken, daß diese alten Theologien mit ihrern heutigen Erkenntnissen nichts zu tun hätten, halten fundamentalistische Dogmatiker an den Texten fest, als müsse man damit Gott beweisen. Die modernen Literaten lernen die Texte auswendig, kennen die verschiedenen Göttergestalten und wissen viel darüber zu sagen. Sie reden auch vom Reichtum der Texte, die ein engagiertes und gebildetes Fragen nach dem Sinn des menschlichen Seins waren. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wo liegt das Ziel unseres Lebens? Welche Bedeutung haben die Beziehungen zur natürlichen und menschlichen Mitwelt, die geschlechtliche Liebe, die Arbeit.....Daß sich die Antworten auf diese philosophische Fragen nur aus der Wahrnehmung einer in verschiedenen Gestalten auftretenden Schöpfungsmacht ergeben, die hinter dem natürlichen Geschehen steht, es durch ihr WORT be-STIMMT, ist so selbstverständlich, daß wie es schon gar nicht mehr wahrnehmen. Gott haben wir in die Kirchenlehre verbannt, nehmen ihn - wenn überhaupt bzw. noch einige wenige - nur noch aufgrund des Buches wahr. Mit Naturwissen und Philosophie scheint er nichts mehr zu tun zu haben. Man sagt dies sei Folge eines Denkens, das wir Aufklärung nennen. Doch wäre Aufklärung nicht das Wissen, Klarheit über unseren Erzeuger, Vater bzw. einen hinter allem natürlichen Werden stehenden Verstand, um den es in den Schöpfungsmythen geht, auch wenn dafür noch vielerlei Göttergestalten stehen.
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Meine Anfrage richtet sich nicht an ein Naturwissen, das im natürlichen Geschehen nur noch blinden ziellosen Zufall sieht oder die Philosophie, die nach jahrhundertelangen vergeblichen Versuchen ebenso die Kompetenz aufgegeben hat, zur Gotteserkenntnis beizutragen. Die christliche Kirche, die als einzige noch etwas über einen höheren Sinn und Zweck meines Seins zu sagen hätte - auch wenn noch kaum einer hinhört - will ich fragen:
Wo hören wir das WORT Gottes?
Wo hörten die Menschen damals hin, als die Schöpfungsmythen entstanden? Auf was gründeten sie ihre weisheitlichen Philosophien bzw. Theologien? Waren es alte traditionelle Texte, an die man trotz alledem einfach glauben muß, egal wie, jeder auf seine persönliche Weise? Oder war es ein lebendiges kollektives Bewußtsein über einen im realen kosmischen Geschehen handelden Gott?
(Die Frage, die sich mir hier im Hinblick auf die Schöpfungserzählungen stellt, betrifft dabei nicht nur das jeweis schriftlich im Mythos verfaßte Glaubensbekenntnis, sondern den gesamten Kult der frühen Hochkulturen, deren von uns auf Bildungsreisen bestaunten Wunderwerke ohne ein kollektives Gottesbewußtsein nicht wären. Ihr Glaubensbekenntnis gründete nicht nur auf altüberlieferten Götterbildern. Ihre Gottes-kenntnis bezogen sie aus konkreter Erfahrung kosmischer Ordnung. Wahrnehmen des Handeln Gottes in dem was man über Natur und Geschichte wußte hat die Menschen zu diesen Hochleistungen geführt, nicht ein Nachlesen in alten Schriften.)
Wir lesen die altorientalischen Schöpfungsmythen aus unserer heutigen Perspektive, märchenhaft. Wir denken dann, daß sie ebenso wie die Genesisberichte der Bibel altüberlieferte Berichte sind, über die wir uns längst hinwegstellen.Wir sind aufgeklärt. Wir wissen es ja jetzt viel besser, kennen die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge in immer feineren Verästelungen. Doch sollten wir nicht aufgrund unseres noch viel weitgehenderenden Wissens um die Ordnung und den Sinn allen natürlichen Geschehens das WORT Gottes heute viel besser hören?
Nicht alte Mythen der traditionellen Überlieferung waren es, die die Menschen damals für Gott begeisterten. Der Sinn des Lebens wurde nicht auf Schrift-lehren, Vor-gesetzt(e bzw. es) gegründet, sondern den lebendigen LOGOS/WORT, wie es damals wahrgenommen wurde.
Wenn wir heute darüber nachdenken, daß der klare Sternenhimmer der Wüste, die tief beeindruckende planetarische Ordnung oder die Fruchtbarkeit des Nils, der in relgelmäßigen Abständen durch seine Überschwemmungen für neue Nahrung sorgte, zu diesen Schöpfungserzählungen führte, dann wissen wir, wo sie das WORT Gottes gelesen haben.
Wir betrachten die alten Welt-bilder: modellhafte Darstellungen des Kosmos, so wie die Menschen aufgrund ihrer damalsigen Erfahrung, ihres jeweiligen Wissensstandes sich die Welt vorstellten. Während manche Schöpfungserzählungen nur Ausschnitte, evtl. das jeweilige Volk im Auge hatten, befaßten sich viele mit dem gesamten Universum, so wie es gesehen wurde. Die modellhaften Darstellungen machen nicht nur einen naturwissenschaftlichen Eindruck, sie drücken das damalige Naturverständnis aus. Doch dieses Naturverständnis war die Quelle, wo Gottes WORT verstanden wurde.
Unsere heutigen Schöpfungserzählungen sind das, was Bi0logie-, Erdkunde-, Chemie-, Physik- oder auch Geschichtslehrer unseren Kindern beibringen. Doch wer will darin das WORT Gottes wahrnehmen?
Es geht nicht darum, verschiedene Denkrichtungen, Naturwissen und traditionelle Gotteserfahrung gegeneinander auszuspielen, sondern sie neu auf einen Nenner zu bringen: lebendiges WORT Gottes.
Mesepotamische Kultur und ihre Kosmologie
Vom alten Mesepotamien liegen uns verschiede Zeugnisse darüber vor, wie Gott das was ist erschaffen hat, wie er schafft. Ich will hier nicht die einzelnen Mythen wiedergeben, von denen wir als Bildungsbürger wissen können, sondern versuchen aus diesem Wissen weitere Schlüsse zu ziehen.
Ich lerne, daß damals die Kosmologien dazu da waren, den Menschen die Entstehung des Ganzen plausibel zu machen. Der Sinn der Schöpfung sollte erfaßt werden. Heute ist mir die Evolution plausibel. Seit dem Urknall kann ich ein sinnvolles Werden nachvollziehen. Doch wieso soll ich nicht jetzt erst recht darin den Grund meiner Religion sehen?
Die Schöpfungsmythen drücken ein "planvolles" Handeln Gottes aus, Vernunft im natürlichen Werden. Ist das, was den Legenden zugrunde liegt, nicht vergleichbar mit dem, was wir ganz selbstverständlich in der Schule lernen, nur daß wir heute weit konkreter das kosmische Geschehen beschreiben können, von empirischen Fakten ausgehen. Mit jedem neuen Wissen, wird uns der Plan deutlicher. Warum fällt es so schwer, hinter all unserer Welterfahrung die Hand Gottes wahrzunehmen? Wieso kann ich all unser Wissen um das Werden nicht als Gotteserfahrung bezeichnen, von ihm ausgesprochenes WORT?
Ewige Hunger nach Sinn neu stillen
Was mir die volkstümlich anmutenden, aber doch von großter Weisheit kündenden Kosmologien zeigen, ist ein ewiger Hunger des Menschen nach Sinn. Seit Menschengedenken muß es diesen Hunger gegeben haben. Er scheint zum Menschen zu gehören, diesen erst auszumachen. Doch wie sieht es heute aus? Haben wir die Suche bereits aufgegeben? Ist bei uns bereits dieser Hunger verhungert? Liegt hier die Begründung, warum unser Geist verkümmert?
Die Menschen damals stillten ihren Hunger nicht, indem sie sich gegenseitig alte Märchengeschichten vorlaßen. Sie haben im natürlichen Geschehen, in das sich eingebunden wußten, Sinn gesehen. Selbstverständlich dienten die wissenschaftlichen Welterklärungen damals noch wenig dazu, sich die Dinge nutzbar zu machen. Es waren keine Grundlagen zum Brotbacken oder für die Bewirtschaftung des Landes, gleichwohl die Erfahrung der Naturgegebenheiten, wie sie in den Mythen weitergegeben wurde, sicher auch hier berücksichtigt wurde. Aber vor dem Brotbacken stand das BewußtSEIN einer schöpferischen Ordnung, einer natürlichenGottgegebenheit in allem Geschehen. Nichts spricht dagegen, daß wir unser heutiges Wissen bald bis zur unendlichen Brotvermehrung ausgedehnt haben. Gott läßt alles wachsen, auch unser Wissen, will daß eine wachsende Menschheit satt wird, auch wenn dies durch Gentechniken geschieht, die im vernünftigen, d.h. schöpferischen Sinn angewandt werden. Doch gerade diese neue "Brotbacktechnik" muß uns doch bewußt machen, was uns wirklich fehlt: Es ist weniger das Wissen um die Anwendung als ein Geist, der verhindert, daß wir mit dieser Technik im Wildweststil unsereres heutigen Wirtschaftens .
hantieren, langfristig mehr vernichten als neu schöpfen. Mit menschlichen Moralpredigten ist nichts geholfen. Das WORT Gottes, des Schöpfers aller natürlichen Ordnugn, gilt es zu hören, auch um die Gentechnik zu be-herr-schen. Ohne daß ich den Sinn des Ganzen sehe, wie dies damals die mesopotamischen Schöpfungsmythen vermittelten, mir meiner schöpferischen Verant-WORT-ung neu bewußt werde, wäre es unverantwortlich eine solche Technik anwenden zu wollen. Ich denke: erst wenn wir den Geist wieder gefüttert haben, werden wir den Bauch füllen können. Die Frage beibt, woher beziehen wir diese Verant-WORT-ung?