New Age: Alte Probleme mit
neuer Gnosis
(Ein Text älternen Datums, der versucht, anhand verworrener heutiger esoterischer New Age Lehren den Logos in der konkreten Gestalt des Menschen Jesus als höchst vernünftig zu erkennen. Auch hieran wäre noch zu arbeiten.)
Moderne Wissenschaftler sagen mir, ich sei ein Kind des Universums.
Doch der Verstand sagt mir, daß ich ein Kind des himmlischen Vaters
bin.
Bei der Suche nach den "Grundrissen des Neuen Testamentes - konkret waren es die Grundlagen der syrischen Gnosis, nach denen ich im Karteiwerk der kirchlichen Landesbibliothek Ausschau hielt - stieß ich zufällig auf ein Büchlein, in dem sich Klaus Berger mit dem New Age auseinandersetzte. Das machte mich neugierig. Was hatte der bekannte Theologe zu New Age zu sagen?
Das Bild auf der Rückseite des Buches überraschte mich. Sollte so der vielzitierte Buchautor, dem ich bereits auf verschiedenen theologischen Studientagen begegnete, in jungen Jahren ausgesehen haben? Erst später stellte ich fest, daß es sich bei dem Autor, der sich auf sehr ernsthafte Weise mit New Age auseinandersetzte, nicht um den berühmten Neutestamentler handelte, in dessen wissenschaftliche Ausführungen ich nach Spuren über den Beginn des christlichen Bewußtseins durch die syrische Gnosis suchen wollte, sondern einen Nameskollegen.
Doch schon beim ersten flüchtigen Durchblättern der Anklage des New Age aus sog. christlicher Sicht erkannte ich Probleme, die mir bekannt vorkamen. Viele der Beschuldigungen gegen das heutige New Age begnem einem, wenn man sich mit der frühchristlichen Gnosis beschäftigt. Wie sich die Zeiten doch gleichen.
Wer wie ich versucht zu verstehen, wieso die christliche Bewegung ohne die damalige gnostische und philosophische Grundlage niemals denkbar gewesen wäre, der kann auch der neuen Gnosis in Form des New Age vieles Abgewinnen. Gleichzeitig führen uns jedoch auch die Anschuldigungen der Frühkirche gegen die Gnosis die heutig Probleme des New Age vor Augen, lassen sich viele Parallelen erkennen.
Um zu verstehen, warum vor 2000 Jahren die Zeit noch nicht reif war, um die Grundlage unseres christlichen Glaubens, den universellen schöpferischen LOGOS, anders auszudrücken wie als Wanderprediger, ist es wichtig sich mit New Age auseinanderzusetzen. Dabei wird auch bewußt, welche Probleme die gnostischen Weltvorstellungen und Theorien hatten und warum es richtig war, den schöpferischen LOGOS - das lebendige WORT Gottes - in der Gestalt des Wanderpredigers der Allgemeinheit Verständlich zu machen bzw. vor verwirrender Verflüchtigung zu bewahren., ist es sinnvoll, sich mit New Age auseinanderzusetzen.
Doch das Wichtigste, was es zu erkennen gibt:
Dem christlichen Glauben und den neuen philosophisch-gnostischen Weltmodelle liegt gleiches zugrunde: das lebendige WORT Gottes.
Das Problem:
Weder die christlichen Theologen noch die New Age Anhänger nehmen das schöpferische-lebendige WORT als solches wahr.
Die Theologen lesen das WORT Gottes nur noch im Gesetz, versuchen es aus der Bibel auszulegen. Die Lehre von Jesus wird von den christlichen Theologen nur noch auf die Literatur bezogen. Ein neues lebendiges christliches Verständnis wird so verhindert. Gott der Schöpfer und sein lebendiger LOGOS werden im Buch gefangen gehalten. Wie sollen da die New Age Anhänger begreifen, daß das, was sie als vernünftige Kraft allen Werdens, universelle Kreation, durch die alle Formgebung und alles Bewußtsein hervorgeht, im Grunde mit dem historischen Jesus identisch ist. New Age und das neue Testamtent reden von einem WORT. Das Problem ist, daß Theologie und die Prophethen der modernen weisheitlichen Weltsicht aneinander vorbeireden. Während die einen ihrern Wanderprediger verkünden, ihn in Wirklichkeit jedoch kaum mehr ernst nehmen, weil sie denken, daß das, was über ihn geschrieben steht nur alter Literatur entspringt, sprechen die anderen von Weltprinzipien, die sie im evolutionären Werden wahrnehmen. Weder die somit nicht mehr christliche Theologie, noch das daher noch nicht christliche New Age gehen vom lebendigen WORT aus.
Doch das, was in der modernen Wissenschaft verkündet wird, ist die Voraussetzung einer neuen christlichen Gotteswahrnehmung. Denn: Ein Christ nimmt Gott nicht aufgrund des Gesetzes wahr, sondern aufgrund des lebendigen WORTES. Dieses lebendige WORT wird in allen Wissenschaften gelehrt. Es ist der Gegenstand von Biologie, wird in Physikbüchern beschrieben und liegt der Chemie zugrunde. Aber erst in einer ganzheitlicheren Sicht, die versucht, Zusammenhänge darzustellen und den vernünftigen natürlichen Schöpfungsprozeß modellhaft zu beschreiben, nimmt der LOGOS Gestalt an. Nur so läßt sich an das anknüpfen, was zur christlichen Gnosis geführt hat.
Der Grundriß des Neuen Testamentes liegt im New Age
New Age ist noch weit davon entfernt, in all seinen wissenschaftlichen Weltmodellbeschreibungen das lebendige WORT Gottes wahrzunehmen. Und alle Esoterik, die oft mit viel Klim Bim ganzheitliche Theorien und Grundprinzipien des natürlichen Werdens in zahlreichen Lebensbereichen umsetzt, ist noch viel weiter davon entfernt, hinter den unzähligen und verwirrenden Lehren, den schöpferischen LOGOS als den Sohn Gottes zu sehen. Das Bild des Wanderpredigers hat sich so eingefressen, daß allenfalls davon ausgegangen wird, Jesus sei ein Esoteriker gewesen. Doch daß alle ursprüngliche Geheimlehren und alle moderne Gnosis nur andere Ausdrucksweisen für das schöpferische WORT sind, kann derzeit noch nicht wahrgenommen werden.
Wie auch? Das schöpferische WORT, das allem Werden zugrunde liegt, ist nicht das, was die heute Theologie als Fundament des christlichen Glaubens sieht. Wenn Prof. Berger die "Grundrisse des Neuen Testamentes" auf hochwissenschaftliche Weise beschreibt, dann betrachte ich dies als ein Beispiel für die gesamte derzeitige Theologie: Alle Botschaften des Neuen Testamentes werden nur auf alte Texte zurückgeführt. Das WORT wird nicht als Handeln Gottes gesehen. Um es auf einen Nenner zu bringen: die Grundrisse des Neuen Testamentes werden von der derzeitigen Theologie nicht im lebendigen WORT, der Tat-sache Gottes, sondern nur in alten Texten gesucht. Allenfalls die Neuauslegung des Alten Testamentes wird als Grundlage des Neuen Testamentes gesehen. Das mag zutreffen. Doch diese Neuauslegung ist nicht nur ein allegorische Leseweise. Sie ist noch viel weniger eine Schriftlehre im heutigen Sinne, die nur versucht, nach eigenem humanistischen Verständnis etwas modernere ethische Handlungsanweisungen herauszulesen. Die Weisheitslehrer damals, gingen vom lebendigen WORT in allem Werden aus. Ohne diese neue Wahrnehmung des schöpferischen WORTES im vernünftigen Prozeß allen Werdens verlieren alle Texte des Neuen Testamentes ihre Bedeutung. Um die Botschaft des Neuen Testamentes zu begreifen, gilt es daher erneut das lebendige WORT wahrzunehmen und seine große Bedeutung für die Weiterentwicklung unseres Bewußtseins zu verstehen..
Je mehr ich mich mit den alten Schriften beschäftige, desto bewußter wird mir die Begeisterung für die Weisheit, die aus den in den Kanon aufgenommenen Evangelien ebenso spricht wie den außerbiblischen Schriftzeugnissen der damaligen Zeit. Doch diese Weisheit ist weit mehr als nur eine neue Lese altjüdischer Texte. Erst die neue Gnosis (Erkenntnis) macht die neue Lese, das allegorische Verständnis möglich. Ob im Buch Jesus Sirach, den Gedanken Pilons von Alexandrien oder den zahlreichen syrischen Schriften, die das Denken der frühen Christen offenbaren wird deutlich, daß sich im vorderen Orient vor 2000 Jahren eine neue Weltsicht aufgetan hat, die vom lebendigen WORT ausgeht.
Wenn in den sog. gnostischen Schriften die kosmische Grundlage des lebendigen WORTES oft wesentlich deutlicher herauszuhören ist, als in den uns bekannten Evangelien, dann stehen diese Texte keineswegs im Gegesatz zu den in den Kanon aufgenommenen Evangelien und Briefen. Sie gehen vom gleichen neuen Bewußtsein aus. Nur hat sich unser Blick beim Lesen der uns bekannten Bibeltexte inzwischen so verengt, daß wir immer nur die Banalstory von einer asketisch-charismatischen männlichen Mutter Teresa mit Bart vor Augen haben.
Wer sich aber mit der damaligen Weisheitsliteratur beschäftigt, wie kann der jedoch länger den Schwachsinn vom inzwischen modern humanisierten oder feminisierten Wanderprediger weiterverkünden, dem durch die Frühkirche Titel verliehen worden seien? Das lebendige WORT, das aller Weisheit zugrunde liegt, ist weder ein Produkt der Fühkirche noch des philosophischen Denkens. Kirche und Philosophie drücken das schöpferische WORT nur auf verschiedene Weise aus.
In den außerkirchlichen Schriftzeugnissen ist der schöpferische LOGOS in seiner universellen Bedeutung für uns daher deutlicher zu erkennen, als in der bekannten Literatur, in der sich ein Bild festgefahren hat. Dies bedeutet jedoch in keiner Weise eine Herabstufung der uns bekannten Leben-Jesus-Geschichten. Auch sie sind Zeugnisse der neuen Weisheit, die sich in der Person des Wanderpredigers und seiner Leidensgeschichte ausdrückt. Die auf ihn bezogene Heilwirkung hat jedoch nur einen Sinn, wenn wir dahinter das Bewußtsein des lebendigen WORTES sehen.
Wenn ich die Grundrisse des Neuen Testamentes im New Age suche, dann geht es um ein Bewußtsein vom vernünftigen Werden, h
die Bedeutung des schöpferischen WORTES neu verstehen.
ch diese Einsicht läßt sich auf die heutige Zeit übertragen. Was das eigentliche Fundament unseres christlichen Glaubens sein sollte, ist das, was auch die ach so modernen Anhänger des New Age auf wissenschaftlich-philosophischer Ebene oder in esoterischen Spielerein hin und her bewegen. Auch hier geht es im Grunde nur um andere Ausdruckformen für das schöpferische WORT. In vielfältiger Weise wird es versucht zum Ausdruck zu bringen, ohne den eigentlichen Namen dafür zu kennen. Doch christliches Denken und New Age ist auf einen Nenner zu bringen: damals in Damaskus nannte man den lebendigen LOGOS Jesus von Nazareth.
Wenn sich Theologen mit der Gnosis oder heidnischen-griechischen Philosophien auseinandersetzen gehen sie meist davon aus, daß das frühchristlichen Lehrer die gnostischen oder philosophischen Begriffe übernahmen, um das andere Denken besser vereinnahmen bzw. bekehren zu können. Sie hätten sich der Sprache bedient, um von den Heiden verstanden und akzeptiert zu werden, den universalen Anspruch ihres Glaubens zu unterstreichen. Doch ich bin inzwischen gewiß, daß dieser neue Glaube nicht ohne das gnositische und philosophische Denken gewesen wäre. Die Frühchristenheit hat sich nicht einer fremden Sprache bedient, um sich einen Platz in der heidnischen Welt zu erobern, zu zeigen, daß man mithalten konnte. Christliche Kirche und das von ihr später als Ketzerei verschrieene gnostisch-philosophische Schöpfungs- und Weltverständnis hatten eine Grundlage, die sie auf verschiedene Weise zum Ausdruck brachten: das lebendige WORT Gottes. Dies gilt es neu bewußt zu machen.
Damals in Damaskus (ebenso wären auch andere Orte aufgeklärten weisheitlichen Denkens zu nennen, ob in Syrien oder Ägypten, wie z.B.Alexandrien) ebenso wie bei den meist amerikanischen Vordenkern des New Age geht es im Grunde nur um das Eine: die schöpferische Vernunft die allem Werden zugrunde liegt, den LOGOS. In der einzigartigen Synthese mit dem semitischen Gottesglaube, deren Dimension heute neu zu dämmern beginnt, wurde damals dem schöpferischen Verstand als dem verständlichen WORT Gottes in der Person des Wanderpredigers der Name Jesus verliehen. Keine graue philosophische Theorie oder eine fiktive neu-gnostische Gestalt gilt es jedoch zu erkennen und zu verehren, sondern den nach wie vor lebendigen historischen Jesus von Nazahreth.
Längst lese ich in den unzähligen Büchern der modernen New Age Autoren über Weltformeln, Prinzipien des Alles, ganzheitlicher universaler Prinzipien, neuer Physik, holographischer Schöpfungsmodelle, Symmetrie- oder Chaostheorien.......längst nichts anderes, als das lebendige WORT, neue Lehren vom päexistenten Jesus. Auch auf die Gefahr hin für verrückt gehalten zu werden: die neue Gnosis wiegt das Jesuskind hin und her, ohne jedoch seinen Namen zu kennen.
Es erscheint mir daher wichtig, sich mit den alten Problemen der christlichen Gnosis ebenso wie den Anschuldigungen gegen New Age auseinanderzusetzen:
1. Weisheitliche Selbstverwirklichungslehren, eigene Gnosis, statt Heil durch den Gottessohn.
2. Verwirrung in unzähligen Bildern und verschiedenen Erklärungsmodellen.
3. Bewußtseinswandel, statt Erfüllung der in der Bibel beschriebenen
(Unter diesen Überschriften wären die Probleme des heutigen New Age bzw.
moderner Kosmologien noch aufzuarbeiten. Dabei Notwendigkeit aufzeigen, Jesus
neu wahrzunehmen. Er ist der notwendige Mittler. Aus keiner Naturbetrachung
kann diekt auf Gott geschlossen werden.)