Vom Blutvergießen

beim Dreschen leerer Säcke

 

bzw. der Verantwortung der Außenstehenden für den Irrsinn im Namen des Glaubens

 

Als eine Art Leserbrief zum Spiegel 15/2002:

„Gott hat es gewollt“ Glaubenskrieg im Nahen Osten,

„Wir dreschen leeren Sack“ Streit um Jesuskarikatur in Österreich.

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

vielen Dank, dass sie sich tiefgreifender mit dem Terror und Krieges im Namen des Glaubens auseinandersetzen, als dies üblicherweise geschieht. Auch wenn die nationalen und politischen Fragen bei der alltäglichen Betrachtung im Vordergrund stehen, so denke ich doch, dass die Probleme letztlich nur zu lösen sind, wenn die geistige Grundlagen berücksichtigt, Glaubensfragen gelöst werden.

 

Nachdem sich Nationalismus und Kommunismus nicht mehr als Feinde der Freiheit erweisen,  scheint der Fundamentalismus zur einzigen Bedrohung für den Weltfrieden geworden. Während derzeit der Fundamentalismus in erster Linie mit Islamisten in Verbindung gebracht wird, können auch westlich-reaktionäre Fanatiker nicht außer Acht gelassen werden. Das Fatale: nicht nur der sich auf kapitalistischen konsumorientierten Selbstzweck berufenden westlichen Welt, die von den Islamisten verdammt wird, auch den Fundamentalisten fehlt das Fundament. Prophetenworte und Buchtexte werden ganz nach Belieben gedreht und gewendet. Jenseits aller Vernunft werden Handlungsweisen als gottgewollt ausgegeben und dafür Buchstaben als Belege gebraucht, die nicht nur der heutigen Kultur nicht mehr entsprechen, sondern auch den ursprünglichen Sinn auf den Kopf stellen. Wie selbstverständlich akzeptiert die von Buchtexten als Gotteswort ausgehende westliche Welt, wenn auch die angeblichen Fundamentalisten des Islam sich nur auf Traditionstexte oder menschliche Führergestalten berufen.

 

Mit diesen Ausführungen will ich einen Weg aufzeigen und die angeblich aufgeklärten Außenstehenden, die aus der Ferne die Verirrungen der Fundamentalisten analysieren, dazu aufrufen, bei der Problemlösung mitzuwirken. Denn mehr als die im jeweiligen Glauben Gefangenen, sind die Außenstehenden aufgefordert weiterzudenken, statt beim Dreschen auf leere Säcke mitzuwirken.

 

Zwei Artikel einer Spiegelausgabe dienen dabei als Bezugspunkte. Während sich der Titelbericht mit der Situation im Nahen Osten und dem Terror im Namen Gottes befasste, war der Streit um die Jesuskarikatur in Österreich nur eine kleine Randnotiz. Doch während man über den Streit um das Jesuscartoon in Österreich noch schmunzeln kann, führt uns das heutige Geschehen, die Gewalt im Namen Gottes ebenso wie die Sinnlosigkeit der gottlos gewordenen westlichen Welt – deren Folgen wöchentlich im Spiegel zu betrachten sind -drastisch vor Augen, wohin es führt, wenn weiter nur leere Säcke gedroschen werden.

 

  1. Wie mit Jesuskarikatur und Glaubenskrieg leeres Stroh gedroschen wird

 

Das Problem des leere Säcke Dreschens ist weit größter, als in ihrem Cartoon über die umstrittene Jesus-Darstellung im österreichischen Haderer-Comic vermutet. Als leeren Sack sehe ich im Gegensatz zum Wiener Theologen und Publizisten Adolf Holl, der im Spiegel zum österreichischen Streit befragt wurde, nicht den Glauben oder die christliche Religion als solches, sondern unser derzeitiges Verständnis davon und damit einhergehend auch den gesamten Irrsinn, der im Namen des Glaubens derzeit abläuft. Doch die Verantwortung liegt nicht bei den von Glaubensdekadenz verblendeten Kriegparteien und Terroristen. Vielmehr vermute ich die Verantwortung bei denen, die sehen könnten und es nicht tun. Es gibt keine Außenstehenden auf der Welt. Jeder hat seine Auf-gabe. Und inzwischen ist auch jeder von den Auswirkungen des Irrsinns betroffen. Ein Grund mehr also, sich über den Glauben Gedanken zu machen.

 

 „Jetzt, wo die Religion bei uns schwach geworden ist, dreschen wir auf einen Sack ein, in dem schon nichts mehr drin ist.“ So Adolf Holl im Hinblick auf die Karikaturen, die Jesus als einen weihrauchberauschten Hippie oder Surfbrettfahrer zeigen, der locker über die Wellen reitet und so in Österreich für erbitterten Streit sorgen. „Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier“  zitiert der Theologie die Bibel. Wenn in Österreich der Anteil der Katholiken von 80 auf 50 Prozent gesunken ist, dann zeige dies ein verändertes Klima, in dem die Jesuskarikatur gewachsen sei.

 

Wäre das Aas, über das sich jetzt die Geier hermachen, nur der österreichische Katholizismus, der trotz aller Tradition nicht mehr ernst genommen wird, so wäre dies zwar bedauerlich, aber nicht weiter tragisch. Doch das Problem sitzt tiefer. Weit schmerzlicher als das ziemlich belanglose Jesus-Comic ist es, wenn im Namen Gottes Massenmorde stattfinden und auch dabei nur leere Säcke gedroschen werden. Doch im Gegensatz zu vielen Intellektuellen, die den Glauben selbst für gestrig und überholt halten, für den Irrsinn verantwortlich machen, sehe ich vor allem in unserem derzeitigen Glaubensverständnis bzw. Traditionstextverständnis den leeren Sack auf den sich die Beide Seiten berufen und beim sinnlosen Dreschen viel Blut vergießen.

 

Doch auch Ihre Redakteure, die sich mit der Frage nach den Ursachen des Kriegsterrors im Namen Gottes beschäftigen, sich dabei auf Glaubensbilder berufen, deren Aussagen längst in anderer Weise zu deuten wären, tragen Mitverantwortung. Gleichwohl sie es besser wissen müssten, dreschen sie auf die gleichen leere Säcke, wie die vom Irrglauben verblendeten.

 

2. Wie auch Spiegelautoren leeres Stroh dreschen

 

Die Kriegsparteien des Nahen Ostens, die unter Berufung auf angeblichen Gotteswille die Welt an den Rand des Ruines bringen, berufen sich auf religiöse Aussagen, die längst neu verstanden werden müssten. Und während in verschiedenen Spiegelausgaben immer wieder die Aussagen alter Traditionstexte hinterfragt wird, dreschen Ihre Autoren den gleichen leeren Sack, der uns zum Verhängnis wird, machen sich so mitverantwortlich. Gleichwohl Spiegel-Ausgaben vorher bestätigt wird, dass die Bilder der Bibel neu zu lesen wären, wird weitergemacht, wie wenn nichts gewesen wäre. Während die Geschichtsgestalt Moses, selbst der Auszug eines Hebräervolkes aus Ägypten oder die Bedeutung eines Königs mit Namen David längst bezweifelt wird, interpretieren Ihre Autoren die Bilder in gleicher Weise, wie die vom Traditionsglaube verblendeten. Die Intelligenz der westlichen Welt wäre in der Lage die Bilder der Bibel, in deren Namen heilloses Blutvergießen stattfindet, neu zu interpretieren und tut es nicht.

 

Gleichwohl wir es besser wissen müssten, kleben wir bei der Bibellese an Buchstaben fest und sind so für das Massenmorden, das unter Berufung auf die Bibel oder anderer Buchstaben geschieht, mitverantwortlich. Denn solange die Theologie der westlichen Welt, ebenso wie die Glaubenskritischen Autoren an einer Auslegung festhält, die nicht mehr zeitgemäß ist, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Moslems und Juden sich gegenseitig ermorden und dabei die gesamte Welt drohen mitzureißen.

 

Wie können wir weiter davon ausgehen, dass das in der Bibel genannte „Gelobte Land“ ein bestimmter geografischer Landstrich wäre und so dem Streit der Kriegsparteien einen Grund geben? Wie können wir schweigen, wenn wir wissen, dass das „Gelobte Land“ nicht dort liegt, wo derzeit das Blut fließt? Müsste dieser Streit nicht auf anderer Ebene ausgetragen werden? Mit Sicherheit haben die den Logos/die Vernunftlehre als Offenbarungswesen verstehenden Väter des christlichen Glaubens im von ihnen erhofften „Neuen Jerusalem“ nicht die Eroberung der Stadt gesehen, in der jetzt täglich der Kriegsterror herrscht. Doch wenn wir weiter so tun, als ginge es den damaligen Denkern nur um die heute geteilte Stadt, tragen wir Mitverantwortung. Wir könnten wissen, dass es in den biblischen Geschichten weder um die Anhängerschaft gegenüber menschlichen Personen, noch bestimmte Länder oder Städte geht, sondern eine reale geistige Auseinandersetzung Gegenstand der biblischen Geschichten ist. Während wir wissen, dass bereits in der Antike die Texte des heutigen Alten Testamentes allegorisch gelesen wurden, beziehen wir uns auf eine Buchstäblichkeit, die an Banalität kaum zu übertreffen ist.

 

3. Wie Außenstehende zum neuen Versehen beitragen können

 

Wenn sich das Land, wo nach göttlicher Verheißung „Milch und Honig“ fließen soll über viele Jahrhunderte als Jammertal erwies, in dem von den Kreuzrittern bis heute viel Blut vergossen wurde, dann sollten wir nicht abstreiten, dass es ein gelobtes Land gibt, sondern wäre jetzt die Zeit, dieses auf andere Weise zu suchen. Der westlichen Welt ist die Gabe gegeben, die Bedeutung der religiösen Geschichten auf neue Weise zu deuten und so die Kriegsparteien auf andere Wege zu führen. Von denen, die in bestimmten Vorstellungen gefangen sind ist dabei wenig zu erwarten. Vielmehr sind die aufgerufen, die frei sind, unvoreingenommen weiterdenken können. Das Jammern über den Terror im Namen längst sinnlos gewordener Texte reicht nicht. Moralisierende Fingerzeige auf den Unsinn der Welt, der im Namen Gottes oder in Folge von Gott- bzw. Sinnlosigkeit geschieht, bringen uns nicht weiter, wenn nicht neu über die Grundlagen des Glaubens nachgedacht wird.

 

Solange die Wurzeln der drei großen monotheistischen Religionen in Traditionstexten gesehen werden, selbst die das Gesetz überwundene christliche Theologie sich als Buchglaube versteht, brauchen wir uns über das Blutfließen nicht zu wundern. Wo König David nur ein Volksherrscher ist, statt als königliches Gottesverständnis verstanden zu werden, wo Moses nur der Gefangenschaftsbefreier und Volksführer bleibt, statt in ihm die Geschichte des Monotheismus zu lesen, der die Juden aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit hat, bleibt es den Kriegsparteien überlassen, sich beim Blutfließen auf ihn zu berufen oder neue Führergestalten zu verherrlichen.

 

Von Abraham, in dem sich das gemeinsame ursprüngliche Wort Gottes Verständnis der Urväter ausdrückt, scheint es keine Spur zu geben. Statt ihn neu zu verstehen, wie vor 2000 Jahren den Logos der alten Lehre neu zu lesen, setzen sich heutige Intellektuelle leichtfertig über alles hinweg, sehen allenfalls fromme Legenden. Weder von jüdischen Traditionalisten und Nationalisten noch von Bin Laden oder Arafat erwarte ich ein neues Verständnis der alten Texte. Auch konservative Kirchenkreise scheinen dazu nicht der Lage. Der Anfang müsste von denen ausgehen, die außen stehen und den Verstand dazu haben. Die Gabe frei denken zu können und müssen wir gebrauchen.

 

4. Wie auch Spiegeltexte ein Trauerspiel betreiben

 

Statt den Logos zu erkennen, die Vernunft, die den allegorischen Bildern vom geistesgeschichtlichen Geschehen zugrunde liegt, ist auch im Spiegel von Massakern zu lesen, die sich in grauer Vorzeit abgespielt hätten und die Vorbild für das heutige Blutvergießen wären. Nicht nur ein theologisches Trauerspiel und Versäumnis ist es, das zu einem solchen Verständnis führt. Auch diejenigen, die immer schnell mit der Kritik zu Hand sind, haben versagt. Der angeblich historische Jesus, der in Jerusalem verurteilt und gekreuzigt wurde und Mohamed, der mit seinem Pferd Burak von hier aus gen Himmel ritt, wie in Ihrer Kriegsanalyse beschrieben, das alles kann nicht gelesen werden, wie wenn es bei der Ortsangabe um eine Stadt im üblichen Sinne ging. Um was sich einst Christen und Juden, jetzt Moslems und Juden streiten, ist nicht das Jerusalem, um das es den Verfassern der Bibel als die verheißene Stadt geht. Mehr als alle im Banalverständnis der Bibel gefangenen könnten Denker, die von außen das Geschehen analysieren dies nachweisen.

 

Ein gemeinsames Wortverständnis wird verhindert, solange der Geist im Buchstaben gefangen ist. Gesetzestexte trennen. Jeder beruft sich beim Blutvergießen auf die Buchstaben seiner Traditionstexte. Nochmals: nicht nur die Kirchenlehre hat versagt, auch deren Kritiker. Sie versäumen in ihrer Verneinung ein Verständnis, das den verschiedenen Texten zugrunde liegt. Und obwohl weder Arafat noch sein Männerfeind Scharon besonders religiös sind, gegenseitige Vergeltung mehr vom Nationalgefühl getragen wird, als im Glauben begründet, geht die Ursache des Irrsinns vom Missverstand des Gotteswortes aus, dem auch die Spiegelautoren aufsitzen, die als Außenstehende den Streit analysieren.

 

Denn während längs klar sein müsste, dass es beim Auszug aus Ägypten um mehr ging, als einen Volksstamm, der durch einen ägyptischen Prinzen mit Namen Moses befreit wurde, wie dies im Osterfilm so schön zu sehen war, wird auch im Spiegel weiter ein leerer Sack gedroschen. Pessamassaker, die es in dieser Form nie gegeben hat werden fortgesetzt und bewahrheiten so die alte Allegorie vom Leid, das von der Gefangenschaft bei den Götzendienern ausgeht und neues Leben verhindert. Während in Bibelabenden längs klar gemacht wird, dass es ein Mauerfall von Jericho in der buchstäblichen Form nicht gegeben hat, begründen Ihre Redakteure das heutige Gemetzel in angeblich geschichtlichen Streitigkeiten.

 

Das alte Testament wird gelesen, wie eine banale Kriegsberichterstattung. Die Bedeutung von David oder Moses, in denen sich das hochgeistige hebräische Verständnis des Gotteswortes ausdrückt, bleibt verborgen. Messianischen Züge der Geschichtsgestalten werden als pure Verherrlichung zeitgeschichtlicher Menschen gelesen. Wer in Christus nur einen Hoheitstitel für einen Wanderprediger vermutet, der muss auch Moses und David so verstehen. Die Folgen dieses Schwachsinns sind schwerwiegend und in jeder Ihrer Ausgaben nachzulesen.

 

5. Wie der Missverstand von Jesus zum Massenmord beiträgt –

und was der Beitrag des außenstehende Verstand wäre

 

Hier schließt sich auch wieder der Kreis zwischen dem österreichischen Streit um das Jesus-Comic, das den Schwachsinn unseres derzeitigen Verständnisses vom historische Jesus auf den Punkt bringt und dem Blutvergießen im Nahen Osten bzw. weltweiten Glaubensterror.

 

Es geht um weit mehr als beliebige Bibelinterpretationen, die man den Gelehrten und dem traditionalistischen Restgläubigen überlassen kann. Die Außenstehenden sind aufgefordert einzugreifen. Die Geschichte Israels ist die Geschichte vom Verständnis des Gotteswortes, der Auseinandersetzung um das richtige und fortschreitende Gottesverständnis. Ob David mit Goliath streitet, Moses von Gott berufen wird oder die Propheten sich gegen den herrschenden Kult und falsches Gottesverständnis wenden, es geht um das in Geschichte und Genesis wirkende Wort Gottes, das allen biblischen Geschichten zugrunde liegt. Es ist der Logos, der in der Antike neu verstanden und in menschlicher Gestalt lebendig wurde, Wirkung entfaltete. Hier anzusetzen wäre die Auf-gabe der Außenstehenden. Statt fundamentalistisch den Glauben vorzuschreiben oder ihn zu verneinen, wäre er neu zur Vernunft zu führen. Hierzu ist uns die Freiheit gegeben.

 

Wo sich die Grundlage des religiösen Geistes auf einzelne angeblich menschliche Gestalten reduziert, die dann als Märtyrer starben, wo nur streitende Volksstämme in den Geschichten gelesen werden, da entsteht das, was wir heute beklagen. Mit Krieg und Terror, vieltausendfachem Tod wird auf leere Säcke eingeschlagen. Heutige Blutbäder werden dann, wie in ihrem Bericht „Gott hat es gewollt“ geschehen, auf altbiblische Aussagen begründet. So gehen selbst angeblich kritischen außenstehende Analysten dem Unlogos auf den Leim, kleben fest an einer Fortschritt und Freiheit verhindernden und unermessliches Leid auslösenden Denkweise. Die Spiegelberichterstatter mischen mit beim Spiel des Irrglaubens, wenn sie weiter so tun, als würde es sich in den biblischen Berichten um banale Geschichtsschreibung handeln. Selbst die Kritiker des Kirchenglaubens, die in der nächsten Ausgabe den Auszug aus Ägypten oder den Zug durchs Rote Meer abstreiten, nachweisen, dass alles so nicht gewesen wäre und als Außenstehend die Freiheit zum Denken haben, machen sich mitverantwortlich für den Irrsinn, der im Namen Gottes geschieht.

 

Solange Sie den historischen Jesus nur als Rabbi sehen, der eine Reform des Judentums anstrebte, gleichwohl bereits ihr ehemaliger Herausgeber Augstein nachgewiesen hat, dass ein solcher Jesus nichts mit dem zu tun hätte, auf den sich die Theologie des Neuen Testament bezieht, müsse auch die Aussagen über Moses & Co. als banale Kriegsberichte gelesen werden. Selbstmörderischer Opfergeist, Massenmorde und Verhinderung geistigen Fortschrittes wachsen auf einem Feld, das von Ihnen mitgepflügt wird. Es genügt nicht, mit dem Finger auf die un-heiligen Krieger zu zeigen oder die angeblichen Fundamentalisten anzuprangern.

 

Die Kämpfer, ebenso wie die verblendeten religiösen oder politischen Führer, die sie in Krieg und Terror schicken, tun es aus Überzeugung. Wer will ihnen eine Vorwurf machen. Sie wissen es nicht besser. Doch bei den außenstehenden Atheisten müsste der Kopf frei sein zum Denken. Dazu ist er ihnen gewachsen.

 

Das Wissen um die Geschichten und ihre geistigen Grundlagen gilt es nicht weiter nur zum gegenseitigen Abstreiten zu nutzen, sondern den zugrunde liegenden Geist neu zu entdecken. Der vernünftige Glaube ist keine Sache persönlicher Beliebigkeit oder bestimmter Institutionen. Die Gräueltaten, die derzeit im Namen des Glaubens geschehen, gehen uns alle an. Nur leere Säcke dreschen bringt uns nicht weiter. Neu darüber denken. Denn dazu hat der Schöpfer die Denkfreiheit gegeben. Gerade den Atheisten und Kritikern der Kirche. Auch den Spiegelschreibern.