- Der Weg zu einem aufgeklärten Verständnis Gottes –
Wenn die aufgeklärten Denker nichts zur Grundlage unsers
Geistes zu sagen haben, brauchen sie sich nicht zu beklagen, wenn
mittelalterliche Moslems und gestriggläubige Christen den Glauben missbrauchen,
um unter politischen Parolen die Welt in Terror und Krieg zu
stürzen.
Was nützt es zu wissen, dass Blut für Öl fließt, ein
irrationaler, von religiösen und politischen Machthabern missbrauchter Glaube
die Welt bedroht? Alle Forderungen nach.... sind pure Rhetorik einer modernes
Pharisäertum. Sind gut gewollt, jedoch weitgehend wirkungslos, weil sie ein
vernünftigen und gemeinschaftsbildenden Bewusstseins eines gemeinsamen Schöpfers
und eine davon ausgehende gemeinsame Sinngebung nicht geben können.
An alle, an einem erwachsenen Verständnis des Gotteswortes Interessierte,
Sehr geehrte Frau Kirsch,
vielen Dank für Ihre Antwort auf meine vorweihnachtlichen Überlegungen zu Spiegel und Stern, bzw. einem neuen aufgeklärten Glauben durch ein neues Verständnis des historischen Jesus sowie der gesamten biblischen Texte.
Die von Ihnen geschilderten Probleme bei Ihrer bevorstehenden Konfirmandenfreizeit haben mich dazu angeregt, die Überlegungen zu einem aus der Aufklärung erwachsenen christlichen Glauben als visionäre Anleitung für einen Konfirmandenunterricht zusammenzufassen. Nachdem meine bisherigen Ausführungen viel zu ausschweifend waren, will ich versuchen, in kürzerer Form darzustellen, wie ich denke, dass wir den Konfirmanden der Zukunft einen konkreten Grund zum erwachsenen Glauben an den einen Schöpfergott sowie vernünftige Auskunft über die Wahrheit der biblischen Texte geben können. Gleichzeit wird erneut aufgezeigt, welcher grund-legende Wandel in unserem christlichen Weltbild m.E. not-wendig ist und wie sich die naturwissenschaftliche Wahrnehmung einer kosmischen Intelligenz und ein neues theologisches Selbstverständnis einander ergänzen und voraussetzen.
Dass ich mit meinen Überlegungen heute noch völlig allein stehe, ist mir bewusst. Doch denken Sie bitte nicht, dass mein Denken im Gegensatz zu dem steht, was heutige Theologie (oder Naturwissenschaft ) lehrt. Es ist im Grunde nur eine Konsequenz aus all dem, was wir heute wissen und was wir u.A. gemeinsam bei den bisherigen Abenden des Pfälzischen Bibelvereines gehört habe. Auch wenn keiner der Referenten meine Sichtweise des historischen Jesus teilt, so laufen doch all die geschilderten Überlegungen zu Altem und Neuem Testament darauf hinaus, dass der Logos Gottes neu gesehen und so zur vernünftigen Offenbarung werden kann, was gleichzeitig zum allegorischen Verständnis von Traditionstexten und alten Mythen beiträgt. (Wie Ihnen bekannt, versuche ich in verschiedenen Texten ansatzweise darüber nachzudenken, konkret zu begründen.)
Ich habe in den letzten Tagen die gesamten Ausgaben der „Zeitschrift für das Neue Testament“ durchgesehen, in der neben vielen anerkannten Neutestamentlern auch Dr. Busch oder Prof. Berger interessante Beiträge geliefert haben. Auf den ersten Blick bin in ich mir wieder vorgekommen, wie wenn ich in einer falschen Welt leben würde. Wie kann ich mir angesichts all dieser, von mir hochangesehener Wissenschaftler anmaßen, eine völlig andere Definition des christlichen Glaubens zu verlangen? Doch in keinem der Aufsätze habe ich eine Ausführung gefunden, die im Gegensatz zu dem steht, was ich über den historischen Grund des christlichen Glaubens denke. Auch wenn fast alle Wissenschaftler weiterhin nur einen jungen wanderpredigenden Religionsrebellen vor Augen haben, völlig daneben einen späteren Glauben an einen Christus bzw. eine neue etwas abgewandelte Gotteslehre stellen – die sich jedoch von der alten Gesetzes-/Traditionslehre kaum unterscheidet - will ich gerade in der Umsetzung und Weiterführung der heutigen theologischen Erkenntnisse das damals auf aufgeklärte Weise wahrgenommene Wort Gottes als historisches Wesen unseres Glaubens und somit wirk-lichen Christus nachweisen. Alle aktuellen theologischen Aussagen laufen genau darauf hinaus.
Durch das, was ich bei all den Ausführungen über die Inhalte
der alte Texte, deren Bedeutung
sowie die Herkunft des damaligen Denkens und dessen gesamtes geistiges Umfeld
lese, wächst meine Gewissheit: Das während der Zeitenwende lebendige Wesen, das
am Anfang unsers Glaubens stand, gesprochen und gelitten hat, Wunder wirkte, war
kein „Zweibeiner“, sondern der als Gottessohn wahrgenommene, vernünftig erkannte
Logos in Menschengestalt als Grund monotheistischen Glaubens. Was mir die
theologischen Wissenschaftler über die Christologie bzw. das damals neue
Gottesverständnis beibringen, bringt mach dazu, die Gestalt des Gottes- wie des
Menschensohnes neu zu begreifen. Im Wandel der Wahrnehmung des historischen
und gleichzeitig wahrhaft präexistenten Jesus in einer Person, sehe ich somit
nicht nur für Ihre Konfirmandenstunde, sondern den gesamten erwachsenen Glauben
der westlichen Welt den wesentlichen Knackpunkt.
Auf der Suche nach noch zu lesender Reise-Literatur habe ich auch in zahlreichen Werken theologischer Wissenschaftler nachgeblättert, die ich in den letzten Jahren durchgearbeitet habe. Ob Vorträge über den in der Antike stattgefundenen Wandel vom Mythos zum Logos, gnostische Betrachtungen als Grundlage des damaligen Glaubens, die Entstehung und Ansichten des frühen Christentums oder der vielzähligen anderen Denkbewegungen, MystikerInnen und Philosophien der Vergangenheit, ebenso die Logoslehren der modernen Welt oder neue aktuelle Überlegungen zum Alten Testament: Sie alle haben mich nur darin bestärkt, dass es bis zu einem neuen vernünftig-aufgeklärten christlichen Glauben nicht mehr weit sein kann. Bei neuer Betrachtung sind dies alles Zeugen: Der Jesus, den die moderne Theologie wild entschlossen weiterhin nur für einen von den Juden und Römern ermordeten, anschließend christologisierten Wanderprediger hält, lebt wirklich, kann mit aufgeklärten Augen wiedergesehen werden – in dem das Wort Gottes in aller Natur verstanden wird.
Zur allegorischen Auslegung und Apologetik
Bitte sehen Sie meine allegorische Auslegung der Schrift nicht nur als eine Art Verteidigungsrede, um alte Wahrheiten gegen den heute drohenden endgültigen Aufklärungs-Abriss zu schützen. Ich will weder so den alten Glaube für mich persönlich zurechtbiegen, noch durch laienhafte naturphilosophische Einfärbung dem christlichen Glauben einen vernünftigen Anstrich geben. Genau dieses Missverständnis führt m.E. auch bei der heutigen theologischen Betrachtung der jüdischen und christlichen Apologeten, Christologen und letztlich aller ganz selbstverständlich vom Logos ausgehenden Verfasser unserer Glaubenstexte sowie Kirchenväter dazu, dass wir das historische Wesen des christlichen Glaubens und die davon ausgehende Wirkung verkennen. Statt sie – wie damals - als Ausdruck des schöpferischen Logos zu verstehen, wollen wir Mythen-Bilder bewahren, die jedoch kaum einer wirklich mehr ernst nimmt.
Ich hoffe, in der Kurzanleitung für eine Konfirmandenstunde etwas von dem zum Ausdruck zu bringen, was ich für das Wesen des Christentums halte und von dem ich genau die Heilswirkung erwarte, die vor 2000 Jahren verkündet wurde:
Zeigen Sie in Ihre Konfi-Freizeit nicht wie bisher das Video der angeblichen „Kreationisten“, die durch das Abstreiten des evolutionären Werden, wie es im Schulunterricht gelehrt wird, das Schriftwort bewahren wollen. Verwenden Sie eine naturwissenschaftliche Kassette, in der die Kreativität des Kosmos, das Werden vom Sternenstaub bis zu geistbegabten Wesen in höchste Tönen beschrieben wird. Suchen Sie mit Ihren Konfirmanden nicht weiter im Unerklärlichen, Außerirdisch bzw. –weltlichen, sondern in der Klarheit des nachweisbaren natürlichen kosmischen Geschehens nach der Handschrift bzw. dem Wort Gottes.
Nehmen Sie verschiedene neue naturwissenschaftliche Lehren zur Hand und vergleichen Sie diese mit alten Philosophien, wie sie heute so oft im Munde geführt werden und im Laufe der Zeitgeschichte weiterentwickelt wurden. Machen Sie hierbei deutlich, dass es die Hauptaufgabe des menschlichen Denkens/Verstandes war und ist, eine übergeordnete Vernunft/Intelligenz im Rahmen des jeweiligen Weltbildes zu verstehen. Versuchen Sie zu ergründen, warum ohne diese weder in menschlicher Lebenswelt, noch im kosmischen Geschehen eine Selbst-organisation denkbar wäre.
Erklären Sie anhand antiker Überlieferungen, dass die menschliche Vernunft auf das Verständnis dieser übergeordneten Vernunft/Logos/Weltsinnes angewiesen ist und belegen Sie dies in zeitgemäßen Beispielen des Geschichtsverlaufes. (u.A. der zahlreich gescheiterten rein philosophischen Ideologien der Aufklärung, ebenso wie aktueller Zustandsbeschreibungen der gesellschaftlichen Gegenwart ohne Zukunft.)
Machen Sie den Jugendlichen deutlich, wie Hebräer, Hellenisten sowie später Juden und griechische Philosophen das Wort Gottes verstanden, wie sich daraus eine neues aufgeklärtes Verständnis entwickelte. Versuchen sie zu erklären, wie damals durch das Wiederverstehen des in allem Leben der Welt wahrzunehmende Gottesworts in Menschengestalt eine Erfüllung der alten Heilshoffnungen erwartet wurde. Steigen Sie auf neue Weise in die alten Diskussionen ein. Machen Sie so klar, wie notwendig es war, dem schöpferischen Wort eine menschliche Gestalt zu geben, es nicht als Gott selbst zu sehen, sondern nur von Gott ausgehend zu verstehen. (Hierbei können Sie die oben angeführten theologischen Ausführungen über die Entstehung des Neuen Testamentes und den Anfang der Kirche einsetzen.)
Bauen Sie Ihren Konfirmanden Brücken: nicht nur zwischen antikem Verständnis des Gotteswortes und heute, sondern auch zwischen den verschiedenen Glaubensformen. Machen Sie so die alten monotheistischen Religionen ebenso wie die Grundlagen fernöstlicher Glaubensformen zu einem modernen Lehrer über den begreifbaren Gottessohn des eigenen Glaubens. (Dass sie dabei auf neue Weise auch den geistigen Wurzeln von Mohamed fragen und die Gemeinsamkeiten nicht in aufgesetzten Lehren, sondern dem beiden Glaubensformen zugrunde liegenden Logos/Wort suchen, versteht sich von selbst.)
Arbeiten Sie dabei selbstverständlich auch die Unterschiede heraus und überlegen Sie, warum für unsere Kultur die Heilswirkung nicht von unpersönlichen fernöstlichen Kosmologien, sondern nur von der Weiterführung dessen ausgehen kann, zu dem unsere geistige Herkunft sich ehemals ein-deutig als Grund des Glaubens bekannte. Zeigen Sie auch, warum wir als aufgeklärte Christen Allah nicht aufgrund alter Prophetenworte oder Dogmatik (ob Koran, Tora oder Bibel), sondern des in allem Werden sichtbaren Logos/Wortes wahrnehmen.
Halten Sie bei Ihrer Diskussion stets den Blick offen für die konkrete Gestalt des schöpferischen Wesens in allem natürlich nachvollziehbaren evolutionären Werden, damit dieser nicht im mystisch-undefinierbaren Dunkel verschwindet, sich in Luft und alte Lehren auflöst oder gar wieder nur als nur jenseits des Wissens/außerhalb der Welt wahrnehmbar vermutet wird. Lassen sie den Logos der natürlichen Schöpfung nie aus den Augen, damit nicht persönlich-beliebige Gottesvorstellungen an seine Stelle treten oder unverstandene und manipulierbar gewordene Buchstaben über das schöpferische Wort gestellt werden.
Stellen Sie Ihren Schülern vor, wie damals zur Zeit Jesus in Athen die alten Mythen und in Alexandrien, Antiochien und Qumran bzw. Jerusalem die alten Gesetzestexte und Traditionen nicht abgelehnt, sondern auf allegorische Weise neu verstanden wurden. Machen Sie so klar, dass es höchst sinnvoll war und ist, die Literaturform der Vergangenheit fortzusetzen und den neuen Verstand in altbekannte Bilder und Formen zu fassen. Machen Sie auch anhand moderner Lerntechniken deutlich, dass nur ein Ablehnen des Alten nicht weiterführt, sondern wahre Kreativität in der erweiterten Weiterführung liegt.
Auch wenn es nicht darauf ankommt bzw. kaum möglich sein wird, die konkrete Aussage der alten Texte alle im Einzelnen nachzuvollziehen, schon gar nicht nur moralisierende Lehren daraus zu ziehen, so können Sie so doch klar machen, welch großartige Weisheit sich jeweils dahinter verbirgt. Nutzen Sie das ganze Wissen unserer theologischen Lehrer um zu ergründen, welcher historische Geist hinter den biblischen Gestalten steht, was uns die alten Texte noch heute zu sagen haben, wie sie uns zu einer Weiterentwicklung des Gottesverstandes gerade in Krisenzeiten bewegen wollen. Lassen Sie sich so durch eine neue Leseweise von der großartigen Weisheit der damaligen Ein-sicht begeistern. (Achten Sie jedoch streng darauf, dass die nicht die Schrift selbst als Glaubensgrund verstanden wird, sondern der lebendige Jesus, das von Gott selbst gesprochene Wort.)
Nutzen Sie in der Konfirmandenstunde die gesamte moderne Kommunikationslehre ebenso die Geschichte der Erkenntnis und Sprachentstehung. Diskutieren Sie anhand von Beispielen, wie der menschliche Verstand auf die Konkretisierung in Bildern angewiesen ist, wie Bilder immer am Anfang des Verstehens standen und jede Kreativitätstechnik abstrakte Inhalte in Bilder umsetzt.
Machen Sie gleichzeitig auch die Gefahren deutlich, die von einer Verselbständigung der gedachten, gemalten wie geschriebenen Bilder ausgehen. Denken Sie mit den Konfirmanden darüber nach, wie weise das jüdische Bilderverbot gegenüber anderen Kultformen bereits war und wie sich die Probleme der Nichtbeachtung heute auswirken. (Hier können Sie evtl. die Weihnachtsausgaben von Stern und Spiegel als Beispiele bringen.)
Entwickeln Sie gleichzeitig (ergänzend zu 3.) ein Verständnis dafür, warum es damals höchst vernünftig war, dem schöpferischen Logos eine konkrete menschliche Gestalt zu geben, an alte Bilder und Hoffnungen des Volkes bzw. der vorgegebenen Verständnisformen anzuknüpfen. Greifen Sie dabei neben modernen Erkenntnissen der Kreativitäts- und Kommunikationslehre auch die Argumente alter Lehrer wie Origenes von Alexandrien, Ingnatius von Antiochien oder der christlichen Apologeten auf, die sich mit verflüchtigenden Erkenntnislehren und blutleeren Philosophie auseinander setzten.
Überlegen Sie mit Ihren Schülern, welchen Verlauf die Geistesgeschichte genommen hätte, wenn man das schöpferische Wort damals nicht in der bekannten Gestalt wahrgenommen hätte: Was hätte eine unvermittelbare, sich verflüchtigende philosophische Gnosis bewirkt? Wie wirkte sich der christliche Glaube trotz aller Verfehlungen im Geschichtsverlauf und neuzeitlicher Gegnerschaften des Wissens auf das alte wissenschaftliche Denken und somit auch ein einheitliches fortschrittlich-aufgeklärtes Weltbild aus? Wo würde die westliche Welt heute stehen, wäre das konkrete Jesusbild nicht die Grundlage eines kulturschaffenden und sich weiterentwickelnden Gemeinwesens gewesen?
Überlegen Sie gemeinsam, warum es heute höchste Zeit ist, neu in allem Naturwissen auf das schöpferische Wort zu hören, welche Heilswirkung für ein vernünftiges zeitgemäßes Gottesverständnis es hätte, wenn wir heute statt nur einen Gutmenschen oder unergründliche Glaubensmythen an den Anfang unseres Glaubens zu stellen, im neuen christlichen Selbstverständnis den damals wahrgenommenen Gottessohn erkennen und darauf einen vernünftigen aufgeklärten Glauben gründen würden? Malen Sie die Auswirkungen eines solchen für alle Welt nachvollziehbaren vernünftigen universalen Gottesverständnisses aus. Fragen Sie, welches Gottesverständnis, welche Sinngebung, gegenseitiges Verständnis und Lebensweise sich hierdurch im Gegensatz zu einem von einander abgrenzenden Gesetzesglauben oder atheistischen Abfall ergeben würde?
Machen Sie den Konfirmanden klar, wie sich durch die neue Form des christlichen Selbstverständnisses, das in allem natürlichen Wachsen und Werden das schöpferische Wort/Wille als Wesen des eigenen Glaubens erkennt, die Orientierung des menschlichen Seins völlig wandelt. Stellen Sie miteinander dar, wie aller Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, Öko-logischer Lebensweise, globaler Gleichgewichte, Wachstum und Wohlstand in Friede im Grunde ein aufgeklärtes „christliches“ Bewusstsein voraussetzt und wie sich ohne eine neue Erkenntnis die menschliche Kultur weiterentwickeln würde. Überlegen Sie miteinander, wie sich durch die Wahrnehmung eines alles bewirkenden schöpferischen Wortes die Bestimmung des Menschen wandelt und ein völlig neues verant-wort-liches Verhältnis zur gesamten Mitwelt entsteht.
Gebrauchen Sie die modernen Erkenntnisse der Psychologie um nachzuweisen, wie der Mensch ein ganzheitliches, Verstand und Gefühl umfassendes Verständnis benötigt, um die notwendige Kraft von Geist und Emotion einzusetzen. Greifen Sie Vergleiche aus dem gesellschaftlichen Leben, täglicher Kommunikation auf die zeigen, wie das Verhalten des Menschen durch weit mehr gesteuert wird, als allein durch den reinen Verstand.
Zeigen Sie auch gesellschaftliche Beispiele, bei denen Hochkulturen aufgrund eines begeisterten Kultes unvorstellbare Hochleistungen erbrachten und machen Sie deutlich, wie auch heute Zukunftsfähigkeit, weltweite Verantwortung und letztlich wahrhaft vernünftiges Tun nicht allein durch ein kognitives Verständnis einer höheren Gewalt, sondern nur durch eine vernünftige, den gesamten Menschen umfassende Begeisterung für eine höhere Vernunft gegeben sind.
Weisen Sie aufgrund der modernen Kommunikationslehre nach, wie wichtig Singen und Beten der altbekannten Texte für das wache Bewusstsein sind, welche Auswirkungen selbst das laute Sprechen und Erinnern für ein Leben im Sinne einer höheren Logik hat. Überlegen Sie dann auch, warum die personale Gotteswahrnehmung und das persönliche Ansprechen Gottes für uns Menschen weiterhin notwendig ist und rein philosophische Einsicht übertrifft.
Halten sie jedoch gemeinsam mit den Konfirmanden immer den Blick auf das Wesen des im gesamten Kosmos, aller Natur wirk-samen Gottessohn gerichtet, damit kein Placebo zur Überlistung des eigenen oder gar Manipulation fremden Geistes gedacht wird. Machen Sie den Konfirmanden klar, dass sie im Grunde nicht nur durch eigene Weisheit oder eigenen Willen, sondern nur durch die Wahrnehmung einer höheren Vernunft/Weisheit - die weiterhin in Menschengestalt zu vermitteln ist - zu vernünftigen Wesen werden.
Machen Sie so aus Ihren Konfirmanden vernünftig denkend und verantwortlich handelnde Kosmopoliten, die die gesamte Kraft ihres Geistes und Gefühles nutzen, um im Sinne eines Schöpfergottes zukunftsgerecht zu leben und weiterzuwachsen.
Singen und beten
Sie mit den Jugendlichen auf erwachsene Weise
Zum logischen Schluss:
Wie Sie sehen, sind Ihre Konfirmanden nicht durch das Beharren, sondern erst durch das Freimachen vom bisherigen Verständnis und logische Schließen zum bewussten Beten gekommen. Auch wenn das Loslassen der liebgewordenen Vorstellungen, ob bei den „noch“ Gläubigen oder Aufklärungsatheisten schwer fällt, ein weiter so im gewohnten alten oder gottlos gewordenen Weltbild viel einfacher scheint, ein not-wendiger Forschritt ist bei einem Festhalten nicht möglich.
Nicht durch das Bewahren der alter Dogmen, sondern logische schließen aufgrund des heutigen Wissens der Welt, bewahrheitet sich jetzt für Ihre Konfirmanden das Wort Gottes. Letztlich schließen sie jetzt aufgrund allen Wissen – das sie als vom Schöpfer ausgehendes Wort verstehen - auf den einen unsichtbaren Sprecher. Auch wenn Sie als Lehrer gewirkt haben, so war es der Logos/das Wort Gottes, was alles bewirkt hat.
Gott haben Sie im empirischen Sinne nicht bewiesen. Aber sie haben den logischen Schluss auf den einen Schöpfer gezogen. Sie haben Gott durch seinen Sohn offenbar gemacht und vermittelt, dass es den bereits von unseren Glaubensvätern in personaler Gestalt verstandene unsichtbaren Erzeuger geben muss: Weil nur durch die begeisterte Wahrnehmung seines Wortes/vernünftigen Wirkens ein vernünftiges schöpferisches Wirken der Menschen in weltlichen Gemeinschaften möglich ist.
Zur richtigen Reihenfolge:
Ich denke, dass die Einhaltung der oben genannten Reihenfolge ganz wesentlich ist. Denn wenn Sie versuchen wollen, die biblischen Texte allegorisch auszulegen, sich auf einen in der Antike wahrgenommenen Logos berufen wollen, ohne im allgemein anerkannten naturwissenschaftlich beschriebenen Weltbild unserer Zeit das Wort Gottes wahrzunehmen, werden Sie den Boden unter den Füßen verlieren. Sie stehen dann mit Ihrer Allegorie im luftleeren Raum, statt den Heranwachsenden eine vernünftige Begründung des christlichen Glaubens geben zu können.
Stellen Sie sich vor, Sie würden nachweisen wollen, dass es im Neuen Testament nicht um die Legende von einem besonders begabten Gutmenschen und dessen anschließender Vergötterung durch Glaubenslehrer und persönliche Ansichten ginge und könnten nicht gleichzeitig den grundlegenden Logos klar machen. Würden Sie nicht jeglichen Halt verlieren? (Genau hier liegen m.E. insgeheim das Probleme der Theologie! Denn wer will den letzte Halt, den ein historischer Mensch als Glaubensgrund scheinbar noch verspricht, verlieren?)
Auch wenn sich viele der aufgereihten Punkte ergänzen oder weitgehend gleichzeitig zu behandeln sind, so scheint mir doch das aufgeklärte Verständnis einer Vernunft in allem natürlichen Werden die unabdingbare Voraussetzung. Wie z.B. könnten Sie den Jugendlichen beibringen, bei Moses oder den Königen David und Salomo käme es nicht auf einzelne jüdische Volksführer an, sondern auf das damalig Verständnis von Weisheit/Wort des einen Gottes, solange dieses keine Gestalt hat, sondern weiterhin der uns von Gott gegebenen Verstand für die Ursache des Unglaube verantwortlich gemacht wird? Und wie erst können Sie gegenüber den Konfirmanden auf einen historischen „Zweibeiner“ mit Namen Jesus verzichten, wenn die schöpferische Vernunft nicht als alle Werden bestimmendes Wesen erkannt wird?
Um aber nachzuweisen, dass Sie nicht nur ein neues naturwissenschaftliches Weltbild erwarten, nicht nur gottlose Philosophie als menschliche Weisheit betreiben, sondern genau das verwirklichen wollen, was im Alten Testament verlangt und erwartet wurde und im Neuen Testament auf lebendige Weise beschrieben ist, müssen Sie sich auf die heutigen Theologen und deren Auslegung der antiken Tradition berufen, diese aufgreifen. (Ich bin Sicherheit: jede Veranstaltung in unserem neuen Programm zum Jahr der Bibel bringt neue Beweise, die gerade heute zu einer neuen zeitgemäßen Wahrnehmung der alten Wahrheiten und des präexistenten Gotteswortes führen.)
Zur meiner Hoffnung auf heutiges Wiederverständnis des
Gotteswortes durch eine neue Sichtweise des historischen
Jesus
Alles auf der Welt scheint der Zeit des Schöpfers zu entsprechen. Auch die Weiterentwicklung der Religion bzw. menschlichen Geistes wächst in einer Ordnung, bei er alles SEINEN Sinn hat bzw. SEINEM Wort/Logos entspricht. Auch was wir heute als Atheismus beklagen und als Aberglaube ablehnen, scheint die Voraussetzung, Vorstufe für ein notwendigen Wachsen zu sein. Keine Ähre, kein Korn erscheint im fertigen Format, sondern wächst auf dem Halm, zeigt sich, wenn die Zeit für ein neues Wachsen reif ist.
Gerade der radikale Abfall vom Glaube, die völlige Geistlosigkeit der Gesellschaft und gleichzeitig die Weiterentwicklung des naturwissenschaftlichen Weltbildes, der Abriss der alten Buchstaben, wie dessen theologisches Neuverständnisses sind es, warum ich fest darauf vertraue, dass sich der Logos/das Wort Gotte als ewiger Sohn gerade heute wieder Gehör verschafft und zur erwachsenen Offenbarung des einen unsichtbar bleibenden Schöpfervaters führt.
Ich hoffe Sie verstehen, warum ich von unseren Referenten
erwarte, dass sie neu nach dem historischen Wese unseres Glaubens fragen. Denn
ohne sie ist die oben beschriebene Konfirmandenstunde, die Klarheit über das
Wort Gottes verschafft, es erwachsen verstehen lässt, nicht
möglich.
Solange heutige Theologie an einem jungen Religionsrebellen festhält, nur nach den wahren Worten eines Wanderpredigers fragt, ist ein aufgeklärter Glaube undenkbar. Wie sollen Ihre Konfirmanden ein neues Naturverständnis bzw. eine Wahrnehmung des alle Natur bestimmenden Gotteswortes entwickeln, wenn die Theologen dessen Wort in Buchform in der Hand halten und behaupten, dass alle Naturlehre mit Glauben nichts zu tun hätte... es nur ein Wanderprediger gewesen sei, den man hellenistisch-philosophisch christologisiert habe?
(Was dann bleibt,
sind nur noch Gespräche über einen meist nicht nachvollziehbaren alten
Glauben, persönliche Gefühle und Moralvorstellungen, die ernsten Probleme der Welt, für die
keine Lösungen in Sicht sind, sich weder heutige Glaubenslehre schon gleich gar
nicht für verantwortlich hält. So treten die meisten Jugendlichen mit der
Konfirmation weithin geistig aus der Kirche aus. Viele freuen sich, endlich dem
alten Unsinn – für manche gar einen
den Geist gefangen haltenden und Krieg verursachenden Aberglaube - überwinden zu können, statt
eigenständig, in erwachsener Klarheit das Wort Gottes zu
verstehen.)
Ich befürchte, meine Ausführungen sind wieder viel zu lang geworden. Ohne jedoch die einzelnen Denkansätze in einen Gesamtzusammenhang zu stellen, wirkt mit Sicherheit alles noch absurder, als es eh schon gesehen wird.
Jeder Wandel bringt mit sich, dass sich eine vorhandene Ordnung auflöst, eine neue entsteht.
Doch keine Angst:
So laienphilosophisch, chaotisch und komplex, wie sich das alles anhört, ist der Konfirmandenunterricht der Zukunft mit Sicherheit nicht. Vieles von dem, was oben aufgeführt ist, wird nach dem bevorstehenden Wandel unseres theologischen Weltbildes so zur Selbstverständlichkeit, dass Sie mit den erwachsenen Jugendlichen nur noch begeistert singen und beten werden.
Viele Grüße
Gerhard Mentzel
Schänzelstrasse 9, 67377 Gommersheim, Tel. 06327 5449, gerhard.mentzel@gmx.de
Weder zukunftsgerechtes Verhalten und Gemeinsinn, noch Gewaltlosigkeit, die in den letzten Tagen angesichts der Kriegsbedrohungen vielfach gefordert wird, lassen sich durch fromme Reden und intellektuelle Forderungen und Proteste herbeibeschwören. Und ob vor 2000 Jahren ein charismatischer Wanderprediger Gewaltlosigkeit gefordert hat, interessiert auf der Welt in Wirklichkeit doch kein ..... mehr.
Es wird Zeit auf aufgeklärte Weise nach dem Wort Gottes zu hören und zu fragen, was das Wort Gottes den verschiedenen Kulturen der Welt mit auf den Weg gegeben hat, wie es auf einen gemeinsamen Sinn und Schöpfer aller Welt hinweist und welche Lebensweise es von einer aufgeklärt denkenden westlichen Welt verlangt.