Des Wortes wegen!
Wenn wir weiterhin
das tun,
was wir bisher
getan haben,
bekommen wir genau
das,
was wir bisher
bekamen!
Wollen wir das wirklich?
Sind wir in der Theologie nicht mit dem, was wir bisher gedacht haben, in eine Sackgasse geraten?
Wer außerhalb der traditionell-konservativen Christen nimmt die christlichen Glaubensgrundsätze noch ernst, erkennt die sich dahinter verbergende Vernunft?
Warum fällt es so schwer, nach einem neuen christlichen Selbstverständnis zu suchen?
1. Das Wort Gottes erwartet
von uns ein Wachsen, ein ewiges Gehen neuer Wege
In der Vielzahl meiner laientheologischen Texte wird von der Sache her die Notwendigkeit eines neuen Denkens, konkret der neuen Wahrnehmung des lebendigen Wortes/Logos hinter der historischen Gestalt des uns so vertrauten Wanderpredigers gesprochen. Die Begründung erfolgt in Bezug auf die Entwicklungen im naturwissenschaftlich-aufgeklärten Weltbild oder aufgrund neuer Erkenntnisse aus alten theologischen Texten, die aus anderer Perspektive gelesen werden.
Hier wird nicht von neu verstandenen historischen Fakten her argumentiert. Die folgenden Überlegungen beschäftigen sich mit der Frage, warum ein neues christliches Denken schon vom Grundschema der Schöpfung her notwendig ist.
Was schlaue Unternehmensberater für viel Geld in ihren Seminaren erzählen, gilt nicht nur für den Einzelnen oder das Unternehmen, sondern auch die Gesellschaft und die für deren Geist verantwortlichen Geistliche. Die Prinzipien, die sie oft unter Berufung auf antike Weisheitslehrer plastisch vereinfacht an die Wand werfen, besitzen im Grund eine universale Gültigkeit. Es sind Schematas, nach denen die gesamte Genesis abläuft. Die heute vielzitiertre alten Griechen haben ihre damaligen Weisheiten nicht aus der hohlen Hand gelesen, sondern sind von einem schöpferischen Handeln, einem Logos ausgegangen, der für die Juden identisch mit dem Wort, der Weisheit Gottes, dem Sohn war. Noch lange bevor wir die eigentlichen Prinzipen der Evolution erkannten, sind die antiken Denker davon ausgegangen.
Wer wie ich, in einem aus universalen Prinzipien abgeleiteten schöpferischen Wort, einer präexistente, sich in der menschlichen Gestalt Jesus ausdrückende Weisheit, das eigentliche Christ sein ableitet, der sieht auch die im Grunde simplen, aber sehr sinnvollen Wahrheiten über Denkmuster, die heutige Verhaltenstrainer von sich geben, mit anderen Augen. Wenn ich aus der neuen Warte heraus „Jesus geh voran singe“, dann muss ich in meinem Denkverhalten den für Wachstum und Fortschritt notwendigen Prinzipien folgen.
Die heutige Theologie hat es da wesentlich einfacher. Sie erklärt mir zwar, dass die vielbeschworene Buße eine Umkehr, ein Wandel ist. In fast jeder Predigt wird über Umkehr gesprochen. Doch über eine wirkliche Änderung des christlichen Denkweges braucht nicht nachgedacht zu werden. Wer sich nur auf alte jüdische Traditionen beruft, die von einem jungen Juden oder seinen späteren Anhängern neuinterpretiert wurden, der darf sich darauf beschränken, durch Abbau und Verkleinerung die alten Texte zu modernisieren. Nicht durch einen völlig neuen Denkansatz, sondern durch Weglassen oder allenfalls der Begründung in alten Mythen und Traditionen wird bei der historisch-kritischen Auslegung versucht, die Texte für den heutigen Verstand zurechtzubiegen. Wo dies hinführt wissen wir. Es lässt sich nicht nur an der Entwicklung der christlichen Religion ablesen. Auch der Ungeist der Gesellschaft ist auf eine Fehlentwicklung oder zumindest einen versäumten notwendigen Fortschritt in unserer Glaubenslehre, die die Menschen nicht vernünftig glauben lässt, zurückzuführen.
Selbstverständlich hat die evolutionäre geistige Entwicklung vor den Toren der Theologie nicht Halt gemacht. Vieles hat sich bei der Interpretation der Texte oder dem Verständnis theologischer Grundsätze geändert. Doch das Fehlen eines völlig neuen Denkansatzes hat nicht zum Fortschritt, sondern nur zur Reduzierung der christlichen Religion geführt. Die sog. Glaubensgrundsätze sind Lippenbekenntnisse, an die selbst die Theologie kaum glaubt. Was nicht verstanden wird, hat in einer vom Verstand geprägten Welt nichts zu suchen. Doch die Glaubensgrundsätze vor dem Verstand zu verstecken oder sie als alte Mythen zu verleugnen bringt uns nicht weiter, führt nicht zu einem notwendigen neuen Bewusstsein, einem Verstehen der Wahrheit. Doch wenn damals hinter dem christlichen Paradigmenwechsel kein Bewusstseinswandel stand, dann braucht sich scheinbar auch heute nichts zu ändern. Weiter so: Statt dass das Verständnis einer ewigen Wahrheit wächst, wird das, was wir aus der Bibel lesen, immer weniger.
2. Was einem Wachsen im Wege
steht
Für den,
der sein Ziel kennt,
ist jeder Wind der Richtige!
(Übrigens: Seneca, von dem diese Weisheit stammen soll, betrachte ich zwar nicht als Christen. Doch im Denkraum der Stoa, der Seneca zugerechnet wird, aus er seine Weisheit bezog, stand mit die Wiege des damals neu verstandenen Gotteswortes. Die Stoa steht für das Verständnis universaler schöpferischer Prinzipien, die ein vernünftigen Handelns Gottes in der Welt an den Tag bringen und so den Logos belegen, der uns als Wanderprediger so ans Herz gewachsen ist.)
Die heutigen Verhaltenslehrer demonstrieren an der alten Weisheit, warum der Mensch, das Unternehmen und somit auch die Gesamtgesellschaft Ziele brauchen.
Doch welche Ziele hat die Christenheit, was außer Gehorsam gegenüber traditionellen Gesetzen und der Einhaltung der von Menschenmehrheiten festgelegten kulturellen Verhaltensmuster ist Ziel christlichen Seins?
Gesellschaftliche Untersuchungen haben erkannt, dass die konservative Grundhaltung die einzige Unterscheidung zwischen Gläubigen und Ungläubigen ist. Allein dies lässt erkennen, warum wir den Logos, das neue Licht, das Wort Gottes.... zwar oft im Munde führen. Das Festhalten an gewohnten Denkstrukturen jedoch von einem wirklichen Wachsen im Licht des Logos/Verstandes abhält.
Wer Gott nur aus dem Gesetz her kennt, nicht im Werden des Kosmos sein Wort wahrnimmt, der braucht auch geistig nicht zu wachsen. Nein: der warnt davor, wachsen zu wollen. Kind sein wird dann nicht als Aufgabe gesehen, neugierig zu sein, offen und lernwillig an Geist und Körper zu reifen um so seine Lebensaufgabe zu erfüllen, sondern als Warnung an alle, die dies wollen. Geistige Rückentwicklung wird verlangt, Verstand abgeben, dumm bleiben als werden wie die Kinder. Wir hören auf fehlgedeutete Gesetze, statt gegenüber dem Vater ge-hor-sam zu sein. Denn Gott der wirklich der Vater ist, will – so offenbart es uns das lebendige Wort - nichts anderes als das Wachsen und gedeihen der Kinder. Doch unser Gehorsam gilt Gesetzgebern. Rückentwicklung statt geistiges Wachstum wird zum Ziel. Der Logos, das schöpferische Wort wird so nicht nur verleugnet, sondern verhindert.
Doch selbst dort, wo die Theologie nach einer Weiterentwicklung suchte, hat man dies inzwischen aufgegeben und es sich in einem gewohnten Denkschema bequem gemacht. Angesichts der vielen aufklärerischen Versuche, die christliche Religion mit der Vernunft auf einen Nenner zu bringen, hat man es inzwischen aufgegeben und sich zurückgezogen in auf individuelle Seelsorge und das Erheben moralischer und ethischer Ansprüche (die allerdings nicht im Logos begründet werden).
Ich habe es versucht....
Heißt übersetzt:
Ich habe mich entschieden, dass das Nichterreichen meiner Ziele auch ein akzeptabler Weg ist, mit meinen bisherigen theologischen Lehren fortzufahren.
Statt mit Mut den gewohnten Hafen zu verlassen und zu handeln im Sinne des Wortes, werden die gewohnten Perspektiven beibehalten. Die Sicherheitsorientierung, auch wenn sie als notwendiger Gegenpart mit Sicherheit ebenso zu den Prinzipien des Überlebens gehört, sagt „mach weiter so wie bisher“. Es liegt in der Natur des Menschen, der Unternehmen ebenso wie gesellschaftlichen Institutionen: Überzeugungen, mit den denen wir bisher komfortabel gelebt haben, die sich wie die Lehre von Jesus als simplem Menschen über 2000 Jahre als sinnvoll erwiesen haben, werden krampfhaft festgehalten, auch wenn sie keinen Halt mehr geben. Erst wenn wir erkennen, dass jenseits des Jordan, in einem neuen Verständnis von Jesus als dem ewigen in der Schöpfung handelnden und sichtbaren Verstand, ein festes Ufer ist und unsere heutige Betrachtung immer weniger Glaubensgrund bietet, scheinen wir bereit zu springen.
3. Aus Frust und Lust zum
neuen Logos
Unser Antrieb-System:
Weg von Frust und Schmerz!
Hin zu Lust und Freude!
Von den Verhaltenstrainern lernen wird auch etwas über das Antrieb-System: Angst vor Frust und Lustverlust sind es, die uns einerseits an gewohnten Denkmustern festhalten lassen, andererseits aber auch Motivation zur Verhaltensänderung sein müssen.
Auch das theologische Denken zieht unbewusst ständig eine Renditebilanz, bevor es neue Wege einschlägt, den gewohnten Denkrahmen auf-gibt. Was würde ein neues Bewusstsein vom Wort Gottes bringen? Wer den gewohnten Raum vom jungen Juden verlässt, in dem er bisher ganz gut gelebt hat, der braucht dafür triftige Gründe. Dem zumindest kurzfristig zu erwartenden Frust, dem Chaos außerhalb des gewohnten, erprobten gilt es langfristig einen Lustgewinn gegenüber zu stellen und deutlich auszumalen. Nur dann wird, was dringend notwendig ist, die Theologie den Hintern heben und im Sinne des Logos handeln.
Doch noch mehr Motivation für eine Verhaltensänderung, so zeigen es die Unternehmenslehrer auf, kommt durch die Gefahr des Frustes. „Wem der Doktor sagt, dass ohne Verhaltensänderung das Beim amputiert werde muss, der wird sich eher ändern, als wenn nur ein besseres Laufen in Aussicht gestellt wird.“
4. Durch das schöpferische
Wort Verant-wortung wahrnehmen
Doch wie soll eine Theologie, die sich aus der Welt verabschiedet, die Verantwortung für den Geist der Menschen an die Politik, die Gesellschaft.......abgegeben hat, sich für die Fehlentwicklungen unserer Zeit zuständig fühlen? Für ein zukunftsorientiertes, schöpfungsgerechtes ökologisches Verhalten, das genau dem entsprechen würde, was ich unter dem Wort verstehe, sind nur noch die Grünen zuständig. Selbst die Massenmorde im Namen Gottes können derzeit nicht im Zusammenhag mit theologischen Denkweisen gesehen werden. Da gibt es noch viel zu tun, die Zusammenhänge aufzuzeigen.
Doch allein der Druck auf den christlichen Glauben selbst sollte genügen. Weniger geht nicht.
Dabei denke ich noch nicht einmal an die immer weniger werdenden Kirchenbesucher oder zurückgehende Kirchensteuerzahler, sondern an die, die den Geist der christlichen Grundlagen längst verlassen haben. Eine Theologie, die sich nur eine von der Zivilisation aufgesetzte Ethik verantwortlich fühlt, wird möglicherweise auch das kalt lassen. Der muss man erst die Kirche schließen, damit sie erkennt, dass der Geist, der den Ursprung der Christenheit ausmachte, schon längst ausgegangen ist. Wie groß soll der Leidensdruck noch werden, um die Theologie zu einer neuen Suche nach dem Logos zu bewegen?
Da alle eingeübte Denkmuster mit dem geübten Filter gesiebt werden, ist es nicht einfach, eine notwendig neu Denkweise herbeizuführen. Wir sind es gewohnt, am Besitz festzuhalten. Alles wird aufgeboten, um nicht die bekannte Komfortzone des bereits in Kindergarten und später an der Hochschule gelernten, verlassen zu müssen. Wer will auch Machtbefugnisse oder bisherige Kompetenzen an andere Wissensbereiche abgeben, die sich ebenso mit dem in der Schöpfung wirksamen Wort Gottes auseinandersetzen? Wer will sich auf ein neues Feld begeben, wo es sich mit dem Banalbild von Jesus als einfachem jungen Juden, der später hellenistisch erhöht wurde, so komfortabel leben lässt. Müsste dann nicht eingestanden werden, dass viele bisherigen Schlüsse und Interpretationen falsch waren? Wer gibt schon gerne Fehler zu? Die Angst blockiert, gegen das neue werden alle Argumente aufgeboten. Wer ein neues Bewusstsein fordert, blitzt ab. Immer schwerer scheint es, das im Ruhezustand verharrende Pendel der Theologie in schöpferische Bewegung zu setzen.
Doch Gott sei Dank werden nicht nur die vom fehlenden Geist/Verstand (verstehen des Wortes) verursachten Weltprobleme, sondern auch die der theologischen Rechtfertigungen christlicher Glaubenssätze immer größer.
Pro-bleme, so die Unternehmenstrainer, sorgen für Wachstum, daher „Pro“ zu sehen. Sie seien der notwendige Motor aller Evolution. Leiden gehört zum Lebensweg, zumindest dort wo der Logos ver-sagt bzw. das schöpferische Wort nicht verstanden und gelebt wird. Doch dem Menschen hat Gott als einziges Wesen den Verstand gegeben, damit er das Wort versteht und nicht nur durch Leiden auf den richtigen Weg gebracht wird.
Doch auch hier besteht die Gefahr, dass die derzeitige Theologie die bereits ihre gesellschaftliche Verantwortung abgegeben hat, nun auch noch ihre Probleme an andere abschiebt, nicht sich selbst, sondern die Gesellschaft für ihre Pro-bleme verantwortlich macht. Letztlich scheint der Schöpfer selber Schuld zu sein. Denn er hat uns den Verstand gegeben. Doch der steht dem Glaube nicht im Wege, wie nach wie vor angenommen wird, sonder er ist der Weg. Den Verstand gilt es zu gebrauchen, um die Vernunft Gottes zu verstehen und den schöpferischen Logos in heutige Lebensbeziehungen umzusetzen.
Nur ein Atheist, der alles evolutionären Verlauf als puren Zufall sieht, wird nicht erkennen, dass die heutige Entwicklung zur Verant-wortung ruft. Denn die Pro-bleme sind von Gott gegeben, so ruft er uns auf, uns zu wandeln. Weiterentwicklung, neue Wege gehen, ist not-wendiger denn je. Jesus als das Wort Gottes gilt es neu zu verstehen.
Als verant-wortung tragende sind wir darauf angewiesen die Stimme, das Wort des Schöpfers zu hören. Im Denken und Handeln zu antworten. Als Menschen können und dürfen wird nicht warten bis der Vater es richtet. Wir sind Werk-zeuge des Schöpfers. Gott hat uns die Fähigkeit zum geistigen Fortschritt gegeben. Wir müssen gehen. Denn Richten Gottes wäre Gericht. In der Evolution – so die naturwissenschaftliche Bezeichnung für das Wort - bedeutet dies: was sich, wenn not-wendig nicht ändert, stirbt aus.
Daher bin ich gewiss, die Zeit ist reif für ein neues Selbst-verständnis des schöpferischen Wortes.
Verant-wortung übernehmen heißt für die Theologie heute:
Verursacher sein und nicht Opfer!
Die Theologie will ich zum TUN
auf-rufen!
Tätig sein, Tag und Nacht.
Den universalen schöpferischen
Prinzipien zu folgen, ein neues christliches Selbstverständnis hervorzubringen,
in dem das schöpferische Wort in der evolutionären Wirk-lichkeit ebenso wie in
den Traditionstexten neu verstanden
wird.
Durch das Verständnis des Schöpferischen Wortes, werden wir rechtzeitig unsere Verant-wortung wahrnehmen.
In Jesus hat Gott den Samen gelegt. Seit Jahrtausenden ist der Verstand gewachsen.
Jetzt ist Zeit einer neuen Lese des Logos.
Die Hoffnung:
Jede neue Idee durchläuft drei Phase:
-Sie wird lächerlich gemacht!
-Sie wird bekämpft!
-Sie ist, wenn die Zeit reif ist, plötzlich eine ganz selbstverständliche Sache, die jedem ja schon längst klar war, er eigentlich immer schon vertreten hat!!!
Ich bin sicher, so geht es auch mit Jesus, dem neuen Verständnis des lebendigen Wortes.
In wenigen Jahren werden wir die alten Dogmen mit neuen Augen lesen und so die Wirk-licheit des einen Schöpfers des gesamten Himmels und der Erde neu wahrnehmen.
Richtungswechsel und Umkehr
Ständig wir in christlichen Kreisen davon gesprochen. Doch wo und wann wird der Richtungswechsel im theologischen Denken praktiziert? Vor mir liegt ein Meditationsbild einer Kirchenzeitung, das ein Autobahnkreuz aus der Vogelperspektive zeigt. Ist es nur Zufall, dass genau dieses Bild dem christlichen Symbol, dem Kreuz mit den Kreisen, entspricht? Oder ist das Kreuz Christi nicht wirklich die Aufforderung zum Richtungswechsel, wie der Bildtext erklärt? Steh nicht jedes Kreuz als Zeichen für den Neubeginn? Ist das Kreuz, in dem wir historisch betrachtet nur einen römischen Marterpfahl für einen jungen jüdischen Märtyrer sehen, nicht vielmehr ein Logo für den Logos allen Lebens?
Mit der Aufforderung zur Umkehr im Verhalten, die nicht nur im Bildtext der Kirchenzeitung, sondern in vielen Predigten erhoben wird, ist es nicht getan. Denn das menschliche Verhalten wird vom Verstand geregelt. Hier muss eine Richtungsänderung vorausgehen. Das ist Sache der christlichen Religion.
Die Glaubensnot wird nicht durch ein Wende im Verhalten bewirkt. Not-wendig ist eine Richtungsänderung in dem was unsere geistige Grundlage ist. Über das christliche Selbstverständnis, die eigentliche Grundlage unseres Glaubens, was das eigentliche Wort Gottes ist, muss neu nachgedacht werden.
Solange wir nur nach neuen Wegen im Verhalten rufen, ethischen Richtungswechsel fordern, bleiben wir Pharisäer, die zwar das Gute wollen, den Menschen dazu aber nicht den not-wendigen Geist geben können. Wegen der Weigerung einen geistigen Wechsel zu akzeptieren wurden die Pharisäer, die alles andere als gottlos waren und eigentlich nur das Beste wollten, von den Evangelisten an den Pranger gestellt. Johannes hat die Verantwortung der Pharisäer und ihr Problem keine neuen Wege gehen zu können, in der Geschichte über die Heilung der Blindheit deutlich zum Ausdruck gebracht. (Johannes 9, 35-41)
Jesus bezeichnet sich in der Geschichte als einen neuen Menschenverstand, durch den die nicht sehenden sehend und die sehenden blind werden. Er sei zum Gericht in die Welt gekommen, ein Richtungswechsel im Glaube steht an, durch den die Heilung von Blindheit bewirkt werden soll. Da fragen ihn die Pharisäer, ob sie auch blind seien?
Jesus sprach zu ihnen:
Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde, weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.